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August 15 2013

Leistungsschutzrecht: Rhein-Zeitung legte erste Bilanz vor

Das Leistungsschutzrecht ist vor rund zwei Wochen, am 01.08., in Kraft getreten. Auch wenn das keine große Zeitspanne ist, hat die Rhein-Zeitung erste Zahlen veröffentlicht, die einen kleinen Einblick in die Auswirkung des Leistungsschutzrechts erlauben. Das Ergebnis: Die Zahl der Besucher, die die Webseite der Rhein-Zeitung über Google-News besuchen, tendiert, wenig erstaunlich, gegen Null. In Relation zu den gesamten Besucherzahlen der Rhein-Zeitung spielen die Aufrufe über Google-News jedoch kaum eine Rolle.

Seitenaufrufe der Rhein-Zeitung über Google-News

Seitenaufrufe der Rhein-Zeitung über Google-News



Wie man sieht, hatte die Rhein-Zeitung an einigen Tagen über 1000 Seitenaufrufe über Google-News. Am 01.08. waren es noch 103 Besucher und seitdem weniger als 100 pro Tag, wie Marcus Schwarze im Blog der Rhein-Zeitung schreibt. Dass es überhaupt noch zu Aufrufen über Google-News kommt, obwohl die Rhein-Zeitung Gebrauch vom Leistungsschutzrecht macht und demnach eigentlich nicht mehr von Google gelistet wird, erklärt Kay Oberbeck auf Twitter damit, dass es sich um normale Suchanfragen bei Google handele und diese nicht vom Leistungsschutzrecht betroffen sei.

Schaut man sich nun jedoch die gesamten Zugriffe auf die Rhein-Zeitung an, stellt man fest, dass der Wegfall von Google-News scheinbar keine Rolle zu spielen scheint.

Seitenaufrufe gesamt

Seitenaufrufe der Rhein-Zeitung insgesamt

Auch das exakte Aufschlüsseln, auf welchem Wege die Besucher auf die Webseite der Rhein-Zeitung gelangten, zeigt wie wenig Wegfall der von Google-News ins Gewicht fällt.

Aufschlüsselung: von welchen Seiten kamen die Besucher

Aufschlüsselung: von welchen Seiten kamen die Besucher

Auffällig sind die rund 32% der Nutzer, welche die Rhein-Zeitung über die Google-Suche erreichen. Die Suche ist nicht vom Leistungsschutzrecht nicht betroffen, sodass Nutzer die Rhein-Zeitung dort noch vorfinden.

Beim Betrachten dieser Daten muss man sich aber vor Augen führen, dass die Rhein-Zeitung eine Regionalzeitung mit einer mittleren Besucheranzahl von weniger als 100.000 Besuchern pro Tag handelt. Die Ergebnisse sollten also nicht als Indiz dafür genommen werden, dass das Leistungsschutzrecht auch auf die großen Nachrichtenseiten in Deutschland, wie Spiegel Online, die Süddeutsche oder ZEIT ONLINE keine Auswirkungen hätte. Doch hierbei handelt es sich sowieso nur um Hypothesen. Nahezu alle großen deutschen Seiten machen derzeit kein Gebrauch vom Leistungsschutzrecht und sind somit auch weiterhin bei Google-News gelistet.

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March 05 2011

Sascha Lobos Guttenfake-Crowdsourcing (Update)

Update: Sascha Lobo hat eine Auswertung der eingegangenen Daten & Hinweise gepostet. Kurzfazit, wie bereits von Marcus Schwarz und mir “befürchtet”: Die Guttenberg-Fans sind wohl “weitgehend echt”. /Update

Wow, Sascha* hat mit seinem Aufruf “Betrügt die Guttenberg-Seite auf Facebook mit den Fan-Zahlen?” seit gestern bereits über 700 Kommentare eingesammelt. Klar, das Thema bewegt und lesenswert sind seine Gedanken auch:

Schummelt irgendjemand (muss ja nicht der Seiten-Admin sein) mit der Facebook-Page “Wir wollen Guttenberg zurück”? Lasst uns versuchen, es gemeinsam herauszufinden – wie, das steht in diesem Artikel.

Nachtrag, Freitag, 20:15 – ich habe ein Google Doc publiziert namens “Facebook Fake Finding Force”, kurz: #4F, in dem die bisherigen Erkenntnisse gesammelt werden, die in den Kommentaren und auch per Mail an mich eingetroffen sind. Kurzlink ist http://1.ly/FakeFindingForce

Falls jemand sein Wochenende am Taschenrechner verbringen will: Viel Spaß.

Marcus Schwarz hat sich in seinem Blog für die Rhein-Zeitung ebenfalls mit dem Thema beschäftigt:

Ich konnte einen Teil der Guttenberg-bei-Facebook-Mechanik überprüfen, einen Blick in den Maschinenraum der Seite werfen. Der Betreiber hat mir vertrauensvoll einen Adminzugang zu der Seite und damit zur Facebook-Statistik eingeräumt. [...]

Wie groß der Anteil dieser manipulierenden Nutzer und Fake-Accounts ist, lässt sich aus dieser Statistik nicht herauslesen. Ich halte ihren Anteil aber für geringer als befürchtet: Keine Partei scheint mir in der Lage, das Fachwissen zum Ankaufen oder Selbst-Erstellen von Facebook-Fake-Accounts gezielt für eine Ad-Hoc-Nummer wie nach Guttenbergs Rücktritt in diesem Ausmaß zusammenzustellen und so gezielt und heimlich zu nutzen.

Auch wenn ich Marcus Schwarz Befürchtung teile, bzgl. des Fachwissens bin ich deutlich anderer Meinung. Das dürfte in Unterstützerkreisen entspannt vorhanden sein. Die Frage ist eher, ob jemand bereit ist, eine solche Kampagne zu finanzieren. Bevor ich mich da nun ins juristische Abseits spekuliere, verweise ich aber lieber auf  tatsächlich unterstützenswerte “Pro Gutenberg”-Aktionen bei Facebook.

Schönes Wochenende!

*Da kommt zusammen, was zusammen gehört … Sorry, nein, ich werde keinen doofen Witz auf Saschas Kosten machen, nur um einen fluffigen Einstieg zu haben. Auch wenn das an dieser Stelle evtl. erwartet wird. Tatsächlich schätze ich Sascha sogar für seine klugen Gedanken jenseits der Eigen-PR, die für manche wie Trommeln zum Handwerk gehört.

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