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January 12 2012

Wikistream – Wikipedia beim Wachsen zuschauen

Dass in der Wikipedia, der nach eigenen Angaben inzwischen umfangreichsten Enzyklopädie der Welt, auch zehn Jahre nach der Gründung ständig neue Artikel hinzukommen und bestehende verbessert werden, ist den meisten Usern durchaus klar. Wikipedia veröffentlicht seit Jahren regelmäßige Statistiken, die die meisten Fragen beantworten.

Einen vollkommen neuen Ansatz geht aber Wikistream: Das kleine OpenSource-Tool zeigt sämtliche Änderungen an allen größeren Wikipedia-Sprachversionen live an. Neu hochgeladene Wikimedia-Fotos werden sofort als Hintergrund der Seite angezeigt. Einige Filteroptionen erlauben z.B. nur die Updates der deutschen Wikipedia anzuzeigen oder nur Änderungen, die mehr als 1000 Zeichen umfassen. Wem es zu schnell geht (was bei mehreren hundert Updates pro Minute leicht passieren kann) der kann den Strom jederzeit mit der “p”-Taste pausieren.

 

January 05 2012

Wikimedia Deutschland steigert Spendenaufkommen um 72%

3,8 Millionen Euro in 50 Tagen – So lautet die Statistik des diesjährigen Spendenaufrufs von Wikimedia Deutschland. Im Vergleich zu den 2,2 Millionen aus dem Jahr 2010 ergibt sich damit eine Steigerung der Einnahmen um 72%. Die Anzahl der Spender hat sich auf ca. 160.000 verdoppelt, im Schnitt hat also jeder Spender 23,75€ eingezahlt.

In einer Pressemitteilung bedankt sich die Wikimedia Deutschland e.V. bei allen Spendern.

Wikimedia Deutschland möchte allen Spenderinnen und Spendern für ihre Hilfe herzlich danken. Dieses Ergebnis ist in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderer Erfolg: Es ist ein außergewöhnliches Zeichen der Unterstützung für die Idee Freien Wissens. Es versetzt Wikimedia Deutschland in die Lage, unsere zahlreichen Förderprojekte für das Jahr 2012 umsetzen zu können. Es ist zugleich Würdigung unserer Arbeit, aber vor allem auch ein klarer Auftrag, den unsere Spender uns mit ihrem Beitrag zur Wikimedia-Bewegung erteilen. Wir sind überaus dankbar für dieses große Vertrauen

.

Laut dem Wirtschaftsplan 2012 (pdf) fließt das Geld unter Anderem in die Qualitätssteigerung (1,08 Mio. €), Freiwilligenförderung (270.000 €) und die Gewinnung von neuen Autoren (252.000 €). Für Projekte der Community stehen 250.000 € zur Verfügung.

Aber auch die Kosten für Verwaltung und Infrastruktur erhöhen sich von 405.000 € (2011) auf 780.000 €, der Löwenanteil von 506.000€ entfällt dabei auf den Posten “Geschäftsführung und Geschäftsstelle”.

Auch der internationalen Wikimedia Foundation gelang es, mit über 20 Millionen US-Dollar einen neuen Spendenrekord aufzustellen. Dank Großspenden, z.B. 500.000$ von Google-Gründer Sergey Brin konnte das Spendenziel hier schon vor zwei Tagen erreicht werden.

Für alle Interessierten gibts es hier verschiedene interne Studien zur Effizienz der Jimmy-Wales-Banner und anderer Spendenaufrufe.

December 20 2011

Wieviel Macht hat Wikipedia?

Die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia ist als Wissensressource aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Nachdem der Schwanengesang auf das gedruckte Lexikon verklungen ist, nimmt das Projekt eine Stellung ein, die man als marktbeherrschend bezeichnen kann. Wenig verwunderlich also, dass es auf umstrittenen Gebieten immerwieder zu Grabenkämpfen kommt und dass Lobbygruppen versuchen, Einfluss zu nehmen.

Doch neben der Macht des Wissens scheint Wikipedia mittlerweile auch eine neue Machfunktion zu besitzen: Als Protestplattform.

Seit am 4. Oktober die Community der italienischen Version gegen einen als “Maulkorberlass” empfundenen Gesetzentwurf “streikte” und alle Seiten auf eine Protestnote umleitete, wurde deutlich, welchen Einfluss man auf diese Art nehmen kann. Denn die nicht mit der Betreiberorganisation Wikimedia abgestimmte Aktion war von Erfolg gekrönt, der Entwurf wurde entschärft und seit dem Ende der Regierung Berlusconi hat man nichts mehr darüber gehört.

