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January 06 2014

Remixerin #32 Melissa Logan: “Remix erlaubt kulturelle Erneuerung”

In der Serie “Remixer/in” geht es um Menschen und ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal: Melissa Logan, Mitgründerin von Chicks on Speed.

Melissa Logan

Melissa Logan

Melissa Logan gründete 1997 gemeinsam mit Alex Murray-Leslie Chicks on Speed an der Münchner Akademie der Künste mit der klaren Idee als multi-modales Kollektiv im Kulturbereich zu arbeiten und damit die Vorstellung des isolierten Künstlergenies zurückzuweisen. Chicks on Speed tourten auf der ganzen Welt als elktronische Popgruppe, waren mit Performance-Kunst in MOMA, Tate, Pompidou, MOMAK etc. präsent und haben tragbare Technologien entwickelt, die sie “Objektinstrumente” nennen. Zu diesen zählt auch eine Serie von Apps, de mit freundlicher Unterstützung des ZKM Karlsruhe und der Initiative Musik realisiert werden.

Zur Zeit arbeitet ihr an Musik- und Remix-App – wie wird diese App funktionieren?

Die App, die wir bauen, basiert auf einem klassischen DJ-Setup mit zwei Plattenspielern samt Mixer, enthält einige Effekte, Tonhöhenregelung und natürlich kann man scratchen. Ein zweites Fenster zeigt das “Plattenregal” an und wir suchen gerade nach Wegen, um Mixes mit anderen Nutzern austauschen und teilen zu können.

Was macht für Dich einen guten Remix aus?

Ein großartiger Remix fügt einem Song Tiefenebenen hinzu und die Umarbeitung von musikalischen und textlichen Inhalten macht ihn präziser, schärfer oder aktueller. Musik ist eine Kunstform die stark mit dem Hier und Jetzt verknüpft ist, jede Zeit und jeder Ort braucht seine Musik, der Sommerhit, das Album des Jahres. Gute Songs können für Generationen überleben und der Remix erlaubt jene kulturelle Erneuerung eines Songs, die dafür notwendig ist.

Auf welche Weise verwendest Du selbst Werke Dritter?

Als Chicks on Speed arbeiten wir normalerweise mit Covern von großartigen Songs, bisweilen schreiben wir aber Texte um und das erfordert eine kompliziertere Aufteilung

Hast Du schon einmal aus nur aus rechtlichen Gründen ein Sample oder ähnliches nicht verwendet und warum?

Manchmal verwenden wir andere Musik darauf Songs aufzubauen, aber wenn der Song fertig ist entfernen wir die Samples – ganz generell. Diese Nutzung von Samples ist für uns ein Arbeitswerkzeug.

Wurdest Du schon einmal abgemahnt oder hattest rechtliche Probleme wegen Deiner künstlerischen Tätigkeit?

Ja, das ist ganz normal.

Was hältst Du von der Idee, ein vergütetes Recht auf Remix einzuführen?

Natürlich klingt es gut, wenn Künstler großartige Remixes machen, gleichzeitig ist es schreckelich, wenn jemand Songs von Chicks on Speed nimmt, remixt und dann den Remix an BP oder sonst eine beschissene Firma verkauft und wir dann kein Recht dazu haben, unsere Texte und Stimmen auf diese Weise verwendet zu sehen.

Zum Abschluss, was ist Dein persönlicher Lieblingsremix?

Ich liebe es wirklich einen ganzen Haufen von Remixes eines Songs zu hören, zum Beispiel von Zager & Even “In the year 2525″:

Das ist ein Crosspost vom Blog der Initiative Recht auf Remix, die in einer Petition um Unterstützung samt Link zum persönlichen Lieblingsremix bittet. Auf right2remix.org findet sich auch das englische Originalinterview.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

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November 25 2013

3sat Pixelmacher: Remix

Heute Nacht sendet 3sat um 1:55 Uhr die Sendung “Pixelmacher” mit einem halbstündigen Special zum Thema “Remix”. Da in der Regel die wenigsten Menschen um die geplante Uhrzeit noch wach sind, steht die Sendung jetzt schon in der Mediathek.

