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June 22 2011

FSFE zu AVM gegen Cybits: Ein kleiner Computer ist dennoch ein Computer

Gestern fand in Berlin eine gerichtliche Anhörung zu einem Fall statt, der zu einem bedeutenden Präzedenzfall für die Embedded-Industrie werden könnte (wir berichteten). In dem Rechtsstreit zwischen AVM und Cybits versucht AVM, die Position durchzusetzen, dass andere nicht das Recht haben, Freie Software auf von AVM gekauften Geräten, wie der weit verbreiteten Fritz!Box, zu verändern. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht der Linuxkernel, der unter der GNU GPL vertrieben wird. Diese Lizenz garantiert den Benutzern genau diese Freiheit. Die Free Software Foundation Europe (für dich ich arbeite) hat heute zusammen mit gpl-violations.org einen detaillierten Bericht über die Anhörung veröffentlicht.

Nach Meinung der FSFE haben Anwender das Recht, selbst zu entscheiden, welche Software auf ihren Computern läuft. Wenn AVM oder irgendeine andere Firma sich nicht an die GNU General Public License halten möchte, dann sollten sie keine GPL-lizenzierte Software verwenden.

„AVM will seine monopolistische Macht über diese Geräte behalten und weiter ausbauen, sogar nachdem sie bereits verkauft worden sind. Dies widerspricht nicht nur der GNU General Public License des Linuxkernels, sondern ist auch wettbewerbsfeindlich.” (Harald Welte, Mitarbeiter am Linuxkernel und Gründer des gpl-violations.org-Projekts)

Das Gericht hat während der gestrigen Anhörung keine Entscheidung getroffen. Die Teilnehmer dürfen weitere schriftliche Ausführungen einreichen. Das Gericht kann dann entweder direkt entscheiden, oder in eine Beweisaufnahme eintreten. Die FSFE und gpl-violations.org werden den Fall weiter beobachten, um die Freiheit von Softwareanwendern zu verteidigen.

Neben dem FSFE-Bericht über die gerichtliche Anhörung gibt es noch einen guten Blogeintrag von Harald Welte.

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June 20 2011

Dradio Interview: AVM verletzt die Lizenz des Linuxkernels

Morgen findet am Landgericht Berlin die Anhörung zu einem Rechtsstreit statt, der weitreichende Konsequenzen über die Zukunft der Entwicklung und des Vertriebs von Software haben könnte. In diesem Verfahren stehen sich gegenüber, der Vertreiber von DSL-Routern AVM Computersysteme Vertriebs GmbH (AVM) und die Cybits AG (Cybits), ein Hersteller von Filterungssoftware für Kinder. Beide Firmen benutzen den Linuxkernel, der unter der GNU General Public License Version 2 (GNU GPL) steht, die jedermann das Recht gibt, die Software zu verwenden, zu verstehen, zu verteilen und zu verbessern. Der Fall wurde von AVM mit dem Ziel vor Gericht gebracht, Cybits davon abzuhalten jeglicher Teile der Firmware zu ändern, die in den Routern von AVM Verwendung findet einschließlich des Linuxkernels. Die Free Software Foundation Europe (FSFE) und gpl-violations.org sehen AVMs Vorgehen als breiten Angriff auf die Prinzipien Freier Software und damit auf tausende von Menschen und Unternehmen, die Freie Software entwickeln, verbessern und verbreiten.

Harald Welte, Gründer von gpl-violations.org, der das Urheberrecht an mehreren Teilen des Linuxkernels hält, dazu:

“Ich habe mich entschieden, meinen Beitrag zum Linuxkernel unter die GNU GPL zu stellen und andere von meiner Arbeit profitieren zu lassen. Es freut mich, wenn Firmen viel Geld mit Software verdienen, die von mir und tausenden anderen geschrieben wurde. Im Gegenzug erwarte ich aber von ihnen, dass sie, wenn sie meine Software weiterverteilen, anderen die selben Rechte geben, die ich ihnen eingeräumt habe.”

Till Jaeger, von JBB Rechtsanwälte, der Harald Welte in dem Fall vertritt:

“Ironischerweise verletzt AVM selbst die Lizenzbestimmungen, indem sie andere daran hindern, die von der GNU GPL gewährten Rechte wahrzunehmen. Sie haben daher kein Recht mehr, die Software zu verbreiten”

Ich wurde heute morgen von Dradio Wissen zu der GNU GPL Verletzung von AVM interviewt (Audio).

Ausführliche Informationen dazu findet ihr in der gemeinsamen Pressemitteilung von gpl-violations.org und der FSFE sowie der auf der Zusammenfassung des bisherigen Falls.

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