Morgen wird in den USA die Debatte zu SOPA wieder aufgenommen (wir berichteten), und die Mutter aller Wikipedien bringt sich in Stellung: Auf http://en.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:SOPA_initiative wird abgestimmt, auf welche Art und Weise der Protest erfolgen soll. Ein erster Erfolg ist bereits zu verzeichnen: Das einleitende Statement von Wikipedia-Papa Jimmy Wales sorgte für etwas Medienecho, und sogar auf der anderen Seite des Atlantiks wurden ein paar Druckerzeugnisse auf den möglichen Sargnagel des freien Internets aufmerksam. Auch in der deutschen Sprachvariante will man sich solidarisch zeigen. Vielleicht hilft es ja, denn der ein oder andere Abgeordnete wird sicherlich wieder so gelangweilt vom Politik machen sein, dass er versehentlich beim rumsurfen über die Folgen seiner Handlungen aufgeklärt werden könnte – auf welcher Sprache auch immer.

December 14 2011

Prototyp für visuellen Wikipedia-Editor freigegeben

Dass das Editieren der Wikipedia die Kenntnis einer zunehmend komplizierten Wikisyntax erfordert, gilt als einer der Gründe für die geringe Diversität unter Wikpedia-Autoren. Die Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, Sue Gardner, hat deshalb auch bei ihrem jüngsten Besuch in Deutschland in einem Interview mit Zeit Online einen neuen, visuellen Editor versprochen.

Ein erster Prototyp dieses WYSIWYG-Editors ist nun online. Wer mag, kann ihn in einer Sandbox ausprobieren. Im Blog von Wikimedia Deutschland heißt es dazu:

Dieser neue Prototyp ist eine Testversion, der entscheidende Merkmale wie die Speicherung und der Zugriff auf echte Wikipedia-Artikel fehlen. Es gibt keine Datenbankverbindung. Es handelt sich um eine Spielwiese und Kommentare und hilfreiche Tipps sind hier sehr erwünscht!

Außerdem werden die nächsten Schritte skizziert:

Zunächst sollen nacheinander neue Funktionen freigeschaltet werden, Fehler behoben und Updates veröffentlicht werden. Ziel: Der Editor soll nach und nach anwendbarer für tatsächliche Wikipedia-Bearbeitungen werden. [...] Geplant ist, kurzfristig “echte” Bearbeitungen einem (sehr) kleinen Nutzerkreis zu ermöglichen. Bis allerdings selbst eine nur kleine Gruppe von Bearbeitern mit vollumfänglichen Funktionen des Editors versorgt werden kann, wird es noch eine Weile dauern.

Ich bin jedenfalls gespannt, ob und falls ja, wie stark sich ein funktionierender Editor letztlich auf den Gender-Bias in der Wikipedia auswirken wird. Meine Vermutung: nicht allzu stark. Gleichzeitig wäre dann allerdings die Technik-Ausrede weg und man müsste sich stärker und ernsthafter mit “weicheren” Ursachen dafür auseinandersetzen, dass der Frauenanteil unter den Wikipedia-Autoren derzeit gerade einmal bei maximal 13 Prozent liegt.

November 25 2011

Wikimedia: Aus Zedler-Medaille wird Zedler-Preis

Gestern Abend wurde am Blog von Wikimedia Deutschland der “Zedler-Preis für freies Wissen” als Nachfolger für die bislang vergebene Zedler-Medaille ausgelobt. Letztere sollte vor allem Wissenschaftler zum Schreiben von Wikipedia-Artikeln motivieren. Ein Ziel, das mehr schlecht als recht erreicht wurde. Der neue Preis ist deshalb gleich in mehrfacher hinsicht breiter aufgestellt und adressiert nicht mehr nur (potentielle) Wikipedia-Autoren. Konkret gibt es Preise in drei Kategorien zu vergeben:

  • I. Wikipedia-Artikel des Jahres: Welcher Wikipedia-Artikel begeisterte 2011 am meisten? Exzellent oderLesenswert ist hier nicht zwingende Voraussetzung; Qualität ist nicht das einzige Kriterium, es kann auch der repräsentativste, skurrilste oder “wichtigste” Artikel ausgezeichnet werden.
  • II. Community-Projekt des Jahres: Welches Projekt im Wikimedia-Universum hat 2011 am meisten dazu beigetragen, Menschen zu befähigen, direkt oder indirekt Inhalte für die Wikimedia-Projekte zu schaffen. Hier sind Projekte gefragt, bei denen mehrere Leute gezielt zusammen an einer gemeinsamen Sache arbeiten. Denkbar sind z.B. Veranstaltungen, Wettbewerbe, Digitalisierungsprojekte oder Redaktionsaktivitäten, die Wikipedia und den Schwesterprojekten zugute kommen.
  • III. Projekt des Jahres (extern): Diese Kategorie ist zunächst sehr offen gehalten und richtet sich an Projekte außerhalb des Wikimedia-Universums. Wir suchen Projekte, die der Erstellung, Verbesserung und Verbreitung Freien Wissens dienen und die sich z.B. durch Einzigartigkeit, Originalität, Engagement und Wirkung auszeichnen. Kandidaten sind hier z.B. Schulungsprogramme, Aufklärungsarbeit, Entwicklerprojekte oder Veranstaltungen, die nicht direkt mit dem Wikiversum in Verbindung stehen. (Wir suchen außerdem noch einen hübscheren Titel für diese Kategorie. Ideen?)
Vorschläge für Preisträger können entweder direkt auf einer Wikiseite oder mittels Online-Formular eingereicht werden.
Zur Klarstellung: Der “Zedler-Preis für freies Wissen” ist nicht zu verwechseln mit dem “Wissenswert-Wettbewerb”, bei dem zukünftige Projekte gefördert werden. Für diesen Wettbewerb ist gestern die Vorschlagsfrist abgelaufen und es wurden insgesamt 50 Projektideen eingereicht.

