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October 31 2013

AT&T spürt erste Auswirkungen des Überwachungsskandals: Zunächst keine Übernahme Vodafones

AT&T_logo.svgSchon seit dem Sommer häufen sich die Gerüchte, dass der amerikanische Telekommunikationsanbieter AT&T in den europäischen Markt einsteigen will. Im Gespräch waren bisher wohl die spanische Telefonica und die beiden britischen Anbieter EE und Vodafone – in den letzten Monaten wurde sich wohl immer stärker auf Vodafone fokussiert. Nun berichtet das Wall Street Journal jedoch, dass AT&T auf starken Widerstand stößt – vor allem wegen des Datenschutzes. AT&T ist eines der Unternehmen, die am engsten mit der NSA zusammenarbeiten. Schon 2006 hatte die Electronic Frontier Foundation gegen die Kooperation von NSA und AT&T geklagt - AT&T leitet mindestens seit 2002 Datenverkehr in ihrem Netzwerk an die NSA weiter. Vor wenigen Monaten kam dann heraus, dass AT&T jegliche Verbindungsdaten seit 1987 für die US amerikanische Drogenfahndung (DEA) abspeichert.

Vor diesem Hintergrund ist es nur allzu verständlich, dass sich Bundes-Datenschutzbeauftragter Peter Schaar, Anton Hofreiter der Grünen und Regierungsmitglieder in Interviews mit dem Wall Street Journal sehr skeptisch gegenüber AT&T geäußert haben.

One would need to create transparency ahead of time so that everyone knows what the legal basis is for how AT&T treats German data. The public and the regulators have become much more attentive now that we know, and also in part suspect, how far the surveillance goes. (Peter Schaar)

Die Skepsis ist natürlich zu begrüßen. Gleichzeitig führt es zu Schmunzeln, da Vodafone selbst als “schwarzes Schaf” bezeichnet werden kann – nicht zuletzt aufgrund der Kooperation mit dem britischen GCHQ.

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September 12 2013

Vodafone Deutschland gehackt: Bestandsdaten von zwei Millionen Kunden erbeutet

Vodafone Deutschland ist gehackt worden:

Vodafone Deutschland ist kürzlich Ziel eines kriminellen Datenangriffs auf einen seiner Server geworden. Dieser Angriff war nur mit hoher krimineller Energie sowie Insiderwissen möglich und fand tief versteckt in der IT-Infrastruktur des Unternehmens statt. Dabei erlangte der Täter Zugang zu Stammdaten von 2 Millionen Personen. Er entwendete Angaben zu Name, Adresse, Geburtsdatum, Geschlecht, Bankleitzahl und Kontonummer.

Auf einer eigenen Seite kann man überprüfen, ob man betroffen ist. Leider muss man dafür seine Konto-Verbindung eingeben – und das HTTPS geht nicht ohne die anscheinend gebrochene Stromverschlüsselung RC4.

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August 02 2013

GHCQ: Namen der kooperierenden Telekommunikationsfirmen veröffentlicht

GCHQ-aerial

Quelle: wikipedia

Edward Snowden sagte bereits zur Veröffentlichung des Überwachungsprogramms Tempora des britischen Geheimdienstes GHCQ, dass die Briten “schlimmer seien als die USA”. Was er damit meinte, kommt nun langsam ans Licht. Erst gestern veröffentlichte der Guardian neue Informationen, die belegen, dass der amerikanische Geheimdienste NSA Zahlungen an den GHCQ leistet und sich bestimmte Dienste erkauft. Heute berichten der NDR und die Süddeutsche Zeitung übereinstimmend über die enge Zusammenarbeit zwischen dem GCHQ und privaten Telekommunikationsunternehmen.

Demnach arbeitet der GCHQ mit sieben großen Telekommunikationsunternehmen zusammen, wie aus geheimen Dokumenten hervorgeht, die der NDR und die Süddeutsche Zeitung einsehen konnten. Der NDR schreibt:

Das Dokument, bei dem es sich um eine interne Präsentation aus dem Jahr 2009 handelt, nennt neben den internationalen Telekommunikationsunternehmen British Telecom, Verizon und Vodafone auch die Netzwerkbetreiber Level 3, Global Crossing (inzwischen von Level 3 gekauft), Interoute und Viatel als Schlüsselpartner der GCHQ.


Die genannten Unternehmen gehören zu den wichtigsten Betreibern des globalen Internets. Sie sind im Besitz von einem Großteil der weltweit verlaufenden Glasfaserkabel und Unterseekabel und betreiben ihre eigenen Backbones, die als Rückgrat des Internets dienen. Die Firmen Level 3, Interoute und Global Crossing betreiben auch Hardware in Deutschland, womit das GCHQ auch Zugriff auf Internetverkehr in Deutschland hat.

Wie der NDR berichtet, ging die Kooperation zwischen dem britischen Geheimdienst und den Telekommunikationsunternehmen aber sogar über den reinen Zugang zu den Netzen hinaus:

Einige der Firmen sollen eigens Computerprogramme entwickelt haben, um den GCHQ das Abfangen der Daten in ihren Netzen zu ermöglichen. Ihren Abhör-Rundum-Service hätten sich die Firmen dann von dem Geheimdienst bezahlen lassen. Das hieße, das GCHQ also einen Teil seiner Schnüffelarbeit faktisch an private Unternehmen überträgt, die dann wiederum gegen Geld ihre eigenen Kunden bespitzeln.

Die Telekommunikationsunternehmen äußern sich zu diesen Vorwürfen nur sehr spärlich. Lediglich das Unternehmen Viatel widerspricht laut der Süddeutschen Zeitung “Zugang zu Infrastruktur oder zu Kundendaten” preisgegeben zu haben. Interoute antwortete auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung beispielsweise:

Wie alle Telekommunikations-Anbieter in Europa sind wir verpflichtet, die europäischen und nationalen Rechte einschließlich solcher zu Datenschutz und Vorratsdatenspeicherung zu erfüllen. Von Zeit zu Zeit erhalten wir Anfragen von Behörden, die durch unsere Rechts- und Sicherheitsabteilungen geprüft und wenn sie rechtlich einwandfrei sind, entsprechend bearbeitet werden.

Auch die restlichen Unternehmen berufen sich darauf, nach Recht und Gesetz zu handeln. Vodafone gab darüber hinaus an, dass “Fragen der nationalen Sicherheit eine Angelegenheit der Regierungen, nicht der Telekommunikationsunternehmen” seien. British Telecom äußerte sich zu den Vorwürfen gar nicht, wie auch schon vor rund einem Monat als bekannt wurde, dass das von British Telecom betriebene Unterseekabel TAT-14 vom GCHQ angezapft wird.

Neben den Kooperationen mit den Privatunternehmenm enthalten die Dokumente ebenso Einblicke in der generellen Methoden des GCHQ und sein Selbstverständnis mit dem diese umgesetzt werden:

Trojanersoftware, gezielte Desinformation der Gegner, Eindringen in Netzwerke – das ganze Programm zum virtuellen “Schutz der nationalen Sicherheit”.

Zum ersten Mal scheinen die Dokumente nun auch zu belegen, dass der britische Geheimdienst scheinbar auch Wirtschaftsspionage betrieben hat, wie der NDR berichtet:

Gleichzeitig solle der Dienst sich laut der Snowden-Unterlagen ausdrücklich auch für das “wirtschaftliche Wohlergehen” des Landes einzusetzen – bei vollem Zugriff auf den Datenverkehr theoretisch ein Freibrief zur Wirtschaftsspionage.

Nach den Enthüllungen des gestrigen Tages, dass die NSA sich die Dienste des GCHQ erkauft, dürfte auch klar sein, dass das GCHQ nicht alleiniger Nutznießer dieser Kooperation mit den Telekommunikationsunternehmen ist. Es ist stark davon auszugehen, dass die gewonnen Daten mit anderen Geheimdiensten geteilt werden. Die Süddeutsche fast die Entwicklung treffend zusammen:

Nun scheint eine neue Stufe erreicht zu sein. Aus der gemeinsamen Überwachung ist die totale Überwachung geworden.