Wo die Remix-Kultur herkommt soll uns jetzt einfach mal egal sein, wichtig ist: sie ist da und längst Teil unserer Alltagskultur. [...] Oder wie es der New Yorker Filmemacher Kirby Ferguson in „Everything is a Remix“ zeigte, dass eigentlich sowieso alles nur ein Remix ist. Die Pixelmacher remixen mit.

Porträtiert werden in der Sendung zwei Remixkünstler, die wir auch schon in unserer Serie “Remixer/in” interviewt hatten: Walter W. Wacht (“Habe mich weit aus dem Fenster gelehnt”) und DJY alias JY (“Account mit 99 Tracks gelöscht”).

Auch bei Youtube:

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September 12 2013

Illegaler Wahlkampf: Auch SPD surft auf der Remix-Welle [Update]

Falls irgendwo noch Zweifel daran bestehen, dass ein Recht auf Remix eine grundlegende Voraussetzung für die Kunst- und Meinungsfreiheit in der digitalen Gesellschaft ist, der Bundestagswahlkampf 2013 sollte sie ausgeräumt haben. Abgesehen von schon traditionellen Plakatremixes und dem Meme rund um die Merkelraute demonstrierte vor allem der Geh-Wählen-Spot der IG Metall das Potential von Remixkultur auch für politische Botschaften. Gleichzeitig illustrierte die falsche Erklärung der diesbezüglichen Rechtslage mehr als eindrücklich, dass im Urheberrecht Änderungsbedarf besteht.

Wohl auch inspiriert vom Erfolg des IG-Metall-Spots versucht sich nun auch die SPD an Remixkreativität und bedient sich dafür bei Monty Pythons “Life of Brian”:

Wieder stellt sich hier die Frage, ob die SPD die Rechte dafür geklärt hat? Denn auch wenn Monty Python selbst sämtliche Clips in voller Länge auf YouTube zur Verfügung gestellt hat (vgl. Techdirt), dann ist damit noch lange nicht eine Zustimmung zur Remixnutzung verbunden. Das musste jedenfalls kürzlich ein Religionslehrer erfahren, als er ebenfalls einen Ausschnitt von “Life of Brian” zur Bewerbung eines offenen Online-Kurses im Bereich Religionsunterricht verwenden wollte. Universal Pictures teilte ihm nämlich auf Anfrage mit, dass es ihm “in keiner Weise gestattet [ist], auf Ihrer Webseite Szenen, Sequenzen, Trailer oder Bildmaterial in irgendeiner Form zu veröffentlichen. Sie machen sich damit strafbar” (vgl. Beitrag bei irights.info dazu). [Update:] Via Twitter kam übrigens der Hinweis, dass die FDP dieselbe Szene wie die SPD geremixed hat. [/Update]

Und es ist unwahrscheinlich, dass der SPD-Spot der letzte illegale Wahlkampfremix dieses Bundestagswahlkampfs sein wird. Schließlich sorgt SPD-Spitzenkandidat Steinbrück gerade dafür, dass der Zenit der Remixkreativät in diesem Wahlkampf wohl noch lange nicht überschritten ist – schließlich ist auch dessen Geste eine Art Remix:

Jedenfalls sollte man die Parteien bei Verhandlungen zu Urheberrechtsreformen in der nächsten Legislaturperiode nicht nur an ihre Wahlversprechen, sondern auch an ihr urheberrechtliches Wahlkampfverhalten zu erinnern.

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September 05 2013

IG Metall erklärt die Rechtslage ihres Geh-Wählen-Spots. Falsch.

Der Geh-Wählen-Spot der IG Metall sorgt derzeit im Internet für Furore. Gleichzeitig wirft er natürlich auch urheberrechtliche Fragen auf (siehe auch “Remix im Wahlkampf: ein Best of“), weil derartige Remixes im europäischen Urheberrecht nicht möglich sind, ohne die Rechte für alle verwendeten Filmausschnitte zu klären. In den USA hingegen wäre ein solches Video höchstwahrscheinlich durch die Fair-Use-Klausel des US-Copyrights gedeckt.