November 12 2011

Kartographierung: Wer schreibt wo in die Wikipedia?

Mark Graham @geoplace vom Oxford Internet Institute hat sich die Editierungen verschiedener Wikipedia-Sprachen-Communities angeschaut und diese anhand der Geolocation-Daten auf einer Weltkarte visualisiert. Die Ergebnisse sehen jeweils faszinierend aus. Schade, dass die deutsche Wikipedia fehlt. Hier ist sein Artikel mit seinen Anmerkungen zu den Ergebnissen: Mapping Wikipedia’s augmentations of our planet.

Englische Wikipedia:

Französische Wikipedia:

Hebräische Wikipedia:

Ägyptisch-Arabische Wikipedia:

Arabische Wikipedia:

Swahilli Wikipedia:

Persische Wikipedia:

(via)

October 25 2011

Wikidata: Wikimedia Deutschland stellt ein

Wikimedia Deutschland sucht insgesamt elf neue Mitarbeiter (darunter PHP-/Javascript-Entwickler, Projektleiter, etc.) für erstmal ein Jahr, um die Technik hinter der Wikipedia weiter zu entwickeln.

Early 2012, Wikimedia Germany e.V. will start the development of WikiData, an ambitious project that we hope will change the Web once again. We are currently looking for a number of people to help us with realizing this goal. The team will be based in Berlin, Germany, and the project aims to be implemented in one year. After completion of the project, we expect many more interesting software projects inspired by this one, so follow-up projects might be possible. In all positions it is a plus to understand Wikipedia and collaborative community processes and communities in general, to speak English and further languages, and to appreciate the scale of a project like Wikipedia.

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October 12 2011

Freitag ist Deadline für Wikimedia-Community-Projektbudget

Bis Freitag kann man noch Ideen für das Wikimedia-Community-Projekt vorschlagen und mehr als 5.000 Euro abräumen.

Du hast eine gute Idee zur Förderung Freien Wissens mit besonderem Schwerpunkt auf den Wikimedia-Projekten? Du kannst diese Idee selber oder im Team umsetzen, benötigst aber noch konkrete finanzielle Unterstützung? Dann melde Dich jetzt mit Deiner Idee an und stelle bis Ende Oktober einen Antrag für die zweite Runde im Community-Projektbudget.

Ich glaub, Mitglieder des Vorstandes sind mittlerweile von der Teilnahme ausgeschlossen, der Rest kann wohl gerne mitmachen.

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October 05 2011

Was noch übrig blieb

Bildblog berichtet über eine Spiegel-TV-Sendung, in der diese das Internet für Suizidforen kritisierte, aber selbst fleißig Werbung für diese machte: Kochrezepte für den Suizid.

Sascha Lobo kritisiert bei SpOn die fachliche Unfähigkeit von Siegfried Kauder, sich mit Netzpolitik zu beschäftigen: Die Rechts-Links-Störung der deutschen Netzpolitik.

Erich Moechl beschäftigt sich bei FM4 damit, wie die EU gerade mit den Telekommunikationsunternehmen die Netzneutralität verwässert: “Neusprech statt Netzneutralität”.

Bei der Berliner Gazette geht Krystian Woznicki der Frage nach “Die digitale Revolution ist in der Mitte Deutschlands angekommen – was unternehmen Zeitungen?” Die machen jetzt ePapers.

Mathias Richel ist etwas verwundert, dass “die Piraten schneller im politischen Medienzirkus angekommen sind, als ich es für möglich hielt”: Keine Zeit für Fehler.

Die Grünen im Europaparlament haben eine Studie in Auftrag gegeben, ob das ACTA-Abkommen kompatibel zu europäischen Rechtsstandards ist. Hier ist die Presseerklärung, hier die Studie als PDF und Heise fasst die Inhalte zusammen: Gutachter rät zu komplettem Neustart beim Anti-Piraterie-Abkommen ACTA.

Und in Italien streikt die Wikipedia wegen eines drohenden Internetzensur-Gesetzes.

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September 27 2011

Nichts zu editieren

Khesrau Behroz trägt seinen Text “Nichts zu editieren” vor. Dieser wurde ursprünglich am 24. September 2011 im Rahmen der Buchpräsentation des Wikipedia-Buches “Alles über Wikipedia” in der Literaturwerkstatt in Berlin gelesen.

Nichts zu editieren from Wikimedia Deutschland on Vimeo.

Dieses Video steht unter einer Creative Commons CC-BY-SA 3.0-Lizenz.

