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November 26 2013

ZDF Frontal21 – Das Schnüffelpatent der Deutschen Telekom

ZDF Frontal21 berichtete heute über “Das Schnüffelpatent der Deutschen Telekom”. Das Video gibt es auch auf Youtube:

Die Deutsche Telekom verfügte über ein europaweites Patent zum “Abhören von ausgesuchten Nachrichtenverbindungen zu Zwecken hoheitlicher Überwachung”. Nach Ansicht von Experten ermöglicht das Patent, dass Geheimdienste Glasfaserkabel unbemerkt ausspähen können. Die Telekom hingegen behauptet, die Technik diene allein der Qualitätssicherung. Seit Jahrzehnten werden Techniken entwickelt, mit denen Nachrichtendienste den internationalen Datenverkehr belauschen können. Die Telekom-Entwicklung habe den Vorzug, dass der Leitungsbetreiber den Angriff nicht mitbekommt, erklärt der IT-Experte Hartmut Pohl gegenüber Frontal21.

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October 30 2013

Verbraucherzentrale NRW drosselt Deutsche Telekom (Update)

plakat_06Die Verbraucherzentrale NRW hatte im Mai die Deutsche Telekom aufgefordert, ihre umstrittenen DSL-Tarife mit Drosselung zurückzunehmen. Die Verbraucherschützer kritisierten eine “unangemessene Benachteiligung” und eine Verletzung der Netzneutralität. Da sich die Deutsche Telekom nicht von ihren Plänen abbringen ließ, hat die Verbraucherzentrale NRW vor dem Landgericht Köln geklagt. Das Landgericht Köln gab der Verbraucherzentrale NRW nun Recht und erklärte die Klauseln für unzulässig (Az. 26 O 211/13, nicht rechtskräftig).

Dies gilt für Call-&-Surf-Tarife mit einer maximalen Übertragungsgeschwindigkeit von 50 Mbit/s oder mehr. Für Tarife auch mit geringeren Geschwindigkeiten hat die Telekom zudem anerkannt, dass eine Drosselung auf 384 kbit/s unzulässig ist. Sollte die Entscheidung rechtskräftig werden, müsste die Telekom die Passagen aus betroffenen Flatrate-Verträgen streichen und dürfte sich auch gegenüber ihren Kunden nicht mehr auf diese berufen. Für eine Surf-Bremse bestünde dann keine wirksame Rechtsgrundlage. Auch die Bevorzugung Telekom eigener Dienste gegenüber denen der Konkurrenz wäre damit vom Tisch.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und die Deutsche Telekom wird sicher Berufung einlegen. Wir sind gespannt, wie es weiter geht und wünschen der Verbraucherzentrale NRW viel Erfolg beim weiteren Weg durch die Instanzen.

Wir brauchen eine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität!

Was aber auch klar sein sollte: Hier geht es um Marketing und Verbrauchertäuschung. Wenn die Deutsche Telekom einfach den Begriff Flatrate weglässt und durch eine andere krative Wortschöpfung ersetzt, dürfte sich nicht viel an den Drosselkom-Plänen ändern. Eine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität ist immer noch dringend notwendig und muss von der kommenden Bundesregierung endlich angegangen werden.

Update: Die Pressemitteilung des Landgericht Köln schreibt:

Mit dem Begriff „Flatrate“ verbinde der Durchschnittskunde jedenfalls bei Internetzugängen über das Festnetz einen Festpreis für eine bestimmte Surfgeschwindigkeit und rechne nicht mit Einschränkungen. Das Verhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung werde durch die Drosselung empfindlich gestört, weil etwa im Fall von VDSL-Verträgen mit besonders hoher Übertragungsgeschwindigkeit weniger als 10 % der ursprünglich vereinbarten Mindestübertragungsgeschwindigkeit zur Verfügung stünden. In Zeiten mit stetig steigendem Bedarf an einem schnellen und kontinuierlich leistungsfähigen Internet insbesondere im Hinblick auf das Streaming von Fernsehen und Filmen betreffe auch eine Drosselung auf 2 Mbit/s – so die Kammer – ein breites Publikum und nicht nur sog. „Power User“.