Jetzt hat sich auf der YouTube-Seite die IG-Metall quasi offiziell zur Rechtefrage geäußert:

Wir haben natürlich keine Sonderrechte. Es handelt sich um freies YouTube-Material. Und die YouTube-Nutzungsbedingungen erlauben jedem Nutzer die kostenlose Nutzung, Reproduktion und Herstellung derivater Werke inklusive Vorführung auf YouTube. Mehr dazu findest du hier in den YT-Terms

Grüße aus der Online-Redaktion

Das Problem mit dieser Erklärung ist nur, dass sie falsch ist. Denn nur weil Filme auf YouTube “frei” zugänglich sind, bedeutet es noch lange nicht, dass die Rechteinhaber dieser Nutzung noch einer Weiternutzung in irgendeiner Form zugestimmt haben. Entscheidend dafür ist nämlich, dass die Rechteinhaber das Material selbst unter besagten YouTube-Nutzungsbedingungen hochgeladen oder diesem Hochladen explizit zugestimmt haben. Dass das bei allen verwendeten Clips der Fall ist, wage ich zu bezweifeln. So werden in dem Remix Ausschnitte aus Sendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verwendet, die sicher nicht mit offizieller Zustimmung auf YouTube hochgeladen worden sind.

Hinzu kommen die Persönlichkeitsrechte einiger der gefilmten Personen – wie der Prozess rund um den Fall des Technoviking gezeigt hat, können auch diese rechtliche Probleme aufwerfen.

Fazit: Legal ist der geniale Remix-Spot der IG Metal mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht. Dafür bräuchte es schon ein Recht auf Remix.

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July 22 2013

Don’t ask, don’t tell: (k)ein Kommentar zum Thema Remix

Avatar_05In der Serie “Remixer/in” erzählen Menschen über ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal: Ein Bericht über Hintergrundgespräche zum Thema.

“sorry aber darüber möchte ich nicht reden…”

Diese Antwort, die ich kürzlich vom Betreiber eines Independent-Labels auf eine Interviewanfrage zum Thema Remixpraktiken erhalten habe, ist prototypisch für den aktuellen Stand der Diskussion zu Remixpraktiken im Musikbereich. Analog zur kürzlich abgeschafften Regelung für Homosexuelle im US-Militär heißt es in diesem Zusammenhang weitgehend immer noch: “Don’t ask, don’t tell.

Beispielsweise versuchen wir seit Start der Initiative “Recht auf Remix” mit Musikredakteuren und -verantwortlichen von öffentlich-rechtlichen oder anderen großen Radiosendern zum Thema ins Gespräch zu kommen. In einem persönlichen Gespräch hatte mir der Redakteur eines Mainstream-Formatradiosenders von den begeisterten Reaktionen der Radiohörer/innen erzählt, wenn manchmal Mashups bekannter Songs gespielt werden. Danach stünden die Telefone häufig nicht mehr still vor lauter Anfragen, wo es diese Mashups denn zu kaufen gäbe. Allerdings ist das Spielen von Mashups im Radio rechtlich keineswegs unproblematisch. Wenn, wie in den meisten Fällen, die Rechte nicht geklärt sind, können auch nicht die entsprechenden GEMA-Gebühren abgeführt werden.

Auf diesbezügliche Interviewanfragen, wie denn mit diesem Problem umgegangen werde, bekam ich jedoch trotz mehrmaligen Nachhakens keine Rückmeldung. Ein weiterer Versuch bei einem anderen öffentlich-rechtlichen Sender blieb zumindest nicht völlig unbeantwortet, die Rückmeldung auf eine Reihe von Fragen fiel allerdings wortkarg aus:

hier sind die Antworten, die ich ihnen geben kann:

Unsere Hörer freuen sich über spezielle Tipps. Wir behelfen uns bei Mash-Ups mit der Gema-Vergütung, indem wir eigenständig beide Songs über die Playlist abrechnen, bei Edits läuft es dann über Komponist und Musik.

