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December 28 2011

#28c3: How governments have tried to block Tor

Ein weiterer bisheriger Höhepunkt auf dem #28c3 war der Vortrag von Roger Dingledine und Jacob Applebaum zum Thema “How governments have tried to block Tor”.

Asu der Beschreibung:

Iran blocked Tor handshakes using Deep Packet Inspection (DPI) in January 2011 and September 2011. Bluecoat tested out a Tor handshake filter in Syria in June 2011. China has been harvesting and blocking IP addresses for both public Tor relays and private Tor bridges for years.

Roger Dingledine and Jacob Appelbaum will talk about how exactly these governments are doing the blocking, both in terms of what signatures they filter in Tor (and how we’ve gotten around the blocking in each case), and what technologies they use to deploy the filters — including the use of Western technology to operate the surveillance and censorship infrastructure in Tunisia (Smartfilter), Syria (Bluecoat), and other countries. We’ll cover what we’ve learned about the mindset of the censor operators (who in many cases don’t want to block Tor because they use it!), and how we can measure and track the wide-scale censorship in these countries. Last, we’ll explain Tor’s development plans to get ahead of the address harvesting and handshake DPI arms races.

September 28 2011

Diskussion: Netzpolitische Koalitionsverhandlungen in Berlin

Heute findet in der Vertretung des Landes Niedersachsen, Berlin der Kongress des SuMa e.V. statt.

Ab 17:15h gibt es dort ein Panel mit dem Titel “Die netzpolitischen Koalitionsverhandlungen in Berlin” mit
Thomas Heilmann (CDU, stellvertretender Landesvorsitz.)
Jonas Westphal (SPD)
Stefan Gelbhaar (Grüne)
Sebastian Koch (Die Linke)
und Christopher Lauer (Piratenpartei)
moderiert von Mathias Schindler, Wikimedia Deutschland e.V.

Davor, um 15:20h diskutieren übrigens auch

Dr. Konstatin von Notz (MdB, Grüne)
Christoph Kappes (Offener Brief an Google, Unternehmer)
Christian Heller (Spackeria)
Dr. Pascal Schumacher (Medienrechtler, Univ. Münster)
und ich
unter Moderation von Jens Best, Politikwissenschaftler über Anonymität als Bürgerrecht oder Gefahr.

Das komplette Programm gibt es hier.

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September 26 2011

Gericht: Anonymität im Netz gewährleistet Meinungsfreiheit

Das wird die Innenpolitiker der Union sicher nicht interessieren, die gerade festgeschrieben haben, dass eine anonyme Teilhabe am politischen Meinungs- und Willensbildungsprozess abzulehnen ist: : Anonymität im Netz gewährleistet Meinungsfreiheit.

Das OLG Hamm hat sich in seinem Beschluss grundsätzlich zur Frage der anonymen Meinungsäußerung im Internet geäußert. Das OLG sieht die anonyme Nutzung des Internets als “typisch” an und “der grundrechtlichen Interessenlage” entsprechend. Die Anonymität gewährleiste dem Individuum die Ausübung seines nach Artikel 5 des Grundgesetzes geschützten Rechts auf freie Meinungsäußerung. Eine Abkehr von der Anonymität, also “[die] Verpflichtung, sich namentlich zu einer bestimmten Meinung zu bekennen, würde allgemein die Gefahr begründen, dass der Einzelne aus Furcht vor Repressalien oder sonstigen negativen Auswirkungen sich dahingehend entscheidet, seine Meinung nicht zu äußern.”

Bei Telemedicus findet sich das Urteil.

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August 30 2011

Mal was neues: Netzsperren gegen Verletzungen des Urheberrechts

Der Bundesverband Musikindustrie, der Börsenverein des deutschen Buchhandels und die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechten haben heute das vierteljährliche Update ihres Katalogs dystopischer Forderungen zur Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen herausgebracht.

Dieses Mal geht es – wie hätte es anders sein sollen? – um die Anonymität und – alter Hut! Aber bald ist ja wieder #fsa– um Netzsperren.

Aber dort, wo auch den Behörden eine Aufklärung nicht gelingt, ist die Politik gefragt, als ultima ratio den Internet Service Providern den klaren Auftrag zu erteilen, die Anonymität von Rechtsverletzern aufzuheben und anonym betriebene illegale Seiten unerreichbar zu machen.

