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February 07 2014

Kurzinterview mit Pixelio-Chef Markus Hein: “Creative Commons ist derzeit keine Option”

pixelio-logoGerade weil das Hauptproblem bei der Entscheidung des Landesgerichts Köln rund um die Abmahnung eines Bildes trotz Urhebervermerks die Auslegung der Lizenzbestimmungen der Plattform Pixelio.de waren (siehe auch Thomas Stadler dazu), stellt sich die Frage, warum eine Plattform für “lizenzfrei” lizenzierte Bilder nicht einfach auf den weitverbreiteten Standard Creative Commons setzt. Die großen internationalen Plattformen wie Flickr unterstützen schließlich Creative Commons auch als eine Option und die Rechtssicherheit ist bei einem etablierten Standard einfach größer. Ich habe diesbezüglich ein kurzes E-Mail-Interview mit Pixelio-Chef Markus Hein geführt.

Warum bietet Pixelio eigentlich keine Creative-Commons-Option?

Markus Hein: Pixelio ist mittlerweile über 10 Jahre alt und hat seit der Gründung eigene Lizenzbestimmungen. Meines Wissens nach gab es, zumindest im deutschsprachigen Raum, vor 10 Jahren noch keine CC-Lizenz oder wir haben damals nichts davon gewusst – daher stand dieser Punkt niemals zur Debatte.

Was spricht aus Ihrer Sicht dagegen, Creative Commons zu unterstützen? Schließlich hat sich Creative Commons inzwischen zum de-facto Standard für frei verwendbare Inhalte jenseits von Software entwickelt und wird auch von Plattformen wie Flickr oder 500px unterstützt.

Markus Hein: Wir können nicht so ganz einfach unserer Nutzungsbedingungen ändern. Wir haben mittlerweile über 500.000 Mitglieder, zig Millionen Bilderdownloads und wahrscheinlich hundertausende Bildverwendungen. Die letzte Änderung an unseren Nutzungsbedingungen fand 2007 statt und seitdem haben diese wunderbar funktioniert – es gab also bis dato keinen Grund etwas zu ändern.

Ob und inwieweit sich das nun durch das aktuelle Urteil ändert, wird derzeit durch unseren Anwalt geprüft. Aber bei der Vielzahl an Usern muss jeder Schritt diesbezüglich genau überlegt werden.

Aber warum nicht einfach zusätzlich Creative Commons als Option anbieten – so wie z.B. Flickr das optional anbietet. Der diesbezügliche Aufwand sollte sich in Grenzen halten?

Markus Hein: Derzeit ist die Einführung einer anderen bzw. weiteren Lizenz keine Option. Das Anbieten von Bildern mit unterschiedlichen Lizenzbestimmungen ist aus meiner derzeitigen Sicht keine sinnvolle Lösung.

Abgesehen von der Frage Creative Commons oder nicht – warum schreiben sie in der Unterzeile Ihres Dienstes von “lizenzfreien Fotos”, obwohl die Nutzer eben doch eine Lizenz befolgen müssen?

Markus Hein: In der Bilder- und Medienbranchen ist der Begriff lizenzfrei ein absolut gängiger und üblicher Begriff. Er ist eine, vielleicht etwas schlechte, Übersetzung des englischen royalty-free Begriffs – hat sich aber in den letzten 15-20 Jahren eingebürgert. Der Begriff bezeichnet Medien die nicht für jede Nutzung erneut lizenziert werden müssen (wie bei lizenzpflichtigen bzw. englisch rights-managed), sondern einmal lizenziert werden und dann beliebig oft eingesetzt werden können. Der Begriff mag in juristischen Kreisen, in denen jedes Wort auf die Waagschale gelegt wird, nicht korrekt erscheinen. Allerdings ist dies, wie schon gesagt, in der Bilder- und Medienbranchen die Bezeichnung für eine Lizenzgattung.

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January 29 2014

White Paper zu Creative Commons im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

cc-ard-miniDie Rechteprobleme rund um die Ausstrahlung des NDR-Interviews mit Edward Snowden haben wiedereinmal eine Reihe von Absurditäten rund um öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Zeitalter des Internets vor Augen geführt. Zwar wurde das Interview von einer Produktionsfirma erstellt, die eine 100-prozentige Tochter des NDR ist, dennoch war zu Beginn weder die englische Originalfassung des Interviews in Deutschland noch die deutsch synchronisierte Fassung außerhalb Deutschlands via Internet verfügbar. Als jemand, der in Deutschland seinen Rundfunkbeitrag zahlt, konnte ich so am Sonntag Abend in Wien trotz Breitbandinternet weder das Video noch die Sendung “Jauch” ansehen; Thomas Lückerath formulierte für DWDL dementsprechend gleich eine ganze Reihe an Fragen:

Das Snowden-Interview markiert – auf einem Nebenschauplatz abseits der inhaltlichen Aussagen Snowdens – damit einen neuen Höhepunkt in der Fragwürdigkeit der seit vielen Jahren massiv kritisierten Töchterfirmen-Netze der Öffentlich-Rechtlichen. Zu welchen Konditionen verkauft eigentlich eine NDR-Tochter dem eigenen Mutterhaus ein Interview? Wer hat da eigentlich wem etwas zu sagen? Wie kann es sein, dass der NDR sich von der beauftragten Firma die Rechte vorschreiben lässt? Und wie sinnvoll ist ein solches Konstrukt, dass den zunächst so spektakulär klingenden Coup eines Exklusiv-Interviews mit Edward Snowden letztlich zum geo-begrenzten Regional-Spektakel macht?

Zwar ist das Interview mittlerweile zumindest in Deutschland auch in der Originalfassung verfügbar, deshalb aber noch lange nicht frei verwendbar. Ausschnitte davon in ein eigenes Blog einzubinden ist beispielsweise nicht möglich. Marcel Weiss kommentierte die Situation auf Twitter wie folgt:

cc-zdf-miniUnd das Snowden-Interview ist tatsächlich nur das jüngste und ein besonders sichtbares Beispiel für ein allgemeineres Problem: Obwohl öffentlich-rechtliche Inhalte von der Allgemeinheit über Beiträge finanziert werden, sind sie deshalb noch lange nicht für die Allgemeinheit frei zugänglich – und zwar nicht einmal in jenen Fällen, in denen es sich um reine Eigenproduktionen ohne Fremdmaterial und ohne nachgelagerte Verwertungsketten handelt. Die verstärkte Nutzung von Creative Commons könnte hier Abhilfe schaffen und so den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten auch ermöglichen, deren Bildungs- und Unterhaltungsauftrag noch besser zu erfüllen.