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July 19 2013

Vodafone darf Netzneutralitätsverletzungen nicht als grenzenloses Surfen bewerben

tumblr_meaqrbwrP81rjbm52o1_11280Der Digitale Gesellschaft e.V. hatte im vergangenen November mit “Vodafail – Die Freiheit nehm ich Dir” eine Online-Aktion gegen die Netzneutralitätsverletzungen bei Vodafone gestartet. Damals wurde kritisiert, dass Vodafone Mobilfunkverträge verkauft, die einen Internetanschluß suggerieren, tief im Kleingedruckten aber bestimmte Services verbieten. Besonders absurd ist das Verbot von “Peer-to-Peer-Kommunikation”. Wenn man sich informiert, was das genau bedeutet, erfährt man von Vodafone, dass damit Computer-zu-Computer-Verbindungen gemeint sind. Mit anderen Worten: Vodafone verkauft etwas als Internet, verbietet aber im Kleingedruckten die Internetnutzung.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte daraufhin Klage vor dem Landgericht Düsseldorf eingereicht. Kritisiert wurde die Bewerbung des Tarifes „RedM“ mit den Worten „ideal zum grenzenlosen Telefonieren und Surfen“. Das Landgericht Düsseldorf hat dem VZBV jetzt Recht gegeben (Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 19.07.2013 – 38 O 45/13): Urteil stoppt Vodafone-Werbung: Kein „grenzenloses“ Surfen.

Der vzbv hatte argumentiert, Verbraucher würden beim Abschluss eines Internetvertrags grundsätzlich davon ausgehen, dass sie den Internetanschluss für alle Produkte und Dienstleistungen nutzen können, also auch für das Instant Messaging oder File-Sharing. Daher seien ausdrückliche und deutliche Hinweise zu dieser Einschränkung erforderlich. Das Landgericht Düsseldorf hat heute die Auffassung des vzbv bestätigt, dass die Werbeaussagen irreführend sind und verurteilte das Unternehmen, diese Werbung zu unterlassen.

Das Urteil ist erfreulich, aber löst das Problem nicht. Wir brauchen eine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität, um solche Praktiken wirkungsvoll zu verhindern und nicht nur die irreführende Werbung bekämpfen zu können.

Vodafone verletzt dreist die Netzneutralität. Remix ihnen Deine Meinung.

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July 24 2012

Vodafone: Erste Klage gegen freiwillige Vorratsdatenspeicherung der Mobilfunkanbieter

Mit Vodafone wird jetzt der erste Mobilfunkanbieter verklagt, weil er auch ohne gesetzliche Verpflichtung eine Vorratsdatenspeicherung betreibt. Rechtsanwalt Meinhard Starostik reichte beim Amtsgericht Düsseldorf Klage im Auftrag einer Handy-Nutzerin Klage ein. Auch gegen die anderen Mobilfunkanbieter sind Klagen angekündigt.

Wie netzpolitik.org bereits öfters berichtete, speichern einige Provider und Mobilfunkanbieter auch ohne gesetzliche Verpflichtung zur Vorratsdatenspeicherung freiwillig weiter. Nach dem Aufruf des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung haben sich mehrere Menschen gemeldet, dagegen rechtlich vorzugehen. Jetzt ist die erste Klage eingereicht worden, gegen Vodafone.

Der Berliner Anwalt Meinhard Starostik, der auch schon gegen das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt hat, wollte zunächst per Unterlassungserklärung die Speicherung nicht-relevanter Daten untersagen. Dazu zählt er die Funkzelle, von der ein Anruf gestartet wurde und die Kennung von Endgerät (IMEI) und SIM-Karte (IMSI). Mobilfunkanbieter dürfen Daten nur speichern, wenn diese zur Abrechnung benötigt werden, das sei bei all diesen Daten nicht der Fall.

Der Datenschutzbeauftragte von Vodafone lehnte das ab. Die Funkzelle brauche man, um standortbezogene Dienste wie einen Zuhause-Tarif abrechnen zu können. Den hat aber die Beschwerdeführerin nicht. Die IMEI werde für “gerätebezogene Dienste” benötigt. Auch solche nutze die Kundin nicht.

Also reichte Starostik Klage beim Amtsgericht Düsseldorf ein. Laut Telekommunikationsgesetz (§ 96 und § 97) dürfen nur solche Daten gespeichert werden, die auch für die Rechnung benötigt werden.

Vodafone ist dabei nur die erste Beklagte, Starostik kündigt an: Die Klagen gegen andere Anbieter folgen bald.

Zum Umsetzung des damaligen Gesetzes zur Vorratsdatenspeicherung mussten die Provider und Mobilfunkanbieter viel Geld investieren, um die angeforderten Daten zu speichern. Gut möglich, dass man nach dem Urteil gegen das Gesetz die Infrastruktur so gelassen und einfach die Speicherdauer verkürzt hat. Immerhin droht seitdem eine Neufassung des Gesetzes.