Das Problem bei Mashups ist aber, dass dabei häufig (viel) mehr als zwei Songs miteinander kombiniert werden. Remixer David Wessel, mit über 130.000 Facebook-Fans einer der erfolgreichsten Mashup-DJs Deutschland, verwendet in seinen auf mashup-germany.com verlinkten Mashups meistens fünf oder mehr verschiedene Songs. In solchen (Normal-)Fällen ist die eigenständige Abrechnung beider Songs keine Option mehr.

Dass ich mit meinen Erfahrungen keineswegs alleine bin, bestätigt folgender Bericht eines Journalisten, der ebenfalls zum Thema “Recht auf Remix” recherchiert und Interviewpartner gesucht hatte:

Die Labels, bei denen ich um eine Stellungnahme gebeten hatte, wollten sich entweder nicht dazu äußern oder haben nach anfänglicher Zusage nicht mehr auf Anrufe und Mails reagiert. Die GEMA und die GVL haben sich zwar zu Hintergrundgesprächen bereiterklärt, ein offizielles Interview wollte mir jedoch niemand geben.

Der Hauptgrund für die inflationäre Gesprächsverweigerung zum Thema Remix ist genau die erwähnte Don’t-ask-don’t-tell-Logik: wir wissen, dass unsere Remixpraktiken regelmäßig Urheberrechte verletzen, wir reden aber nicht darüber. Exemplarisch dafür auch die Antwort, die ich von einem Künstler und Labelbetreiber aus der Hiphop-Szene auf die Frage erhalten habe, wie er eigentlich mit Sampling umgeht:

Eigentlich dürfte ich dir das ja nicht schreiben.
Aber im konkreten Fall sieht es so aus:
[…] Ich hab noch nie im Leben ein Sample geklärt. Nie. […] Dadurch, dass wir zu kleine Fische sind im großen Musikbecken hat da niemand Interesse daran, ein paar Euros rauszuquetschen. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass wenn man z.B. sehr auffällig ABBA etc. sampled, dann wird das vielleicht schon jemandem spanisch vorkommen. Dadurch, dass ich meistens irgendwelche unbekannten Sachen verwende, findet das in der Regel nur ein Nerd. […]
ich weiss, dass das […] Thema ist, gerade aktuell wurde [ein Sample in einem bestimmten Album] aus Angst vor Clearance-Schwierigkeiten nicht verwendet. Oder dass bei großen Chartproduktionen kaum Samples verwendet werden.

Mit anderen Worten: Während im Mainstream entweder auf Samples verzichtet wird oder die Rechte geklärt werden, setzen Indie-Labels und -Künstler darauf, nicht erwischt zu werden. Damit verbunden ist natürlich auch Vorsicht, sich öffentlich zu dem Thema zu äußern – schließlich steigt mit öffentlicher Aufmerksamkeit das Risiko, doch noch abgemahnt zu werden. Im US-Militär ist “Don’t ask, don’t tell” mittlerweile Geschichte. Es ist an der Zeit, dass sich auch Proponentinnen und Proponenten der Remixkultur von ihrem selbstauferlegten Schweigegebot entbinden.

Das ist ein Crosspost vom Blog der Initiative ‘Recht auf Remix‘, die in einer Petition um Unterstützung samt Link zum persönlichen Lieblingsremix bittet.

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July 18 2013

MC Supergrundrecht

Metronaut hat einen Song von MC Supergrundrecht alias IM Friedrich entdeckt:

Auf Metronaut findet sich auch “Fragen an Opa – ein Aufruf zum Protest“.

Und Heribert Prantl erklärt auf Sueddeutsche.de, warum Friedrich unseren Rechtsstaat zur Disposition stellt: Der trojanische Innenminister.

