Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

December 03 2013

“Singen im Advent” – Gemeinfreie Advents- und Weihnachtslieder zum Download

Coverbild Singen im AdventKopieren und Verbreiten erwünscht. Das ist das Motto für die vom Musikpiraten e.V. veröffentlichten gemeinfreien Notenblätter für die Advents- und Weihnachtszeit, die in diesem Jahr bereits in der dritten Auflage erscheinen.

Die Sammlung umfasst insgesamt über 50 populäre Lieder von “Alle Jahre wieder” über “Ihr Kinderlein kommet” bis hin zu “Zu Bethlehem geboren”.

Da die Urheber der Lieder bereits seit über 70 Jahren verstorben sind, dürfen alle Noten kostenfrei gesungen, kopiert und verbreitet werden. Und das ist ausdrücklick willkommen.

Die Notensammlung kann kostenlos heruntergeladen werden oder bei epubli.de in gedruckter Form zum Herstellungspreis von 6,67€ bestellt werden.

Die meisten der neu aufgenommenen Lieder sind der “Ebersberger Liedersammlung” entnommen, einige wurden aus alten Liederbüchern übertragen.
Enthaltene Stücke:

A B C, die Katze lief im Schnee
A, a, a, der Winter, der ist da
Aber heidschi, bumbeidschi, schlaf lange
Alle Jahre wieder
Als ich bei meinen Schafen wacht’
Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen
Auf, auf, ihr Hirten!
Der Christbaum ist der schönste Baum
Der Christbaum ist der schönste Baum (Mehrstimmig)
Der Heiland ist geboren
Ein sehr harter Winter ist
Empor zu Gott, mein Lobgesang
En gardant ma bergerie
Es ist ein Ros’ entsprungen
Es ist ein Ros’ entsprungen (Mehrstimmig)
Es kommt ein Schiff geladen
Es wird scho glei dumpa
Es ziehn aus weiter Ferne
Freut euch, ihr lieben Christen
Fröhliche Weihnacht überall
Herbei, o ihr Gläub’gen – Adeste Fideles
Herbei, o ihr Gläub’gen – Adeste Fideles (Mehrstimmig)
Ich lag und schlief, da träumte mir
Ich steh an deiner Krippe hier
Ich steh an deiner Krippe hier (Mehrstimmig)
Ihr Kinderlein kommet
In dulci jubilo
Jingle Bells
Joseph, lieber Joseph mein
Kling, Glöckchen, klingelingeling
Kommet, ihr Hirten
Lasst uns froh und munter sein
Leise rieselt der Schnee
Macht hoch die Tür
Maria durch ein Dornwald ging
Morgen kommt der Weihnachtsmann
Morgen, Kinder, wird’s was geben
O Tannenbaum
O du fröhliche
Schneeflöckchen
Sei uns willkommen
Still, still, still
Stille Nacht, heilige Nacht
Süßer die Glocken nie klingen
Tochter Zion, freue dich
Tochter Zion, freue dich (Mehrstimmig)
Vom Himmel hoch, da komm’ ich her
Vom Himmel hoch, ihr Englein kommt
Was soll das bedeuten
We Wish You A Merry Christmas
Winter ade
Zu Bethlehem geboren

Für etwaige weitere Projekte stehen auch die Rohdaten des Buches bei github zur freien Verfügung. Über eine Spende zur Finanzierung weiterer solcher Projekte freuen sich die Musikpiraten bestimmt.

(Coverbild cc-by-sa, Sven Scholz)

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

flattr this!

