Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

November 21 2013

US Amerikaner: Snowden hätte nichts veröffentlichen sollen, aber die NSA geht zu weit.

NSA-Surveillance

Quelle: TheLaw.tv

Laut einer neuen Umfrage der Washington Post und ABC News verhalten sich US Bürgerinnen und Bürger – mal wieder – etwas widersprüchlich. So widersprechen 52% der Art und Weise, wie US Präsident Obama mit dem NSA Skandal umgeht. 46% der Befragten denken, dass die NSA mit ihrer Überwachung zu weit geht – gegenüber 47%, für die es mindestens in Ordnung ist. Jedoch glauben 48%, dass die NSA widerrechtlich in die Privatsphäre von US Bürgern eindringt. In Bezug auf ausländische Bürger empfinden dies jedoch lediglich 27%. Und zu guter letzt sind 60% der Meinung, dass Snowdens Enthüllungen die Sicherheit der USA gefährden. 52% unterstützen, dass er wegen eines Verbrechens angeklagt wird und 55% sind der Überzeugung, dass es falsch war, was er getan hat.

Letztlich zeigt dies vor allem, dass wir die Debatte weiterführen müssen und noch einen langen Weg vor uns haben.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

flattr this!

October 30 2013

MUSCULAR: So verschafft sich die NSA Zugang zu Yahoo und Google

documentsblauEs gibt neue Dokumente aus Snowdens Fundus. Die Presse hat lange überlegt, wie sich die NSA Zugang zu den Clouds bzw. den Benutzerdaten von Google und Yahoo verschafft. Ob eine enge Kooperation zwischen den Unternehmen und der NSA besteht, oder nicht. Veröffentlichungen der Washington Post bringen nun etwas Licht ins Dunkel. MUSCULAR nennt sich das Programm, mit dem NSA und GCHQ den internen Datenverkehr zwischen den Rechenzentren von Yahoo und von Google abhören, speichern und entschlüsseln. Da diese Datenzentren über verschiedene Kontinente verteilt sind, operiert die NSA mit wesentlich größerer Freiheit, als z.B. beim Prism Programm. Das Geheimdienstgericht hat z.B. keine Aufsicht über Aktivitäten, die unter der Executive Order 12333 ausgeführt werden – wie MUSCULAR.

GOOGLE-CLOUD-EXPLOITATION1383148810Durch das MUSCULAR Programm hören NSA und GCHQ den Datenverkehr direkt innerhalb des Cloud-Netzwerkes von Yahoo oder Google ab, da dieser unverschlüsselt und in eigenen Glasfaser-Netzwerken übertragen wird. Wie man in der Grafik sieht, verbinden sogenannte “Google Front-End Server” die Google Cloud mit dem restlichen Internet. Google fing erst diesen September damit an den Cloud-Datenverkehr in den eigenen Cloud-Glasfasernetzen zu verschlüsseln. So sagte Eric Grosse, Vize-Präsident für Security-Engineering bei Google, dass es sich um ein Wettrüsten handele.

It’s an arms race. We see these government agencies as among the most skilled players in this game.

Das MUSCULAR Programm sendete z.B. im Januar dieses Jahres über 181 Millionen Datensätze aus den Clouds von Google und Yahoo nach Fort Meade. “Datensatz” kann hier alles bedeuten – Verbindungsdaten, Mail-Inhalte, Chat-Protokolle oder schlichtweg alles, was einer Person zugeordnet werden kann. All die Daten, an die die NSA nicht über Prism (und dessen Restriktionen durch FISA und Patriot Act) herankommt, werden sich anscheinend durch MUSCULAR einverleibt. So sagte auch ein ehemaliger NSA Analyst gegenüber der Washington Post, dass die NSA unzähliger Anwälte beschäftigt, um die rechtlichen Grenzen möglichst geschickt auszulegen.

Look, NSA has platoons of lawyers and their entire job is figuring out how to stay within the law and maximize collection by exploiting every loophole. It’s fair to say the rules are less restrictive under Executive Order 12333 than they are under FISA.