Ein solches Supergrundrecht stellt alles zur Disposition, was der Rechtsstaat an Regeln zur Vorbeugung, Aufklärung und Verfolgung von Straftaten eingeführt hat. Wer hier den großen Kehraus veranstalten will, der kehrt, angeblich oder vermeintlich zur Verteidigung des Rechtsstaats, genau das weg, weswegen dieser Rechtsstaat verteidigt werden mus. Dann stirbt die Freiheit an ihrer Verteidigung.

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May 21 2013

Remixer (2) DJ Bionic Kid: “Remix macht einen wesentlichen Teil der elektronischen Musikproduktion aus”

Waxolusionists (Bild: Bubu Dujmic)

Waxolusionists (Bild: Bubu Dujmic)

In der Serie “Remixer/in” erzählen Menschen über ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal: DJ Bionic Kid, der seit 1993 als DJ und seit 1997 als aktiver Musiker und Produzent tätig ist, vor allem als Teil des Wiener Hip-Hop-Kollektivs der Waxolutionists.

Was macht für Dich einen guten Remix aus?

Je nachdem, welchen Zweck der Remix erfüllen soll – ein tanzbarer Remix für einen Kuschelrocksong oder eher ein künstlerischer, experimenteller Remix für genau das umgekehrte – gibt es für mich verschiedene wichtige Aspekte. Im Grunde nutzt bzw. abstrahiert ein guter Remix die Originalspuren so, dass das original zu erkennen ist, der Remix aber gleichzeitig trotzdem wie ein neuer Track klingt, vom alten Charme vielleicht Teile beinhaltet, aber auch den (im besten Fall) unverwechselbaren Stil des Remixers unschwer erkennen lässt. Wenn man hört, dass sich jemand Mühe gegeben hat und musikalisch gearbeitet hat, dann zeichnet das ebenfalls einen guten Mix aus. Viele Remixarbeiten sind leider oft nach Schema F produziert, oft geht es eher um den Namen des Remixers als um den tatsächlichen Inhalt.

Auf welche Weise verwendest Du selbst Werke Dritter?

Ich habe mit Hiphop und Konsorten begonnen, ergo war bzw. ist Sampling ein ganz natürlicher Teil meiner Arbeit. Allerdings arbeite ich nicht gerne mit ganzen Loops oder größeren, sprich längeren Samples. Anders als bei frühen Hiphop-Tracks, manipuliere ich sehr gerne Samples, arbeite mit komplexeren Sample-Layers und versuche die Samples mit selbst Eingespieltem so zu kombinieren, dass man am Ende nicht weiss, was ist was.

Hast Du schon einmal aus nur aus rechtlichen Gründen ein Sample oder ähnliches nicht verwendet und warum?

Ich habe bisher nur bei kommerziellen produktionen, z.B. für Werbe-Jingles, auf die Verwendung von Samples verzichten müssen. Bei meinen bzw. unseren Eigenproduktionen ist das eigentlich hinfällig, wir bewegen uns fern ab von kommerzieller Nutzung, dafür reichen die verkauften Stückzahlen nicht aus.

Wurdest Du schon einmal abgemahnt oder hattest rechtliche Probleme wegen Deiner künstlerischen Tätigkeit? Und sonst?

Wir wurden nur ein einziges Mal gemahnt, und das ausgerrechnet in Österreich. Wir hatten für eine Remixproduktion ein altes Schrammel-Sample in einem gescratchten Refrain verwendet und hatten deswegen dann auch kurz Probleme. Die ganze Sache war dann aber recht einfach erledigt. Auf YouTube hatte ich erst kürzlich einige Probleme mit Copyright-Verletzungen. Lustigerweise waren es aber immer meine eigenen Werke, deren kompletten Rechte (auch mechanische etc) ich sogar besaß, wegen denen die alten, damals noch rechteinhabenden Labels Stress machten. Auch hier war alles schnell bereinigt.

Was hältst Du von der Idee, ein vergütetes Recht auf Remix einzuführen?