Nicht zuletzt deshalb habe ich auch für D64 e. V. ein White Paper (PDF) verfasst, das sich mit den Potentialen und Hürden für Creative Commons im öffentlich-rechtlichen Rundfunk auseinandersetzt. Das White Paper wurde heute im Rahmen der laufenden D64-Intiative zur Förderung von Creative Commons vorgestellt (vgl. Pressemeldung). Der Abstract liest sich wie folgt:

Einer der größten von der Allgemeinheit finanzierten Produzenten urheberrechtlich geschützter Inhalte in Deutschland ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Dennoch sind, abgesehen von vereinzelten Ausnahmen, die so finanzierten Werke nicht für die Öffentlichkeit frei verfüg- und nutzbar. Eine verstärkte Nutzung von Creative-Commons-Lizenzen im Bereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks würde der Verbreitung der produzierten Inhalte dienen und eine Weiternutzung in den verschiedensten Kontexten vereinfachen – etwa im Bildungsbereich. Hinzu kommt, dass offen lizenzierte Inhalte trotz der Depublizierungspflicht einfacher online verfügbar bleiben. Das vorliegende White Paper behandelt Fragen wie welche Hürden für eine Creative Commons-Nutzung bestehen, für welche Inhalte Creative Commons in Frage kommt und welche Lizenzoptionen dabei gewählt werden sollten. Im Ergebnis könnte der öffentlich-rechtliche Rundfunk seinen ihm erteilten Auftrag besser erfüllen – die Beitragszahlenden informieren und unterhalten.

Wie aus dem ARD-Umfeld in Erfahrung zu bringen war, gibt es in der ARD bereits eine Arbeitsgruppe zum Thema Creative Commons. Vielleicht kann das White Paper ja auch dazu einen Beitrag leisten, dass es hier zu mutigen Empfehlungen und damit einem stärkeren Einsatz von Creative Commons im öffentlich-rechtlichen Rundfunk kommt.

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Cory Doctorows “Little Brother” als Theaterfassung

Cory Doctorow ist sicher Vielen hier bekannt, zum Beispiel als Co-Autor auf boingboing.net und Verfasser von Science-Fiction-Büchern. Eines dieser Bücher, “Little Brother”, wird nun als Theaterfassung zu sehen sein. Inszeniert von Josh Costello bringt ARGEKultur Salzburg im Februar und April das Stück auf die Bühne.

In “Little Brother”, einem Jugendroman, der für Erwachsene jedoch gleichermaßen lesenswert ist, geht es um den Jugendlichen “Hacker” Markus und seine Freunde, die durch einen Zufall in den Fokus von Terrorermittlungen geraten und vom Department of Homeland Security festgehalten, befragt und in Folge überwacht werden. Markus entscheidet sich, mit technischen Lösungen gegen diese Schickanierung seiner Freiheitsrechte vorzugehen, was einen ständigen Kampf mit dem DHS auslöst, der darin gipfelt, dass Markus unter Folter vernommen wird. [Spoiler entfernt]

Das Thema ist brandaktuell und es wird spannend sein, wie die Materie auf der Bühne in Szene gesetzt werden kann. Deshalb sind wir auch ein bisschen traurig, dass Salzburg soweit weg ist. Aber wer wie wir nicht so weit im Süden wohnt, sollte trotzdem die Buchgrundlage lesen. Die gibt es nämlich, wie alle Werke von Doctorow, unter CC-Lizenz zum freien Download.

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January 09 2014

Creative Commons startet Open Policy Network und Kaderschmiede für ‘Open Leadership’

Via Blogeintrag verkündete Creative Commons heute gleich zwei Neugründungen: Das Open Policy Network (OPN) und das Institute for Open Leadership (IOL).

OPN-logo

Im Open Policy Network soll es um die Sammlung, Diskussion und Weiterentwicklung von Leitlinien und Vorgaben für öffentliche Einrichtungen und Förderprogramme in Sachen Offenheit gehen. Das Mission-Statement lautet wie folgt (meine Übersetzung):

Die Mission des Open Policy Networks ist die Förderung von Entwicklung, Anwendung und Implementierung von offenen Leitlinien und Praktiken zum Wohle der Allgemeinheit, indem Fürsprecher, Organisationen und Entscheidungsträger mit Informationen und Expertise unterstützt werden und auf diese Weise beim Ausschöpfen von Handlungsoptionen mitzuhelfen.

Interessierte Einzelpersonen und Gruppen sollen sich vorerst in einer Google-Group anmelden.

IOL-logo

Das Institute für Open Leadership wiederum soll eine Art Kaderschmiede für EntscheidungsträgerInnen im Bereich digitaler Offenheit werden. In einem zweijährigen Programm für bis zu 20 Personen mit 1-wöchiger Präsenzphase sollen nicht nur Inhalte vermittelt sondern auch konkrete Projekte umgesetzt werden. Die Bewerbungsphase für die erste Kohorte läuft von März bis Mai 2014.

Anschubfinanzierung für beide Neugründungen kommen von der William and Flora Hewlett Foundation and den Open Society Foundations.

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December 03 2013

Weil wir das Netz lieben. Creative Commons.

Das “D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt” hat mit “Weil wir das Netz lieben. Creative Commons.” eine kleine Kampagne zur Bekanntmachung von Creative Commons Lizenzen gestartet. Für drei Bereiche wird eine Nutzung der freien und offenen Lizenzen gefordert:

- Creative Commons muss im öffentlichen Sektor zur Regel werden
- GEMA & Co sollen ihren Mitgliedern Creative Commons ermöglichen
- Plattformbetreiber sollen Creative Commons implementieren

katze01_20131202_klein

Inhaltlich steckt unser Leonhard Dobusch dahinter. Die netten Katzen-Banner hat Nico Roicke erstellt.

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November 26 2013

EU-Richtlinie: GEMA & Co müssen Creative Commons erlauben

Im zuständigen Rechtsausschuss JURI des EU-Parlaments wurde heute einstimmig die finale Fassung (PDF, Fettdrucke sind Änderungen zum Kommissionsentwurf) der EU-Richtline zu Verwertungsgesellschaften verabschiedet, die Verabschiedung im Plenum im Februar 2014 ist damit nur noch Formsache. Hauptziel der Richtlinie ist es, die Lizenzierung von Musikstücken europaweit zu vereinfachen, indem nicht mehr in jedem einzelnen Land separat die Nutzungsrechte mit den Verwertungsgesellschaften ausgehandelt werden müssen (vgl. Stefan Krempl bei heise.de).

Bislang eher wenig beachtet aber folgenreich ist die erst im Rahmen des parlamentarischen Verfahrens eingefügte Bestimmung in Artikel 5, Absatz 2a:

Rightholders shall have the right to grant licences for the non-commercial uses of the rights, categories of rights or types of works and other subject matter of their choice.

by-ncMit dieser Bestimmung fordert die EU-Richtlinie, dass Mitglieder von Verwertungsgesellschaften das Recht haben müssen, Lizenzen für nicht-kommerzielle Nutzung ihrer Werke zu vergeben. Das bedeutet, dass Mitglieder von Verwertungsgesellschaft nach Umsetzung der Richtlinie durch die Mitgliedsstaaten zumindest das Recht haben werden, Werke unter solchen Creative-Commons-Lizenzen zu veröffentlichen, die kommerzielle Nutzung vorbehalten. Konkret sind das all jene Lizenzen, die auf das NonCommercial(NC)-Lizenzmodul setzen.

Gerade unter professionellen Kunstschaffenden, die zu allergrößten Teilen Mitglied in Verwertungsgesellschaften wie der GEMA sind, ist erst durch diese anstehende Änderung die Nutzung von Creative Commons quasi “offiziell” möglich. Bisher durften GEMA-Mitglieder keine einzige Creative-Commons-Lizenz verwenden (vgl. John Weitzmanns Beitrag bei irights.info “Doppelt überkreuz: Die GEMA und Creative Commons“). Selbst für kostenlose Streamingangebote eigener Songs auf der eigenen Webseite muss derzeit noch eine Ausnahmegenehmigung eingeholt werden.

Die Richtlinie schreibt mit dieser Bestimmung den Verwertungsgesellschaften auch eine zumindest partielle Abkehr von dem nicht mehr zeitgemäßen Prinzip vor, Ausnahmen nur für bestimmte Verwertungsarten (z.B. Online-Verwertung) vorzusehen. Angesichts der fortschreitenden Medienkonvergenz, wo auch Rundfunk mehr und mehr via Internet verbreitet wird, ist diese Unterscheidung immer weniger praktikabel.

Für die Akzeptanz und wohl auch die Verbreitung von Creative Commons ist diese Richtlinie ein großer Schritt in die richtige Richtung. Und vielleicht warten Verwertungsgesellschaften wie die GEMA nicht erst auf die nationalstaatliche Umsetzung der Richtlinie, sondern beginnen schon davor damit, ihren Mitgliedern die Nutzung von Creative-Commons-Lizenzen mit NC-Modul zu erlauben – von diesbezüglichen Überlegungen hat jedenfalls GEMA-Justiziar Tobias Holzmüller auf einem Panel im Rahmen des diesjährigen Reeperbahnfestivals erzählt.

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November 25 2013

Creative Commons veröffentlicht Version 4.0 der Lizenzen

Nach mehrjähriger, öffentlicher Diskussion ist seit wird heute die neue Version 4.0 der von Creative Commons entwickelten Urheberrechtslizenzen verfügbar. Der deutsche Creative-Commons-Jurist und netzpolitik.org-Kollege John Weitzmann hat aus diesem Anlass bei irights.info die wichtigsten Neuerungen überblicksartig vorgestellt:

Bei der schon bekannten Einteilung in sechs verschiedene Lizenztypen mit den jeweils unterschiedlich kombinierten Elementen „Namensnennung“ (BY), „keine kommerzielle Nutzung“ (NC), „keine Bearbeitungen“ (ND) und „Weitergabe unter gleichen Bedingungen“ (Share Alike) bleibt es. Die neuen Lizenzen haben aber eine völlig neue Textstruktur bekommen. Sie sind stärker gegliedert, was dem Textwüsteneindruck entgegenwirken und der Übersichtlichkeit dienen soll.

John nennt vor allem die folgenden sechs Änderungen (für Details siehe seinen Blogeintrag):

  1. Die neue Version lizenziert Datenbankrechte mit: klarerweise nur in solchen Regionen wie zum Beispiel Europa, wo es solche Datenbankrechte überhaupt gibt.
  2. Data Mining ist ausdrücklich keine Bearbeitung
  3. Verwandte Schutzrechte allgemein umfasst: darunter fällt beispielsweise auch das in Deutschland neu eingeführte Leistungsschutzrecht für Presseverleger
  4. Neue Heilungsfrist bei Lizenzverstößen, wenn der Verstoß binnen 30 Tagen nach Bekanntwerden korrigiert wird.
  5. Share Alike: Letzte vergebene Lizenz zählt
  6. Namensnennung auch auf verlinkter Seite möglich

Außerdem erklärt der Beitrag, wo trotz Diskussion alles beim Alten geblieben ist, zum Beispiel im Bereich des umstrittenen NC-Moduls.

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November 20 2013

Remixerin #25 Electric Indigo: “‘Recht auf Remix’ hört sich erfrischend an”

Logo von electric:indigo

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In der Serie “Remixer/in” geht es um Menschen und ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal: Electric Indigo.

Electric Indigo arbeitet seit 24 Jahren als DJ und macht seit 20 Jahren Musik. Als DJ spielt sie abstrakten, vielen Leuten eher düster erscheinenden Techno, dessen Strukturen von geradlinig über gebrochen bis zu beatfrei gehen. Als Musikerin und Komponistin verfolgt sie größtenteils eine experimentellere Richtung. Sie beschäftigte sich in den letzten Jahren sehr viel mit granularer Resynthese von gesprochener Sprache und der Dekonstruktion von Rhythmen und Klängen im Allgemeinen. Außerdem spielt die gezielte räumliche Verteilung von musikalischen Elementen eine sehr wichtige Rolle in ihren Werken.

Auf welche Weise verwendest Du selbst Werke Dritter?

Nur in Auftragsarbeiten. Ich mache gerne Remixes für Kolleginnen und Kollegen. Dabei versuche ich mit meist wenigen aber signifikanten Elementen des Originals eine für mich typische Version zu schaffen. Das gelingt mir in der Regel mittels (granularer) Dekonstruktion.

Du veröffentlichst teilweise auch Musik unter einer Creative-Commons-Lizenz und erlaubst damit anderen, sie zu remixen. Hast Du keine Angst, dass Leute damit Dinge tun, die Dir nicht gefallen?

Als GEMA-Mitglied darf ich das eigentlich nicht. Deshalb sollte man das nicht an die allzugroße Glocke hängen. Die CC-Lizenz setzt natürlich das Vertrauen voraus, dass sie auch eingehalten wird. Ich habe ein paar wenige Stücke und einige Sounds unter der Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 Unported Lizenz der female:pressure Community zur Verfügung gestellt. Nein, ich habe keine Angst davor, dass deswegen jemand etwas ungutes damit macht. So was kann sowieso passieren. Auch wenn andere Leute meine Platten spielen, passiert das in einem von mir nicht kontrollierbaren Kontext und könnte völlig daneben sein. Sobald ein Werk veröffentlicht wird, entzieht es sich mehr oder weniger der Kontrolle und geht im besten Fall in eine Art Allgemeingut über.

Was macht für Dich einen guten Remix aus?

Ein guter Remix ist eine überzeugende Neuinterpretation und kann dem Original oder der zugrunde liegenden Version zusätzliche Dimensionen verleihen. Er greift Ideen auf und führt sie auf originelle Art weiter.

Hast Du schon einmal aus nur aus rechtlichen Gründen ein Sample oder ähnliches nicht verwendet und warum?

Nein. Ich arbeite nur mit Samples, wenn ich einen Remix machen soll – dann ist das natürlich erwünscht. Ich habe beim Musik Machen schon immer größte Freude bei der Suche nach Sounds empfunden.

Wurdest Du schon einmal abgemahnt oder hattest rechtliche Probleme wegen Deiner künstlerischen Tätigkeit? 

