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August 06 2013

CSU-Poltiker Geis fordert “Porno-Filter” auch für Deutschland

Es war wohl nur eine Frage der Zeit. Nachdem David Cameron vor rund zwei Wochen den “Porno-Filter” für Großbritannien ankündigte, hat die Idee bereits erste Nachahmer gefunden – nun auch in Deutschland. Der CSU-Poltiker Norbert Geis (74) foderte in der Bild, dass der Zugang zu Online-Pornografie in Deutschland stark eingeschränkt werden müsse.

Kinder und Jugendliche müssen vor der Pornografie im Internet besser geschützt werden. Dafür brauchen wir jetzt dringend spezielle Filter und verbindliche Altersbeschränkungen, sodass man sich für die Nutzung von pornografischen Inhalten im Netz persönlich anmelden muss.

Genau wie David Cameron versucht Geis seinen Vorstoß mit einem besseren Schutz der Jugend zu begründen. Nach Informationen von Golem distanziert sich die Pressestelle der CSU jedoch bereits von den Aussagen von Herrn Geis:

Ich gehe davon aus, dass die Zitate so stimmen, das lief nicht über die Pressestelle der Landesgruppe, das ist über Herrn Geis direkt gelaufen. Er ist eher ein Rechtspolitiker. Es ist ein Vorschlag von Cameron, ich nehme an, die Bild-Zeitung hat sich gedacht, wer sagt uns etwas dazu, und dann hat sich Herr Geis angeboten.


Was vom Einsatz jeglicher Filtertechnologien im Internet zu halten ist, zeigte sich bereits eine Woche nach Bekanntwerden der britische Pläne. Damals deckte die Open Rights Group auf, dass es bereits Pläne gibt, den “Porno-Filter” auch auf andere Inhalte im Internet auszuweiten, darunter Esoterik, Alkohol, Rauchen und Web-Foren.

Das der Zugang zu Pornografie durch das Internet erleichtert wird und so auch Jugendliche bereits früh mit Pornografie in Kontakt kommen können, ist sicherlich ein Fakt. Eine Zensur des Internets ist aber sicherlich nicht der Weg, dieses Problem zu lösen. Cindy Gallop beispielsweise möchte mir ihrer Webseite MakeLoveNotPorn.com (sie stellte das Projekt auch auf der re:publica 2012 vor) sensibilisieren und aufzeigen, dass Pornos kein “real world sex” sind. Sie möchte dafür sorgen, dass wieder über Sex geredet wird und so auch Jugendlichen ein anderen Verständnis für Pornografie und Sex geben, wie sie der Huffington Post sagte:

My entire message with MakeLoveNotPorn boils down to one thing: talk about it. Talk about sex. Talk about it generally, openly, publicly, but also personally, intimately.

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July 24 2013

Verschlüsselung: Lücken bei der Übertragung von E-Mails

Beim Versenden einer E-Mail sollte man darauf achten, dass der Versand über eine verschlüsselte Verbindung erfolgt. Insbesondere in einem offenen WLAN hat sonst jeder weitere Nutzer des WLANs die Möglichkeit, den Inhalt der Nachricht zu lesen. Um das zu verhindern, sollte man die verschlüsselten Protokolle TLS oder SSL nutzen, um die E-Mail an den Server des Providers zu schicken. Wie Michael Kliewe nun aber herausgefunden hat und auf Golem berichtet, wird die Nachricht unter Umständen im weiteren Verlauf seines Weges dennoch unverschlüsselt zwischen den Servern der E-Mailprovider gesendet.

Beim Einsatz von TLS oder SSL wird die gesamte Verbindung, also die gesamte E-Mail, verschlüsselt an den Server des Mailanbieters geschickt. Die Verschlüsselung wird dort aufgehoben und die Nachricht wird per SMTP an den Zielserver weiter geschickt. Wie Michael Kliewe nun in einem Test heraus fand, verzichten allerdings eine Reihe von E-Mailanbieter auf eine Verschlüsselung der Verbindung untereinander.

Denn nur wenn beide beteiligten Mailserver TLS unterstützen und dies mittels StartTLS beim Verbindungsaufbau signalisieren, wird auf eine verschlüsselte Verbindung umgeschwenkt. Andernfalls werden E-Mails ohne TLS von einem Mailserver zum anderen weitergereicht.


Bei einem Test von 15, sowohl internationalen wie deutschen, E-Mailanbietern war bei rund der Hälfte keine verschlüsselte Verbindung untereinander möglich.

verschluesselung_mail

Die Untersuchung der Anbieter fand mit dem Online-Tool Check-TLS vorgenommen. Das Tool steht jedermann offen, sodass auch noch weitere Anbieter einer Untersuchung unterzogen werden können. Das Ergebnis zeigt, dass ein Großteil der E-Mailanbieter keine Verschlüsselung der Verbindung per TLS unterstützt. Das Problem daran ist, dass Verbindungen nur verschlüsselt werden können, wenn beide Teilnehmer TLS unterstützen. Wer also von einem Anbieter mit möglicher Verschlüsselung wie Freenet eine Nachricht einen Anbieter ohne Verschlüsselung sendet, kann davon ausgehen, dass seine Mail zwischen den Anbietern unverschlüsselt übertragen wird. Kliewe sagt treffend, dass dieses Problem zwar schon länger bekannt sei, im Zuge der weltweiten Abhöraktionen des Internetverkehrs aber eine neue Betrachtung verdiene.

