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September 09 2013

Wer hätte 1984 geahnt, dass dies “Big Brother” ist und dass die Zombies zahlende Kunden sein würden?

Der aktuelle Spiegel berichtet über Angriffe der NSA auf gängige mobile PLattformen wie Blackberry, Android und iPhone. Die Recherchen stützen sich auf interne Dokumente der NSA aus dem Snowden-Fundus. Einige Folien hat der Spiegel auch abgebildet, wie diese hier:

spiegel_1984

Mit zwei anderen Folien wird dann diese Satz gebildet:

Who knew in 1984… that this would be big brother… and the zombies would be paying customers?

Unklar ist, wie die NSA an die Daten auf den Geräten kommen. Möglicherweise über die Backups auf den Desktop-Rechnern (bei iTunes) oder über die Cloud-Infrastrukturen, die Google, Apple & Co anbieten, um Daten zu synchronisieren und abzuspeichern.

Besonders freuen sich Analysten der NSA über die in Smartphones und vielen ihrer Apps gespeicherten Geodaten, mittels derer sie erkennen können, wann sich ein Nutzer wo aufgehalten hat.

Die Geodaten werden oft direkt von diversen Apps gespeichert und eine Vielzahl an Apps werden mit Scripten von Smartphones ausgelesen.

Die „Bequemlichkeit“ der Nutzer werde dafür sorgen, notieren die Analysten, dass die meisten freiwillig zustimmten, wenn sie von Anwendungen gefragt würden, ob diese ihren aktuellen Standort verwenden dürften, heißt es in den Unterlagen der US-Spione.

Neben Android und iPhone ist auch die Verschlüsselung von Blackberry geknackt worden. Unklar ist noch, wieviel Aufwand die NSA benötigt, gegen Blackberry Nutzer vorzugehen. Unsere Politik betrifft das auch ein wenig:

Vor nicht allzu langer Zeit hat die Berliner Regierung einen Großauftrag für die sichere mobile Kommunikation in Bundesbehörden vergeben – unter anderem an einen Verschlüsselungsanbieter, der bei der Hardware auf ein vermeintlich an sich schon abhörsicheres Gerät setzt: BlackBerry.

Aber wie wir heute gelernt haben: Das ist kein Thema der Politik.

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August 20 2013

BSI 2005 über BlackBerry E-Mail Push-Dienst: “Britische Behörden haben Zugriff auf das gesamte Nachrichtenaufkommen”

Deckblatt: Sicherheitsaspekte des E-Mail-Push-Dienstes

Deckblatt der BSI-Analyse: Sicherheitsaspekte des E-Mail-Push-Dienstes “BlackBerry”

Das gesamte Nachrichtenaufkommen des E-Mail-Push-Dienstes von BlackBerry wird zwangsweise über Großbritannien geleitet und steht den örtlichen Sicherheitsbehörden zur Verfügung. Das schrieb das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vor acht Jahren in einem internen Papier, das wir in Volltext veröffentlichen. Die britischen Behörden konnten demnach schon damals unter “sehr weit gefassten Voraussetzungen” auf alle Nachrichten zugreifen, unter anderem auch ganz offiziell zur Wirtschaftsspionage.

Heute Vormittag berichteten wir über die Ablehnung unserer Informationsfreiheits-Anfrage nach einem BSI-Papier über die Sicherheit von BlackBerry-Produkten. Die für IT-Sicherheit zuständige Bundesbehörde verweigerte unsere Anfrage, weil die Antwort “nachteilige Auswirkungen auf die internationalen Beziehungen haben” könnte. Das lassen wir nicht gelten und haben weiter gegraben.

Wie wir herausfinden konnten, hat die WirtschaftsWoche zum damaligen Bericht von Jürgen Berke mindestens in der Print-Ausgabe auch den Inhalt der BSI-Analyse gedruckt. Wir haben diese wieder ausgegraben und zitieren hiermit in Volltext aus dem Papier mit dem Titel “Sicherheitsaspekte des E-Mail-Push-Dienstes ‘BlackBerry’” mit Stand vom 20. September 2005:

1. Die Übertragungssicherheit beruht vollständig auf proprietären Mechanismen der Firma RIM. Der zur Verschlüsselung verwendete mathematische Algorithmus wird zwar als sicher angesehen, für die Qualität der Implementierung, der Schlüsselerzeugung und des Schlüsselmanagements liegt jedoch keine unabhängige Evaluierung vor.