Besonders schön an der Pressemitteilung: Die zitierten Zahlen sind recht nüchtern und deuten auf alles andere als eine die Industrie in Verderbnis stürzende Massenkriminalität:

Unter allen Internetangeboten für TV-Serien dienen Online-Mediatheken der TV-Sender den meisten Nutzern (26% von 2 Millionen) als Anlaufpunkt Nummer 1. Beliebteste illegale Quellen waren in 2010 auch für TV-Serien-Inhalte solche illegale Streaming-Portale, wie kino.to & Co. (10%), gefolgt von Sharehostern (8%).

Die Replik des Digitale Gesellschaft e.V. trägt den Titel “Jammern der Musik- und Filmindustrie selbstverschuldet – Rechtslage und Anbieter benachteiligen Nutzer”

„Wer nur teure und dann auch noch mangelhafte, restriktive Angebote macht, darf sich nicht wundern, wenn der wirtschaftliche Erfolg ausbleibt“, sagt Markus Beckedahl. „Ein überteuertes Auto, dass man zudem nur Dienstags und bei Regen fahren darf, kauft ja auch keiner freiwillig, wenn er stattdessen auch einfach den Bus nehmen kann.“

Disclaimer: Ich engagiere mich bekanntlich im Verein Digitale Gesellschaft, Stellungnahmen anderer Gruppen habe ich bisher nicht gefunden, ich nehme sie bei Hinweis direkt in den Artikel auf.

August 19 2011

Warum Anonymität gefährlicher ist als eine Schusswaffe

erklärt Bundesinnenminister HP Friedrich auf Abgeordnetenwatch:

Nach Straftaten mit legalen Schusswaffen von Sportschützinnen und Sportschützen müssen die Ursachen und begünstigenden Umstände für eine solche Tat untersucht werden. Pauschale Forderungen nach einem Verbot oder der Einschränkung des Schießsports sind da nicht zielführend.

Klar, nur wegen der paar schwarzen Schafe, die Menschen ermorden, sollte man sich doch nicht etwas so schönes wie den Schießsport vermiesen, denn:

In unserer heutigen, immer individuelleren Gesellschaft, leisten unter anderem auch die Schützenvereine einen vorbildlichen Beitrag für unser Gemeinwohl. Neben der Pflege von Tradition und Brauchtum wird mit der generationenübergreifenden Zusammenarbeit bei jungen Menschen das Gefühl der Zugehörigkeit zum und die Verantwortung für unser Gemeinwohl gestärkt.

Bei der Anonymität (korrekt wäre: Pseudonymität) im Internet ist das aber bekanntlich eine ganz andere Sache. Meinungsfreiheit mag zwar im Gegensatz zum Schusswaffenbesitz ein Grundrecht sein, aber weil sie in Verbindung mit Anonymität keinen so vorbildlichen Beitrag für unser Gemeinwohl leistet, wie eine Schusswaffe, kann man hier ja klare Kante zeigen. Hier ist offensichtlich die Forderung nach einem Verbot oder einer Einschränkung der Pseudonymität zielführend.

So so.

August 05 2011

Realnamenpflicht ist Machtmissbrauch

Die US-Anthropologin Danah Boyd hat jetzt auch zur Diskussion über Realnamenpflicht und Pseudonyme gebloggt: “Real Names” Policies Are an Abuse of Power. Ein Ausschnitt:

The people who most heavily rely on pseudonyms in online spaces are those who are most marginalized by systems of power. “Real names” policies aren’t empowering; they’re an authoritarian assertion of power over vulnerable people. These ideas and issues aren’t new (and I’ve even talked about this before), but what is new is that marginalized people are banding together and speaking out loudly. And thank goodness.

Sie verweist auch noch auf die Kampagnenseite “My Name Is Me”.

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August 03 2011

Gute Gründe für Pseudonyme

Metronaut.de hat einen Artikel von Jillian C. York von der EFF ins deutsche übersetzt: Gute Gründe für Pseudonyme.

Es gibt tausende von Gründen, warum jemand einen anderen Namen benutzen möchte, als seinen Geburtsnamen. Manche Leute haben Sorge, dass ihr Leben oder ihre Existenzgrundlage bedroht werden oder dass ihnen politisch oder ökonomisch Nachteile entstehen. Andere wollen Diskriminierung vermeiden oder einfach einen Namen nehmen, der leichter zu merken oder buchstabieren ist.