Ein SoundCloud-Bot hat einmal eine Verwarnung geschickt, die völlig unbegründet war. Der einzige Zusammenhang zwischen meinem, angeblich ein Copyright-Infringement darstelltenden Track und dem “Original” war, dass beide auf der gleichen Compilation erschienen sind. Die SoundCloud-Admins haben auch sehr schnell auf meine Antwort und Klarstellung reagiert und gaben meinen Track gleich wieder frei. Das ganze Prozedere – von Verwarnung bis zur erneuten Freigabe – dauerte nur etwa 2 Stunden. Das war das einzige Erlebnis dieser Art.

Was hältst Du von der Idee, ein vergütetes Recht auf Remix einzuführen?

Ich finde, eine Vergütung sollte nur für kommerziellem Gebrauch gefordert werden. “Recht auf Remix” hört sich ganz erfrischend an. Die Frage ist aber natürlich, wie das gestaltet sein soll, wer soll wen vergüten, wie kann es exekutiert werden.

Zum Abschluss, was ist Dein persönlicher Lieblingsremix?

“Queen In My Empire” von Rhythm & Sound with Jennifer Lara…

…das ist eine Neugestaltung von Cornell Campbell’s “King In My Empire”:

Das ist ein Crosspost vom Blog der Initiative ‘Recht auf Remix‘, die in einer Petition um Unterstützung samt Link zum persönlichen Lieblingsremix bittet.

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November 14 2013

CC DE sucht Unterstützung für Übersetzungen

Bei Creative Commons gehen die praktischen Vorbereitungen für die anstehende Lizenzenversion 4.0 gerade in die heiße Phase. Ein wichtiger Teil der Vorbereitung ist die Übersetzung der Textbausteine, aus denen die “Commons Deed” (die vereinfachte Darstellung der jeweiligen CC-Lizenz) auf dem Server von CC zusammengebaut wird. Es sollen so viele Sprachen wie möglich bereits übersetzt vorliegen, wenn die neue Lizenzenversion demnächst startet. Zum Einsatz kommen diese Textbausteine u.a. dann, wenn man bei der englischen Darstellung ganz unten auf “This page is available in the following languages: … Deutsch” klickt, siehe http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/. Dafür, dass Nicht-Juristen die Lizenzen in ihrer eigenen Sprache erklärt bekommen können, ist diese Funktion sehr wichtig. Mit den eigentlichen Lizenztexten hat das alles nur indirekt zu tun.

Technisch umgesetzt ist die Mehrsprachigkeit der CC-Website schon eine ganze Weile über das Portal Transifex.com, wo es zum übergeordneten Account “Creative Commons” 75 Gruppen für diverse Sprachen gibt, natürlich auch für Deutsch. Auch einige andere länderübergreifende Projekte und Initiativen nutzen Transifex, dessen Nutzeroberfläche sehr einfach zu verstehen ist. Die Datenbank kann direkt online bearbeitet und es können auch immer mehrere verschiedene Vorschläge für jeden Textbaustein hinterlegt werden. Für Diskussionen steht ein internes Nachrichtensystem bereit.

CC Deutschland sucht jetzt Unterstützung durch Übersetzungswillige, erstmal vor allem für die jetzt neu hinzugekommenen 44 Textbausteine im Unterbereich “Deeds & Choosers”. Es gibt aber jetzt und in Zukunft noch einiges mehr im System, was noch übersetzt bzw. überprüft werden soll. Zum Mitmachen brauchts nur einen kostenfreien Transifex-Nutzeraccount und einen Klick auf “Gruppe beitreten” auf der Seite der Gruppe “German” (wer will, kann natürlich auch noch beliebig viele andere Sprachen übersetzen helfen, man sollte die allerdings auch fließend sprechen).

Das Ziel für den Abschluss der 44 neuen Textbausteine ist sehr sportlich bereits Ende dieser Woche gesetzt. Das Team der Niederlande ist bereits fertig, Portugal und interessanterweise auch Esperanto schon sehr weit.

(dies ist ein cross post aus dem CC DE Blog)

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November 01 2013

Elektrischer Reporter erklärt Creative Commons

Der Elektrische Reporter hat gestern über “Autisten, Suchmaschinenpoesie und verschenkte Bücher” berichtet und dabei im dritten Teil Creative Commons Lizenzen vorgestellt. Außerdem lächelt dabei Leonhard Dobusch in die Kamera:

Die Sendung gibt es hier als MP4 und hier als WebM.

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September 16 2013

Broschüre: Offene Bildungsressourcen in der Praxis

oerDie Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) hat eine Broschüre zum Thema „Offene Bildungsressourcen (OER) in der Praxis“ herausgegeben. Die 64 Seiten lange Broschüre dienst als Ratgeber zu freien Bildungsmaterialien für Multiplikatoren der schulischen und außerschulischen Bildung.

Und darum gehts:

Die Broschüre befasst sich mit theoretischen und juristischen Fragen zu offenen Bildungsressourcen. Neben den aktuellen Entwicklungen im Bereich OER stehen auch praktische Anwendungen im Fokus der Broschüre: Praktiker, u.a. aus Schule und Universität, berichten von ihrer Arbeit mit freien Bildungsmaterialien. So lernen die Leser praktische Beispiele aus ihrem Bildungskontext kennen und werden womöglich zur Nutzung und Erstellung von OER für die eigene Arbeit angeregt.

Die Broschüre (PDF) steht unter einer Creative Commons Namensnennungs-Lizenz (CC-BY) und kann gerne weiterkopiert und geremixt werden.

Ich bin Medienrat der MABB und mein Name steht unter dem Grußwort.

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August 23 2013

EFF verklagt australische Plattenfirma Liberation Music wegen Urheberrechtsmissbrauch

EFF-logo-transDie Electronic Frontier Foundation (EFF) hat Klage gegen das australische Musiklabel Liberation Music eingereicht. Liberation Music wird vorgeworfen das Urheberrecht zu missbrauchen, da sie einen Vortrag des Harvard Professors Lawrence Lessig, welches bei Youtube hochgeladen wurde, unrechtmäßig mit dem Verweis auf das Urheberrecht löschen ließ.

Der Initiator der Creative-Commons-Initiative und Professor der Rechtswissenschaften in Harvard Lawrence Lessig, hielt im Juni 2010 auf einer Creative-Commons-Konferenz in Südkorea einen Vortrag mit dem Titel “Open”. In diesem Vortrag zeigte Lessig kurze Videoclips aus Amateur-Tanzvideos, welche mit dem Song “Lisztomania” der französischen Band Phoenix unterlegt waren. Der gesamte Vortrag wurde im Anschluss an die Veranstaltung bei Youtube hochgeladen. Anfang dieses Jahres meldete sich die Plattenfirma Liberation Music und gab an, die Rechte an “Lisztomania” zu besitzen und begann das Video bei Youtube sperren zu lassen. Als Lessig daraufhin eine Gegendarstellung abgab, drohte Liberation Music Lessig zu verklagen. Daraufhin wandte Lessig sich an die EFF, welche nun ihrerseits Klage gegen Liberation Music eingereicht hat.

Die EFF stützt sich nun bei ihrer Klage darauf, dass die Nutzung des Songs innerhalb des Vortrags unter “Fair Use” falle, bei dem urheberrechtlich geschützte Materialien zu Bildungszwecken verwendet werden dürfen. Sie fordert das Gericht nun auf klarzustellen, dass es sich bei dem Video um “Fair Use” handele und fordert Schadenersatz anzuerkennen.

Corynne McSherry, Leiterin der Abteilung Urheberrecht bei der EFF, sagte das solche Arten des Missbrauch des Urheberrechts gestoppt werden müssen:

There’s a long and sorry history of content owners abusing copyright to take down fair uses, but this one is particularly shocking. Based on nothing more than a few clips illustrating Internet creativity, Liberation Music took down an entire lecture by one of the leading experts in the world on copyright and fair use. This kind of abuse has to stop.

Lawrence Lessig betonte, dass das derzeitige Urheberrecht und die teils extreme Durchsetzung von Seiten der Inhaber, kreative Prozesse beeinträchtige:

The rise of extremist enforcement tactics makes it increasingly difficult for creators to use the freedoms copyright law gives them. I have the opportunity, with the help of EFF, to challenge this particular attack. I am hopeful the precedent this case will set will help others avoid such a need to fight.

Die vollständige Klageschrift wurde von der EFF auf ihrer eigenen Seite veröffentlicht. Und auch die Email von Liberation Music and Lawrence Lessig ist von der EFF online gestellt worden.

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July 16 2013

C3S: “Über GEMA meckern reicht nicht, wir wollen, dass sich tatsächlich etwas verändert”

c3s_logo_iconÜber die Idee, mit der “cultural commons collecting society” (C3S) eine faire Alternative zur GEMA per Crowdsourcing zu finanzieren, haben wir heute bereits berichtet. Wir haben ein Interview mit M.eik Michalke gemacht, einem der treibenden Köpfe hinter der Initiative. In dem Interview erklärt er die Motivation und Notwendigkeit, eine freie Alternative zum Monopolisten GEMA zu schaffen.

netzpolitik.org: Wie ist die Idee zur C3S entstanden und wer steckt dahinter?

M.eik Michalke: 2005 startete der erste OpenMusicContest, um Creative-Commons-Lizenzen unter Musikern bekannter zu machen. Wir hatten sofort mit der GEMA zu tun, weil wir auch einen CD-Sampler gepresst und verteilt haben, wofür wir erst eine Prüfung durch die GEMA abwarten mußten. Sie darf davon ausgehen, dass sämtliche veröffentlichte Musik aus ihrem Katalog stammt. Wir erfuhren auch, wie schwer es GEMA-Mitglieder hatten, ihre eigene Musik im Internet zu verwenden, und welche Probleme die noch recht junge Podcaster-Szene hatte, Lizenzen zu erwerben. Kurz: Seitdem war uns klar, dass das alte GEMA-Modell so nicht mehr in die Zeit passt. Einige Jahre lang hofften wir, mit Gesprächen und Argumenten eine Veränderung in der GEMA erreichen zu können. 2010 schließlich erklärten wir dieses Vorgehen für gescheitert und widmeten uns Plan B: Wir gründen eine eigene Verwertungsgesellschaft, die nach unseren Vorstellungen arbeitet. Inzwischen hat ein Team aus Musikern, Musik-Consultants, Anwälten, Programmierern, Musikwisschaftlern ein konkretes Konzept ausgearbeitet, das wir nun umsetzen wollen.

netzpolitik.org: Es gibt bereits die GEMA, warum wollt Ihr noch eine Verwertungsgesellschaft gründen?

M.eik Michalke: An der GEMA wird seit Jahren herumgemeckert. Uns genügt das nicht, wir wollen, dass sich tatsächlich etwas verändert. Denn die eben genannten Probleme sind nicht einfach nur lästig, sie schließen faktisch eine ganze Reihe von Musikern aus dem Musikmarkt aus. Als Musiker bekommst du z.B. Geld, wenn deine Musik im Radio läuft. Das Geld bekommst du aber nicht vom Sender direkt, das wäre viel zu kompliziert, sondern der gibt es der GEMA. Wenn du keinen Vertrag mit der GEMA hast, ist das Geld weg. Das gleiche gilt für Clubs, Diskotheken, Volksfeste und Gaststätten. Wer nicht in die GEMA will, in der nur Musiker mit höheren Jahreseinkommen Stimmrecht besitzen, hat keine Chance, hier Fuß zu fassen. Dieses Problem möchten wir mit einer neuen Verwertungsgesellschaft lösen. Dafür sind hohe Auflagen zu erfüllen, aber das erscheint uns immer noch realistischer, als auf sinnvolle Gesetzesänderungen zu warten oder auf eine grundlegende GEMA-Reform zu hoffen.

netzpolitik.org: Wen sprecht Ihr als potentielle Mitglieder an?

M.eik Michalke: In erster Linie brauchen wir natürlich Urheberinnen und Urheber von Musikstücken. Und zwar auch möglichst viele, die wirtschaftliche Relevanz besitzen. Das ganze muss sich am Ende ja rechnen, wobei eine Verwertungsgesellschaft als reine Treuhand selbst nicht gewinnorientiert arbeitet, aber logischerweise Verwaltungskosten entstehen. Daneben können jedoch auch Organisationen, Firmen oder Nicht-Musiker Fördermitglied der Genossenschaft werden, wenn sie das Projekt unterstützen wollen, z.B. weil sie sich selbst so eine Alternative wünschen. Sie haben dann kein Stimmrecht, aber können in Beratungsgremien gewählt werden.

netzpolitik.org: Geht es bei der C3S nur um Musik oder kann ich auch als kreativer Nicht-Musiker bei Euch Mitglied werden und meine Interessen vertreten lassen (z.B. als Schreiberling)?

M.eik Michalke: Die Fördermitgliedschaft steht allen offen. Da wir als Alternative zur GEMA antreten, konzentriert sich die Arbeit aber natürlich auf Musik. Wahrnehmungsverträge wird es also erst einmal nur dafür geben. Inwieweit eine Ausweitung auf weitere Werkgattungen möglich ist, können wir diskustieren, nachdem wir erst einmal einen sicheren Betrieb hinbekommen haben.

netzpolitik.org: Ihr wollt mindestens 50.000 Euro einwerben, um die Arbeit fortsetzen zu können, braucht aber eigentlich 200.000 Euro. Wofür soll das Geld verwendet werden? Und was macht Ihr, wenn die 50.000 Euro nicht reinkommen?

M.eik Michalke: Zur Zulassung durch die Staatsaufsicht, dem Deutschen Patent- und Markenamt in München, müssen wir auch vorweisen können, dass unsere Verwaltung und unser Abrechnungssystem funktionieren. Die Verwertungsgesellschaft muss also eigentlich schon fertig sein, bevor sie die Zulassung beantragen kann. Der Aufbau kostet Geld, daher das Crowdfunding. Ob es klappt oder nicht ist unserer Ansicht nach ein Indikator dafür, wie groß der Bedarf an einer Veränderung tatsächlich ist. Wer will, dass sich etwas tut, kann jetzt dazu beitragen.

netzpolitik.org: Wenn ich jetzt GEMA-Mitglied bin und auch Tantiemen bekomme, warum soll ich zu Euch wechseln?

M.eik Michalke: Im Augenblick dürfen wir ja noch gar keine Rechte wahrnehmen, daher raten wir niemandem, voreilig aus bestehenden Verträgen auszusteigen. Wer in der GEMA zufrieden ist, soll sich auch weiterhin von ihr vertreten lassen. Wer unzufrieden ist, kann erst einmal C3S-Fördermitglied werden und sehen, ob wir am Ende vielleicht besser zueinander passen. Wir haben uns etwa vorgenommen, die Abrechnungen genauer und transparenter zu halten. Das müssen wir jetzt aber erst einmal in die Tat umsetzen, und dann kann man beide Angebote vergleichen.

netzpolitik.org: Verliere ich bei einem solchen Wechsel meine Tantiemen und gehen die dann zu Britney Spears rüber?

M.eik Michalke: Wenn wir eine Zulassung und genug Repertoire haben, wird sich die Vermutung der Zuständigkeit ebenfalls ändern. Die GEMA kann dann nicht mehr alleine davon ausgehen, dass es Musik aus ihrem Bereich ist. Ein weiteres unserer Ziele ist es, mit zeitgemäßer Technik die Erfassungsgenauigkeit der lizenzierten Titel zu verbessern, so dass eingenommene Gelder auch den Urhebern zugeordnet werden können, für deren Musik bezahlt wurde.

netzpolitik.org: Werde ich zukünftig auch Tantiemen bekommen, wenn ich bei Euch Mitglied bin und meine Musik im Radio gespielt wird?

M.eik Michalke: Ja, das ist langfristig natürlich unser Ziel. Wir werden uns anfangs auf den Online- und Clubbereich konzentrieren, später kommen dann Liveaufführungen und Radio dazu. Wir müssen die Dienste schrittweise ausbauen.

netzpolitik.org: Es gibt auch europäischer Ebene eine Debatte über Wettbewerb der Verwertungsgesellschaften. Wie europäisch soll die C3S werden?

M.eik Michalke: Im Internetzeitalter machen Ländergrenzen für die Vermarktung nicht mehr so viel Sinn. Wir gründen eine Europäische Genossenschaft (SCE) und wollen nach erfolgreichem Start in Deutschland nach und nach auch in den anderen europäischen Ländern tätig werden. Auch das muss schrittweise geschehen, weil die Zulassungsverfahren überall etwas anders sind. Wir haben aber u.a. schon gute Kontakte nach Österreich und prüfen, was für eine Zulassung nötig wäre. Es gibt eine Reihe weiterer Partnerschaften, z.B. zu Younison. Einen Großteil der derzeit auf EU-Ebene diskutierten Vorschläge für eine Neuordnung von Verwertungsgesellschaften in Europa haben wir auch schon länger im Konzept, als diese Diskussion andauert.

netzpolitik.org: Wie kann ich mich einbringen und Euch unterstützen?

M.eik Michalke: Die beste Möglichkeit ist eine Beteiligung am laufenden Crowdfunding. Wer sich aktiv an der Arbeit beteiligen möchte, kann uns auch gerne kontaktieren.

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C3S: faire Alternative zur GEMA per Crowdsourcing finanzieren

c3s_logo_iconDie “cultural commons collecting society” (C3S) ist eine 2010 gestartete Initiative, zur Gründung einer modernen Verwertungsgesellschaft für Musik. Dieser Schritt wurde als notwendig angesehen, da eine Vielzahl von Urhebern und Urheberinnen nicht oder nicht mehr von der GEMA vertreten werden wollen. Wer mit seinen Werken allerdings auch in der Öffentlichkeit stattfinden möchte, hat zur Zeit quasi keine Alternative zur GEMA. Aus diesem Grund wurde am vergangenen Sonntag eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, mit dem Ziel die C3S als feste Alternative zur GEMA etablieren zu können.

Die C3S unterscheidet sich in einigen Punkten wesentlich von der GEMA. So ist sie als Europäische Genossenschaft konzipiert und nicht als wirtschaftlicher Verein wie die GEMA. Darüber hinaus soll jedes Mitglied über gleiches Stimmrecht verfügen, unabhängig von finanziellen Umsätzen oder anderer Faktoren. Ein entscheidender Unterschied zur GEMA ist die Möglichkeit der Urheber und Urheberrinnen, der C3S nur die Vertretung einzelner Werke anzuvertrauen und nicht direkt den gesamten Werkkatalog. Und auch die Unterstützung alternativer Lizenzen als gleichberechtigtes Gegenstück zum klassischen Urheberrecht wird angestrebt. m.eik michalke, kulturpolitischer Sprecher der C3S dazu:

Unser Ziel ist eine Verwertungsgesellschaft, die sowohl für die herkömmlichen Lizenzierungsmodelle als auch für die Förderung neuer, verbraucherfreundlicher Modelle wie Creative Commons eintritt.


Mit der Crowdsourcing-Kampagne möchte die C3S mindestens 50.000 Euro einnehmen um die bisherige Arbeit fortsetzen zu können. Ziel der Kampagne ist es aber 200.000 Euro einzunehmen, die “eine gemeinschaftliche Investition in die Zukunft der Musik” erlauben. Die Kampagne auf startnext läuft noch bis zum 30. September. Dennoch steht der Gründungstermin für C3S schon fest: der Startschuss soll am 25. September während des Reeperbahn Festivals in Hamburg erfolgen.

Hier noch ein Video der Initiative, welches auch auf der Webseite des C3S und auf der Kampagnenenseite samt weiterer Informationen zu finden ist:

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June 24 2013

Remixerin #7 Zoe.Leela: “Jede Idee baut auf der eines anderen auf”

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Zoe Leela (Bild: tompigs.com)

In der Serie “Remixer/in” erzählen Menschen über ihre Erfahrungen und Einstellungen zum Thema Remix und Remix-Kultur. Dieses Mal:  Zoe.Leela, Sängerin und Songwriterin aus Berlin.

Könntest Du Deinen Werdegang und Deine Musik kurz beschreiben?

In der festen Überzeugung, dass Kreativität als Wert für alle da ist, habe ich sowohl meine Debut EP „Queendom Come“ (2009) als auch mein Debut Album „Digital Guilt” (2012) unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht. Mit meinem Werdegang kann ich mittlerweile an vielen Beispielen zeigen, wie sich meine unter nicht-kommerziellen Creative-Commons-Lizenzen veröffentlichten Werke außerhalb traditioneller Schemata dennoch kommerziell verwerten lassen. Zoe.Leela steht daher für einen zeitgemäßen Umgang mit dem Urheberrecht, welches die private und faire Nutzung digitaler Güter nicht behindert, und gleichzeitig die Künstler, Autoren, Wissenschaftler und Forscher an Gewinnen beteiligt – und nicht etwa Wertschöpfungsketten und alte Geschäftsmodelle multinationaler Konzerne fördert. Ein wichtiges Bindeglied zwischen Free Culture und Business ist dabei für mich die C3S, eine gemeinschaftliche Initiative mit KünstlerInnen und für KünstlerInnen, eine neue und richtungsweisende europäische Verwertungsgesellschaft zu gründen.

Was meine Musik angeht, so wurde mein Debut Album „Digital Guilt kürzlich als ein „Berliner Bastard“ beschrieben, „der mit voller Wucht süße Popklänge mit kreativen Beats und Gitarrenriffs vereint.“ Des Weiteren: „leiste sich Digital Guilt einen immensen Abwechslungsreichtum. Mal poppig, mal smooth, mal was für den Club, mal verzweifelt mit verschmiertem Make Up, mal unterkühlt mit größter Souveränität“. Ich stimme all dem gerne zu.

Auf welche Weise verwendest Du selbst Werke Dritter?

Ich “verwende“ Werke Dritter in meinem kreativen Prozess. Jede Idee baut auf der eines anderen auf. Das neuste Video zu meinem Song „Pink Lips“ zum Beispiel (siehe Embed), basiert auf einem alten Hollywood Film, dessen Schutzfrist abgelaufen ist umd wir somit das Material für unseren eigenen Kontext nutzen konnten.

Du veröffentlichst Deine Musik unter einer Creative-Commons-Lizenz und erlaubst damit anderen, sie zu remixen. Hast Du keine Angst, dass Leute damit Dinge tun, die Dir nicht gefallen?

Kunst eröffnet dem Betrachter sowohl die Chance als auch das Risiko, mit sich selbst in Kontakt zu treten bzw. zu bleiben. Ich sehe das bei der Musik nicht anders. Daher ist Musik auch eine hochdifferenzierte Kommunikation mit der Gesellschaft. Wieso sollte ich diese Kommunikation werten, manipulieren oder gar unterbinden? Das käme einer Restriktion und Unterbindung von Kunst- und Meinungsfreiheit gleich.

Dinge, die mir nicht gefallen sind andere, zum Beispiel, wenn Leute als industriepolitisches Instrument mit den (scheinbaren) Interessen der Kreativschaffenden argumentieren, um Wirtschaftsinteressen durchzusetzen.

Was macht für Dich einen guten Remix aus?

Musik materialisiert sich nicht mehr vorrangig in und mit der Produktion von abgeschlossenen Werken, sondern verkörpert Reflexionsweisen; es geht heute um Handlungen und Haltungen parallel zur Kunst. Dabei kann die Kunst (Remix) auch vom Werk (Original) distanziert, entkoppelt und/oder systematisch infrage gestellt werden.

Ich gebe jedoch zu, wenn jemand meine Songs remixed freue ich mich natürlich dennoch, wenn die Quelle erkennbar ist, der Song selber aber zu einem Ort des experimentellen Austauschs geworden ist.

Hast Du schon einmal aus nur aus rechtlichen Gründen ein Sample oder ähnliches nicht verwendet und warum?

Ja. Ich wollte ursprünglich bei meinem Song „I Am“ einen Sample von Missy Elliott und Ice T verwenden, da ich aber weiß, dass ich mit meiner kulturpolitischen Haltung polarisisere, wollte ich meinen Kritikern keine Fläche bieten und habe mich an die Regeln gehalten.

Wurdest Du schon einmal abgemahnt oder hattest rechtliche Probleme wegen Deiner künstlerischen Tätigkeit?

Nein, ich wurde noch nie abgemahnt. Ich hatte bisher auch keine rechtlichen Probleme. Mein Anspruch auf eine wirtschaftliche Beteiligung gegenüber Dritten, die mit meinen Werken Geld verdienen wurde – abgesehen von Seiten der GEMA – Rechnung getragen. Dies wird allerdings nicht von jedem gerne gesehen. Das Musikbusiness ist wie jeder andere Wirtschaftszweig primär an Profit interessiert. Da passt eine erfolgreiche Selbstvermarktung nicht wirklich in das Konzept. Trotz der wirtschaftlichen Vorteile, die mir die CC-Lizenzen verschaffen, werde ich als Künstlerin aufgrund der Wahl meiner Lizenzierung von der Verwertung ausgeschlossen. Eine Zwei–Klassen-Gesellschaft im Umgang mit geistigem Eigentum ist die Konsequenz.

Was hältst Du von der Idee, ein vergütetes Recht auf Remix einzuführen?

Die Frage stellt sich für mich nicht. Durch die Erstellung der Creative-Commons-Lizenzverträge sind den Urhebern Optionen an die Hand gegeben worden, festzulegen, ob und unter welchen Bedingungen (im privaten Raum) eigene Werke geremixed werden dürfen. Entsteht ein Remix im kommerziellen Raum, werden Zahlungen vereinbart. Aber bitte lasst den Menschen doch auch ihren Spaß an Kreativität und Produktivität. Es lebe die Vielseitigkeit!

Zum Abschluss, was ist Dein persönlicher Lieblingsremix?

Mein persönlicher Lieblingsremix ist der The-Unik-Tambour-Battant-Remix meines Songs „Destroy She Says, welcher der Gewinnerbeitrag von The Unik beim Remix Contest in Kooperation mit dem Beat Magazin (2010) war.

Das ist ein Crosspost vom Blog der Initiative ‘Recht auf Remix‘, die in einer Petition um Unterstützung samt Link zum persönlichen Lieblingsremix bittet.

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May 30 2013

Wettbewerb: Wie soll die Zukunft des Urheberrechts aussehen?

Bild von Radek Czajka, Lizenz: CC-BY-SA

Bild von Radek Czajka, Lizenz: CC-BY-SA

Die “Modern Poland Foundation” veranstaltet bereits zum zweiten Mal einen Wettbewerb zum Thema “Zukunft des Urheberrechts”. Unter dem Namen “Future of Copyright Contest 2.0″ können bis zum 1. Juli Arbeiten zu diesem Thema abgegeben werden, egal in Textform, als Video oder als eine Audio-Produktion. Damit der spätere Gewinner beziehungsweise die spätere Gewinnerin auch einen Preis erhält, wurde auf indiegogo eine Crowdfounding-Kampagne gestartet, mit dem Ziel mindestens 500€ zu erhalten.

It’s hard to find a person who is pleased with the current shape of the copyright system. In most countries. People who attempt to earn a living from this system also try to have digital monitoring systems work for them. Meanwhile, users are have less and less rights. „Lady with an Ermine” is laughing about our battle to use her image (see below). The public domain is shrinking. There are some efforts to expropriate some of its areas. Therefore, user’s rights are tightened. There are new proposals on the table that focus on finding a way to narrow fair use and to cut proposed exceptions for unprivileged people (impaired or just living in Global South).

Therefore, once again we ask the following question: what should a good copyright system look like? Is it possible to live without sharing? Will artists disapear if we make copyright less strict? Can we make culture without artists?

