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August 14 2011

Kommentar: Vorstand schmeißt Daniel Domscheit-Berg aus dem CCC

Die Sonne und die Frischluft beim Camp des Chaos Computer Clubs hat wohl nicht allen Anwesenden gut getan. Nach Andy Müller-Maguhns Spiegel- Interview zeichnete sich das ja schon ab.

Gestern wurde dann eine späte, mehrstündige Vorstandssitzung einberufen, an deren Ende der einstimmige Beschluss stand, Daniel Domscheit-Berg aus dem CCC herauszuwerfen.

Was den Beteiligen im Eifer des Gefechts entgangen war: Daniel ist gar nicht Mitglied des CCC, sondern nur des Berliner CCCB. Das allein lässt schon interessanten Schlüsse darüber zu, wie bedacht die Entscheidungsträger vorgegangen sein müssen. Der Beschluss wurde Daniel dann satzungsgemäß förmlich am Zelt zugestellt. Update: CCCB-Mitglieder sind automatisch CCC-Mitglieder. Update: Dieser Auffassung widerspricht RA Markus Kompa. Belassen wir es vorerst bei “unklar”.

Ich persönlich war überrascht, dass die Satzung des CCC eine solche Entscheidung ohne Mitgliederversammlung vorsieht. Es ist auch bei weitem nicht so, dass alle Mitglieder hinter der Entscheidung stehen, geschweige denn – im Gegensatz zur überraschend gut unterrichteten Presse – überhaupt darüber informiert waren. Unverständnis und Fassungslosigkeit zeichneten heute morgen die allgemeine Stimmung. Viele waren verärgert, dass diesem schönen Camp nun im Schatten dieses Zicken-Kriegs steht, der inzwischen nur noch zum Rotwerden taugt.

Die Entscheidung begründet der Vorstand laut dpa-Meldung (und Pressemitteilung) mit der “TÜV”-Amgelegenheit, dass also Daniel für OpenLeaks das Gütesiegel “getestet vom Chaos Computer Club” habe beanspruchen wollen, als er dazu aufrief, das Projekt in seiner Testphase zu prüfen und in einem Workshop mit anderen zu vergleichen. Das war in der Presse als “Nachdem das System von den Hackern getestet worden ist, soll es in Betrieb gehen.” interpretiert worden – und das wiederum von Andy Müller-Maguhn als Instrumentalisierung (obwohl er selbst beim Vortrag anwesend war, und auch bei seiner Wortmeldung keinen Unmut geädert hatte).

Ein vernünftiger Test war allerdings nicht möglich, weil der Code des Systems nicht veröffentlicht wurde. Man konnte also etwas einreichen, und fragen ob es ankommt. die Anonymität und Sicherheit des Systems lässt sich so aber nicht annähernd ausreichend testen. Das klarzustellen war richtig und wichtig. Ob es aber auch ein Grund ist, aus dem CCC zu fliegen, hätte ich stark bezweifelt bevor die Entscheidung des Vorstands bekannt wurde.

Mich hätte aber mal interessiert, wie wohl darauf reagiert worden wäre, wenn Daniel NICHT zum Testen des Systems aufgerufen hätte. Bei fast jedem Talk auf Congress und Camp ist es üblich, dem Publikum am Ende etwas zum selbst Ausprobieren und Prüfen zu geben – mal unter besseren, mal unter schlechteren Bedingungen, als Daniel es getan hat.

Wenn er es nicht getan hätte? Wahrscheinlich hätte man entschieden, dass man ihm nicht mehr trauen könne, an seiner Integrität zweifle, und ihn deshalb aus dem Club geworfen.

Dass Daniel schon seit einiger Zeit nicht mehr das Vertrauen von Andy Müller-Maguhn und einigen anderen Club-Mitgliedern genießt, ist seit Monaten eines der am schlechtesten gehüteten Geheimnisse. Und wenn man sich die Gründe, die die Personen für ihre Enttäuschung angeben anhört, sind sie größtenteils nachzuvollziehen. Dabei geht es um die Sicherheit des bei Wikileaks genutzten Systems, über das von Julian und Daniel Angaben gemacht wurden, die sich im Nachhinein als ein bisschen sehr übertrieben, um nicht zu sagen falsch und im äußersten Fall vielleicht sogar als irreführend und gefährlich für Whistleblower herausstellten.