Über das Thema hatte Jillian auf der vergangenen re:publica’11 bereits gesprochen: Policing Content in the Quasi-Public Sphere. Damals interessierte es aber viele noch nicht. Hier ist die Videoaufzeichnung:

Ebenfalls zum Thema passt ein Kommentar von Johannes Kuhn bei sueddeutsche.de: Das Netz muss Anonymität zulassen.

Wird das Internet ein besserer Ort, wenn wir alle nur noch mit unserem echten Namen unterwegs sind? Die Welt von Facebook und Google Plus verheißt einen friedlicheren Diskurs im Netz – tatsächlich aber ist ein Online-Universum ohne Pseudonyme eine gefährliche Vision.

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August 01 2011

Gegoogelt und abgestempelt

Bei Taz.de steht ein netter Artikel zur aktuellen Debatte um eine KLarnamenpflicht im Netz: Gegoogelt und abgestempelt – Folgen eines User-Kommentars auf taz.de.

Plötzlich wurden Nils bei Bewerbungsgesprächen seltsame Fragen gestellt – zu Juden und seinem Frauenbild. Der Deutsch-Iraner hatte auf taz.de kommentiert.

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July 15 2011

5 vor 7: GooglePlus, Facebook und der Datenschutz

Kai Biermann hat Google+ und Facebook verglichen. Beim Test der beiden Netzwerke kommt er zu einem eindeutigen Ergebnis:

“Geht es um Transparenz, Kontrolle und Bedienbarkeit der Privatsphäre, ist Google+ daher der klare Sieger.”

# Privatsphäre: Google+ vs. Facebook (Zeit Online)

Angelika Slavik dürfte das anders sehen. In der Süddeutschen beschäftigt sie sich mit einer “Super-Datenbank” für Werbekunden, in der Google Nutzerdaten sammelt. In einer früheren Version des Artikels war wohl auch vom Verkauf von Nutzerdaten zu lesen.

Tatsächlich scheint es bei dem intern “DDP” genannten Projekt aber wohl “nur” um behavorial targeting zu gehen. Also um gezielte Werbeeinblendungen nach Interessensgebieten. Anja Janotta schreibt bei WuV:

Unter dem Namen “DDP” (Dynamic Document Packages) plant er eine Plattform zum Kauf und Verkauf von Daten. Ziel sei es, schreibt AdAge damit Online-Werbung zielgruppengenau schalten zu können.

D.h. der Kunde kauft keine “Kundendaten” im eigentlichen Sinne, sondern Nutzungsstatistiken und/oder Werbung innerhalb einer – von Google ausdifferenzierten – Zielgruppe.

# Google plant die Super-Datenbank (Süddeutsche)
# Google plant Werbedatenbank (WuV)

Beim nächsten Aufreger schlagen zwei Herzen in meiner Brust: Ich verstehe, dass es Menschen gibt, für die auf Grund spezieller Interessen, ihres Backgrounds oder aus anderen nachvollziehbaren Gründen nur eine anonyme Nutzung sozialer Netzwerke in Frage kommt. Kein Problem.

Gleichzeitig verstehe ich, dass es Menschen gibt, die in ihrem persönlichen Netzwerk gerne wissen wollen, mit wem sie es zu tun haben. Google löst das Problem bisher mehr oder weniger salomonisch. Google-Sprecher Stefan Keuchel antwortete bereits am Dienstag auf eine Frage von Christian Sickendieck (fixmbr):

Um G+ nutzen zu können bitten wir um einen Vor- und einen Nachnahmen. Das sind die “Spielregeln” auf die sich ein Nutzer einlassen muss. Aber: Niemand verlangt einen Identitätsnachweis. Die von Dir beschriebenen Menschen die auf Anonymität angewiesen sind, werden G+ sicher mit einem entsprechenden Namen nutzen. Mehr Infos zu “Your Name and Google Profiles” findest Du hier: http://goo.gl/lCx5b

Freilich hält das Google nicht davon ab, Profile zu sperren, die offenkundig pseudonym genutzt werden. Heute hat es u.a. Enno Park erwischt. Und Sieckendieck legt nach …

# Google+ schmeißt Nutzer wegen Pseudonym raus (Spiegel Online)
# Quo vadis Google? (Christian Sickendieck)

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June 14 2011

Elektronisches Geld

Chaosradio Express Folge 182 behandelt das Thema “Elektronisches Geld“. Tim Pritlove befragt dabei ausführlich Andreas Bogk und dieser erzählt die Geschichte von eCash bis Bitcoin. (MP3)