Fände ich gut, wir leben nun mal in einem Zeitalter, wo Remixen einen wesentlichen Teil des elektronischen Musikmarkts ausmacht, da können gerne auch die Tantiemen etwas besser und fairer aufgeteilt werden. Früher wurden Remixes meist pauschal abgegolten, was mittlerweile in vielen Sparten aufgrund von Kleinst-Stückzahlen bzw. generell niedrigen Gewinnmargen einfach nicht mehr möglich ist.

Avatar_03Zum Abschluss, was ist Dein persönlicher Lieblingsremix?

Da gibt es leider einige. Auf Anhieb fallen mir da ältere Remixarbeiten von 4 hero ein. Aphex Twin wäre auch noch zu nennen. Ach da gibt es viel zu viele. Generell waren die Briten immer ganz vorn dabei, wenn es darum ging, Musik zu remixen, in ein neues Gewand zu stecken und währenddessen vielleicht sogar eine neue Musikrichtung zu erfinden. In punkto klassichem Sampling (auch wenn das nur einen möglichen teil des Remixens darstellt) gehören sicherlich DJ Premiers und DJ Shadows Arbeitsweisen zu meinen wichtigeren Einflüssen.

Das ist ein Crosspost vom Blog der Initiative ‘Recht auf Remix‘, die in einer Petition um  Unterstützung samt Link zum persönlichen Lieblingsremix bittet. Unter allen Nominierten wird ein Remix.Award verliehen.

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February 16 2012

Teil 4: Everything is a Remix

Kirby Ferguson hat den vierten und letzten Teil seiner Serie “Everything is a Remix” veröffentlicht – und wird dabei grundsätzlich. Das Zusammenspiel von “Copy – Transform – Combine” macht für ihn den Kern von sozialer Evolution aus.

Hier finden sich Teil 1, Teil 2 und Teil 3 der Serie, die in ihrer Gesamtheit vor allem die Notwendigkeit eines Rechts auf Remix auch im europäischen Urheberrecht deutlich macht.

October 13 2011

Joachim Herrmann erklärt den Trojanereinsatz

Die Grünen haben Monty Python remixt, um dem bayrischen Innenminister das mit dem Staatstrojaner erklären zu lassen:

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October 05 2011

Everything Is A Remix: THE MATRIX

Everything Is A Remix: THE MATRIX” ist ein grandioser Zusammenschnitt aus Matrix-Szenen mit den Originalvorlagen aus anderen Filmen, der wiederum aufzeigt, dass The Matrix nicht nur eine grandiose Film-Triologie, sondern auch ein famoser Remix ist.

Rob G. Wilson made this video examining the origins of The Matrix. It was written by Cynthia Closkey and most of the comparisons were crowdsourced by Everything is a Remix fans.

Everything Is A Remix: THE MATRIX from robgwilson.com on Vimeo.

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September 01 2011

(Buch:) Mashup: Lob der Kopie

Mashup: Lob der Kopie (Partnerlink) ist ein neues Buch von Dirk von Gehlen, das im Suhrkamp-Verlag erschienen ist.

Dirk von Gehlen ist Redaktionsleiter von Jetzt.de und schreibt seit einigen Jahren über Urheberrecht und digitale Kultur, oftmals auch direkt für die Süddeutsche Zeitung. Seit längerem wusste ich von dem geplanten Buch, aber so ein analoges Print-Projekt dauert ja ganz schön lange. Irgendwann, vor gefühlt einigen Jahren, hatte mich Dirk von Gehlen auch zum Thema Creative Commons für das Buch interviewt.

Das Buch kam dann letzte Woche endlich an. Ich hab es weitgehend durchgelesen und bin begeistert. Weitgehend vor allem deswegen, weil Unmengen Fussnoten dabei sind und man das Buch eigentlich nochmal über durchlesen könnte, indem man nur die Fussnoten beachtet. Begeistert davon, noch viel (vor allem Theorie) beim Lesen gelernt zu haben, obwohl ich schon recht tief mit der Materie vertraut bin. Und vor allem: Das Buch ist ein lesenswertes Plädoyer für den Erhalt und Ausbau einer Remix-Kultur in Zeiten einer zunehmenden Urheberrechtsverschärfung, in der diese kulturelle Praxis kriminalisiert und technologisch erschwert wird.

