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February 25 2014

March 26 2013

Umfangreiches BpB-Dossier zu Wikipedia

Auf den Seiten der Bundeszentrale für politische Bildung findet sich ab sofort ein umfangreiches Dossier zum Thema Wikipedia. Die Bandbreite an darin behandelten Themen rund um die freie Enzyklopädie ist beeindruckend.

Im Bereich Geschichte beschäftigen sich die Beiträge nicht nur mit der Geschichte der Wikipedia selbst sondern auch deren historischen Vorläufern, der Temporalisierung von Wissen und der Frage,  ob die Mediengattung “Enzyklopädie” unter den Voraussetzungen der digitalen Wissensgesellschaft weiterleben kann:

Schon der Name Wikipedia verweist auf die Verschmelzung des Alten und Bewährten (Enzyklopädie) mit dem Neuen und Innovativen (Wiki-Technologie). Dabei darf freilich nicht übersehen werden, dass Innovation in gewisser Weise immer auch die Veränderung des bislang Gültigen bedeutet. Im Falle der Wikipedia scheint der Grat zwischen Kontinuität und Umbruch besonders schmal, denn hier treffen die strengen Qualitätsansprüche der Buchkultur auf die Offenheit, Dynamik und Flexibilität der digitalen Wissensgesellschaft.

Gleich fünf Beiträge beschäftigen sich mit Machtstrukturen, zum Beispiel mit der Frage “Wer (oder was) beherrscht Wikipedia?“ und ob es sich bei der Wikipedia um eine geschlossene Gesellschaft handelt. Grundsätzlicher versucht sich Felix Stalder in diesem Zusammenhang an der “Bestimmung der Freiheit in freier Kultur“.

Im Bereich “Globalisierung des Wissens“, zu dem ich auch einen Beitrag über “Formale Organisation und informale Gemeinschaft“ beisteuern durfte, wird die vermeintliche Globalität der Wikipedia kritisch unter die Lupe genommen. In “Die Welt in der Wikipedia als Politik der Exklusion” dokumentiert Mark Graham dass “große Teile der Welt […] in der Wikipedia nicht abgebildet [werden], andere sind hingegen überrepräsentiert.” Deutschlands wohl profiliertester Wikipedia-Journalist Torsten Kleinz wiederum, der auch für den Beitrag zur Wikipedia-Geschichte verantwortlich zeichnet, widmet sich in einem weiteren Artikel “Unerwünschtes Wissen” dem Thema Wikipedia und Zensur. Außerdem vergleicht Johanna Niesyto die deutsche und die englische Version der Wikipedia in “Konsens in zwei Sprachversionen” und Maja van der Velden beschäftigt sich mit indigenem Wissen und Datenbanken:

Möglichst viel vom Wissen der Welt soll in nur einer Datenbank zusammenfließen. Was aber wenn indigenes Wissen grundsätzlich anders funktioniert. Wenn Wikipedia in seiner Ordnung des Wissens sogar die falschen Fragen stellt?

Weitere Themenbereiche des Dossiers sind Journalismus, (Politische) Bildung, und Wissenschaft.

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February 13 2012

APuZ: Digitale Demokratie

“Digitale Demokratie” ist das Thema der heute erschienenen Ausgabe von Aus Politik und Zeitgeschichte, die wie immer auch als pdf verfügbar ist.

Inhaltlich bietet das Heft einen Überblick zu ziemlich vielem, was uns hier in den vergangenen Monaten beschäftigt hat:

Jan-Hinrik Schmidt geht auf die mehrschichtige Rolle von Internet und sozialen Medien im Bezug auf Demokratisierung ein, von der Revolutionskatalysierung in der arabischen Welt bis zu den Auswirkungen auf die Kommunikationssymetrien. Besonders die Problematik der Vereinnahmung der Netzwelt durch Konzerne stellt er in diesem Zusammenhang heraus:

Mit Ausnahme der Wikipedia sind die dominierenden Plattformen des social web im Besitz von Unternehmen und Konzernen, die wiederum ein Interesse daran haben, möglichst umfassende Informationen über ihre Nutzerinnen und Nutzer zu sammeln. [...] Es ist offen, inwiefern eine gesellschaftliche Mehrheit auf Dauer damit einverstanden sein wird, dass an solch zentraler Stelle von Mediennutzung nicht nur eine Einschränkung ihrer informationellen Selbstbestimmung droht, sondern auch eine Machtfülle entsteht, der keine ausreichende demokratische Legitimierung und Kontrolle entgegensteht.


Christian Stöcker, der Ressortleiter Netzwelt von Spiegel Online, stellt “aktuelle netzpolitische Brennpunkte” vor und bietet dabei einen Schnelldurchlauf, in dem die Facebook-Datenschutzproblematik ebenso wie die Vorratsdatenspeicherung und der Zusammenhang von Urheberrechten und Zensur erklärt werden.

Daniel Roleff geht auf das sich durch e-Government, Open Data und weitere Trends verändernde Verhältnis zwischen Bürger und Staat ein, Karl-Rudolf Korte auf die veränderten Anforderungen an die Politik in einer beschleunigten Informationsgesellschaft und Christoph Bieber hat sich mit der Piratenpartei beschäftigt. Miriam Meckel arbeitet sich zum Abschluss einmal mehr am Verhältnis zwischen Mensch und Maschine ab und zeichnet das dystopisch-esoterische Zukunftsbild aus ihrem Buch Next – Erinnerungen an eine Zukunft ohne uns vor:

Es gibt keine Zauberformel, die wie in Goethes Ballade vom “Zauberlehrling” Mensch zu Mensch und Maschine zu Maschine zurückverwandeln könnte. Und es wird auch kein Meister kommen. Denn es gibt keinen. Wenn wir keine Beweise und keine Unterscheidungsmöglichkeiten mehr haben, ergeht es uns in der Unbeobachtbarkeit unserer Menschlichkeit schlimmer als dem Zauberlehrling: “Heute wissen wir Zauberlehrlinge nicht nur nicht, daß wir die Entzauberungsformel nicht wissen, oder daß es keine gibt; sondern noch nicht einmal, daß wir Zauberlehrlinge sind.”

January 11 2012

Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat das Buch “Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus” lizenziert und als Nummer 1198 in ihre Schriftenreihe aufgenommen. Für 4,50 Euro erhält man dort das 462 Seiten dicke Buch von Wolf Schneider und Paul-Josef Raue, im Buchhandel ist es teurer.

Journalist – für viele ein Traumberuf. Texten, interviewen, recherchieren, immer am Puls der Zeit und nah dran am Geschehen. Aber was müssen Journalisten eigentlich können? Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus? Und wie gelingt der Einstieg in den Job? Die erfahrenen Journalisten Wolf Schneider und Paul-Josef Raue stellen Arbeitstechniken, Formate und Redaktionsalltag vor. Anhand anschaulicher Beispiele zeigen sie, wie es richtig geht – und wie auf gar keinen Fall. Sogar auf die für Journalisten zentrale Frage “Wie gewinne ich den Leser?” haben sie die Antwort parat. Dieses Standardwerk dient Berufseinsteigenden, Volontären und Jungredakteuren seit Langem als ideale Orientierung. Die überarbeitete und erweiterte Neuausgabe ergänzt das Handbuch um alles Wissenswerte zum Online-Journalismus sowie zur Arbeit in und mit PR und Pressestellen.

December 15 2011

Die Datenfresser bei der BpB

Das Buch “Die Datenfresser” von Constanze Kurz und Frank Rieger wurde jetzt von der Budneszentrale für politische Bildung neu aufgelegt und ist dort für 4,50 Euro erhältlich.

Es ist einfach, einladend und praktisch: Die meisten von uns tauchen täglich tief in die virtuellen Welten der sozialen Netzwerke, der Communities und Foren ein. Wir bestellen und buchen online, laden hoch und runter. Ohne Zweifel hat die digitale Revolution uns eine Menge Vorteile und Möglichkeiten beschert. Doch diese Entwicklung hat Schattenseiten. Jedes digitale Agieren hinterlässt Daten. Sie lassen sich, je mehr, desto besser, zu individuellen Profilen zusammenführen und gewähren so tiefe Einblicke in die Interessen, Gewohnheiten und Wünsche eines Menschen – ideal für die globale Werbewirtschaft, die Milliarden mit solchen freiwillig oder unfreiwillig überlassenen Datenspuren verdient. Doch auch staatliche Stellen bedienen sich zunehmend und mit unterschiedlichsten Motiven persönlichskeitsbezogener Informationen. Wo, warum und für wen sind wir transparent? Und was soll, was kann und was muss man dagegen tun?

October 23 2011

Datenreport 2011

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat den Datenreport in der 2011-Edition online gestellt. Das rund 16 MB große PDF ist auch als Buch bestellbar und kostet 7 Euro.


Der “Datenreport” gehört mittlerweile zu den Standardwerken für all jene, die sich schnell und verlässlich über statistische Daten und sozialwissenschaftliche Analysen zu den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen in der Bundesrepublik Deutschland informieren wollen:

Band I

1. Bevölkerung
2. Familie, Lebensformen und Kinder
3. Bildung
4. Wirtschaft und öffentlicher Sektor
5. Arbeitsmarkt und Erwerbstätigkeit
6. Private Haushalte – Einkommen, Ausgaben, Ausstattung
7. Sozialstruktur und soziale Lagen
8. Wohnverhältnisse und Wohnkosten

Band II

9. Gesundheit und soziale Sicherung
10. Öffentliche Sicherheit und Strafverfolgung
11. Räumliche Mobilität und regionale Unterschiede
12. Umwelt und Nachhaltigkeit
13. Freizeit und gesellschaftliche Partizipation
14. Subjektives Wohlbefinden und Wertorientierungen
16. Deutschland und Europa

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October 11 2011

fluter: Jetzt reicht’s aber. Thema Protest

Das fluter-Magazin wird von der Bundeszentrale für politische Bildung rausgegeben und hat in der aktuellen Ausgabe den Schwerpunkt “Jetzt reicht’s aber. Thema Protest“. Die komplette Ausgabe kann man als PDF herunterladen, auf der Webseite findet man auch die einzelnen Artikel als PDF.

Und hier ist das Editorial:

Jetzt reicht’s aber. Thema Protest

Wenn Protest aufkommt, ist Vertrauen verloren gegangen. Proteste sind Akte öffentlicher Kommunikation durch Ungehorsam. Mit der Ruhe öffentlicher Ordnung ist es dann vorbei, die Routinen der Repräsentation werden durchbrochen.

Wenn Protest aufkommt, ist Vertrauen verloren gegangen. Proteste sind Akte öffentlicher Kommunikation durch Ungehorsam. Mit der Ruhe öffentlicher Ordnung ist es dann vorbei, die Routinen der Repräsentation werden durchbrochen. Ob der Ungehorsam zivil bleibt oder auch nur bleiben kann, ist eine Frage der konkreten Verhältnisse und Erfahrungen. Protestierende geben jedenfalls ein sichtbares Zeichen ihres gewachsenen Selbstvertrauens und Mutes: Wir sind auch noch da. Und wir wollen etwas.

Wenn es konkret wird, kennt Protest viele Formen, Anlässe, Verläufe. In Europa geht es seit Monaten um die Folgen der sogenannten Finanzkrise, also letztlich um Verteilungsgerechtigkeit angesichts der herrschenden Austeritätspolitik. Die Ausmaße der Jugendarbeitslosigkeit sind zum Teil abgründig. Das massenhafte Signal der Aussichtslosigkeit, das davon ausgeht, rührt an den Kern des Gesellschaftsvertrages. Immer konkreter wird dabei auch die Frage nach der Legitimation des ganzen europäischen Projektes und seines Überlebens gestellt. Der Arabische Frühling begann mit Protesten, die in Revolutionen mündeten. Deren Ausgang ist offen, hier beginnen die politischen Kämpfe erst. Aber schon jetzt bieten sie ein faszinierendes und motivierendes Bild des Freiheitswillens. Auch hier waren es oft Jugendliche, die bereit waren, um ihre Zukunftsaussichten zu kämpfen. Und die dabei realisierten Taktiken innerhalb sozialer Medien sind beeindruckend.

In China werden in den Protesten der Wanderarbeiter deren brutale Lebensbedingungen zum Thema. Manches trägt Züge der Frühformen des industriellen Kapitalismus in Europa, der auch auf dem Rücken von Millionen Lohnsklaven errichtet wurde. Und es erinnert uns daran, dass die Segnungen der Globalisierung in Form billiger Konsumgüter immer noch ihren bitteren Preis haben.

Ob Protest Erfolg hat? Die Aussichten sind ebenso ungewiss wie seine Formen vielfältig. Am ehesten wenn es gelingt, das Momentum medialen Aufsehens zu verstetigen. Dem kurzen Aufschrei fehlt ja oft ein langer Atem. Wo er aber da ist und sich Protestbewegungen in soziale Bewegungen weiterentwickeln, steigen die Erfolgsaussichten. Dann wird aus Protest Politik. Deutschland hat damit in den letzten Jahrzehnten auch gute Erfahrungen gemacht. Die Pluralität der Protestkulturen trifft sich hier inzwischen mit einer entwickelten Differenzierung in den Antworten der Institutionen. Ob das hält, wenn die nächsten großen Krisen die öffentliche Meinungsbildung aufwühlen, werden wir noch sehen müssen.

Thorsten Schilling

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