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February 24 2014

July 29 2011

Wie Yasni mit Drohungen gegen Kritik vorgeht

Ich will es vorweg sagen: Ich kann in dieser Angelegenheit nicht objektiv berichten. Ich halte Dienste wie Yasni und 123People für so etwas wie eine juckende, eitrige Krätze für Suchmaschinen. Andauernd sind sie unter den Top 10, wenn man eine Person googlet.

Wenn sie dann wenigstens noch einen Mehrwert bieten würden! Die automatischen Datensammelalgorithmen sind dermaßen schlecht, dass sie den Jabber-Account von Adrian Lamo für meine Emailadresse halten, nur weil ich vor ein paar Tagen mal über die Lamo/Manning-Chatlogs geschrieben habe. Das ist künstliche Intelligenz auf 80er-Jahre-Niveau! Mir ist absolut unbegreiflich, warum Google nichts gegen diesen SEO-Spam unternimmt, der doch eindeutig sogar noch unpassendere Ergebnisse liefert als eine Google-Suche nach einem falschen Namen.

Und weil die Ergebnisse von Yasni so dermaßen falsch sind, zwingen sie einen geradezu, sich auch noch dort anzumelden, um wenigstens ein bisschen Sinn in das Chaos zu bringen, weil man es ja nicht abschalten kann! Genau über diesen Punkt hat sich Sascha Krähenbühl geärgert, und sich mal ein bisschen mit Yasni und 123People auseinander gesetzt: Ist Yasni illegal?

Der Zwangzigjährige kommt zu dem juristisch sicherlich nicht ganz so fundierten Fazit:

Yasni kann nicht garantieren, dass die gefundene Daten im Internet dauerhaft zugänglich sind, deshalb bewegen sich Personensuchmaschinen generell im “Graubereich”. Wer also Lust (und Zeit) hat, kann mit einer (indexierten) Seite solchen Anbieter einen Streich spielen. (Inhalt erzeugen, löschen und verklagen)

So weit, so gut. Nicht allerdings für Yasni, denn der Artikel tauchte wohl recht weit oben in den Google-Suchergebnissen zu Yasni auf. Aber auch da kennen sich die inhaltsleeren Suchmaschinenoptimierer aus: Unliebsamer Inhalt muss weg, also

bekam ich per E-Mail Post von Yasni (E-Mail von Yasni: Behauptungen sachlich falsch). In dieser E-Mail wurde mir mitgeteilt, dass die Firma gerichtlich gegen mich vorgehe, insofern ich den Artikel nicht lösche bzw. gewisse Stellen entferne.

Fairerweise muss man anmerken, dass der Artikel zu diesem Zeitpunkt noch einen anderen Titel hatte, in dem das Wort “Schutzgelderpressung” vorkam, was wohl darauf anspielte, dass Yasni ein Schandfleck in jeder Google-Suche ist, den die betroffene Person nur durch Kooperation oder Bezahlung in seinem Ausmaß mindern, aber nie komplett loswerden kann.

Die Email des Social Media & PR Managers Florian Schütz liest sich sehr amüsant:

Ihr [sic!] Behauptung, was Yasni mache sei “mehrfach illegal” ist also ebenso falsch und von verschiedenen Gerichten bestätigt worden.

Merke: Die Geschäftspraxis von Yasni reicht also immerhin aus, dass Gerichte Klagen dagegen zulassen.
Weiter geht es ganz köstlich mit

Auch ein “Profil” gibt es bei Yasni nicht. Es gibt Suchergebnisseiten zu Namen sowie Exposés, die Nutzer selbst zu Ihrem Namen angelegt und mit Informationen zum eigenen Angebot befüllt haben. Das automatische Erstellen von “Profilen” ist in Europa per Gesetz verboten!

Interessant. Das Profil zu meinem Namen trägt den Titel “Linus Neumann – Info zur Person mit Bilder, News & Links” und die Überschrift “Linus Neumann im Internet”, hat einen statischen Link und wird automatisch generiert und aktualisiert. Aber es ist ja kein Profil, denn es heißt nicht so.

Besonders frech schreibt Florian Schütz von Yasni dann noch

Ich betone vor allem, dass es bei Yasni nicht möglich ist, unliebsame Informationen gegen Bezahlung löschen zu lassen. Ein solches Vorgehen ginge in Richtung Zensur und würde die Idee einer Suchmaschine ad absurdum führen.

Nota bene: Der Satz findet sich in einer Einschüchterungs-Mail, deren Empfänger gezwungen werden soll, Inhalte zu löschen.

Die einzige Hoffnung bleibt wohl, dass Google in seinem konsequenten Vorgehen gegen SEO-Spammer irgendwann auch mal Yasni aus seinem Index entfernt. Im Interesse der Nutzer und Betroffenen wäre das auf jeden Fall.

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