Schon in den 1990er Jahren versuchten Kryptographen Wege zu entwickeln, wie man das Konzept “Geld” in elektronischer Form realisieren kann, um Werte im Internet weiterreichen zu können. Nach kurzen Experimenten mit digitalem Münzgeld setzten sich dann zunächst reine Weiterleitungsdienste wie PayPal durch. Durch das relativ neue Projekt Bitcoin ist elektronisches Geld wieder in aller Munde. Im Gegensatz zu früheren Ansätzen wird hier auf ein Peer-To-Peer-System gesetzt, in dem alle finanziellen Transaktionen jedem zur Kenntnis gegeben werden. Im Gespräch mit Tim Pritlove erläutert Andreas Bogk die kryptographischen Grundlagen von eCash und Bitcoin.

Themen: kommutative asymmetrische Kryptosysteme; Double Spending Problem; Blinding; eCash; PayPal; Bitcoin; die Dezentralbank; Hashfunktionen; der Bitcoin-Geldschöpfungsprozess; Transaktionskosten; Mining Pools; technische Schwachstellen von Bitcoin; Verifikation der Transaktionen; Implikationen unabhängiger Währungen; Bitcoin Exchanges; Nachvollziehbarkeit von Finanzflüssen; Drogenhandel und Geldwäsche im Bitcoin-Universum; Bitcoin und das Finanzamt; Aufwand und Kosten des Bitcoin Minings.

Dazu passt auch der Alternativ-Podcast Folge 16, wo Felix von Leitner und Frank Rieger über “Über Geld, Währungen, Geldpolitik, eCash + Bitcoin und Schrumpfgeld.” reden. (MP3)

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Die weibliche und lesbische Bloggerin aus Syrien namens Amina

Jung, lesbisch, rebellisch, eloquent und Bloggerin soll Amina Abdallah Araf al Omari gewesen sein und das auch noch in Syrien, wo gerade das Regime massiv und gewaltsam gegen Dissidenten vorgeht. Zumindest gab das Blog “A Gay Girl in Damascus” dies an, was im Februar startete und direkt aus Syrien von den Unruhen berichtete. Für viele Blogger und Journalisten war das enie Traumkombination, mehr Quoten sind selten zu bekommen. Vor einer Woche soll Amina von syrischen Polizeikräften abgeholt und verschwunden sein – zumindest schrieb das eine Verwandte in das Blog von Amina.

Sofort gab es im Netz viel Solidarität, Avaaz startete eine Petition, es gab Facebook-Gruppen, viele Medienberichte und noch mehr Tweets. Nur wenige versuchten zu verifizieren, ob es Amina überhaupt gibt. Natürlich ist die schwierig, wenn in einem Land gerade blutige Unruhen ablaufen und Blogger lieber unter Pseudonym bloggen, um nicht sofort von der Staatssicherheit abgeholt zu werden. Schwierig ist das vor allem, wenn man nicht in dem Land sitzt und trotzdem darüber schreiben will oder muss. Manchmal ist das aber auch notwendig: Im Fall von Amina kam jetzt raus, dass das mit jung, lesbisch und syrische Rebellin eine tolle Geschichte ist, aber auch nicht mehr: Ein 40-jähriger verheirateter weißer Mann aus den USA (der in Schottland studiert) hatte die tolle Idee, durch das Fake-Blog die Dissidenten in Syrien zu unterstützen und Aufmerksamkeit, sowie Solidarität für ihre Anliegen zu schaffen. Oder so. Sagt er zumindest, als immer mehr Menschen der Quelle nach recherchierten und er dann damit konfrontiert wurde. Die IP-Adresse seiner eMail verriet ihn, diese wurde zur Uni Edinborough zurück verfolgt. Nur hat er seiner Unterstützung alles noch schlimmer gemacht.

Dass am anderen Ende des Netzes immer auch ein Hund sitzen kann, sagte eine berühmte Karikatur schon in den Neunzigern. Auch während der grünen Revolution im Iran gab es viele Diskussionen über die Vertrauenswürdigkeit von Quellen. Bei Fotos und Videos ist es oftmals nicht ersichtlich, ob sie jetzt tatsächlich zu einem aktuellen Geschehen gehören, oder aus einer anderen Zeit und einem anderen Ort stammen. Das macht es schwierig, über Ereignisse zu berichten, vor allem, wenn man als Journalist und/oder Blogger kuratiert, filtert und Ereignisse aufbereitet. Und oft werden Videos, Geschichten und Fotos mit einem Klick schnell weiter verbreitet.