2. Das gesamte Nachrichtenaufkommen wird zwangsweise über ein Mobile Routing Center (MRC) im Ausland geleitet (für Europa nach Großbritannien, Egham bei London). Damit sind dort alle Verbindungsdaten (Absender, Empfänger, Uhrzeit) sowie die (verschlüsselten) Kommunikationsinhalte verfügbar. Nach britischem Recht können die örtlichen Sicherheitsbehörden unter sehr weit gefassten Voraussetzungen (unter anderem zum Wohl der britischen Wirtschaft) Zugang zu diesen Daten Daten erhalten (RIP-Act 2000). Im Falle von (aus britischer Sicht) ausländischem Nachrichtenverkehr dürfen diese sogar ohne Personenbezug aufgeklärt werden.

3. Es ist nicht möglich, eine eigene, von RIM unabhängige Verschlüsselung zum Schutz der Kommunikationsinhalte zu realisieren. So lassen sich Mail-Anhänge, die vom Nutzer (zum Beispiel mit PGP oder Chiasmus) verschlüsselt wurden, mit BlackBerry nicht übertragen. Eine Verschlüsselung des Übertragungsweges (…) scheitert an der speziellen Blackberry-Infrastruktur.

4. Der im Unternehmensnetz installierte Synchronisationsserver BES (Blackberry Enterprise Server) wird mit einer Software der Firma RIM betrieben und benötigt hoch privilegierten Zugriff auf die Mail/Messaging-Server des Unternehmens. Er kann somit auf den gesamten dort gespeicherten Datenbestand zugreifen.

5. Alle Verfahren, Softwarekomponenten und Protokolle sind proprietär und werden von RIM als Firmengeheimnis behandelt. Das tatsächliche Betriebsverhalten des Systems lässt sich daher nicht überprüfen. Kritisch ist in diesem Zusammenhang, dass auf rund der verschlüsselten Übertragung nicht nachvollziehbar ist, welche Nachrichten zwischen Blackberry Enterprise Server und Mobile Routing Center ausgetauscht werden.

Das Fazit des Bundesamtes lautete:

Bei dieser Sicherheitseinschätzung können ausschließlich die potentiellen Möglichkeiten, die Blackberry zur nachrichtendienstlichen Informationsbeschaffung bietet, betrachtet werden. Ob und inwieweit diese Möglichkeiten tatsächlich genutzt werden, entzieht sich der Kenntnis des BSI und ist nicht Gegenstand dieser Einschätzung. Aus Sicht des BSI ist Blackberry auf Grund der oben dargestellten unsicheren Architektur für den Einsatz in sicherheitsempfindlichen Bereichen der öffentlichen Verwaltung und spionagegefährdeten Unternehmen nicht geeignet.

Zur Einordnung verweisen wir gerne noch auf ein paar weitere Meldungen der letzten Jahre:

Kann uns wer sagen, ob wir (oder die WirtschaftsWoche) jetzt die internationalen Beziehungen beschädigen?

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Spaß mit Informationsfreiheit: BSI warnt vor Blackberry, Begründung gefährdet die internationalen Beziehungen

Sitz des BSI in Bonn. Bild: Qualle. Lizenz: Creative Commons BY-SA 3.0.

Sitz des BSI in Bonn. Bild: Qualle. Lizenz: Creative Commons BY-SA 3.0.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt vor BlackBerry, weil britische Dienste Zugriff auf das “gesamte Nachrichtenaufkommen” haben. Ein Einblick in die zugrundeliegende Analyse wird uns aber verwehrt, da die Informationen die internationalen Beziehungen gefährden würden. Das BSI verweigert hier seine Aufgabe: Die IT-Sicherheit in unserer Gesellschaft.

Langsam können wir die Rubrik Spaß mit Informationsfreiheit zur eigenen Dauer-Kategorie befördern. Der neueste Streich: Vor acht Jahren (!) warnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor den Diensten des Unternehmens BlackBerry. Jürgen Berke berichtete damals in der WirtschaftsWoche:

