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August 14 2013

Google: “Nutzer von Gmail können keine Privatsphäre erwarten”

In einer Stellungnahme zu einem laufenden Gerichtsverfahren haben Anwälte von Google erklärt, dass Nutzer die Emails an Googles Mailservice Gmail schicken, keine Privatsphäre zu erwarten hätten. Das berichtet Consumerwatchdog, denen die Stellungnahme von Google vorliegt.

Oft wurde an dieser Stelle in den letzten Wochen über verschiedene Emailanbieter und Möglichkeit zur sicheren Kommunikation berichtet. Dabei wurde immer davor gewarnt einen Dienst der großen amerikanischen Konzerne wie Google, Yahoo oder Microsoft zu nutzen, wenn man seine Privatsphäre schützen möchte. Doch nun liefert sogar Google selbst die Aussage, dass Nutzer von Gmail keine Privatsphäre zu erwarten hätten:

Just as a sender of a letter to a business colleague cannot be surprised that the recipient’s assistant opens the letter, people who use web-based email today cannot be surprised if their emails are processed by the recipient’s [email provider] in the course of delivery. Indeed, ‘a person has no legitimate expectation of privacy in information he voluntarily turns over to third parties.


Abschließend gibt Google zusätzlich an, dass eine Einschränkung in der Verarbeitung der Daten, zu einer Kriminalisierung von Spamfiltern und Suchen führen könne und die Klage deshalb abgewiesen werden müsse:

Last, Plaintiffs’ claims should be rejected because they would lead to anomalous results with far-ranging consequences beyond the allegations in the Complaint. Plaintiffs’ theory–that any scanning of email content by ECS providers is illegal–would effectively criminalize routine practices that are an everyday aspect of using email. Indeed, Plaintiffs’ effort to carve out spam filtering and virus detection from their claims underscores the fact that their theory of liability would otherwise encompass these common services that email users depend on.

Diese Aussagen tätigten Googles Anwälte in einem Prozess in dem sich Google einer Sammelklage gegenübersieht. Die Kläger beschuldigen Google, die Privatsphäre seiner Nutzer zu schädigen, indem der Inhalt von Email zur Schaltung von personalisierter Werbung untersucht werde. Die Kläger fordern Google auf darzulegen, welche Informationen von Emails hierzu genutzt werden. Eine stark zensierte Fassung der Klage ist hier einsehbar.

Für John M. Simpson, Projektdirektor bei Consumerwatchdog, ist die Sache damit klar: Wer seine Privatsphäre schützen möchte, darf Gmail nicht nutzen.

Google has finally admitted they don’t respect privacy,[...]. People should take them at their word; if you care about your email correspondents’ privacy don’t use Gmail.

Dieser Aussage schließen wir uns an.

Update: Wie Sebastian Jabbusch in den Kommentaren richtig anmerkte, hat Consumerwatchdog in der Vergangenheit bereits mehrfach Kampagnen gegen Google gestartet. Unter anderem soll Microsoft Consumerwatchdog für einige dieser Kampagnen bezahlt haben.

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August 05 2013

Mailpile: Crowdfunding Kampagne für sicheren Webmail-Client gestartet

mailpile-logoSeit den Veröffentlichungen rund um die Spionagetätigkeiten der NSA, des GCHQ und auch des BND ist das Thema der sicheren Kommunikation im Internet populär wie kaum zuvor. Das meist genutzte Kommunikationsmittel, privat wie auch beruflich, ist dabei die E-Mail. Viele Menschen greifen dabei auf einen der großen Mailanbieter, wie Google, Microsoft oder GMX, zurück. Das Problem daran ist, dass die verschickten und empfangenen Nachrichten auf den Servern jener Konzerne liegen, teilweise gar in den USA, was den Zugriff amerikanischer Behörden auf die eigene Kommunikation erleichtert. Um wieder die Kontrolle über seine eigenen Mails zu erlangen, wurde nun das Projekt Mailpile gestartet. Ziel ist es, einen freien und offenen Webmail-Client zu entwickeln, der auf dem eigenen Computer oder Server läuft und mit dem ohne Zusätze per OpenPGP verschlüsselt kommuniziert werden kann.
 

