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January 06 2012

Neues von OpenStreetMap und OpenSignalMaps

Pascal Neis, Dennis Zielstra und Alexander Zipf von der Universität Heidelberg haben in einer Studie, die im Future Internet-Journal veröffentlicht wurde, das Potenzial von OpenStreetMap untersucht und das Kartenwerk in Deutschland mit einem proprietären Anbieter (TomTom Multinet 2011) verglichen. Sie kommen dabei zu ähnlichen Ergebnissen, wie vor Jahren mehrere Vergleichsstudien zwischen Wikipedia und verschiedenen herkömmlichen Lexika (vgl. 1, 2): Das Nutzer-generierte, offene und freie Projekt kann sich mit dem Kommerziellen durchaus messen und ist ihm in einigen Belangen bereits überlegen. Neben der Stärke bei Fußgänger-, Forst- und Feldwegen, bei denen OpenStreetMap schon heute ein deutlich umfangreicheres Netz umfasst, holt das Projekt auch beim Verkehrsnetz auf. Wenig überraschend ist dabei, dass die Erfassung des Straßennetzes durch OpenStreetMap mit der Bevölkerungsdichte in einer Region korreliert.

In den Niederlanden kann sich die OpenStreetMap-Community unterdessen über eingehaltene Versprechungen der Regierung freuen: Wie im Oktober letzten Jahres angekündigt, werden dort seit kurzem umfangreiche Geodaten kostenlos zur Verfügung gestellt, für die zuvor Gebühren von bis zu 50.000€ angefallen waren. Die Daten stehen unter der freien CC-BY 3.0-Lizenz. Laut webwereld.nl wurde ein 5 Gigabyte großer Datensatz zwei Tage nach Beantragung einem Mitglied der Community übermittelt. Die Niederlande zeigen damit erneut, dass sie beim Thema Open-Data ernst machen: Vor kurzem setzte sich die Regierung vor Gericht gegen Falkplan durch, nachdem das Unternehmen die Veröffentlichung der staatlichen Straßendaten verhindern wollte.

Ein Anwendungsbeispiel für offene Karten hat die FAZ gerade vorgestellt: opensignalmaps.com ist ein Projekt zur Erfassung von Sendemasten, Mobilfunk-Netzstärke und WiFi-Signalen. Das Ganze gibt es als Android-App, erfasst werden die Daten global. Wie in der Studie zu OpenStreetMap gezeigt, dürfte die Karte allerdings nicht ausschließlich die Funkversorgung, sondern zum Teil auch die Bevölkerungsdichte bzw. Nutzungsdichte der App anzeigen. Wie immer bei nutzergeneriertem Content gilt: Je mehr mitmachen, desto besser.

Nachtrag: Wie in den Kommentaren zu Recht angemerkt, ist opensignalmaps zum einen nicht besonders offen und nutzt zum anderen Google-Karten.

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Schweinderl