Wie man das lösen kann und welche Auswirkungen die Entwicklung dieser #Amina-Geschichte haben wird, ist immer noch etwas unklar. Erfolgreiche Blogger in Ägypten und Tunesien nutzten in der Regel keine Pseudonyme. sondern ihre realen Namen. Das hat ihnen auch in revolutionären Zeiten geholfen. Und sie waren verifizierbar. Aber man kann davon ausgehen, dass dies nicht in jedem repressiven Staaten hilft, in anderen wird man einfach abgeholt und ins Gefängnis gesteckt, gefoltert und erschossen. Nicht berichten hilft auch nichts, oft genug ist etwas dran und hinter Blogs und psyeudonymen Online-Identitäten stecken echte Menschen mit einem Anliegen und einer Geschichte – und keine Deppen mit etwas Langweile und einem Fake-Blog.

Weitere Quellen zu der Geschichte:

Andy Carvin und Ali Abunimah haben vor rund einer Woche schon versucht, die Identität zu klären und haben mit vielen Puzzlestücken und ihren Lesern geholfen, Licht hinter die Geschichte zu bringen. Und das ist eine spannende Geschichte, wie man gemeinsam mit Vielen anderen eine Quelle verifiziert und die Geschichte aufklärt.

Ethan Zuckerberg hat einen guten Überblicksartikel zu der Geschichte und auch der Guardian berichtet ausführlich.

Hier gibt es ein Video-Interview mit dem Fake-Blogger.

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May 17 2011

Wieder Hausdurchsuchung wegen Tor-Exit-Server

Sören Weber hat bis vor einiger Zeit einen Tor-Exit-Server betrieben. Am vergangenen Donnerstag stand plötzlich die Polizei vor der Tür und beschlagnahmte bei einer Hausdurchsuchung seine Computer und Festplatten, weil er im Verdacht steht, im Besitz von Kinderpornographie zu sein. Er beschreibt die Situation ausführlich in seinem Blog und bittet um Spenden, um die rund 1000 Euro pauschale Anwaltskosten refinanzieren zu können: Der Preis einer freien, weltweiten Kommunikation.

Ich befinde mich derzeit auf dem zweiten Bildungsweg und lebe von BAföG. Ich werde voraussichtlich in ein paar Monaten mein Studium beginnen. Das Geld ist also derzeit für mich eher knapp und eine Änderung ist auch erstmal nicht in Sicht. Die außergerichtliche Vertretung durch meinen Rechtsanwalt hat mich einen Pauschalbetrag von 1.000€ gekostet. Das ist ein Preis, den ich für das Ideal der Informationsfreiheit gerne zahle – und trotzdem schmerzt es in meiner Situation. Falls du dich in der Lage siehst, mir ein wenig finanziell zu helfen ohne dein Leben zu verschlechtern, würde ich mich über eine Spende (egal wie klein) sehr freuen!

Die Geschichte, Kontakt- und Spendendaten finden sich auf seinem Blog.

Hintergrund zu Tor, der Technik und der rechtlichen Lage beschreibt der Netzpolitik-Podcast Folge 99 mit Andreas Lehner: NPP099: Anonymität und das TOR-Projekt

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May 13 2011

Uebermorgen.TV über das Ende der Anonymität

Die erste Folge von Uebermorgen.TV ist online. Die von Blinkenlichten (Elektrischer Reporter, etc.) für das ZDF produzierte Reihe behandelt in der ersten Folge eine Dytopie über das Ende der Anonymität im Netz. Lustig ist die Idee mit dem “Fischer-Erlass”. Aber schaut selbst:

Unter dem Schutz der Anonymität vergessen viele Zeitgenossen im Web ihre gute Erziehung: Sie pöbeln, schimpfen und diffamieren in Blogs und Foren. Bereits jetzt verlangen viele Blog-Betreiber von Kommentatoren eine Identifikation via Facebook oder Twitter, um vor den anonymen Horden wenigstens eine kleine Hürde aufzubauen. Haben wir es hier mit einer unvermeidbaren Begleiterscheinung der Kommunikation im Web zu tun oder mit einem vorübergehenden Phänomen? Wie es übermorgen weitergehen könnte, mit der Anonymität im Netz, damit beschäftigt sich die erste Folge von Uebermorgen.tv.

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