Nach Volkswagen meldet auch das Bonner Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Bedenken an und warnt vor dem Gebrauch der mobilen E-Mail-Maschine. „Auf Grund der unsicheren Architektur ist der Blackberry für den Einsatz in sicherheitsempfindlichen Bereichen der öffentlichen Verwaltung und spionagegefährdeten Unternehmen nicht geeignet“, heißt es in einer BSI-Analyse. Der „nur zum internen Gebrauch“ erstellte Bericht kreidet RIM an, dass das „gesamte Nachrichtenaufkommen zwangsweise“ über ein Rechenzentrum in Egham bei London geleitet wird. „Nach britischem Recht“ – so der BSI-Bericht – können „die örtlichen Sicherheitsbehörden unter sehr weit gefassten Voraussetzungen (unter anderem zum Wohle der britischen Wirtschaft)“ – Zugang zu allen Verbindungsdaten und Inhalten erhalten. „Es gibt damit die theoretische Möglichkeit, dass Dritte auf die E-Mails zugreifen, die vom Blackberry versandt werden“, erklärt BSI-Referatsleiter Michael Dickopf.


Nachdem CCC-Sprecher Frank Rieger letzten Monat berichtete, dass Blackberry 10 E-Mail-Passworte für NSA und GCHQ zugreifbar macht ist uns die BSI-Analyse wieder eingefallen, die wir prompt per Informationsfreiheits-Anfrage angefordert haben. Jetzt kam die kürzeste IFG-Antwort, die wir bisher erhalten haben:

Ihr o.g. Antrag wird nach § 3 Nr. l lit. a) IFG abgelehnt, da das Bekanntwerden der Information nachteilige Auswirkungen auf die internationalen Beziehungen haben kann.

Das BSI ist eine Bundesbehörde und gehört zum Geschäftsbereich des Innenministeriums. Es wird aus Steuern finanziert und erarbeitet Informationen zur IT-Sicherheit für die öffentliche Verwaltung, Wirtschaftsunternehmen, Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen sowie Privatanwender. Warum darf die Öffentlichkeit eine von ihr bezahlte Untersuchung nicht sehen, in der vor bestimmten Diensten gewarnt wird? Wie passt das mit der Aufgabe zusammen, “den sicheren Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnik in unserer Gesellschaft zu ermöglichen und voranzutreiben”? Und was hat das mit den internationalen Beziehungen zu tun?

Natürlich lassen wir das nicht auf uns sitzen und haben zunächst den Informationsfreiheitsbeauftragten Peter Schaar um Vermittlung gebeten.

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August 29 2012

FinSpy Mobile: Deutscher Staatstrojaner FinFisher für iPhone, Android und Blackberry enttarnt

Nach der Enttarnung des Staatstrojaners FinSpy aus der Produktpalette von FinFisher sind jetzt auch Versionen für mobile Endgeräte entdeckt und analysiert wurden. Forscher des Citizen Lab haben Trojaner für iOS, Android, BlackBerry, Windows Mobile und Symbian enttarnt, die sie für Varianten von FinSpy Mobile halten. Die Software kann die Telefone komplett überwachen, inklusive Anschalten des Mikrofons und Ortung des Geräts.

Wie bereits bei der enttarnten Windows-Version nutzen auch die neuen Versionen für Smartphones und Tablets Strings wie “FinSpy” oder den Namen des Firmenchefs “Martin Muench”, Domains wie “demo-de.gamma-international.de” und Command & Control Server, die “Hallo Steffi” antworten:



Die Trojaner können die volle Kontrolle über die Smartphones übernehmen, inklusive dem Aufzeichnen aller Kommunikation wie Telefonaten, SMS und Blackberry Messenger, dem Download aller Dateien, dem heimlichen Anschalten des Mikrofons und die Überwachung des Aufenthaltsortes des Mobilgeräts in Echtzeit.

Überwachungs-Geräte in der Tasche

Über den Infektionsweg sagt das Team um Morgan Marquis-Boire wenig. Nur: Falls die Trojaner die mobilen Betriebssysteme nicht direkt angreifen, benötigen alle untersuchten Exemplare eine Interaktion des Nutzers, wie dem Klicken auf einen Mail-Anhang oder eine Webseite.

Neben den neuen Versionen haben die Forscher des Citizen Lab auch weitere Kommando-Server in Äthiopien, Bahrain, Brunei, Indonesien, Mongolei, Niederlande, Singapur, Tschechische Republik, Turkmenistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten gefunden. Damit bestätigen sie weitgehend die Analyse von Rapid 7. Nicht alle diese Staaten setzen jedoch automatisch den Trojaner ein, mindestens der Amazon-Cloud Server in den USA war wohl nur ein Proxy.