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September 01 2011

Morgen: Wikipedia für Berlin – Berlin für Wikipedia?

Morgen Abend veranstaltet Wikimedia e.V. im Radialsystem in Berlin den Event “Wikipedia für Berlin – Berlin für Wikipedia?”:

Am morgigen Freitag, den 02. September 2011, wollen wir ab 19 Uhr im Berliner Radialsystem darüber sprechen, wie das Wissen Berlins gesammelt und unter Freier Lizenz der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden kann. Wir erläutern wie Wikipedia funktioniert und welche Rolle das freie Medienarchiv Wikimedia Commons dabei spielt. Wie kann Berlin von Wikipedia profitieren – einem Gemeinschaftsprojekt von Freiwilligen aus aller Welt, die das Wissen der Welt sammeln und frei zur Verfügung stellen? Und wie kommt das Wissen Berlins zu Wikipedia?

Wir sprechen unter anderem über Wiki Loves Monuments und Wikipedia muss Weltkulturerbe werden! Am Gespräch nehmen u.a. teil:

- Hauke Gierow/Stefan Wehrmeyer (Open Knowledge Foundation Deutschland)
- Kilian Kluge (Wiki Loves Monuments)
- Pavel Richter (Wikimedia Deutschland)
- Michelle Thorne (Mozilla Foundation)
- John Weitzmann (Legal Project Lead von Creative Commons Deutschland)
- Dr. Christine Wolf (Landesdenkmalamt Berlin)

Hier noch die Adresse. Kommt zahlreich!

Berlin Agora im
RADIALSYSTEM V
Holzmarktstr. 33
10243 Berlin

August 05 2011

Keynote von Yochai Benkler auf der Wikimania11

In Haifa/Israel findet gerade die Wikimania2011 statt. Yochai Benkler hat dort die Keynote gehalten, die mittlerweile mit der Opening Ceremony auf Youtube zu finden ist. Wer Yochai Benkler nicht kennt: Seine Vorträge sind in der Regel sehr empfehlenswert und sein mittlerweile sechs Jahre altes Buch “The wealth of networks” ist immer noch lesenswert.

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July 15 2011

Dem Bundestag erklärt: Wikis und Wikipedia (Update)

Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages erklärt in einem Infobrief Wikis und die Wikipedia: Entwicklung und Bedeutung der ehrenamtlich im Internet eingestellten Wissensangebote insbesondere im Hinblick auf die Wiki-Initiativen. (PDF)

Update: Link wurde geändert.

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July 02 2011

Astroturfing-Vorwürfe gegen Wiki-Watch

Es gibt gerade einige Diskussionen um das Wiki-Watch-Projekt. Dieses hatte sich öffentlichkeitswirksam als „Arbeitsstelle Wiki-Watch im „Studien- und Forschungsschwerpunkt Medienrecht“ der Juristischen Fakultät der Europa-Universität Viadrina die Aufgabe gegeben, die Wikipedia wissenschaftlich und kritisch zu begleiten. Mittlerweile gibt es Vorwürfe, die Betreiber würden aus dem Evangelikalen Umfeld kommen und würden das Projekt eher dafür verwenden, sich einen Namen zu machen, um über eine Public Affairs Agentur Astroturfing-Dienstleistungen anzubieten, Wikipedia-Artikel für Kunden zu manipulieren.

Auf faz.net erschien gestern darüber ein Artikel „Hier prüft der Bürger das Insulin noch persönlich“. Dieser ist jetzt zurückgezogen:

Am Freitag erschien an dieser Stelle ein Artikel über Verbindungen des Projekts „Wiki-Watch“ mit der Pharmaindustrie. Wir nehmen den Text nach Ankündigung juristischer Schritte durch die hier angegriffenen Personen bis auf weiteres aus dem Netz.

Wer sich eine eigene Meinung bilden will, findet den Artikel u.a. noch hier.

Die Dokumentation in der Wikipedia über die Vorwürfe bieten auch viele Informationen über die Hintergründe.

Bin gespannt, was da noch rauskommt.

Update: Die Wiki-Watch-Betreiber haben sich wohl auch mehr oder weniger undercover im VroniPlag-Wiki umgesehen.

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May 30 2011

Wikimedia Commons: Bild des Jahres 2010

Wikimedia Commons sucht das Bild des Jahres 2010. Zur Auswahl stehen 36 Bilder, die wahlweise gemeinfrei sind oder unter einer freien CC-Lizenz stehen. Abstimmen geht auf der Webseite. Hier sind nur mal zwei zur Auswahl.

(Public Domain by NASA)

(CC-BY Ester Inbar)

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Diskussion: Wikipedia als Weltkulturerbe?

Der Verein Wikimedia Deutschland hat die Initiative Wikipedia muss Weltkulturerbe werden! gestartet. Die Wikipedia wäre damit das erste von der UNESCO anerkannte digitale Welterbe. Auf den ersten Blick erscheint diese Forderung vielleicht ein bisschen komisch, aber wenn man sich überlegt, welchen gesellschaftlichen Stellenwert die Wikipedia in nur 10 Jahren erreicht und welche kulturelle Leistung dieses Projekt vollbracht hat, dann lohnt sich zumindest ein kurzer Blick auf die FAQ zu der Initiative und die Kriterien der UNESCO.