Dagegen regt sich Widerstand in der SPD. Zwei Mitglieder haben ein Mitgliederbegehren gestartet, um die verdachtsunabhängige Vorratsdatenspeicherung “in jeglicher Form” abzulehnen. Im parteieigenen vorwärts gibt es ein Interview dazu.

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August 22 2011

Prima Idee: Vodafone will Festnetz-DSL abschaffen

Im Handelsblatt lässt Vodafone verlautbaren, dass man in Zukunft seine Telefon- und Internetanschlüsse über den neuen Funkstandard LTE laufen lassen, und “möglichst viele” DSL-Kunden entsprechend umstellen möchte. LTE (Long Term Evolution) ist der Nachfolger von jetzigen Mobilfunkstandard UMTS, setzt auf ein paar andere Frequenzen, und soll höhere Bandbreiten ermöglichen.

Die Nachteile eines Funknetzes werden dabei etwas gemindert, können aber natürlich nicht komplett aufgehoben werden: Die Qualität der Verbindung ist standortabhängig (Funklöcher, Netzausbau), je mehr Nutzer sich in der Zelle befinden, desto geringer wird die mögliche Datenübertragungsrate (bis zum Komplettausfall, siehe Demonstrationen, Volksfeste & Neujahr), Energieverbrauch und Strahlenbelastung steigen (zumal LTE Dauerverbindungen vorsieht). Der wohl offensichtlichste Nachteil aber ist: Es gibt klare Kapazitätsgrenzen.

Für unsere lebensnotwendigen Smartphones benötigen wir natürlich dringend einen neuen, mehr Kapazitäten und Bandbreite bietenden Standard. UMTS ist schon heute an vielen Orten nicht mehr in der Lage, den Nutzeransprüchen gerecht zu werden: Im Gegensatz zur Anzahl der Kabel in der Erde sind der Anzahl der kollisionsfrei durch die Luft schwebenden Datenpakete klare physikalische Grenzen gesetzt: Bei Kabelverbindungen müssen für neue Nutzer einfach mehr Kabel gelegt, und mehr Switches eingerichtet werden, bei Funk jedoch ist irgendwann die Luft “voll” – dann helfen nur noch andere Frequenzen, die dann auch irgendwann voll sind.

Das ist auch der Grund dafür, dass zum Beispiel in der FCC-Regulation zur Netzneutralität der gesamte Mobilfunk ausgeklammert wird. Im Mobilfunk gibt es in der Tat die von den Providern immer beschworenen Kapazitätsgrenzen, die der Bedarf irgendwann zu übersteigen droht. Für kabelgebundene Netze wie DSL steht dieser Beweis weiterhin aus, und ist wohl auch unmöglich zu erbringen. Wie kommt man also wohl auf die Idee, einem Funknetz, dessen Aus- bzw. Überlastung bereits in wenigen Jahren ansteht, auch noch 4 Millionen DSL-Kunden aufzubürden, die keinerlei Bedarf an Mobilität, dem einzigen Grund für Funk-Netze haben? Klar, man möchte Geld sparen, das man im Moment der Telekom für die Nutzung des Kabelnetzes abdrücken muss. Und, wie Geschäftsführer Friedrich Joussen feststellt:

Die Bandbreiten, die LTE bietet, reichen für alle derzeit denkbaren Anwendungen im privaten Bereich aus.

derzeit, wohlgemerkt. Ein Geschäftsführer in einer Branche, die die ganze Zeit nur von den zu erwartenden massiven Anstiegen des Bandbreitenbedarfs fabuliert, denen man sich wegen mangelnden Netzausbaus selbst im Kabelbereich nicht gewachsen sieht, spricht von derzeit und ausreichend – jenem Wort, das in der Schule kurz vor “mangelhaft” kommt.

…und wenn das dann irgendwann nicht mehr der Fall ist, dann haben wir auch im Gegensatz zum kabelgebundenen Netz ein (auf den 2. Blick ebenso unsinniges) Argument in der Hand, endlich die Netzneutralität abzuschaffen, und für alle möglichen Sonderdienste extra zu kassieren, wie es mit Skype über UMTS ja schon längst Usus ist.

Über Fälle, die so offensichtlich auf Gewinnmaximierung zum klaren Nachteil des Nutzers (und in diesem Fall sogar der Gesellschaft als solche) setzen, stolpert man selten. So höchstens 1 – 2 Mal pro Woche würde ich schätzen.

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