Natürlich spielen aber auch die im Club-Umfeld häufiger mal zu hörenden Geheimdienstkooperations-Verdächtigungen eine Rolle. Und die Affäre um die schon erwähnte ominöse Festplatte gibt es ja auch noch. Elf Monate hat der Club in dieser Angelegenheit versucht, die rationale, bedachte und vernünftige Position des Vermittlers einzunehmen. Nun wurde dieses Ansinnen als erfolglos beerdigt – und mit auf die Boulevard-Schiene aufgesprungen. Schade, denn es wirft vor allem auf den Club kein gutes Licht.

Ich habe schon gestern geschrieben, dass ich Andys Unmut nachvollziehen kann, und größtenteils auch teile. Dieser Rausschmiss jedoch ist verfrüht, unangemessen und zutiefst emotional statt wohlüberlegt rational. Er erinnert mich an Borderline-Persönlichkeiten, die häufig bei Kleinigkeiten Kurzschlussreaktionen mit reichlich Pathos und viel Überzeugung zum Extrem treiben, und dabei auch den Schaden, den sie sich selbst und ihren Interessen zufügen, billigend in Kauf nehmen. Wass sollen denn die Nachbarn Medien denken?

Daniel soll kaltgestellt werden. Das ist inzwischen offensichtlich. Andy hat es auch geschafft, den Rest des Vorstandes zu einem einstimmigen Entschluss zu bewegen. Bei seinem Interview war das nicht so. Das wollte er erst im Namen des CCC führen, was er nicht durchgekriegt hat, was aber wiederum der Presse aber egal war, die ihn dann nicht nur für den CCC sondern sogar gleich für die “Hacker” sprechen ließ.

Man kann nur mutmaßen, welche weiteren Gründe den CCC-Vorstand zu der ziemlich schnell gefassten Entscheidung bewogen haben. Und man kann auch nur hoffen, dass es noch ungenannte, wichtigere und vor allem auch mal handfeste Gründe für die Entscheidung gibt, als die bisher öffentlich genannten.

Sonst nämlich lässt diese überstürzte Entscheidung und das radikale mediale Vorgehen an der Zurechnungsfähigkeit des Gremiums zweifeln, das in der Angelegenheit OpenLeaks jetzt nicht nur ein bisschen Porzellan zerschlagen, sondern direkt den ganzen Schrank umgeworfen hat, um jetzt noch auf den Scherben herumzutrampeln. Sehr professionell ist das nicht, wenn die erste Regel der Entscheidungsfindung – triff keine, wenn du wütend bist – verletzt wird.

Auch clubintern werden jetzt wohl noch einige Debatten über das Was und vor allem das Wie stattfinden. Vor allem bleibt abzuwarten, wie der Vorstand des CCCB, auf den nun einige leidige Debatten zukommen, entscheidet. Wir werden es dann sicherlich auf Spiegel Online erfahren.

Aber sonst war es schön, das Camp.

Update / Nachtrag:

1. Daniel ist die zweite Person, die aus dem CCC fliegt. Die erste war irgendein Nazi, der wohl auch Club-Infrastruktur missbraucht hat. Ich habe das nicht weiter recherchiert, aber hier gab es wohl ein langes Hin und Her vor der Entscheidungsfindung.

2. Zur Tüv-Sache schreibt Fefe in einem Update zu seinem gestrigen Artikel:

Vom CCC wird niemals eine Aussage der Art “wir haben das getestet und für gut befunden” geben. Der CCC testet generell keine Produkte. Anders herum wird ein Schuh daraus: der CCC deckt gelegentlich Sicherheitsprobleme auf. Die erheben dann aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Und was der CCC auf keinen Fall zulassen wird, ist dass Firmen oder Projekte damit werben, vom CCC getestet worden zu sein. Das ist die Basis, auf der die gesamte Glaubwürdigkeit des CCC ruht, und daher reagiert der CCC gerade so gereizt angesichts der OpenLeaks-auf-dem-Camp-getestet-Sache. Daniel weiß das auch und ich bin mir ziemlich sicher, dass er das der Presse auch nie so gesagt hat. So ist es aber offenbar angekommen und daher muss der CCC diesen Eindruck jetzt schnell und nachhaltig korrigieren.