Hier findet ihr die Online-Petition.

Morgen Abend um 19h findet im Technikmuseum Berlin eine Podiumsdiskussion zu dem Thema statt. Dort werden

Dr. Britta Rudolff, Forscherin an der Internationalen Graduiertenschule “Heritage Studies” und Lehrende “World Heritage Studies” (BTU Cottbus),
Linus Neumann, (Disclaimer: Das bin ich)
Dr. Ralf Müller-Schmid, Redaktionsleiter DRadio Wissen,
Dr. Till Kreutzer, Mitglied der deutschen UNESCO-Kommission und Ressortleiter Recht bei rights.info
und aktive Wikipedianer

zu Wort kommen.

 

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May 06 2011

Rheinland-Pfalz: Rot-Grüner Koalitionsvertrag veröffentlicht

Den rot-grünen Koalitionsvertrag aus Rheinland-Pfalz hatte ich eigentlich erst am Wochenende erwartet. Ganz so, wie von der Tagesschau angekündigt.

Mein Plan: Vorher kurz bei Pia Schellhammer anfragen, ob sie mir einen Ansprechpartner für Netzpolitik in Rheinland-Pfalz nennen könne, dem ich ein paar Fragen stellen kann. Bei der SPD wollte ich in der Zwischenzeit auch noch fragen.

Könne sie, lautete die Antwort. Der Ansprechpartner für Netzpolitik bei den Grünen sei sie nämlich selber. Und den Koalitionsvertrag (PDF) hat sie auch gleich mitgeschickt. Ein Statement zu den netzpolitisch relevanten Punkten findet man in ihrem Blog, meine Anmerkungen unten.

Was steht drin?

Seite 35, Stichwort Verbraucherschutz:

Wir treten für eine Stärkung der Verbraucherrechte bei Vertragsabschlüssen am Telefon durch eine Bestätigungslösung und im Internet durch eine Buttonlösung ein.

Anmerkung: Persönliche halte ich die “Button-Lösung” grundsätzlich erstmal für eine prima Idee. Der Industrie- und Handelskammertag hingegen befürchtet Abmahnwelle und Zusatzkosten. Worum es geht?

In einem von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger bereits im Sommer vorgelegten Gesetzentwurf geht es um die Einführung einer deutlich sichtbaren Schaltfläche, über die laut Heise Online Verbraucher “bestätigen sollen, dass sie über die anfallenden Kosten informiert wurden und ihnen somit bewusst ist, dass sie z.B. dabei sind, ein kostenpflichtiges Abonnement abzuschließen.”

Seit 79, Stichwort Informationsfreiheit:

Der Schutz des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung hat einen zentralen Stellenwert. Wir wollen die Informationsfreiheitsgesetze des Landes zusammenführen. [...]

Anmerkung: Eigentlich sollten Informationsfreiheitsgesetze mit niedrigschwelligem Zugang Standard in einer Demokratie sein. Schön, wenn sich die Koalition in RLP in diesem Bereich engagiert.

Seit 80, Stichwort Datenschutz:

Die Landesregierung setzt sich auf europäischer und auf Bundesebene für ein hohes Niveau des Datenschutzes ein. Im Zentrum unserer Überlegungen stehen der Schutz der Privatsphäre und der Persönlichkeitsrechte im Netz sowie die Einführung eines digitalen Verfallsdatums. [...]

Die Weitergabe von Meldedaten in Form der Internetauskunft für Jubiläumszwecke, für Werbezwecke und für Adressbuchverlage soll künftig nur mit ausdrücklicher Einwilligung zulässig sein.

Wir werden uns bei der Verwendung sogenannter intelligenter Stromzähler dafür einsetzen, dass ein hohes Schutzniveau dieser entstehenden umfangreichen und differenzierten Datenbestände gesichert wird. Die Datenhoheit muss beim Verbraucher verbleiben.

Wir werden den Schutz von Minderjährigen im Internet, vor allem in den sozialen Netzwerken besser zur Geltung bringen. Wir werden auf eine größere Sicherheit der onlinegespeicherten Daten drängen. Die Anbieter sollen verpflichtet werden, datenschutzfreundliche Standardeinstellungen vorzunehmen.

Anmerkung: Überraschend finde ich, dass die Weitergabe von Meldedaten für Werbezwecke und Adressbuchverlage bisher auch ohne ausdrückliche Einwilligung zulässig war.

Mit dem Rest kann ich leben, wobei es bei der “Datenhoheit” wohl wie bei der “Medienkompetenz” ist. Wollen tun es alle, es scheitert aber regelmäßig am Problem zwischen Display und Stuhl. Und ja, über die Sinnhaftigkeit und Umsetzbarkeit eines “digitalen Verfallsdatums” kann man natürlich auch streiten.

Seite 81/82, Stichwort Videoüberwachung:

Es ist das gemeinsame Ziel der Koalitionspartner, die Videoüberwachung generell einzugrenzen. Weil die öffentliche Hand Vorbildfunktion hat, wollen wir die Videoüberwachung durch öffentliche Stellen deutlich einschränken. Dazu gehört auch, dass auf Videoattrappen verzichtet wird. Insbesondere die Überwachung im privaten Bereich, wie zum Beispiel in Einkaufzentren, wollen wir kritisch überprüfen.

Anmerkung: Durch die langjährige Arbeit des FoeBuD und die FSA durchaus ein netzpoltisches Thema. Wünschenswert wäre, neben einer Einschränkung der Videoüberwachung durch öffentliche Stellen, auch eine stärkere Regulierung im privaten Bereich. Nicht selten umgehen öffentliche Stellen die für sie geltenden Regelungen durch den Rückgriff auf Material von privat installierten Kameras.

Seite 82, “Mission Statement”?

Das Internet und die neuen technischen Kommunikationsmöglichkeiten eröffnen vor allem Chancen, aber auch Risiken. Auch im Netz müssen Grundrechte und allgemeine rechtsstaatliche Prinzipien gewahrt werden. Bei Überlegungen, neue Befugnisnormen für Eingriffe in Bürgerrechte einzuführen, ist zu beachten, dass es bereits weitreichende repressive Befugnisse nach der Strafprozessordnung zur Strafverfolgung gibt. Daher sehen wir aufgrund der erfolgten Neuregelung des Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes in der vergangenen Legislaturperiode keinen Bedarf für weitere präventive Eingriffsbefugnisse zur Gefahrenabwehr.
Die Polizei muss moderne Informations- und Kommunikationstechnologien zukünftig im Kampf gegen organisierte Kriminalität und Terrorismus nutzen können. Neue Eingriffsbefugnisse bedeuten Eingriffe in Bürgerrechte.

Anmerkung: Anfang und Ende könnten von einem politischen Phrasenroboter stammen. Beim Mittelteil habe ich mich gefragt, wie die Passage wohl ihren Weg in den Vertrag gefunden haben mag.

Ob bei Koalitionsverhandlungen wohl tatsächlich dieselben “Jetzt ist aber mal gut”/”Aber, …”-Forderungsspielchen ablaufen, wie ich sie hier daheim mitunter mit Legofiguren nachstelle? Vermutlich. Das Ergebnis sehen wir oben. Und hier:

Seite 82, Stichwort Online-Durchsuchung:

Online-Durchsuchungen begegnen erheblichen rechtspolitischen Bedenken. Daher vereinbaren wir, die im Polizei- und Ordnungsbehördengesetz (POG) getroffenen Regelungen der Online-Durchsuchung zu überprüfen. Die im Paragraphen 100 POG vorgesehene qualitative Evaluierung soll bereits mit Ablauf des Jahres 2013 durch eine externe wissenschaftliche Begutachtung erfolgen. Ebenfalls evaluiert werden die Rasterfahndung und die bisher fehlende Benachrichtigungspflicht sowie die Quellen-Telekommunikationsüberwachung (TKÜ). Unabhängig von der Evaluierung wird die Frist bei der Quellen-TKÜ umgehend auf zwei Monate herabgesetzt.

Anmerkung: Die rheinland-pfälzische Landesregierung unter Kurt Beck hatte erst im Sommer letzten Jahres die Quellen-TKÜ und die Online-Durchsuchung im Polizeirecht verankert. Es dürfte nicht leicht werden, die Maßnahmen in einen rechtsstaatlich akzeptablen Rahmen zu halten.

Seite 82, Stichwort Vorratsdatenspeicherung:

Es gibt rechtspolitische Bedenken gegen die Speicherung von Kommunikationsdaten aller Bürgerinnen und Bürger. Deshalb hat das Bundesverfassungsgericht hohe Anforderungen in Bezug auf die Vorratsdatenspeicherung aufgestellt. Im geltenden rheinland-pfälzischen POG ist die Vorratsdatenspeicherung nicht vorgesehen. Diesbezügliche Änderungen werden die Koalitionspartner nur im Konsens vollziehen.

Anmerkung: Die Vorratsdatenspeicherung ist, soweit ich weiß, ein sogenanntes Zustimmungsgesetz. Sollte die VDS in Berlin beschlossen werden, muss sie – anders als es z.B. beim Zugangserschwerungsgesetz der Fall war – auch durch den Bundesrat. Das dürfte nicht leicht werden – und erklärt evtl. das präventive Getrommel führender SPD-Politiker derzeit.

Seite 91, Stichwort “Netzneutralität”:

Für die Freiheit der Information im Netz und den ungehinderten Transport von Daten ist es unerlässlich, die Neutralität des Netzes durch die Betreiber sicherzustellen. Die Gleichbehandlung von Daten im Sinne der Netzneutralität ist für uns hier ein wichtiges Ziel.

Anmerkung: Wow. Klingt prima, dürfte aber gegenüber der Wirtschaftslobby nicht leicht zu halten sein.

Seite 91, Stichwort “Löschen statt Sperren”:

Wir lehnen Netzsperren jedweder Art entschieden ab und treten für den Grundsatz „Löschen statt Sperren“ ein.

Anmerkung: Auch prima. Allerdings zeichnen sich mit dem JMStV und dem GlüSTV Problemfelder auf Landesebene ab, denen sich mit dem Grundstz „Löschen statt Sperren” nicht beikommen lässt.

Seite 91, Stichwort JMStV:

Wir bekennen uns zu den Zielen des Jugendmedienschutzstaatsvertrages und treten für eine transparente und offene Fortentwicklung in den Beratungen auf Länderebene ein und eine breite gesellschaftliche Debatte voranbringen. Die Aktivitäten von jugendschutz.net wollen wir ausbauen.

Anmerkung: Die Ziele des JMStV mögen ehrenwert sein, der Vertrag selber ist zu ihrer Umsetzung aber nur bedingt geeignet.

Ich freue mich auf die Debatte. Insbesondere auf die Auflösung des Widerspruchs zum Standpunkt, dass Netzsperren jedweder Art entschieden abgelehnt werden (Der JMStV sieht in der aktuell gültigen Fassung Netzsperren via § 59 Abs. 2 bis 4 des Rundfunkstaatsvertrages (PDF) vor). Die Unterstützung von jugendschutz.net dürfte nicht zuletzt lokalpolitischen Überlegungen geschuldet sein. jugendschutz.net hat seinen Sitz in Mainz, nicht unweit der Staatskanzlei ,)

Pia Schellhammer schreibt zu den letzten beiden Punkten:

Der jetzige JMStV in seiner Version von 2003 sieht die Möglichkeit von Sperrverfügungen vor. Daher ist es mir ein wichtiges Anliegen den Staatsvertrag weiterzuentwickeln, um die klare Ablehnung von Netzsperren auch in den Vertrag zu übertragen. Der Grundsatz “Löschen statt Sperren” ist jedoch auf den Jugendmedienschutz nicht anwendbar, da es sich hier um legale Inhalte handelt, die jedoch für bestimmte Altersgruppen schädlich sein können. Hier müssen innovative Lösungen her, die wir gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen, Eltern und den Netzmenschen diskutieren wollen. Die Aktivitäten von jugendschutz.net werden zum Teil kritisch gesehen. Jedoch leistet diese Institution auch wichtige Präventionsarbeit mit Kinder und Jugendlichen, die wir unterstützen wollen. Auch im Entwurf eines neuen Glücksspielsstaatsvertrags sind nach derzeitiger Kenntnis Netzsperren enthalten, die wir aufgrund der oben genannten Festlegung, ablehnen werden.

Seite 91, Stichwort Urheberrecht:

Wir setzen uns für ein modernes Urheberrecht ein, das für einen gerechten Ausgleich zwischen den Schutzinteressen der Urheberinnen und Urheber an ihren digitalen Werken und den berechtigten Interessen der Internetnutzerinnen und -nutzer an freiem Zugang zu Wissen und kulturellen Werken sorgt.

Anmerkung: Ja. Nein, sorry, ich meine … tun wir doch alle, oder? Und das ist ja auch gut so.

Seite 91, Stichwort “Breitband ausbauen”

Wir werden dafür sorgen, dass bis Ende 2012 jedem Haushalt in Rheinland-Pfalz eine Grundversorgung mit leistungsfähigem Breitband unter Einbezug aller vorhandenen Technologien zur Verfügung steht. Darüber hinaus wollen wir eine flächendeckende Versorgung mit leistungsstarkem Breitband vor allem auch im ländlichen Raum erreichen.

Anmerkung: Löblich.

Seite 5, Stichwort Bürgerbeteiligung

Wir wollen mehr Bürgerbeteiligung, denn die Menschen in Rheinland-Pfalz haben etwas zu sagen. Wir wollen zuhören. Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern bei zentralen Zukunftsentscheidungen vor Ort und im Land mehr Beteiligungs- und Entscheidungsmöglichkeiten geben. Um unsere Demokratie lebendiger zu gestalten und das Einmischen einfacher zu machen, werden wir auch die vielfältigen Möglichkeiten des Internets nutzen. [...]

Seite 92, Stichwort eGovernment & eParticipation

Wir werden die Verwaltung mit elektronischen Verfahren noch effizienter und schneller gestalten. Dazu werden wir im Sinne von eGovernment schrittweise alle wesentlichen Verwaltungsleistungen online und barrierefrei bereitstellen und Antragsverfahren überwiegend elektronisch abwickeln. Dabei sorgen wir für sichere Kommunikationswege sowie eine sichere Datenhaltung. Dadurch gewährleisten wir den Datenschutz. [...]