Lesenswert ist vor allem die riesige Sammlung an Zitaten und Fundstücken rund um Mashups, Kopieren und die kulturelle Praxis dahinter. Eigentlich müsste man daraus eine Zitat-Datenbank machen, um in der politischen Debatte immer wieder darauf zurückgreifen zu können.

Schade ist, dass das Format der Suhrkamp-Taschenbücher so klein ist, dass man den Inhalt nicht schneller lesen kann, weil ständig ein Zeilenwechsel ansteht. Dafür passt so ein Buch in die Hosentasche.

Aus der Verlagsbeschreibung:

Weil sie Passagen aus Blogs in ihr Buch einbaute, löste Helene Hegemann eine Kontroverse aus. Als Danger Mouse ein Album veröffentlichte, auf dem er Songs der Beatles mit denen Jay Z’s vermischte (engl. to mash), wurde er als Kämpfer gegen die Kreativindustrie gefeiert. Die Debatten um das Urheberrecht und neue Formen wie Mashups sind äußerst unübersichtlich. Fest steht: Das Kopieren hat im Online-Zeitalter seine Unschuld verloren. In dieser Kulturgeschichte der Kopie bringt Dirk von Gehlen Ordnung in die Diskussion und Varianten zur sich verflüssigenden Unterscheidung von Original und Kopie ins Spiel.

“Mashup: Lob der Kopie” ist als Taschenbuch in der “edition suhrkamp” erschienen, kostet 15 Euro und sollte in jedem Buchladen erhältlich sein. Die ersten 20 Seiten gibt es hier als Leseprobe (PDF).

Transparenz: Im Jahre 2006 hab ich mal von Jetzt.de über mehrere Monate Geld im Rahmen eines Blogstipendiums erhalten.

August 03 2011

Mit Sicherheit bald aus Mode: C wie Kauder

Laut dem Feedback in verschiedenen sozialen Medien scheint das hier der (vorläufige) Gewinner der Remix-Mode-Kauder-Aktion geworden zu sein. Das Motiv wurde von “Ein Schuh für Schäuble” erschaffen:

Toppt das noch jemand? Wenn nicht, herzlichen Glückwunsch!

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August 02 2011

Remix: Freiheitsrechte sind Mode (Update)

Es gibt ein paar kreative Auseinandersetzungen mit dem Zitat des Tages, das der CDU-Politiker Siegfried Kauder gestern Abend im ZDF Heute-Journal gesagt hat:

“Es ist Mode geworden, die Freiheitsrechte des Bürgers in den Vordergrund zu stellen.”

Dieser Beitrag stammt von @metronaut:

Und das kommt von @biesi4ever:

Und nochmal metronaut.de:

Dieser kommt von hipsterkauder:

Das kommt von @promovator

Und nochmal @promovator:

Das ist von “Ein Schuh für Schäuble” gefunden worden:

Und hier von ntropie:

Du hast Zeit und Lust, Dich mit einem eigenen kreativen Beitrag zu beteiligen? Dann verlink den Beitrag in den Kommentaren und/oder nutz auf Twitte den Hashtag “modegeworden.

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June 21 2011

Teil 3: Everything is a Remix

Kirby Ferguson hat den dritten Teil seiner vierteiligen Serie “Everything is a Remix” veröffentlicht. Wieder sehr sehenswert!

Creativity isn’t magic. Part three of this four-part series explores how innovations truly happen.

Everything is a Remix Part 3 from Kirby Ferguson on Vimeo.

Hier sind Teil 1 und Teil 2.

Wir brauchen auch in unserem Urheberrecht ein Recht auf Remix!

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