Die Urteilsbegründung soll in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

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July 19 2013

Deutsche Telekom verspricht uns Spotify-Deal, kann das aber nicht halten.

Anfang Juni fand im Bundeswirtschaftsministerium der vierte Fachdialog Netzneutralität statt. Ich sass seinerzeit auf einem Podium über “Die Sicht der Politik”, wo es zu einem kleinen Rededialog zwischen mir und Jan Franke, dem Leiter Regulierungsstrategie und Ökonomie der Deutschen Telekom AG, kam. Auf mein Argument, dass der Spotify-Exklusivdeal im T-Mobile-Netz meine Audio-Podcasts (und alle anderen Inhalteanbieter) diskriminieren würde, antwortete mir Franke, dass ich doch auch einen Deal mit der Deutschen Telekom abschließen könne.

Gesagt getan, das haben wir zumindest mal versucht. Wir haben die Deutsche Telekom angeschrieben, das Angebot erwähnt und darum gebeten, uns die versprochenen Preis- und Vertragsinformationen zuzuschicken, wie das genau gehen soll. Einen Monat später haben wir eine Antwort erhalten. Das geht natürlich nicht wie versprochen. Eine Überraschung, mit der niemand bei uns gerechnet hat. Schuld ist laut Deutsche Telekom die Politik und die öffentliche Debatte:

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“Die öffentliche Diskussion und die politischen Reaktionen haben jedoch deutlich gemacht, dass viele Unsicherheiten bestehen, ob und wie Managed Services zukünftig möglich sein werden. Derzeit gibt es bekanntlich sowohl auf europäischer als auch deutscher Ebene Bestrebungen, die Netzneutraliät gesetzlich oder per Verordnung festzuschreiben. Folglich befinden wir uns aktuell in einer Situation rechtlicher Unsicherheit, die es schwierig macht, konkrete Produktvorstellungen weiterzuentwickeln und umzusetzen. Haben Sie deshalb bitte Verständnis dafür, dass wir Ihnen derzeit noch keine konkreten Angebote präsentieren können.”

Die Rechtsunsicherheit hindert die Deutsche Telekom natürlich nicht daran, weiterhin den eigenen Partner Spotify bevorzugt und ausgenommen von der Volumenbegrenzung zu den eigenen Kunden auszuliefern. Das nennt man wohl diskriminierungsfrei.

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June 25 2013

Deutschland: Die Schmalband-Republik

Die Deutsche Telekom wird ab 2016 eine Drosselung in ihre Internettarife aufnehmen. Wenn man als Nutzer ein bestimmtes Datenvolumen verbraucht hat, wird einem der Anschluss auf 2 Mbit/s herunter gedrosselt. Der Aufschrei war erst einmal groß. Beklagt wurde, dass mit diesen 2 Mbit/s, heute und besonders im Jahr 2016, selbst normales Surfen zur Qual wird. Was dabei gerne vergessen wird: Immer noch gibt es eine Menge Menschen, welche bereits heute überhaupt keinen schnelleren Internetanschluss als mit 2 Mbit/s haben. Besonders in ländlichen Regionen Deutschlands ist schlicht keine schnellere Geschwindigkeit verfügbar. Diese Problematik haben sich Konrad Lischka und Ole Reißmann von Spiegel-Online genauer angeschaut und eine Reportage zu dem Thema veröffentlicht.

Besonders im Vergleich mit anderen Ländern schneidet Deutschland nicht gut ab. So hatten im Jahr 2012 nur 8,8% aller Nutzer einen Anschluss mit mehr als 10 Mbit/s. Einerseits ist das wenig, wenn man bedenkt das Angela Merkel erst 2009 versprochen hat, dass bis zum Jahr 2014 75% aller Internetnutzer die Möglichkeit auf eine Anbindung mit 50 Mbit/s haben sollen. Andererseits ist diese Zahl aber auch im Vergleich zu anderen Ländern sehr gering.