October 18 2013

Wikileaks, iPredator und jetzt Rock aus Rügen – PayPal sperrt Crowdfunding-Konto

PayPal fiel schon öfters durch die Sperrung von Transaktionen auf. Bisher mussten dran glauben: Der crowdfinanzierte Maildienst Mailpile, der VPN-Anbieter iPredator, die Vereinigung Courage to resist, die Bradley Manning unterstützt, Wikileaks und Online-Händler, die Rum verkaufen wollen. Jetzt hat PayPal auch erklärt, keine Transaktionen mehr für die Rügener Trashrock-Band COR abzuwickeln. Die Musiker haben auf startnext.de eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Damit wollen sie eine Tour durch Kuba finanzieren, die kostenlos und von einem Filmteam begleitet sein wird. Ziel ist es, die kubanische Punk- und Metalszene zu unterstützen – mit öffentlicher Aufmerksamkeit wie auch mit Sachspenden in Form von Instrumenten und anderem Equipment.

 


 

Startnext musste den Musikern nun mitteilen, dass PayPal für das Projekt deaktiviert wurde. Grund dafür ist das US-Handelsembargo gegen Kuba, dass amerikanischen Unternehmen (wie PayPal eines ist) die Finanzierung kubanischer Bürger, Marken oder Produkte verbietet. Jetzt müssen die Musiker nachweisen, dass von den Crowdfunding-Geldern nur das Projekt direkt unterstützt wird und nichts davon in die kubanische Wirtschaft fließt.

Knapp 3.800 Euro wurden via PayPal bereits gespendet, berichtete der Bassist der Band in einem Interview mit der taz. Das ist bei einem Gesamtspendenziel von 8.307 Euro ein gewaltiger Anteil. Die Musiker lassen sich dadurch nicht entmutigen und wollen das Projekt fortführen, vorzugsweise mit Spenden aus anderen Bezahlmodellen wie Vorkasse oder Sofortüberweisung.

Im Moment beträgt die Gesamtspendensumme bereits 8.848 Euro, was mehr als die angestrebte Summe darstellt. Der Überschuss soll in weitere Unterstützung für Kubas Musikszene gesteckt werden. Es bleibt zu wünschen, dass den Musikern durch die Aufmerksamkeit, die durch die PayPal-Sperre entstanden ist, mehr Nutzen als Schaden zuteil wird.

Außerdem zeigt der Fall, dass es notwendig ist, alternative und sichere Bezahlmodelle zu entwickeln bzw. zu etablieren. Wenn auch eine der neuesten Ideen, Zahlen per E-Mail, durch Sicherheitsbedenken eher wie eine riskante Schnapsidee daherkommt.

 

 

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

flattr this!

August 20 2013

31.8. in Berlin: Das 3. Torstraßen Festival

tsf_flyerAm Samstag, den 31. August 2013 findet das 3. Torstraßen Festival von 14:00 – 22:00 Uhr in Berlin-Mitte statt. Mehr als 30 Musikacts treten in zehn Locations an. Eine Karte mit allen Locations findet sich hier. Am Festivaltag gibt es in allen teilnehmenden Veranstaltungsorten Tickets zum Abendkassenpreis von 15 Euro, vorab auch schon zum Vorverkaufspreis von 12 Euro im St. Oberholz oder bei KOKA36.

Bereits am 30.8. gibt es um 20 Uhr im Ackerstadtpalast eine Diskussionsrunde zum Thema “Wie steht es eigentlich um die Musikkultur in Berlin-Mitte?” Hier ist der Trailer zum Torstraßen Festival 2013:

Torstraßen Festival 2013 from Torstraßen Festival on Vimeo.

Was das mit Netzpolitik zu tun hat? Das Torstraßen Festival wird einige Türen weiter von newthinking organisiert und findet rund um unser Büro statt. Einige von uns sind auch in der Durchführung vor Ort beteiligt und Ihr könnt uns dort treffen.

In einem Soundposter kann man sich viele Bands vorab anhören:


Watch this soundposter in full size.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

flattr this!

January 16 2012

Off Book: The Evolution of Music Online

Der US-TV-Sender PBS hat eine interessante, und auch nur sechs Minuten lange, Kurz-Doku zum Thema “Off Book: The Evolution of Music Online” gemacht:

Off Book: The Evolution of Music Online from PBS Arts on Vimeo.

