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November 08 2013

Apple-Transparenzbericht enthält versteckte Botschaft

In einem Transparenzbericht hat Apple die Anfragen von Regierungen zu Geräteinformationen, Verbindungsdaten und Kommunikationsinhalten an den Konzern offengelegt. Aus dem Dokument geht hervor, dass die meisten Anträge aus den USA kamen. Deutschland liegt mit rund 2000 Anfragen über Geräte weltweit auf Platz zwei. Hierbei handelt es sich um Anträge zu registrierten iPhones, iPads und MacBooks oder auf einem Gerät verwendeten Apple-Produkten, nicht etwa um E-Mail-Adressen oder Textinhalte. Mit der Veröffentlichung folgt der Konzern den Vorbildern von Facebook, Google und anderen US-Firmen, die bereits Regierungsanträge veröffentlicht hatten. Es ist der erste Transparenzbericht von Apple. Die darin enthaltenen Informationen beziehen aber nur auf die ersten sechs Monate des laufenden Jahres.

Bei dem Bericht lohnt es sich besonders, zwischen den Zeilen zu lesen. Denn das Apple-Dokument enthalte einen sogenannten „Warrant Canary“, schreibt die „Electronic Frontier Foundation“ (EFF). Firmen nutzen diese Methode, um die Öffentlichkeit an Rechtsschranken vorbei auf bestimmte Sachverhalte hinzuweisen. „In Apple’s case, the canary is limited to a signal that no secret Section 215 orders have been served on the company”, schreibt EFF. Sollte diese Passage im nächsten Transparenzbericht fehlen, könne die Öffentlichkeit davon ausgehen, dass Apple einen Antrag unter dem Patriot Act erhalten habe. Der damalige US-Präsident George Bush verabschiedete das Gesetz 2001. Rund einen Monat nach den Anschlägen auf das World Trade Center. Durch den Patriot Act wurden die Rechte der US-Behörden deutlich erweitert. Demnach kann etwa die US-Bundespolizei FBI Internetprovider ohne Richterbeschluss zur Herausgabe von Daten zwingen.

Apple: Nur selten Mail-Inhalte oder Fotos offengelegt

Im Bericht räumt Apple ein, dass es dem Konzern verboten sei, genaue Informationen über die Anzahl der von der US-Regierung gestellten Fragen herauszugeben. Das erklärt die vagen Angaben von 1000-2000 Anfragen zu Kommunikationsinhalten und Verbindungsdaten, die der Konzern von der US-Regierung innerhalb des Erhebungszeitraums erhalten haben soll. Die Anfragen der US-Behörden dienten dem Konzern zufolge in erster Linie der Aufklärung von Verbrechen. Apple wurde auch damit beauftragt, Daten zu vermissten, entführten oder selbstmordgefährdeten Personen preiszugeben. „In very rare cases, we are asked to provide stored photos or email”, schreibt Apple.

Das Unternehmen schlüsselt außerdem auf, in wie vielen Fällen der Konzern den Anfragen nachgekommen ist und wie oft Apple Einspruch erhoben hat. Bei beidem gibt das Unternehmen eine Größenordnung zwischen 0 -1000 an. Der Bericht unterscheidet auch zwischen Anfragen zur Offenlegung von „Non-Content Data“ und Inhalten. In 0-1000 Fällen hat der Konzern Verbindungsdaten, wie Telefonnummern und E-Mail-Adressen, offenbart. Diese Unterteilung ist aus Transparenzsicht allerdings nur scheinbar sinnvoll, da die sogenannten Metadaten oft aufschlussreicher sind als die eigentlichen Kommunikationsinhalte.

Deutschland: Mit 93 Anfragen weltweit auf Platz vier

Die Anträge zu Kommunikationsinhalten und Verbindungsdaten, die die deutsche Regierung an den US-Konzern gerichtet hat, sind im Bericht genau nachvollziehbar. Mit insgesamt 93 Anfragen liegt Deutschland bei den gelisteten Ländern hier auf Platz vier – nach den USA, Großbritannien mit 127 und Spanien mit 102 Anträgen auf Account-Informationen oder Kommunikationsinhalten. Im Fall von Deutschland hat Apple laut Bericht nur 6 Prozent der Anträge als gesetzeskonform eingestuft. Allerdings hat das Unternehmen deutsche Behörden dennoch ganze 87 Mal mit Verbindungsdaten beliefert.

Andere Regierungen zeigen weit weniger Informationssammelwut als die deutsche. Die Schweiz hat zwischen Januar und Ende Juni 2013 nur sechs solcher Anträge an den US-Konzern gerichtet, Österreich sogar nur zwei.

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