10mbit

Deutschland liegt zwar vor Frankreich und Italien, aber eben auch hinter Ländern wie Tschechien, Rumänien und Polen, welche nicht als solche Wirtschaftsstandorte wie Deutschland bekannt sind. Doch nicht nur im Anteil an Breitbandschlüssen, sondern auch in der durchschnittlichen Bandbreite liegt Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern zurück.

durchschnitt

Der Durchschnitt von 6 Mbit/s liegt sogar noch unter dem Durchschnitt der USA mit 7,5 Mbit/s. Das ist ernüchternd, da die USA anders als Deutschland ein Flächenland mit viel mehr ländlichen Regionen sind.

Die beiden Autoren sehen das Hauptproblem für die nur durchschnittlichen Ergebnisse Deutschlands zu einem Großteil im schleppenden Ausbau des Glasfasernetzes. Dabei seien die Voraussetzungen besonders in Städten und bevölkerungsreichen Gegenden sehr wohl vorhanden. Doch besonders dort wo es auch jetzt schon keine schnellen Internetzugänge gäbe, ist auch der Ausbau der Glasfasernetze nicht lohnenswert. Trotzdem ist das Glasfasernetz in anderen Ländern, besonders in Skandinavien und in verschiedenen osteuropäischen Ländern, erheblich besser ausgebaut als in Deutschland – trotz gleicher oder gar schlechterer Voraussetzungen.

glasfaser_vergleich

Besonders die beim Ausbau der Netze führenden Staaten Schweden und Lettland haben erheblich schlechtere Voraussetzungen beim Ausbau ihrer Glasfasernetze als Deutschland, wie folgende Karte veranschaulicht.

glasfaser_karte

Das Fazit der Autoren:

Der Ausbau ist bisher unzureichend. Die Zukunftstechnologie Glasfaser ist in Deutschland ein Nischenmarkt. Die Deutsche Telekom darf ihre Kupferleitungen unreguliert als VDSL2 vermarkten, für große Anbieter gibt es wirtschaftlich wenig Anreize, in unwirtschaftliche Gebiete zu investieren. Die entscheidende Frage, um die sich die Regierung bisher drückt: Ist Breitband-Internet ein öffentliches Gut, gehört es zur Daseinsfürsorge?

Wir möchten diese Frage mit einem entschiedenen “Ja” beantworten und fordern die Regierung zum Handeln auf.

Die vollständige Reportage mit vielen weiteren Aspekten und Grafiken zu dem Thema ist hier bei Spiegel-Online zu finden.

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June 20 2013

Umkämpft – Telekom will ein Zwei-Klassen-Netz

Das NDR-Medienmagazin Zapp hat gestern in einem Beitrag von Daniel Bröckerhoff über die Drosselkom-Pläne berichtet: “Umkämpft – Telekom will ein Zwei-Klassen-Netz“.

Sollen im Netz alle Inhalte diskriminierungsfrei transportiert oder bestimmte Inhalte privilegiert werden? Netzgemeinde, Politik und Netzbetreiber ringen miteinander.

Auf der Zapp-Seite finden sich auch einige Interviews zum Beitrag in Originallänge.

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June 02 2013

Deutsche Telekom erklärt: Netzneutralität ist Klientelpolitik von und für Netzaktivisten

Husam Azrak, Sprecher der Telekom, erklärte heute laut ZDF, dass der Einsatz für Netzneutralität und ein offenes Internet reine Klientelpolitik sei:

Den Netzaktivisten warf er Klientelpolitik vor. Es sei verständlich, dass die Jungen sich zu Wort melden und ihre Interessen durchsetzen wollen. “Aber es geht um mehr als um die Einzelinteressen der Netzaktivisten”, so Azrak weiter.

Laut Deutsche Telekom scheint dann die Abschaffung der Netzneutralität die Interessen der Allgemeinheit zu vertreten. Hab ich eigentlich irgendwas verpasst?

Wer die Deutsche Telekom bei ihrer Öffentlichkeitsarbeit unterstützen möchte, findet auf hilf-telekom.de ein passendes Werkzeug. Und hier kann man weiterhin die ePetition beim Deutschen Bundestag für eine gesetzliche Feschreibung der Netzneutralität unterschreiben.

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May 31 2013

Deutsche Telekom erklärt Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt die Drosselkom-Pläne

Der Zeitung Die Welt liegt ein Schreiben der Deutschen Telekom vor, wo diese der Bundesnetzagentur elf Fragen zu ihren Drosselkom-Plänen beantwortet. (Wir hätten das auch gerne).

Anscheinend weiß die Deutsche Telekom noch nicht abschließend, ob sie auch den eigenen Video-on-Demand-Dienst Videoload im T-Entertain-Managed-Service unterbringen und damit von der Drosselung ausnehmen kann. Das ist zumindest “noch nicht entschieden”. Die Welt kommentiert passend:

Offenbar ist die Telekom bei ihrem Video-auf-Abruf-Dienst Videoload mit ihrer Argumentation in Schwierigkeiten gekommen, alle Internetdienste gleich zu behandeln. Zwar ist Videoload in Entertain integriert. Allerdings ist es auch für Nicht-Entertain-Kunden über das Internet mit dem Computer nutzbar.

Meine Vermutung ist, dass die Deutsche Telekom mit dieser Nicht-Antwort erstmal geschickt die Antworten der Aufsichtbehörden abwartet, um zu schauen, wie weit sie gehen darf.

Entschieden ist, dass bis 2016 die Überholspur für zahlende Kunden/Sender eingerichtet wird, die dann bevorzugt durchgelassen werden:

Nach den derzeitigen Planungen beabsichtige die Telekom, “bis zum Jahr 2016 ein entsprechendes, diskriminierungsfreies Vorleistungsangebot für alternative Diensteanbieter einzuführen. Auf diese Weise könnte beispielsweise Google gegen eine entsprechende Bezahlung sicherstellen, dass YouTube-Videos in HD-Qualität übertragen werden, ohne das Inklusivvolumen der Nutzer zu verbrauchen.

Bis dahin brauchen wir eine wirksame gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität, um das zu verhindern.

Bereits gestern veröffentlichte die FAZ einige Aussagen des Präsidenten des Bundeskartellamt, Andreas Mundt, der im Konjunktiv durchblicken ließ, dass es doch ein paar Probleme geben könnte. Die Deutsche Telekom hat dem Kartellamt wohl auch einige Fragen beantwortet, aber laut FAZ gebe es “weder Ermittlungen noch ein Verfahren. Das Kartellamt versuche aber, sich ein möglichst genaues Bild zu machen.”

„Wenn die Telekom Inhalteanbietern erlauben will, sich von einer Datendrosselung freizukaufen, hat dies möglicherweise Folgen für den Wettbewerb“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt der F.A.Z.. Die Telekom verfüge auf dem Breitbandmarkt über eine starke Marktposition. „So könnten erhebliche Marktzutrittsschranken entstehen, wenn kleine Anbieter nicht in der Lage sein sollten, sich eine prioritäre Behandlung zu erkaufen.“

Während Mundt feststellt, dass es kein Grundrecht auf Flatrates gebe, sieht er zumindest im wichtigeren Teil der Debatte, der Frage um die Netzneutralität, eine politische neben einer wettbewerbsrechtlichen Dimension. Aber genaues wisse man nicht, weil die Deutsche Telekom auch hier “vieles erst grob umrissen habe”

Bestätigt eher meine These, dass die Telekom hier mit den Aufsichtsbehörden pokert.

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May 26 2013

Die Mär vom teuren Traffic oder wie viel kostet ein GByte?

Golem.de ist der Frage nachgegangen, ob das Märchen vom teuren Traffic, das uns die Deutsche Telekom erzählt, auch so stimmt: Die Mär vom teuren Traffic oder wie viel kostet ein GByte?

Die geplante Drosselung erscheint vor diesem Hintergrund nur sinnvoll, wenn es darum geht, die Kostenverteilung zu verschieben, weg von den Endkunden, hin zu den Inhalteanbietern. Das mag auf den ersten Blick für Nutzer attraktiv wirken, verspricht es doch breitbandige Internetanschlüsse zu kleinem Preis. Zugleich aber wäre dies das Ende des Internets, wie wir es heute kennen, denn Inhalteanbieter müssten mit Endkundenprovidern Verträge schließen, um sicherzustellen, dass ihre Inhalte nicht gedrosselt werden. Ein entscheidender Erfolgsfaktor des Internets besteht aber gerade darin, dass alle Inhalte gleichberechtigt übertragen werden und kleine Anbieter nicht erst mit vielen Endkundenprovidern Verträge abschließen müssen, um ihre Inhalte auszuliefern.

Alle Blogger oder Podcaster sind übrigens Inhalteanbieter.

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May 23 2013

Deutsche Telekom erklärt soziale Frage der Drosselpläne

Der Drossel-Aspekt bei den aktuellen Drosselkom-Plänen ist der eine Aspekt, die geplante Abschaffung der Netzneutralität ist aber der gravierendere Teil dabei. Trotzdem ist die Kritik an der geplanten Abschaffung der Flatrates gerechtfertigt. Etwas irritierend agiert dabei die Deutsche Telekom. Diese verbreitet schöne Infografiken, was man alles mit 75 GB im Monat machen kann, wie z.B. diese hier:

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Nein, das meint nicht pro Tag, sondern pro Monat. Deutlicher kann man die soziale Frage der Drossel-Pläne kaum visualisieren. Das mag ja für eine Person mit Internet im Büro und einem regen Sozialleben außerhalb der Wohnung noch halbwegs hinhauen. Wenn der Telekom-Anschluß allerdings von einer Familie mit Kindern im jugendlichen Alter und eigenen Devices durch vier geteilt werden muss, ist der Streit vorprogrammiert. Tolle neue Telekom-Welt.

Update: In den Kommentaren hat Marc mal die Tagesration bei einer vierköpfigen Familie zusammen gerechnet: 0,08 Filme pro Tag, 0,05 HD Filme pro Tag, 1/2 Stunden Radio pro Tag, 3,3 Fotos pro Tag, 0,125 Stunde gamen pro Tag, 1,6 Musikstücke pro Tag und 8,3 Webseiten! Oder wie die Deutsche Telekom es nennt: Das volle Programm!

Diesen Teil der Drosselkom-Pläne veranschaulicht auch gut dieses Video von youjustdontdo:

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May 22 2013

Deutsche Telekom: Funkbasierte Teilnehmeranschlüsse in Neubaugebieten müssen besser kommuniziert werden

Gestern berichteten wir über die Idee der Deutschen Telekom, dass die Zukunft von Neubaugebieten im “funkbasierten Teilnehmeranschluss” liegen könnte. Diese Pläne liegen erstmal auf Eis. Das Dementi gegenüber dpa klingt aber so, dass man man nochmal die Kommunikationsabteilung drüberschauen lassen möchte, bevor man die Pläne später wieder auftaut:

“Wir werden diese Pläne zunächst nicht weiterverfolgen, sondern versuchen, die Sorgen, die nach unserem Dafürhalten absolut unbegründet sind, im Dialog mit allen Beteiligten zu zerstreuen”, sagte ein Sprecher. Die Behauptung, die Telekom wolle den Festnetzausbau im ländlichen Raum einstellen und dort nur noch Mobilfunk anbieten, sei falsch. “Genau das Gegenteil ist der Fall: Wir bauen die Netze im ländlichen Raum aus wie kein anderer Anbieter in Deutschland.”

Was wir von der Deutschen Telekom noch nicht zu hören bekamen: Wann werden die Pläne zur Abschaffung der Netzneutralität so richtig auf Eis gelegt, dass man sie nicht mehr auftauen kann?

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