As the 90s came to a close, the business of music began to change profoundly. New technology allowed artists to record and produce their own music and music videos, and the internet became a free-for-all distribution platform for musicians to promote themselves to audiences across the world. The result was an influx of artists onto the cultural scene, and audiences were left wondering how to sort through them all. In this episode we discuss these massive changes, and reveal how music blogs and websites have arisen as the new arbiters of quality.

January 03 2012

Hypemachine: Music Blog Zeitgeist 2011

Die Musikblogs-Aggregationsplattform Hypemachine hat wieder ihre jährliche Zeitgeist-Edition mit den besten 50 Künstlern, Alben und Songs des Jahres 2011 veröffentlicht. Traurig für deutsche Hörer: Zumindest die Top 50 Alben sind “currently not streamable in your region”.

December 22 2011

Three Strikes in Irland (vorerst) gekippt

Der irische Data Protection Commissioner (DPC) hatte in letzter Zeit alle Hände voll zu tun: Abgesehen vom Fall Facebook (hier ausführlich aufgeschlüsselt von Richard Gutjahr) musste sich die Behörde auch um Urheberrechtslobbyismus kümmern, der im Land ziemlich erfolgreich gewirkt hat. Ergebnis der Prüfung: Die Gängelung der Internetkunden muss in Zukunft auf andere Art vollzogen werden.

Nachdem beim DPC eine Beschwerde eines Kunden eingegangen war, der nach eigener Angabe fälschlicherweise der Urheberrechtsverletzung beschuldigt worden war, wurde eine Untersuchung in Gang gesetzt. Diese führte zu dem Schluss, dass das Three-Strikes-Modell in der praktizierten Form nicht mit dem Datenschutz vereinbar sei. Der Internetprovider und Ex-Monopolist Eircom wird aufgefordert, innerhalb von drei Wochen auf das Ergebnis der Untersuchung zu reagieren, wie siliconrepublic.com berichtet. Die irische Regierung kündigte unterdessen bereits an, die Interessen der Rechteinhaber auf gesetzlichem Weg zu schützen – mit einem Verfahren, das nicht die Zustimmung des Parlaments benötigt:

Junior minister Seán Sherlock has said he expects to issue secondary legislation by mid-January which is set to require ISPs to cut internet services for users who are ‘committing digital copyright theft’. [...] Because the legislation being prepared by Sherlock will take the form of a Statutory Instrument, it is not required to be put through the Houses of the Oireachtas.

(Quelle: businessinsider.com)

Hintergrund: 2009 vereinbarte Eircom mit einigen Musikkonzernen die Regelung, nach der der Breitband-Internetzugang eines Kunden bei Urheberrechtsverstößen im Zuge einer 3-Strikes-Regelung für eine Woche und beim nächsten Verstoß für ein Jahr gekappt wird. Eircom wollte damit einem Urteil zuvorkommen, nachdem die Musikkonzerne Warner, Sony, EMI und Universal gerichtlich gegen die Firma vorgegangen waren. Die Konzerne waren dabei großzügig: Statt auf einer Überwachungssoftware zu bestehen, kamen sie dem Provider entgegen und gaben sich damit zufrieden, dass er auf Zuruf tätig wird und sie selbst für die Überwachung sorgen (wofür sie auf die Dienste der Firma Dtecnet zurückgriffen).

Nebenbei wurde außerdem ausgemacht, dass Eircom den Zugang zu bestimmten Seiten sperrt. Bedenken gegen die Regelungen wischte ein Richter Mitte 2010 zur Seite, der unter anderem die Position des Musikindustrie-Lobbyverbands übernahm, derzufolge IP-Adressen keine persönlichen Daten, also nicht schützenswert, seien. Was als gerichtliche Auseinandersetzung zwischen Provider und Musikindustrie begann, entwickelte sich zu einer so innigen Freundschaft, dass Eircom schließlich ankündigte, in das Musikgeschäft einzusteigen und nun in Kooperation mit den Labels einen Webstore betreibt. Ein wunderbares Beispiel dafür, wie kommerzielle Interessen verschwimmen können, das man sich auch bei der Diskussion um Netzneutralität und der Bewertung der Position von Providern zu diesem Thema vor Augen führen sollte.

November 25 2011

Jan Delay vs. Abmahnindustrie: Ein Rant in zwei Teilen

Mit folgender Statusmeldung hat sich der Hamburger Musiker Jan Delay vor zwei Tagen auf Facebook und Google+ auf derb-deutliche Weise mit dem Problem des Abmahnunwesens im Bereich des Musik-Filesharings auseinandergesetzt:

mal n paar harte zahlen und fakten: im letzten jahr hat es 800.000 (!) abmahnungsverfahren wg. illegalen downloads gegeben. heißt: windige anwälte beschäftigen billiglöhner, die den ganzen tag nix anderes tun als ip-adressen von illegalen saugern aufzuschreiben um diese mit einem bußgeldbescheid von durchschnittlich 1500 euro abzumahnen und mit Gerichtsverfahren zu drohen falls nicht gezahlt wird. heraus kommt das stolze sümmchen von 1,2 Milliarden (!!), welches unter den anwälten und den plattenfirmen gesplittet wird. die künstler sehen davon nix! das sind alles miese schweine!! saugt bitte alle ruhig weiter, und lasst euch nicht erwischen! kein peer 2 peer!! und wenn es Künstler gibt, die ihr schätzt und die sich den arsch aufreißen um gute platten zu machen: bitte supported sie!!

Stand Freitag, 25.11., 14.30 Uhr wurde diese Statusmeldung alleine auf Facebook fast 3.000 Mal geteilt und hält bei über 6.700 “Likes”, auf Google+ wurde die identische Meldung weitere 900 Mal geteilt und über 1.500 Mal geplusst. Das war Jan Delay dann offensichtlich doch zuviel der Aufmerksamkeit und er “ergänzt” und “verdeutlicht”, wiederum auf Facebook und Google+, in einer weiteren, diesmal viel ausführlicheren Stellungnahme, eingeleitet mit “oooops.. da hab ich ja was losgetreten ;-)“. Ein paar Auszüge daraus:

ich rufe nicht dazu auf grundsätzlich musik zu klauen! ich rufe dazu auf, sich nicht beim saugen von schlechter – oder ohne herzblut gemachter musik erwischen zu lassen!
(…)
des weiteren hat universal mich darauf hingewiesen, daß bei meiner letzten abrechnung auch ein nicht gerad geringer betrag aus solcherlei erlösen stammte.. peinlich ;-).. das habe ich nicht gewusst! ein sorry dann auch an universal! dieses ekelige kriegsgewinnler geld will ich aber gar nicht haben! ich werde das komplett spenden, auch in zukunft! und es ändert nichts daran, daß ich diese art von geschäftemacherei um die einbrechenden umsätze zu kompensieren ein unding finde! anwälte, die ihr komplettes geschäft darauf basieren lassen kids, studenten oder sonst wen mit abstrusen summen abzuzocken, sind miese schweine! punkt!
(…)
generell, will ich mich hier auch gar nicht zum heinz-rudolf kunze aufschwingen. meine auf die schnelle hingehassten zeilen haben nur solche wellen geschlagen, daß ich das bedürfnis hatte mich noch einmal detaillierter zu erklären. und da das hier eh schon in so nem pamphlet ausartet, mein hirn gerad rumort und ich ein fan von konstruktiver kritik bin, hier mal ein paar gedankenspielchen:
- wieso das alles nicht handhaben wie schwarzfahren? “fahrkartenkontrolleure” werden eingestellt, und wer so dumm ist sich erwischen zu lassen muss 60 euro blechen..
- eine “musik-steuer” auf alles was musik wiedergeben kann. rechner, mp3-player, boxen, anlagen, usb-sticks, etc.. die erlöse gehen über eine dafür geschaffene institution an newcomer, plattenlabel, studios, produzenten, komponisten, video-regisseure, usw.. an alle unter einer festgesetzten einkommensgrenze. dieter bohlen und ich kriegen davon nix!
- mal konsequent die ganzen anwälte statt auf mittellose kids, auf all die “taff”s und “explosiv”s dieser welt ansetzen. die sollen mal gerne und viel dafür zahlen, daß sie ständig unsere musik kommerziell ausbeuten.
- oder eine selbstbestimmte, erweiterte “radiohead”-variante. die musikschaffenden gründen einen verein mit einem konto, und jeder der was saugt kann sein schlechtes gewissen mit einem selbstbestimmten betrag frei kaufen. hat was kirchlich-mittelalterliches ;-) man müsste natürlich schreiben für welchen künstler/song, aber ich denke in unserer heutigen verlinkten online-welt, sind es keine kosten oder mühen, mal irgendwohin 1 euro zu überweisen. das würde die ganze industrie natürlich außen vor lassen..