Letztlich zeigen die neuen Dokumente, wie aggressiv NSA und GCHQ bei der Suche nach möglichst vielen Daten vorgehen. Selbst wenn der Datenverkehr innerhalb der Clouds bisher – leider (!) – unverschlüsselt ist und Google erst jetzt auf verschlüsselten Datenverkehr umstellt, handelt es sich hier um einen Einbruch in ein privates Kommunikationsnetzwerk durch NSA und GCHQ. Alles mit der Rechtfertigung, dass man so viele Daten wie möglich braucht, um die Arbeit zu erledigen.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

flattr this!

September 09 2013

Barack Obama weitete Geheimdienst-Befugnisse 2011 aus um Amerikaner auszuspähen

nsa-squareDie US-Regierung hat im Jahr 2011 unter ihrem Präsidenten Barack Obama die Befugnisse der Geheimdienste ausgeweitet. Ein Geheimgericht hat damals die Regeln zur Internetüberwachung gelockert. Ziel sei es gewesen, dem amerikanischen Auslandsgeheimdienst Werkzeuge in die Hand zu geben, auch US-Bürger überwachen zu dürfen. Das berichtete die Washington Post an diesem Wochenende, mit Bezug auf neu veröffentlichte Dokumente.

Laut einem Bericht der Washington Post begann die Überwachung von US-Bürgern unter der Regierung Bush. Im Jahr 2008 untersagte ein Gericht den Geheimdiensten jedoch explizit die Überwachung von US-Bürgern. Ein nun veröffentlichtes Dokument belegt jetzt, dass im Jahr 2011 der geheime FISA-Court (FISC) die Befugnisse von Geheimdiensten zur Überwachung von amerikanischen Bürgern wieder ausweitete.

Der Gerichtsbeschluss erlaubte es den Geheimdiensten demnach einerseits die gesammelten Daten nun 6 statt nur 5 Jahre lang zu speichern. Andererseits wurde den Geheimdiensten aber auch erlaubt, die enorme Menge an gesammelten Daten ohne richterlichen Beschluss nach Kommunikation von US-Bürgern zu durchsuchen.

Auch wenn die NSA als Auslandsgeheimdienst nicht das Recht besitzt US-Bürger im Inland zu überwachen, wurde ihnen mit dieser Regelung eine “Hintertür” zur Überwachung gebaut. Kommunikation von US-Bürgern, welche “zufällig” bei der Überwachung von Ausländern gespeichert wird, darf demnach von den Geheimdiensten ohne Gerichtsbeschluss durchsucht werden. Gregory T. Nojeim, Chefanwalt des Center for Democracy and Technology sieht laut Washington Post die Überwachung von US-Bürgern als von vorne herein geplant an:

“The government says, ‘We’re not targeting U.S. persons,’[...]. But then they never say, ‘We turn around and deliberately search for Americans’ records in what we took from the wire.’ That, to me, is not so different from targeting Americans at the outset.”

Die Washington Post attestiert der Regierung Obama mit jener Ausweitung der Befugnisse für Geheimdienste einen “fundamentalen Wandel”:

The enlarged authority is part of a fundamental shift in the government’s approach to surveillance: collecting first, and protecting Americans’ privacy later.

Die Ausweitung der Geheimdienst-Befugnisse sei laut Washington Post nahezu vollkommen lautlos im Hintergrund gelaufen, sodass die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde. Im Nachhinein jedoch, könnten Aussagen von zwei demokratischen Senatoren als versteckte Hinweise verstanden werden. Ron Wyden (Oregon) und Mark Udall (Colorado) sagten bereits letztes Jahr, dass ein “back-door search loophole” existiere, mit dem die NSA die Kommunikation von US-Bürgern überwachen könne. Nach Veröffentlichung der ehemals geheimen Dokumente sagte Wyden gegenüber der Washington Post:

“Our intelligence agencies need the authority to target the communications of foreigners, but for government agencies to deliberately read the e-mails or listen to the phone calls of individual Americans, the Constitution requires a warrant.”

Robert S. Litt, Leiter der Rechtsabteilung im Office of Director of National Intelligence (ODNI), widersprach Wyden jedoch deutlich:

“If we’re validly targeting foreigners and we happen to collect communications of Americans, we don’t have to close our eyes to that,” Litt said. “I’m not aware of other situations where once we have lawfully collected information, we have to go back and get a warrant to look at the information we’ve already collected.”

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

flattr this!

Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl