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August 15 2013

Coding Freedom von Gabriella Coleman nun als PDF

cole Gabriella Coleman hat ihr ausgezeichnetes Buch Coding Freedom – The Ethics and Aestetics of Hacking nun als PDF und ePub unter der Creative Commons (CC BY-NC-ND 2.5) Lizenz veröffentlicht. Coleman ist Anthropologin an der kanadischen McGill University und beschäftigt sich vor allem mit Hacker-Kultur, Anonymous und Digitalem Aktivismus. So ergründet sie in ihrem neusten Buch moralisches Selbstverständnis und Charakteristika der Hacker-Kultur – wobei ihr Ausgangspunkt und Fokus auf freier / offener Software-Entwicklung liegt. Auf für den Leser sehr angenehme Art und Weise verbindet Coleman hier Theorie mit eigener Feldforschung. Gespickt mit Referenzen und Anekdoten, Gesprächen und Reflexionen über ihre eigene Tätigkeit nimmt sie den geneigten Leser auf ihre Entdeckungsreise mit. Wer Motivation, Unterschiedlichkeiten, Ideologie und Selbstverständnis von Hackern besser verstehen möchte, sollte unbedingt Coding Freedom lesen.

This ethnography is centrally concerned with how hackers have built a dense ethical and technical practice that sustains their productive freedom, and in so doing, how they extend as well as reformulate key liberal ideals such as access, free speech, transparency, equal opportunity, publicity, and meritocracy.

Vielleicht eine der größten Stärken des Buchs und Colemans Forschung ist die Vielschichtigkeit und Differenziertheit mit der sie Hacker und Hacking betrachtet und gerade nicht alle über einen Kamm schert, nur weil alle vor Computern sitzen. Coding Freedom zeigt vor allem die Unterschiede auf, die bestehen.

Therefore, once we confront hacking in anthropological and historical terms, some similarities melt into a sea of differences. Some of these distinctions are subtle, while others are profound enough to warrant what I, along with Alex Golub, have elsewhere called genres of hacking… F/OSS [free and open source software] hackers, say, tend to uphold political structures of transparency when collaborating. In contrast, the hacker underground, a more subversive variant of hacking, is more opaque in its modes of social organization (Thomas 2003). Indeed, these hackers have made secrecy and spectacle into something of a high art form.

Gabriella Coleman ist sicherlich eine der Forscherinnen die die Hacker-Kultur zur Zeit am besten begreifen und dadurch wiederum aufdecken und anderen Personenkreisen verständlich machen kann. Wie auch bei anderen Ethnographen merkt man bei ihr, dass sie manchmal etwas zu positiv oder wohlwollend gegenüber den Phänomenen, die sie untersucht, eingestellt ist. Dadurch erhalten negative Aspekte nicht immer denselben Raum, wie positive Beispiele – was allerdings nichts an ihrer kritisch-analytischen Herangehensweise ändert. Selbst wenn man nach den rund 200 Seiten nicht mit ihr einer Meinung ist, hat man immer noch über 20 Seiten Literaturverzeichnis, um die Recherche fortzusetzen. ;)

Wer lieber zuhört, als liest, findet Gabriella Coleman auch in unserem Podcast, in dem sie über Anonymous und ihre Arbeit redet. Außerdem ist sie auch im Netzpolitik Jahrbuch von 2012 zu finden (“Anonymous: Leuchtfeuer der digitalen Freiheit”).

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

flattr this!

February 15 2012

Verlag verschenkt eBook – und wird abgemahnt

Wieviel ist ein eBook eigentlich wert? Schließlich erwirbt man mit der digitalen Literatur ja keinen materiellen Gegenstand, und auch der Weiterverkauf des Buches ist meist nicht möglich. Durch ein Experiment wollte der Berliner Verlag “Berlin Story” darauf eine Antwort finden.

Als der Verlag sich deshalb entschied, sein eBook “Der Letzte macht das Licht aus…” kostenlos im Internet anzubieten und die Leser lediglich zu Spenden nach eigenem Ermessen aufforderte, hatte man eigentlich nichts Böses im Sinn. 200 Downloads in einer Woche waren ein klarer Erfolg für den kleinen Verlag, es gab keine Beschwerden. Bis ein Abmahnschreiben eines Rechtsanwaltes eintraf.

In diesem wurde der Inhaber des Verlages aufgefordert, den kostenlosen Vertrieb des Buches einzustellen, da eBooks als Buchsubstitute nicht von der Buchpreisbindung ausgenommen seien. Außerdem seien Buchhändler generell verpflichtet, den Preis eines Buches anzugeben.

Auch wenn er der Abmahnung Folge geleistet und das Buch offline genommen hat, nimmt Verlagschef Enno Lenze in seinem Blog Stellung: Er werde nie verstehen, warum ein Erstkontakt mit Interessenvertretern über einen Anwalt laufen müsse. Außerdem würden sich langfristig Flatrate-Modelle durchsetzen, auch wenn Verleger auf veralteten Geschäftsmodellen verharrten.

In Deutschland gibt es keine Revolution, weil das Betreten des Rasens verboten ist!

Angeblich liegt dem Verlagsinhaber schon ein Angebot vor, das eBook in Uruguay (ohne Buchpreisbindung) gegen Spenden zum Download anzubieten.

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Schweinderl