Mailpile_0_1_Interface_Compose

Erster Entwurf des Interfaces von Mailpile



Vorangetrieben wird das Projekt von Bjarni Einarsson, Gewinner des Nordic Free Software 2010, Smári McCarthy, Direktor des International Modern Media Institute und Mitglied der isländischen Piratenpartei, sowie Brennan Novak. Damit Mailpile ein Erfolg wird und möglichst schnell fertig gestellt werden kann, benötigen die Entwickler allerdings finanzielle Unterstützung. Aus diesem Grund wurde nun eine Crowdfunding Kampagne auf Indiegogo gestartet. Ziel ist es bis zum 10. September 100.000 Euro einzunehmen, um bis zum Januar 2014 eine erste funktionsfähige Alpha-Version veröffentlichen zu können. Diese soll sowohl auf einem Server sowie auf dem eigenen Rechner laufen können und ein intuitives Interface bieten. Großes Augenmerk wird darüber hinaus in die Suchfunktion und die integrierten Verschlüsselungsmöglichkeiten von Mailpile gelegt. So sollen beispielsweise nicht nur die Mails an sich, sondern auch die Suchanfragen und die Einstellungen verschlüsselt werden können.

Sollten mehr als 100.000 Euro eingenommen werden, soll nach Aussagen der Entwickler auch eine Mehrbenutzerversion für Familien, Freunde oder kleine Unternehmen entwickelt werden. Auch eine eingebaute Unterstützung von XMPP (Jabber) soll folgen. Die Veröffentlichung einer ersten stabilen Version ist nach jetzigem Stand für den Sommer 2014 geplant. Ausführliche Informationen zu Mailpile findet ihr auf der Homepage des Projekts sowie direkt auf der Kampagnenseite bei Indiegogo. Wer sich den Quellcode ein wenig genauer ansehen möchte, findet diesen auf github.

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July 26 2013

Euro-Hawk: NSA hat die Kontrolle über Funkschlüssel zur Kommunikation mit der Drohne

eurohawkGestern berichteten wir über einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, in dem berichtet wurde, dass die NSA an der Konstruktion der Aufklärungsdrohne Euro-Hawk der deutschen Bundeswehr beteiligt war und Komponenten für die Drohne lieferte. Wie nun heise berichtet, handelt es sich bei den gelieferten Komponenten um die Sende- und Empfangsanlage, mit der das Bodenpersonal mit der Drohne kommuniziert.

Demnach werden beim Start, der Landung und beim Streckenflug der Drohne Kryptoschlüssel benötigt, um mit der Drohne kommunizieren zu können. Diese Schlüssel werden vom Operator am Boden an die Drohne gesendet und von dieser in der Luft bestätigt. Wie heise nun berichtet, werden diese Schlüssel von der NSA generiert. Doch nicht nur die Kryptoschlüssel stammen von der NSA, auch die gesamte Sende- und Empfangsanlage zur Kommunikation stammt von der NSA. Die Begründung dafür:

So soll beim Euro Hawk wie bei den Global Hawks sichergestellt werden, dass die Drohnen nicht von Terroristen gekapert werden können.


In einer Sprechererklärung des Bundesverteidigungsministeriums heißt es, dass, zusätzlich zum Entwicklungsvertrag, “ergänzende „Foreign Military Sales“ (FMS)-Verträge mit der US Air Force und der National Security Agency geschlossen” wurden.

Als Lieferumfang wurden selektive Einzelkomponenten der Trägerplattform (z.B. Kommunikations-/Kryptogeräte) und selektive Unterstützungsleistungen, wie Beistellung von Erprobungseinrichtungen und -personal, vereinbart.

Ob noch weitere Komponenten des Euro-Hawk von der NSA stammen ist nicht klar. Sicher ist aber alleine durch diese Enthüllungen, dass die NSA zu jedem Zeitpunkt weiß, wann und wo sich die Drohne aufhält.

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August 15 2012

Wie kommunizieren wir in 20 Jahren?

Der Deutschlandfunk Hintergrund berichtete heute über “Sommer 2032 – Dialog mit der Zukunft: Kommunikation“.

Vom Frühstück bis zum Sonnenuntergang, nonstop mit Hightechgeräten vor der Nase: Der Mensch wird in 20 Jahren pausenlos online sein – und kommunizieren. Wie aber verändert sich unser Leben dadurch und wovon können wir profitieren?

Hier ist die MP3.

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