3. Korrektur von Frank: Wer CCCB-Mitglied ist, ist auch CCC-Mitglied.

4. Fefe schreibt heute:

Wenn man sich schon zu so einem Schritt entschließt (und schon das halte ich für einen Fehler), hätte manzumindest Daniel Gelegenheit geben müssen, von sich aus die Mitgliedschaft niederzulegen. So zivilisiert sind wir ja wohl!

August 13 2011

August 10 2011

Bilder vom Chaos Communication Camp 11

Seit Mittwoch läuft das Chaos Communication Camp 11, das bis Sonntag in Finowfurt bei Berlin stattfindet. Auf Flickr habe ich ein Set an Bildern hochgeladen. Hier gibt es einen Fahrplan der Vorträge und hier Links zu den Streams.

(Ich nutze selten Flickr und konnte die Funktion nicht finden, wie ich ein Set als Slideshow-Widget mit HTML-Code einbinden kann. Bin ich nur blind oder gibt es diese Funktion nicht für einen kostenlosen Account?)

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July 30 2011

Creative-Commons-Party “CreativeChaos” heute Abend in Wiesbaden

Zum zehnten Mal findet heute Abend in der Wiesbadener Kreativfabrik die vom CCC Mainz/Wiesbaden (CCCMZ) veranstaltete Creative-Commons-Party “CreativeChaos” statt. Die Resident-DJs werden von Sven Krohlas vom Darker Radio mit rockigen Klängen am Mischpult unterstützt. Los geht es um 21 Uhr. Eintritt und Musik sind frei.

Creative Chaos Party Wiesbaden

Vorerst letzte "Creative Chaos"-Party in Wiesbaden

Leider wird die Veranstaltung heute die vorerst letzte in der Party-Reihe sein, da Veranstaltungsaufwand und Resonanz auf Dauer leider nicht im Verhältnis standen. Wer die bisherigen Parties also verpasst hat, hat heute nochmals die Gelegenheit mitzufeiern.

 

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July 26 2011

30 Jahre CCC – Mit dem Hacken davongekommen

einestages auf SpOn berichtet über “30 Jahre Chaos Computer Club – Mit dem Hacken davongekommen”.

Es war die Geburtsstunde des Chaos Computer Clubs: In subversiver Runde trafen sich im September 1981 in den Räumen der Berliner “taz” Nerds aus der ganzen Bundesrepublik. Bekannt wurde die Hackerverbindung allerdings erst drei Jahre später – mit einem Coup, der eine Hamburger Bank arm machte.

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July 22 2011

Camp 2011 Trailer

Es gibt jetzt einen schönen offiziellen Trailer für das nahenden Chaos Communication Camp 2011: Camp 2011 Trailer. Anscheinend soll das Video auch in 3D funktionieren, wenn man die passende Brille aufsetzt. Das kann ich aber gerade nicht verifizieren.

Kein HTML5? Dann guck hier.

Kann man hier auch als m4v herunterladen.

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July 14 2011

Fahrplan des CCC-Camp ist online

Vom 10. – 14. August findet in Finowfurt nahe Berlin das Chaos Communication Camp statt. Dafür wurde jetzt der Fahrplan des Programmes in einer ersten Version online gestellt. Tickets gibt es noch (solange der Vorrat reicht) für 140 Euro im Vorverkauf oder für 175 EUro vor Ort. Ein Zelt muss man aber selbst mitbringen. Bisher gehen die Meterologen davon aus, dass der August sommerlicher wird als der Juli.

Ich werde am zweiten Tag über “Digitale Gesellschaft e.V. – Ein neuer Ansatz, um digitale Bürgerrechte zu erhalten” sprechen.

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June 09 2011

Meine Playstation gehört mir

Frank Rosengart vom CCC hat im Freitag einen spannenden Gastbeitrag zum Thema Ownership. Hacking und Urheberrecht geschrieben: Meine Playstation gehört mir.

Doch von Anfang an. Wenn ich ein Mobiltelefon oder eine Spielkonsole kaufe, gehört sie mir. Ich besitze sie und bin ihr Eigentümer – könnte man glauben. Was dem Laien klar erscheint, regeln die Gesetze aber alles andere als eindeutig. Und so hat der Sony-Konzern jüngst einen deutschen Elektrobastler verklagt, der seine Playstation aufgeschraubt und umprogrammiert hat. Das könnte weit reichende Folgen haben: Sollten die Richter die Gesetze zu Gunsten von Sony auslegen, müssten auch all jene Strafen fürchten, die Datenskandale wie jüngst bei Apples iPhone, Googles Android-Handys oder Facebook aufdecken.

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May 13 2011

Diskussion: Constanze Kurz vs. Julia Schramm

Gestern diskutierten Constanze Kurz vom CCC und Julia Schramm von der Spackeria beim WDR5-Funkhausgespräch über “Facebook, Google, Staat & Co. – Wie viel Privatsphäre brauchen wir?”

Facebook kennt unsere Freunde und Vorlieben, vielleicht auch die politische Einstellung, und oft sogar unseren Tagesablauf. Google speichert, auf welchen Seiten wir surfen, und Amazon, welche Bücher und Filme wir mögen. Während Datenschützer dazu aufrufen, mit den eigenen Daten zurückhaltend umzugehen, hat sich eine Bewegung gebildet, die Datenschutz in Zeiten des Internets gar nicht mehr für möglich hält. Die Datenschutzkritiker wollen stattdessen eine Gesellschaft, in der es kein Nachteil ist, wenn z.B. bekannt wird, welche Krankheit jemand hat. Auch der Staat wird wahrscheinlich bald wieder speichern, mit wem wir telefonieren und mailen, wann wir wie lange im Internet sind. Deshalb wollen wir wissen: Wie viel Privatsphäre braucht der Einzelne in der modernen Gesellschaft?

Hier ist die MP3.

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April 26 2011

2 Jahre Tanzen ohne Kopierschutz: #CreativeChaos-Party am 29.04.2011 in Wiesbaden

“Wir brechen ein neues Bit an! “: Der Chaos Computer Club Mainz feiert das 2-jährige Jubiläum seines CreativeChaos-Projekts. Am 29. April wird in der Wiesbadener Kreativfabrik wieder freie Musik geboten. Zum achten Mal in 2 Jahren präsentiert der CCCMZ die Creative Chaos Party.

Zusätzlich zur freien Musik für die Ohren gibt es diesmal auch freie Bilder auf die Netzhaut. Kräftige Unterstützung in Sachen freier House-Musik bekommen die Resident DJs Martin und Boris von Gast Oliver Sebastian, der schon beim Free! Music! Contest! die Menge in der Kreativfabrik zum Tanzen brachte. Der Abend wird entsprechend recht elektronisch geprägt sein.

Der Eintritt ist wie immer frei. Los geht es um 22:30 Uhr. Die Sampler der aktuellen und der vergangenen Parties (die konsequenterweise auch online zu finden sind) sind am Abend gegen Spende auch in aufwändig-schicker Aufmachung physikalisch erhältlich.

Zum Warmup bietet sich der CC-Rock im Rüsselsheimer “Rind” an, wo The Nuri aus Wiesbaden Alternative Rock darbieten, Pornophonique aus Darmstadt für kuschelige 8-Bit-Lagerfeuer-Romantik sorgt und Das Frivole Burgfräulein für Punk zuständig ist. Der Musikpiraten e.V. wird ebenfalls vor Ort sein und eine Creative Commons-Kopierstation mitbringen, bei der es nicht nur die Alben der auftretenden Bands zum Mitnehmen geben wird. Einlass 20:00 Uhr, laut wird es ab 20:30 Uhr, der Eintritt beträgt 5€.

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CCC präsentiert die Kulturwertmark

Nach zweijähriger Diskussion hat der Chaos Computer Club heute mit der Kulturwertmark ein neues Modell zur ungelösten Urheberrechtsfrage im digitalen Zeitalter vorgelegt. Aus der Pressemitteilung:

Im Rahmen des fairen Ausgleichs zwischen allen Interessensgruppen sind eine Reihe von grundlegenden Änderungen an den bestehenden Urheberrechtsmodellen notwendig. Insbesondere müssen Schutzfristen deutlich verkürzt und die straf- und zivilrechtliche Verfolgung von Filesharing und privaten Kopien auf kommerzielle – also auf profitorientierte Gewinnerzielung zielende – Verstöße beschränkt werden. Ebenso sollen die verwerterorientierten Prämissen des derzeitigen Urheberrechts überwunden und ein angemessener Ausgleich zwischen Autoren- und Rezipientenrechten erzielt werden. Dafür erhalten die Kreativen in Deutschland die Möglichkeit, an einem riesigen neuen Markt mit garantiertem Mindestvolumen teilzunehmen und die Gewißheit, daß ihre Werke auch in Zukunft zugänglich und rezipierbar bleiben.

“Mit der Kulturwertmark wird gleichzeitig die gerechte Entlohnung von Kreativen gesichert, die sinnlose Verfolgung des privaten, nicht-kommerziellen Filesharing beendet und eine deutliche Vergrößerung der digitalen Allmende erreicht”, faßte CCC-Sprecher Frank Rieger die Vorteile des Systems zusammen. Ernstgemeinte Vorschläge für einen griffigeren Namen als “Kulturwertmark” nimmt der CCC selbstverständlich gern entgegen.

Eine FAQ beantwortet Fragen und Antworten zur Kulturwertmark. iRights.info berichtet und hier gibt es das Konzeptpapier als PDF oder im Netz.

Das Konzept:

1. Jeder Teilnehmer am System zahlt monatlich einen allgemein festgelegten Betrag. (In der radikalsten Variante wird der Betrag von allen Steuerpflichtigen erhoben. Realistisch ist für den Anfang die Erhebung über den Internetzugang.)

2. In Höhe dieses Betrages erhält jeder Teilnehmer Einheiten einer kryptographisch gesicherten Micropayment-Währung, der Kulturwertmark.

3. Jeder Künstler, der am System teilzunehmen wünscht, registriert sein Werk für die Teilnahme.

4. Nutzer können nun auf einfache Weise einen Betrag in Kulturwertmark ihrer Wahl für das Werk an den Künstler transferieren. Sie erwerben damit keine persönlichen Rechte an dem Werk, sondern drücken ihre Wertschätzung aus. Es steht dem Künstler natürlich frei, beispielsweise für den Download eines Werkes von seiner Seite einen bestimmten Betrag der Kulturwertmark festzusetzen. Alternativ kann die Möglichkeit zum Ausgeben der Kulturwertmark in Werke integriert werden, die dann völlig außerhalb der Kontrolle des Künstlers getauscht oder per Filesharing weitergegeben werden können. Der Künstler erhält das Euro-Äquivalent der für ein Werk gezahlten Kulturwertmark in regelmäßigen Abständen ausgezahlt.

5. Wird ein zuvor festgelegter Schwellwert erreicht, fallen die Verwertungsrechte für das Werk automatisch in den Besitz der Öffentlichkeit und stehen fortan unter einer freien Lizenz, beispielsweise einer geeigneten Variante aus dem Creative-Commons-Fundus.

6. Beträge, die von den Teilnehmern innerhalb eines bestimmten Zeitraumes (etwa ein Jahr) nicht ausgegeben werden, werden automatisch entsprechend aller vergebenen Beträge verteilt. Es gibt also eine vorhersehbare Menge Geld, die pro Jahr tatsächlich verteilt wird.

7. Als Gegenleistung für diesen de facto garantierten Mindestumsatz wird das bisherige Urheberrecht deutlich zugunsten der Rezipienten geändert. Exzessiv lange Schutzfristen werden verkürzt, die zivil- und strafrechtliche Verfolgung nicht-kommerziellen Filesharings wird eingestellt.

Im Ergebnis entsteht ein zweiter Markt für Kunst- und Kulturwerke, der mit minimalem Bürokratie-Überhang zum einen ein sinnvolles Auskommen für Künstler ermöglicht, zum anderen dabei den Marktkräften noch vollen Raum zur Entfaltung läßt und schlußendlich eine fortlaufend wachsende digitale Allmende schafft, die allen zur Verfügung steht.

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