Wir wollen die digitalen Möglichkeiten nutzen, um die Bürgerbeteiligung an demokratischen Prozessen und Entscheidungen auszubauen. Dies betrifft etwa kommunale Bürgerhaushalte, die Online-Petition und andere Formen von Bürgerentscheidungen. Zur Unterstützung werden wir eine eParticipation-Plattform schaffen, die eine Kombination von Information, Konsultation und Partizipation der Bürgerinnen und Bürger ermöglicht.

Anmerkung: Auch diese beiden Absätze klingen im Jahr 2011 selbstverständlich, in der Umsetzung hapert es aber nicht nur in RLP noch erheblich.

Seite 93, Stichwort Open Source:

Bei öffentlichen Beschaffungsmaßnahmen wollen wir prüfen, vermehrt offene und freie Software statt lizenzpflichtiger Produkte einzusetzen, sofern fachliche Eignung, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit dem nicht entgegenstehen. Dies gilt auch für den Einsatz von Software in Bildungseinrichtungen.

Anmerkung: Ein weiterer erfreulicher Ansatz. Ich hoffe sehr, dass die Wirtschaftlichkeit ergebnisoffen evaluiert wird. Inbesondere sollten gesellschaftliche Folgekosten beachtet werden (“Word-Klickkurse” vs. Fähigkeit zur abstrakten Problemlösung …)

 

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April 08 2011

Kriege der Weltgeschichte visualisiert

Conflicthistory ist eine faszinierende Seite, die ich in meiner Schulzeit richtig geliebt hätte, als ich noch mehr Zeit für Geschichte hatte. Auf einer Zeitleiste werden verbunden mit einer Weltkarte die Kriege der letzten 4000 Jahre Weltgeschichte visualisiert und beschrieben. Die Inhalte stehen unter freien Lizenzen und werden von Freebase und Wikipedia gezogen. Richtig toll wäre, wenn es eine deutsche Version davon geben würde.

Ein sehr schönes Beispiel, welche Art von MashUp man mit frei lizenzierten Daten bauen kann.

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April 04 2011

Visualisierung: 10 Jahre Wikipedia

Die Deutsche Welle hat ein schöne interaktive Visualisierung von zehn Jahren Wikipedia online gebracht. Anhand von Zeitleisten kann man sich den Zuwachs von Autoren, Artikeln und anderen Faktoren anschauen.

Hier findet sich die Beschreibung dazu: Datenvisualisierung zu 10 Jahre Wikipedia.

Warum wurde die Spiralform für die Visualisierung ausgewählt?

Die analysierten Daten lagen jeweils für einzelne Monate vor. Um herauszufinden, ob die Entwicklung der Wikipedia linear oder saisonal unterschiedlich erfolgt, braucht man eine Darstellungsform, die das auf einen Blick möglichst eindringlich sichtbar machen kann. Anhand der Spiralform kann man das leicht sehen. Wäre die Wikipedia gleichförmig linear gewachsen, hätte sich eine ideale Spiralform ergeben. Das ist aber nicht der Fall. Bei einigen Faktoren, wie zum Beispiel bei “Neue Artikel pro Tag”, kommt es zu Anomalien, die sich in deutlich sichtbaren Auswölbungen äußern. Klickt man auf “Aktive Wikipedianer” wird auf einen Blick sichtbar, das etwa seit 2008 die Zahl stagniert und sogar zurückgeht.

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March 24 2011

Stalins Badezimmer in der Wikipedia

In der Berliner Zeitung schreibt ein Journalist, wie er 2009 nach zwei Gläsern Rotwein aus Spaß in der Wikipedia rumgetrollt hat und einen neuen Begriff geschaffen hat: “Stalins Badezimmer”. So hätten die Berliner zu DDR-Zeiten im Volksmund die Karl-Marx-Allee genannt. Seitdem geisterte Stalins Badezimmer durch wissenschaftliche Arbeiten und zahlreiche journalistische Beiträge bis hin zu 4 von 5 Punkten bei wiki-watch, einem Wikipedia-kritischen Projekte, das Artikel bewertet und Orientierung geben will. Dort bekam Stalins Badezimmer den Stempel “Zuverlässige Quelle”.

Der Autor bekam die Trollerei nach zwei Jahren erstmal nicht mehr raus (Der Artikel hat das dann beschleunigt):

Weil ich ein schlechtes Gewissen bekam, löschte ich am 17. März um 17.51 Uhr Stalins Badezimmer wieder aus Wikipedia. Um 20.13 Uhr machte ein ehrenamtlicher Wikipedianer, der nach eigener Darstellung auf Berliner Stadtteile und Stadtgeschichte spezialisiert ist, meine Änderung rückgängig. Und seitdem ist es die Wahrheit, dass die Karl-Marx-Allee zu DDR-Zeiten im Volksmund Stalins Badezimmer genannt wurde.

Auch wenn das natürlich keine tolle Aktion war (Wenn das jeder machen würde…) ist die Geschichte aber schön geschrieben und auch ein kleines Lehrstück darüber, wie Journalismus funktioniert.

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