Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

January 24 2014

Papst erkennt an, dass Social Media das Internet menschlicher macht

Heute hat der Papst eine Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel veröffentlicht. Der findet zwar erst sechs Wochen nach Ostern statt, aber heute ist Gedenktag von Franz v. Sales, dem Patron der Journalisten. Doch vorher noch zwei Fragen an euch:

  • Wer kannte den Welttag der sozialen Kommunikationsmittel?
  • Und wer wusste, dass dieser 1967 (!) von Papst Paul VI eingeführt wurde (damals noch als Welttag der Massenmedien)?

Nun, die Kirche überrascht immer wieder, wenn es um ihren Medienumgang geht, wie schon, als sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken zur digitalen Gesellschaft geäußert hat. Dass Papst Franziskus selbst die Medien nicht scheut, zeigt sich an seinem Twitteraccount. @Pontifex hat zusammen mit den Sprachvarianten Deutsch, Französisch, Spanisch, Arabisch, Italienisch, Portugiesisch, Polnisch und Latein über Weihnachten elf Millionen Follower überschritten.

Auch in seiner Botschaft erkennt man, dass er die Bedeutung des Internets erkennt:

In dieser Welt können die Medien dazu verhelfen, dass wir uns einander näher fühlen, dass wir ein neues Gefühl für die Einheit der Menschheitsfamilie entwickeln, das uns zur Solidarität und zum ernsthaften Einsatz für ein würdigeres Leben drängt. [...] Die Medien können uns dabei behilflich sein, besonders heute, da die Kommunikationsnetze der Menschen unerhörte Entwicklungen erreicht haben. Besonders das Internet kann allen größere Möglichkeiten der Begegnung und der Solidarität untereinander bieten, und das ist gut, es ist ein Geschenk Gottes.

Gleichermaßen zeigt er die Gefahren auf, die von einem unbedachten Umgang mit den neuen Möglichkeiten ausgehen können. Die Geschwindigkeit der digitalen Welt könne die menschlichen Reflexions- und Urteilsfähigkeiten übersteigen, es sei leicht, die Orientierung zu verlieren und diejenigen auszuschließen, die keinen Zugang zu Internet und sozialen Netzwerken haben. Man müsse verhindern, dass Kommunikation nur zum Konsum veranlassen oder manipulieren wolle. Das Bewusstsein für den Menschen, der hinter der Kommunikation steckt, dürfe nicht verloren gehen:

Das digitale Netz kann ein an Menschlichkeit reicher Ort sein, nicht ein Netz aus Leitungen, sondern aus Menschen.

Die Botschaft ist sehr weitsichtig, auch wenn man den religiösen Bezug für sich selbst lieber außen vor lassen will, und zeugt von Unvoreingenommenheit ohne dabei naiv zu sein. Das Gleiche würde ich mir auch manchmal für unsere Politiker wünschen. Und man mag ihnen zurufen – wie es Papst Franziskus tut:

Habt keine Angst, Bürger der digitalen Umwelt zu werden.

Werdet Einwohner von #Neuland!

Wir wollen netzpolitik weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

flattr this!

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl