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January 08 2014

Deutsche Prioritätensetzung: Öffentliche Gelder für industrielle Big Data-Forschung (Update)

Heute fand in Karlsruhe die feierliche Ankündigung des “Smart Data Innovation Lab” statt. Im Rahmen des Projektes wollen Wissenschaft und Unternehmen gemeinsam “Spitzenforschung im Bereich Big Data” schaffen. “Neueste Forschungserkenntnisse” sollen “effizient an die Industrie weitergegeben werden und zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen für europäische Unternehmen beitragen.”, heißt es. Interessant wird es bei der Finanzierung. Ihre “Wettbewerbsvorteile” finanziert die Wirtschaft nicht etwa komplett selbst:

Die Finanzierung für das Zentrum sei noch nicht endgültig vereinbart und werde sich im Rahmen von einigen Millionen Euro bewegen, sagte Ministerialdirektor Wolf-Dieter Lukas vom Bundesforschungsministerium. Der wesentliche Beitrag werde von der Wirtschaft geleistet.

Dabei kann sich die Liste der Partner aus der Wirtschaft sehen lassen: Volkswagen, Bosch, BASF, Bayer, SAP – um nur einige der großen Namen zu nennen. Hier ist keine StartUp-Förderung aus öffentlichen Mitteln mehr nötig, wenn ihr mich fragt. Die ganze Sache wäre eigentlich nicht der Rede wert, wenn nicht:

1. …die “Stiftung Datenschutz” eine politisch gewollte Totgeburt wäre, die nach einem Jahr chronischer Unterfinanzierung nun in die Stiftung Warentest “integriert” werden soll (Koalitionsvertrag, S. 125).

2. …gesellschaftswissenschaftliche Grundlagenforschung zur Digitalisierung (und damit auch zu “Big Data”) in Deutschland kaum vorhanden, weil unterfinanziert wäre (vgl. die Debatte um die Finanzierung des Humboldt Instituts für Internet und Gesellschaft).

3. …die Bundesregierung bei der europäischen Datenschutzreform bremsen würde. Vielleicht ändert sich das ja unter dem neuen Innenminister.

Jeder öffentliche Cent, der im “Smart Data Innovation Lab” steckt, ist einer zu viel und ein Beweis für falsche Prioritätensetzung.

Update: Auf Nachfrage beim zuständigen Pressekontakt teilte man mir mit, dass in diesem Jahr zunächst der finanzielle Bedarf ermittelt werde, um dann zu entscheiden, welche Partner, welche Anteile tragen. Wo genau die vom Vertreter des Bundesforschungsministerium angedeuteten Mittel herkommen, die nicht aus der Wirtschaft stammen, sei noch nicht klar. Es könnte sich dabei sowohl um Landes- als auch um Bundesmittel halten. Ziel sei es allerdings, dass das Projekt später ohne öffentliche Mittel auskomme.

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Schweinderl