Fortsetzung folgt?

July 30 2011

Creative-Commons-Party “CreativeChaos” heute Abend in Wiesbaden

Zum zehnten Mal findet heute Abend in der Wiesbadener Kreativfabrik die vom CCC Mainz/Wiesbaden (CCCMZ) veranstaltete Creative-Commons-Party “CreativeChaos” statt. Die Resident-DJs werden von Sven Krohlas vom Darker Radio mit rockigen Klängen am Mischpult unterstützt. Los geht es um 21 Uhr. Eintritt und Musik sind frei.

Creative Chaos Party Wiesbaden

Vorerst letzte "Creative Chaos"-Party in Wiesbaden

Leider wird die Veranstaltung heute die vorerst letzte in der Party-Reihe sein, da Veranstaltungsaufwand und Resonanz auf Dauer leider nicht im Verhältnis standen. Wer die bisherigen Parties also verpasst hat, hat heute nochmals die Gelegenheit mitzufeiern.

 

flattr this!

June 01 2011

Was tun, wenn das Internet voll ist? Na, Nutzer abklemmen! (Update)

Letzte Woche haben wir noch gelacht, was Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) tun würde, wenn “das Internet voll ist“. Dabei hat Neumann eigentlich längst eine praktische Lösung zur Hand: Einfach ein paar Nutzer abklemmen abmahnen!

So stand es am Montag einmal mehr in der französischen Zeitung Le Monde (Danke an Kirsten für die Übersetzung):

Bernd Neumann, le ministre de la culture allemand, a annoncé envisager de mettre en place un système de riposte graduée, similaire à celui instauré par la Hadopi en France, pour lutter contre le téléchargement illégal. S’exprimant lors d’une convention de la CDU (conservateurs), le ministre a estimé que les fournisseurs d’accès à Internet devaient “prendre leurs responsabilités” et il s’est dit favorable à la mise en place d’un système d’avertissement avant la sanction juridique.

(Bernd Neumann, deutscher Kulturstaatsminister, kündigte an, ein Three-Strikes ähnliches System (riposte graduée) einführen zu wollen, welches auch mit dem französischen Hadopi verglichen werden könnte, um gegen illegale Downloads vorzugehen. Während einer Veranstaltung der CDU erklärte der Minister, dass die Internetprovider „Verantwortung übernehmen“ sollten und sprach sich für ein Warnsystem mit anschliessenden rechtlichen Sanktionen aus.)

Update: Le Monde bezieht sich – wie bereits vermutet – auf die Rede Neumanns auf der CDU Medianight am 24. Mai. Laut Manuskript sagte Neumann:

Zur besseren Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte sollte der rechtliche Rahmen daher um ein sogenanntes Warnhinweismodell ergänzt werden, das es ermöglicht, bei illegaler Nutzung zu verwarnen, ohne sofort zu bestrafen. Bei wiederholter Rechtsverletzung muss aber mit einer ernstzunehmenden Reaktion zu rechnen sein, z.B. einer kostenträchtigen Abmahnung.