Die Jury, welche später den Sieger küren wird, besteht neben dem Präsidenten der “Modern Poland Foundation” Jaroslaw Lipszyc, aus Mike Linksvayer, dem ehemaligen Vize-Präsidenten von Creative Commons, Joe McNamee, dem Geschäftsführer von EDRi sowie Jérémie Zimmermann , dem Mitgründer von La Quadrature du Net.

Das Werk des Gewinners aus dem letzte Jahr, “Morphology of a Copyright Tale” von Aymeric Mansoux, ist hier online zu finden.

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May 24 2013

Wenn Creative Commons zu restriktiv ist: Digitalisate der Bibliotheca Augusta

Vor zwei Tagen habe ich an dieser Stelle über Schönheitsfehler beim Digitalisierungsprojekt der Österreichischen Nationalbibliothek gebloggt, weil geheime Verträge mit Google eine Beschränkung für kommerzielle Nutzung für den Zeitraum von 15 Jahren vorsehen. Einer der wesentlichen damit verbundenen Probleme ist, dass von dieser Regelung auch die Wikipedia betroffen sein könnte, deren Creative-Commons-Lizenz (CC-BY-SA) eine kommerzielle Nutzung explizit erlaubt.

Wie heise.de berichtet, hat nun die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel bekannt gegeben, ihre digitalisierten Werke unter einer ebendieser CC-BY-SA-Lizenz zugänglich machen zu wollen (PDF der Erklärung). Leider ist die Seite der Bibliothek derzeit nicht nur schwer zu erreichen, dem Bericht auf heise.de zu Folge begründet die “Bibliotheca Augusta” diese Entscheidung wie folgt:

Mit dem Schritt wolle die Bibliothek “nach dem Vorbild der Open-Source-Bewegung” sicherstellen, dass Quellen und Forschungsergebnisse optimal genutzt werden können. Außerdem setze man so einen Akzent für eine offene und freie Wissenschaftskultur im Umgang mit dem “uns anvertrauten Kulturerbe”. Das solle ungehindert und frei von rechtlichen Schranken zirkulieren können.

So erfreulich diese Motivation und Begründung auch ist, die gewählte Lizenz ist leider dennoch, streng genommen, ein Fall von Copyfraud (um nicht den sperrigen deutschen Begriff der “Urheberrechtsberühmung” zu verwenden): die Anmaßung von Urheberrechten, wo keine bestehen. Denn bei den digitalisierten Inhalten handelt es sich um gemeinfreie Werke. Creative-Commons-Lizenzen basieren jedoch auf dem Urheberrecht und die mit ihnen verbundenen Einschränkungen können deshalb auch nur wirksam werden, wenn Urheberrechte an den Werken bestehen.

cc0Gleichzeitig ist mit der Verwendung von Creative-Commons-Lizenzen aber auch eine Signalwirkung verbunden: die Lizenzlogos signalisieren, dass Weitergabe und, je nach Lizenz, auch Remix ohne Rückfrage erlaubt sind. Wer also diese Signalwirkung nutzen und gleichzeitig die Gemeinfreiheit der Werke nicht einschränken möchte, für den bietet Creative Commons mit “CC Zero – No Rights Reserved” auch eine Option an. Das wäre dann auch noch besser für ein ungehindertes und freies Zirkulieren der digitalisierten Werke.

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August 27 2012

i-am-cc.org: Creative Commons für Instagram

Obwohl via Instagram täglich über 5 Millionen Bilder hochgeladen werden, gibt es bei dem von Facebook gekauften Dienst – im Unterschied zum Fotodienst Flickr – keine Möglichkeit, diese einfach unter eine Creative-Commons-Lizenz zu stellen. Wie Martin Weigert auf netzwertig.com beschreibt, gibt es mit i-am-cc.org nun einen Workaround. Allerdings nutzen bislang gerade einmal knapp 2.500 von 80 Millionen Instagram-Usern diese Möglichkeit. Gerade bei den im Web veröffentlichten Instagram-Bildern ist das aber ein Problem, wie Weigert erläutert:

Wer ein fremdes Instagram-Foto ohne das vorherige Einholen einer Erlaubnis an anderer Stelle im Netz oder in Printmedien publiziert, bewegt sich in juristisch unsicheren Gewässern. Zumindest theoretisch könnte der Urheber rechtlich gegen diese erneute Veröffentlichung vorgehen. Selbst wenn viele Instagram-Anwender kein Problem mit einer Weiterverwertung ihrer Kreationen haben dürften, fehlt schlicht eine Rechtssicherheit, damit sich Instagram ähnlich wie Flickr zu einem Dreh- und Angelpunkt der Anhänger freier Inhalte entwickelt.

Bislang ist die Creative-Commons-Lizenzierung auf diese Weise allerdings nicht für Einzelbilder, sondern nur für sämtliche in einem bestimmten Zeitraum veröffentlichte Fotos möglich. Das könnte insbesondere dann für Probleme sorgen, wenn es um Persönlichkeitsrechte von abgebildeten Personen geht, die einer Verbreitung ihres Bildes widersprechen könnten.

Ganz allgemein bleibt zu hoffen, dass nicht nur Facebook/Instagram sondern ganz allgemein Plattformbetreiber für nutzergenerierte Inhalte bereits von sich aus komfortable Tools zur alternativen Lizenzierung von Inhalten in ihre Dienste einbauen.

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August 06 2012

Schade: Keine Creative Commons-Bilder der deutschen Paralympioniken

Als Anfang Juli ein Team von Wikimedia Deutschland zur Einkleidung der Olympioniken nach Mainz anreiste, konnte sich das Ergebnis sehen lassen: Von immerhin jedem zehnten deutschen Olympia-Sportler wurden Fotos gemacht und unter Creative Commons-Lizenz veröffentlicht.

Was für die Olympischen Spiele gut ist, kann für die (in der Öffentlichkeit leider stets unterrepräsentierten) Paralympischen Spiele nicht schaden – möchte man meinen. Leider wird es aber vorerst keine Creative Commons-Fotos der paralympischen Athleten geben – die Bildrechte für die komplette Einkleidung der Sportler gingen exklusiv an die Firma Picture Alliance. Der Nicht-Exklusive Teil der Veranstaltung, ein dreistündiger Medien- und Fototermin, hätte allerdings nicht ausgereicht, alle 150 Sportler zu fotografieren.

Wer einen Blick auf die Liste der deutschen Paralympics-Teilnehmer wirft, sieht das Problem: Zu den meisten Sportlern existiert bislang kein Artikel, auch andere Informationen sind eher schwer zu finden. Umso bedauerlicher ist es, dass hier eine Chance verpasst wurde, den deutschen Behindertensport einem größeren Publikum zugänglich zu machen.

Die (laut Deutsche Behindertensportverband) für die Rechtevergabe an beiden Einkleidungsveranstaltungen zuständige Deutsche Sport-Marketing GmbH konnte sich spontan nicht äußern, will aber zeitnah ein Statement abgeben.

 

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