Egal ob ein Server nun TLS unterstützt oder nicht, es wird nur die Verbindung verschlüsselt, nicht die Nachricht an sich. In jedem Fall wird diese Verbindung auf dem Server entschlüsselt und der Inhalt der E-Mail wird lesbar. Um sicherzustellen, dass wirklich nur der Empfänger den Inhalt der Nachricht lesen kann, muss die Nachricht mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wie PGP gesichert werden. In diesem Fall ist der Inhalt einer E-Mail auch dann nicht lesbar, wenn die Verbindung, auf der die Nachricht übertragen wird, unverschlüsselt ist. Das Nutzen unverschlüsselter Verbindung ist dennoch nicht ratsam.

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July 22 2013

UK: Regierung kündigt Pornofilter im Internet zum Schutz der Jugend an

Vor einem Monat berichteten wir bereits über einen geplanten Filter für pornographische Inhalte im Internet, welcher in Großbritannien durch die jeweiligen Internetprovider umgesetzt werden soll. Diese Pläne sind nun so weit fortgeschritten, dass David Cameron heute vor die Presse treten wird und den Filter vorstellen, wie der Guardian berichtet.

An den Fakten scheint sich seit Mitte Juni nichts mehr getan zu haben. Eingeführt werden soll der Filter für alle britischen Internetnutzer bis Ende nächsten Jahres – für Neukunden bereits zum Ende diesen Jahres. Der entscheidende Punkt ist, dass der Filter als Standard aktiv ist und nur durch explizites Eingreifen des Kunden deaktiviert werde kann, wie David Cameron noch einmal bestätigt:

By the end of this year, when someone sets up a new broadband account the settings to install family-friendly filters will be automatically selected. If you just click ‘next’ or ‘enter’, then the filters are automatically on.


Wieso man die Entscheidung nicht vollständig an den Kunden abgibt, indem man ihn aktiv mit ja oder nein über einen solchen Filter entscheiden lässt, ist völlig unklar. Das jetzige Vorgehen wird jedoch dazu führen, dass der Filter einerseits bei einem Großteil der Kunden alleine durch technische Unwissenheit aktiviert wird und andererseits Vielzahl Kunden den Filter alleine aus Scham nicht deaktivieren. Die “Open Rights Group” kritisiert das Vorhaben der Regierungen und Internetprovider aber auch, da sie durch einen Filter für pornographische Inhalte, Kollateralschäden in anderen Bereichen fürchten:

It would mean accepting that the collatoral damage from filtering would apply to many people entirely pointlessly. This won’t just be pornography: it will be likely to include alcohol, gambling, web forums, and supposedly extreme political views.

Cameron begründet den Einsatz solcher Filter mit dem Schutz der Jugend. Aus diesem Grund soll auch nur der Anschlussinhaber – also ein Erwachsener – die Filterfunktion deaktivieren können.

Once those filters are installed, it should not be the case that technically literate children can just flick the filters off at the click of a mouse without anyone knowing. So we have agreed with industry that those filters can only be changed by the account holder, who has to be an adult. So an adult has to be engaged in the decisions.

Cameron scheint überhaupt nicht in den Sinn zu kommen, dass Jugendliche sehr schnell Wege finden werden, solche Filter zu umgehen. Wenn nicht zuletzt über Freunde oder Bekannte bei denen der Filter deaktiviert ist. Doch auch Technologien wie VPN oder der Zugang zum Internet mit Hilfe von Proxy-Server kann laut der “Open Rights Group” genutzt werden um den Filter zu umgehen. Ebenso scheint der Einsatz von verschlüsselten Verbindungen die Funktion der Filter bereits zu überfordern:

Additionally, SSL may defeat many network filters, if they do not also include a specified DNS. A child who can type “s” or is able to alter network settings can easily bypass filters these ways.

Insgesamt ist es also mehr als fraglich, wie groß der Nutzen eines Filter für pornographische Inhalte zum Schutz der Jugend tatsächlich ist. Gleichzeitig macht sich die britische Regierung, in selbem Maße wie die Provider, einer Verletzung der Netzneutralität und der Zensur schuldig. Denn nichts anderen ist die Filterung von Inhalten im Internet.

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May 14 2013

Internet-Zensur: mehrere griechische Torrent-Seiten vor Sperrung

Nach der Sperrung von 27 Filesharing-Seiten in Italien durch die Provider und der Sperrung mehrerer Filesharing-Portale in Großbritannien, ist nun anscheinend Griechenland an der Reihe.

Wie TorrentFreak berichtet hat die Greek Society for the Protection of Intellectual Property (AEPI) die Sperrung von 10 Filesharing-Seiten vor Gericht beantragt. Zu den zu sperrenden Seiten gehören unter anderem bekannte Portale wie KickAssTorrents, isoHunt oder 1337x, sowie eine Reihe weiterer lokaler Seiten.

Am 30. April reichte die AEPI TorrentFreak zufolge eine einstweilige Verfügung gegen mehrere Provider ein, darunter Vodafone und den italienischen Netzbetreiber WIND. Während die AEPI auf eine sofortige Sperrung der Seiten drängt, argumentieren die Provider, dass die zu sperrenden Seiten bereits seit mehreren Jahren frei zugänglich seien und deshalb die Dringlichkeit einer Sperrung nicht ersichtlich sei.

Die griechische Nachrichtenseite ADSLGR sagte gegenüber TorrentFreak:

“The option to block access to sites raises serious questions on the issue of the protection of Net Neutrality. The decision is expected within the next few days and will take effect until there is a ruling about the injunction measures asked by AEPI. Even if there is no concept of ‘legal precedent’ in the Greek Law System, it is believed that a ruling favoring AEPI may influence future cases in Greece.”

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