Den von Le Monde gezogenen Vergleich mit Hadopi, Three Strikes und dem Abklemmen von Nutzern (“qui pourra décider d’une peine d’amende ou de suspension de l’accès à Internet” – Also Geldstrafe oder Entzug des Internetzugangs als dritter Schlag) gibt zumindest das Manuskript damit nur zum Teil her (Dafür hat sich Neumann für ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger ausgesprochen …). Zwar hatte sich Neumann vor zwei Jahren tatsächlich für die französische Lösung erwärmen können …

Kulturstaatsminister Bernd Neumann machte sich auf der CDU MediaNight in Berlin am gestrigen Dienstagabend erneut für Internetsperren bei wiederholten Urheberrechtsverstößen stark. “Wir dürfen nicht sagen, das geht nicht”, erklärte der CDU-Politiker. Das Kappen von Netzverbindungen sei “überall möglich”, freute er sich über das Vorpreschen Frankreichs bei einem entsprechenden “Three Strikes”-Modell. (Quelle: Heise Online, 27.05.2009)

.. vermied es in aktuelleren Statements aber die Forderung nach Anschlussperren zu wiederholen. So hieß es am 26.11.2010 bei Heise Online:

Damit spricht sich Neumann für einen Urheberrechtsschutz nach französischem Vorbild aus – allerdings ist im “Three Strikes”-Modell der Staatsministers von Anschlusssperren bisher nicht die Rede. Neben den Nutzern will der Kulturpolitiker auch die Internetwirtschaft stärker in die Verantwortung nehmen. Die “sogenannte Providerhaftung” sei “fortzuentwickeln”. Damit meint Neumann, die für Provider im Telemediengesetz geschaffenen Haftungsprivilegien durch “weitergehende Prüf- und andere Pflichten” einzuschränken.

/Update

Lars Klingbeil, MdB der SPD und Mitglied der Enquete-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft”, nutzt die Äusserungen Neumanns* derweil für eine parlamentarische Anfrage:

  1. Welche Maßnahmen bzw. Initiativen plant die Bundesregierung – vor dem Hintergrund der Äußerungen des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann, gegenüber der französischen Zeitung Le Monde am 31.05.2011, denenzufolge die Bundesregierung die Einführung eines dem französischen Hadopi-Gesetzes vergleichbaren “graduated Response”-Modells in Deutschland beabsichtige – zur Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen im Internet und wann wird sie diese vorlegen?
  2. Wie soll dieses Konzept konkret ausgestaltet werden und welche konkrete Maßnahmen oder Aufgaben sollen von Internetzugangsprovidern geleistet werden?
  3. Beabsichtigt die Bundesregierung die Einführung eines  (automatisierten) Warnhinweissystems, welches die flächendeckende Filterung des Datenstromes voraussetzen würde, oder plant sie – vor dem Hintergrund der bereits heute über 3 Millionen IP-Beauskunftungen seitens Internetzugangsanbieter – die Etablierung eines anbieterübergreifenden Datenpools zu Urheberrechtsverletzungen von Internetnutzern, aus dem sich Rechteinhaber und Strafverfolgungsbehörden für die Durchsetzung des Urheberrechtes bedienen können?
  4. Beabsichtigt die Bundesregierung die nach dem französischen Hadopi-Modell vorgesehenen Internetzugangssperren nach dreimaliger Verwarnung des Internetnutzers und wie bewertet sie das französische Vorbild hinsichtlich seiner verfassungsrechtlichen Zulässigkeit in Deutschland?

So neu ist Neumanns Plan übrigens gar nicht. Bereits in der Vergangenheit hatte sich der Kulturstaatsminister mehrfach für industriefreundliche Regelungen stark gemacht. Eine kurze Suche bei Heise Online liefert einen bemerkenswerten track record (Auszug):

*Unklar ist übrigens noch, wo sie gefallen sind. Le Monde schreibt von einer “convention” der CDU. Damit könnte auch die Medianight gemeint sein, von der “Internet ist voll”-Clip stammt. Hat jemand Details?