Vernon Silver berichtet auch über die neueste Analyse auf Bloomberg News. Ihm gegenüber bestätigte Firmenchef Martin J. Muench, dass Gamma mit FinSpy Mobile auch einen Trojaner für mobile Endgeräte verkauft. Wie, und auf welchen Plattformen, dazu will er keine Auskunft geben.

Gegenüber netzpolitik.org bestätigte Muench, dass die bisher analysierten Samples “von den Funktionalitäten her definitiv Ähnlichkeiten” zu FinFisher haben, aber für eine endgültige Bestätigung mehr Zeit für die Analyse notwendig ist. “Sofern es sich tatsächlich um FinSpy handelt, so muss es hier eine Version sein die temporär z.B. für Produktdemonstrationen verwendet wurde”, so Muench. Auch Bloomberg zitiert eine Pressemitteilung von Gamma, dass eine Demo-Version der Software gestohlen worden sei:

“The information that was stolen has been used to identify the software Gamma used for demonstration purposes,” the release said. “No operations or clients were compromised by the theft.” The Gamma statement said that while its demo products contain the word “FinSpy” — a marker the researchers used to help identify samples — its more sophisticated operational products don’t.

Gamma hält sich laut eigenen Aussagen beim Export seiner Überwachungs-Software an die “Exportbestimmungen in Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Deutschland”. Dumm nur, dass die in Deutschland gar nicht kontrolliert werden.

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August 02 2012

Indien kann BlackBerry entschlüsseln, Gerüchte über globale Backdoor

Die Indische Regierung kann jetzt nach jahrelangen Forderungen BlackBerry Messenger und E-Mails entschlüsseln. Das berichtet die größte englischsprachige Tageszeitung Indiens. Umstritten ist, ob nur die Kommunikation über zentrale Server in Indien betroffen ist, oder ob es eine allgemeine Hintertür gibt.

Seit zwei Jahren will Indien auf die verschlüsselten Daten von Research In Motion (RIM) zugreifen. Heute zitiert die Times of India einen Firmensprecher:

I can confirm that RIM is providing an appropriate lawful access solution that enables India’s telecom operators to be legally complaint with respect to their BlackBerry consumer traffic.


Jede Instanz der Software BlackBerry Enterprise Server (BES) hat einen eigenen Krypto-Schlüssel. Man kann die Software entweder selbst aufsetzen, was meist nur Unternehmen machen, oder den Server nehmen, der direkt von Research In Motion betrieben wird. The Register berichtet nun, dass RIM wahrscheinlich den Schlüssel des eigenen Servers an die indischen Behörden gegeben hat, wie sie es auch in Großbritannien taten.

Nachdem Indien gedroht hatte, Blackberries zu verbieten, wenn die Behörden nicht auf die Daten zugreifen können, habe RIM die Kommunikation indischer BlackBerry-User nicht mehr über seine Server in Kanada abgewickelt, sondern extra Server in Indien dafür aufgebaut. Für die gilt dann auch indisches Recht, und die Behörden haben ihren Zugriff.

The Times of India berichtet darüber hinaus über eine Präsentation von RIM selbst, bei der jegliche Kommunikation von BlackBerry-Geräten abgehört werden könne:

Correspondence reviewed by ET, however, shows that the solution demonstrated by RIM can intercept all BlackBerry services. A telecom department official also confirmed that corporate emails would form part of the services that the government will be able to monitor.

Das soll die Firma Verint (“Better Business and a Safer World”) entwickelt haben.

The Register bezweifelt diese Möglichkeit. Viel mehr außer Sicherheit hat RIM nicht mehr als Verkaufsargument. Wenn sie das täten und es ans Licht kommt, wären sie am Ende. Zudem behauptet Indien das nicht zum ersten Mal.

So oder so, diese Geschichte beweist mal wieder: Verschlüsselung kann man nur trauen, wenn sie offen ist und man sie selbst einrichtet.

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June 03 2011

Internet-Blackout in Syrien

Die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti berichtet, dass in Syrien aufgrund der laufenden Proteste heute Internet und Telefon ausgeschaltet worden sind: Syria in total internet blackout – provider.

Syria remains completely offline since Friday morning, the country’s state telephone and internet service said. “We have a problem. We are now striving to tackle it,” a spokeswoman for the internet service said without giving further details.

Global Voices Online berichtet ebenfalls und hat einige Augenzeugenberichte.

Update: Danke an Daniel für den Link in den Kommentaren. Das Google Transparency Center berichtet, dass der Internet-Traffic in Syrien heute Morgen rapide abgesunken ist.

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