Update: Le Monde bezieht sich offenbar tatsächlich auf die Rede Neumanns auf der Medianight. Siehe dazu auch die Ergänzung in den Kommentaren.

flattr this!

May 13 2011

Rethink Music – Creativity, Commerce, and Policy in the 21st Century

Ende April fand in Boston die “Rethink Music – Konferenz” mit dem Untertitel “Creativity, Commerce, and Policy in the 21st Century” statt, die ich im Nachhinein gerne besucht hätte.

Dabei gab es u.a. ein spannend-besetztes Panel über alternative Kompensationsmodelle mit Jim Griffin, Lawrence Lessig, Volker Grassmuck, Terry Fisher und Ronaldo Lemos:

Many alternative compensation schemes for recorded music, such as legislated blanket licensing, have been proposed in a few international jurisdictions. We’ll interview speak with representatives from Brazil, a country that has been nontraditional in its copyright schemes, as well as look at the impediments to adopting such a scheme in the U.S.

Von dem Panel gibt es einen Videomitschnitt:

Watch live streaming video from rethinkmusic at livestream.com

Volker Grassmuck hat nochmal ausführlich über das Panel gebloggt:

Rethink Music? Think again.
Rethink Music: My ACS Panel Notes

Ebenfalls spannend ist ein längeres Gespräch mit der Indie-Band Metric über neue Strategien und Geschäftsmodelle für Künstler:

Watch live streaming video from rethinkmusic at livestream.com

Auch spannend sind die Materialien des Berkman-Centers zur Konferenz: Rethinking Music: A Briefing Book. Bei Livestream.com finden sich weitere Videos der Konferenz.

flattr this!

April 26 2011

2 Jahre Tanzen ohne Kopierschutz: #CreativeChaos-Party am 29.04.2011 in Wiesbaden

“Wir brechen ein neues Bit an! “: Der Chaos Computer Club Mainz feiert das 2-jährige Jubiläum seines CreativeChaos-Projekts. Am 29. April wird in der Wiesbadener Kreativfabrik wieder freie Musik geboten. Zum achten Mal in 2 Jahren präsentiert der CCCMZ die Creative Chaos Party.

Zusätzlich zur freien Musik für die Ohren gibt es diesmal auch freie Bilder auf die Netzhaut. Kräftige Unterstützung in Sachen freier House-Musik bekommen die Resident DJs Martin und Boris von Gast Oliver Sebastian, der schon beim Free! Music! Contest! die Menge in der Kreativfabrik zum Tanzen brachte. Der Abend wird entsprechend recht elektronisch geprägt sein.

Der Eintritt ist wie immer frei. Los geht es um 22:30 Uhr. Die Sampler der aktuellen und der vergangenen Parties (die konsequenterweise auch online zu finden sind) sind am Abend gegen Spende auch in aufwändig-schicker Aufmachung physikalisch erhältlich.

Zum Warmup bietet sich der CC-Rock im Rüsselsheimer “Rind” an, wo The Nuri aus Wiesbaden Alternative Rock darbieten, Pornophonique aus Darmstadt für kuschelige 8-Bit-Lagerfeuer-Romantik sorgt und Das Frivole Burgfräulein für Punk zuständig ist. Der Musikpiraten e.V. wird ebenfalls vor Ort sein und eine Creative Commons-Kopierstation mitbringen, bei der es nicht nur die Alben der auftretenden Bands zum Mitnehmen geben wird. Einlass 20:00 Uhr, laut wird es ab 20:30 Uhr, der Eintritt beträgt 5€.

flattr this!

March 28 2011

“Freiheit” nicht verfügbar in deinem Land

Fun Fact: Das offizielle Video von Georg Danzer (österr. Liedermacher) und seinem großen Hit  “Freiheit” ist bei Youtube “in deinem Land nicht verfügbar“.

Hier der Kommentar dazu aus Österreich (grandios).

PS: Natürlich gibt es das Lied im Netz, aber ohne Einverständnis von Sony Music Entertainment und ohne offizielles Video von Georg Danzer.

flattr this!

Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl