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December 03 2013

“Singen im Advent” – Gemeinfreie Advents- und Weihnachtslieder zum Download

Coverbild Singen im AdventKopieren und Verbreiten erwünscht. Das ist das Motto für die vom Musikpiraten e.V. veröffentlichten gemeinfreien Notenblätter für die Advents- und Weihnachtszeit, die in diesem Jahr bereits in der dritten Auflage erscheinen.

Die Sammlung umfasst insgesamt über 50 populäre Lieder von “Alle Jahre wieder” über “Ihr Kinderlein kommet” bis hin zu “Zu Bethlehem geboren”.

Da die Urheber der Lieder bereits seit über 70 Jahren verstorben sind, dürfen alle Noten kostenfrei gesungen, kopiert und verbreitet werden. Und das ist ausdrücklick willkommen.

Die Notensammlung kann kostenlos heruntergeladen werden oder bei epubli.de in gedruckter Form zum Herstellungspreis von 6,67€ bestellt werden.

Die meisten der neu aufgenommenen Lieder sind der “Ebersberger Liedersammlung” entnommen, einige wurden aus alten Liederbüchern übertragen.
Enthaltene Stücke:

A B C, die Katze lief im Schnee
A, a, a, der Winter, der ist da
Aber heidschi, bumbeidschi, schlaf lange
Alle Jahre wieder
Als ich bei meinen Schafen wacht’
Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen
Auf, auf, ihr Hirten!
Der Christbaum ist der schönste Baum
Der Christbaum ist der schönste Baum (Mehrstimmig)
Der Heiland ist geboren
Ein sehr harter Winter ist
Empor zu Gott, mein Lobgesang
En gardant ma bergerie
Es ist ein Ros’ entsprungen
Es ist ein Ros’ entsprungen (Mehrstimmig)
Es kommt ein Schiff geladen
Es wird scho glei dumpa
Es ziehn aus weiter Ferne
Freut euch, ihr lieben Christen
Fröhliche Weihnacht überall
Herbei, o ihr Gläub’gen – Adeste Fideles
Herbei, o ihr Gläub’gen – Adeste Fideles (Mehrstimmig)
Ich lag und schlief, da träumte mir
Ich steh an deiner Krippe hier
Ich steh an deiner Krippe hier (Mehrstimmig)
Ihr Kinderlein kommet
In dulci jubilo
Jingle Bells
Joseph, lieber Joseph mein
Kling, Glöckchen, klingelingeling
Kommet, ihr Hirten
Lasst uns froh und munter sein
Leise rieselt der Schnee
Macht hoch die Tür
Maria durch ein Dornwald ging
Morgen kommt der Weihnachtsmann
Morgen, Kinder, wird’s was geben
O Tannenbaum
O du fröhliche
Schneeflöckchen
Sei uns willkommen
Still, still, still
Stille Nacht, heilige Nacht
Süßer die Glocken nie klingen
Tochter Zion, freue dich
Tochter Zion, freue dich (Mehrstimmig)
Vom Himmel hoch, da komm’ ich her
Vom Himmel hoch, ihr Englein kommt
Was soll das bedeuten
We Wish You A Merry Christmas
Winter ade
Zu Bethlehem geboren

Für etwaige weitere Projekte stehen auch die Rohdaten des Buches bei github zur freien Verfügung. Über eine Spende zur Finanzierung weiterer solcher Projekte freuen sich die Musikpiraten bestimmt.

(Coverbild cc-by-sa, Sven Scholz)

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July 16 2013

C3S: faire Alternative zur GEMA per Crowdsourcing finanzieren

c3s_logo_iconDie “cultural commons collecting society” (C3S) ist eine 2010 gestartete Initiative, zur Gründung einer modernen Verwertungsgesellschaft für Musik. Dieser Schritt wurde als notwendig angesehen, da eine Vielzahl von Urhebern und Urheberinnen nicht oder nicht mehr von der GEMA vertreten werden wollen. Wer mit seinen Werken allerdings auch in der Öffentlichkeit stattfinden möchte, hat zur Zeit quasi keine Alternative zur GEMA. Aus diesem Grund wurde am vergangenen Sonntag eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, mit dem Ziel die C3S als feste Alternative zur GEMA etablieren zu können.

Die C3S unterscheidet sich in einigen Punkten wesentlich von der GEMA. So ist sie als Europäische Genossenschaft konzipiert und nicht als wirtschaftlicher Verein wie die GEMA. Darüber hinaus soll jedes Mitglied über gleiches Stimmrecht verfügen, unabhängig von finanziellen Umsätzen oder anderer Faktoren. Ein entscheidender Unterschied zur GEMA ist die Möglichkeit der Urheber und Urheberrinnen, der C3S nur die Vertretung einzelner Werke anzuvertrauen und nicht direkt den gesamten Werkkatalog. Und auch die Unterstützung alternativer Lizenzen als gleichberechtigtes Gegenstück zum klassischen Urheberrecht wird angestrebt. m.eik michalke, kulturpolitischer Sprecher der C3S dazu:

Unser Ziel ist eine Verwertungsgesellschaft, die sowohl für die herkömmlichen Lizenzierungsmodelle als auch für die Förderung neuer, verbraucherfreundlicher Modelle wie Creative Commons eintritt.


Mit der Crowdsourcing-Kampagne möchte die C3S mindestens 50.000 Euro einnehmen um die bisherige Arbeit fortsetzen zu können. Ziel der Kampagne ist es aber 200.000 Euro einzunehmen, die “eine gemeinschaftliche Investition in die Zukunft der Musik” erlauben. Die Kampagne auf startnext läuft noch bis zum 30. September. Dennoch steht der Gründungstermin für C3S schon fest: der Startschuss soll am 25. September während des Reeperbahn Festivals in Hamburg erfolgen.

Hier noch ein Video der Initiative, welches auch auf der Webseite des C3S und auf der Kampagnenenseite samt weiterer Informationen zu finden ist:

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July 08 2013

Wie Copyright Bücher und Musik verschwinden lässt: Studie von Paul Heald

Im März vergangenen Jahres veröffentlichte der US-amerikanische Copyright-Forscher Paul Heald Ergebnisse einer laufenden Untersuchung über die Verfügbarkeit von Büchern bei Amazon, die eindrucksvoll die sogenannte “Lücke des 20. Jahrhunderts” illustrieren: Die Länge urheberrechtlicher Schutzfristen von 70 Jahren nach dem Tod des Autors führt dazu, dass ein großer Teil der Werke schon bald gar nicht mehr verfügbar ist, weil sich deren kommerzielle Verwertung nicht mehr lohnt. Diesen Umstand hatte Heald mit Hilfe eines Zufallssamples von bei Amazon erhältlichen Büchern in Form folgender Graphik illustriert:

Heald-Abbildung1

Verteilung von bei Amazon verfügbaren neuen Büchern nach Erscheinungsdekade (Zufallsstichprobe von 2317 Büchern)

Seit kurzem liegt jetzt die Studie als Arbeitspapier mit dem Titel “How Copyright Makes Books and Music Disappear (And How Secondary Liablity Rules Help Resurrect Old Songs)” vor. Darin findet sich neben der Analyse von bei Amazon erhältlichen Büchern auch eine Untersuchung der Verwendung von Musik in Filmen auf Basis von Soundtrack-Daten der International Movie Database. Die zahlreichen Herausforderungen bei der Datenerhebung und bei der Feststellung der Erstveröffentlichungsdaten von Musik und Büchern werden in dem Aufsatz sehr detailliert dargelegt.

Hinsichtlich der Verfügbarkeit von Büchern liefert Heald noch eine zweite Graphik, in der die Zahl der erhältlichen Bücher mit der Gesamtzahl der im jeweiligen Jahrzehnt erschienenen Bücher ins Verhältnis gesetzt – und damit der Umfang der Lücke des 20. Jahrhunderts noch deutlicher wird (leider fehlt in der Graphik die Y-Achse mit den Prozentangaben, die Verhältnisse werden aber klar):

Heald-Abbildung2

Anteil bei Amazon verfügbarer Bücher im Verhältnis zur Gesamtzahl in der jeweiligen Dekade erschienener Bücher

Im Bereich der Musik ist das Muster einer höheren Verfügbarkeit nach Ablauf des Urheberrechtsschutzes ebenfalls erkennbar und statistisch signifikant, wenn auch weniger stark als im Buchbereich:

Heald-Abbildung4

Veröffentlichungsdatum von Filmmusik aus den 100 Filmen mit den höchsten Einspielergebnissen

Die große Zahl der Musik mit demselben Veröffentlichungsjahr wie dem des Films folgt aus Auftragswerken speziell für den jeweiligen Film. In einer weiteren Analyse vergleicht Heald die Verwendung von Songs in Filmen vor und nach der Verlängerung der Copyright-Schutzdauer in den USA 1977 und kommt dabei zum Ergebnis, dass die Verlängerung mit einem deutlichen Rückgang der Verwendung in Filmen einhergeht:

Heald-Abbildung5

Alter von Songs in Filmen vor und nach der US-Copyright-Reform 1977

Der statistisch signifikante Unterschied zwischen den vor und nach 1977 veröffentlichten Filmen unterstreicht, dass die Schutzdauer einen erheblichen Einfluss auf die Verfügbarkeit von Songs in Filmen hat. Denn vor dem 1977 in Kraft getretenen Copyright Act of 1976 mussten Werke registriert werden und waren für 28 Jahre geschützt, mit der Möglichkeit noch ein weiteres Mal um 28 Jahre zu verlängern. Nach 1977 galt in den USA eine Schutzdauer von 50 Jahren nach dem Tod des Urhebers bzw. 75 Jahre nach Veröffentlichung für Auftragswerke. Die längere Schutzdauer macht die Verwendung von Musik in Filmen also erheblich schwieriger; bis zu einem gewissen Grad könnte hier tatsächlich eine innovationsfördernde Wirkung von sehr langen Schutzfristen bestehen: Rechteklärung wird dadurch so schwer, dass stattdessen lieber neue Musik in Auftrag gegeben wird.

Im vierten Abschnitt seines Aufsatzes widmet sich Heald schließlich der Auswirkung von Haftungsbeschränkungen für Plattformen wie YouTube auf die Verfügbarkeit von Musikinhalten. Weil Plattformbetreiber wie Google oder Facebook erst bei Kenntnis einer Urheberrechtsverletzung durch einen ihrer Nutzer einschreiten müssen, sind mangels Einsprüchen oder auf Grund von expliziter Duldung der Rechteinhaber im Rahmen des Content-ID-Verfahrens viele zusätzliche Werke online zugänglich.

Um hier zu untersuchen, in welchem Ausmaß dieses Potential auch tatsächlich realisiert wird, vergleicht Heald die Verfügbarkeit der Nummer-1-Songs der Charts aus den USA, Frankreich und Brasilien zwischen 1930 und 1960, die sämtliche nach 1923 veröffentlicht wurden und damit noch unter US-Copyright fallen. Mit Stand Mai 2013 liefert Heald folgende Ergebnisse:

  • Mindestens 95% der verfügbaren Songs wurden offensichtlich nicht von den Rechteinhabern selbst hochgeladen, also de-facto von Urheberrechtsverletzern.
  • Mehr als 70% der US-amerikanischen, über 60% der französischen und knapp 40% der brasilianischen Nummer-1-Songs auf YouTube werden monetarisiert, d.h. es wird Werbung eingeblendet, an deren Erlösen in der Regel die Rechteinhaber beteiligt werden.
  • Die nicht-monetarisierten Videos waren nur unwesentlich weniger aktuell als die monetarisierten Interviews und im Mittel (Median) bereits seit knapp vier Jahren via YouTube verfügbar.
  • Die Unterschiede zwischen USA, Frankreich und Brasilien im Bereich der Monetarisierung dürften mit der Anzahl an Views zusammenhängen, die ein Indiz dafür sind, ob sich eine Monetarisierung lohnt:
Heald-Abbildung7

Anzahl von Views bei monetarisierten Nummer-1-Songs auf YouTube

  • Unter den nicht-monetarisierten Videos dominieren Ausschnitte aus TV- oder Filmproduktionen, was der Anforderung von Google für Monetarisierung auf YouTube geschuldet sein dürfte, die sowohl die Rechte an Bild- als auch an Tonmaterial erfordert; interessanterweise könnte aber jeder einzelne der Rechteinhaber eine Sperrung des jeweiligen Clips veranlassen, was offensichtlich in vielen Fällen nicht getan wird. Hinzu kommt, dass viele ältere Video-Ausschnitte von Fernsehsendungen verwaiste Werke darstellen, deren Rechtesituation nur noch schwer zu klären ist.
Heald-Abbildung9

Video-Typ nicht-monetarisierter Nummer-1-Songs auf YouTube

Angesichts dieser Situation lobt Heald die Haftungsregeln des oft gescholtenen Digital Millennium Copyright Acts (DMCA), weil sie im Fall von YouTube “die Bildung eines ziemlich effizienten Marktes” (S. 35) erlauben (meine Übersetzung):

Diese Regeln […] helfen dabei den Zugang zu Kulturgütern zu fördern, während die finale Entscheidung darüber in den Händen der Rechteinhaber verbleibt.

Zusammengefasst zeigt Healds Studie, dass es durchaus (auch: kommerziell relevante) Nachfrage für ältere Werke gibt, die aber zu großen Teilen bereits nach wenigen Jahren über klassische Vertriebskanäle wie Amazon nicht mehr zugänglich sind. Zumindest für den Musikbereich bietet YouTube sowohl bessere Verfügbarkeit als auch bessere bzw. überhaupt wieder Möglichkeiten zur Monetarisierung. Ironischerweise ist diese Monetarisierung nur auf Basis der auch in Deutschland von Seiten der Rechteinhaber heftig kritisierten Haftungsprivilegien möglich.

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March 28 2013

Studie der EU-Kommission: Unerlaubte Musik-Downloads haben positive Auswirkung auf Kaufverhalten

JRC-reportFilesharing und Streaming von Musik führen nicht zu geringeren Verkaufszahlen im Netz. Zu diesem Ergebnis kommen immer mehr Untersuchungen, jetzt auch die Forschungsstelle der EU-Kommission. Das Fazit der Forscher lautet daher: Die Rechteinhaber sollten unerlaubtes Kopieren nicht länger als Problem ansehen.

Die Europäische Kommission hat mit der Gemeinsamen Forschungsstelle eine Generaldirektionen nur für Forschung. Eins der sieben Institute ist zuständig für Technologische Zukunftsforschung, das gerade eine interessante Studie über Konsum Digitaler Musik im Internet veröffentlicht hat (PDF).

Die Autoren Luis Aguiar und Bertin Martens haben das Surf-Verhalten von 16.000 Europäer/innen untersucht, um “die Auswirkungen von illegalen Downloads und legalem Streaming auf den legalen Erwerb von digitaler Musik” zu ergründen. Das Ergebnis ist ziemlich deutlich: Unerlaubtes Downloaden ist kein Ersatz für den legalen Erwerb digitaler Musik. “Unsere Ergebnisse zeigen keine Anzeichen von Umsatzeinbrüchen.”

Im Gegenteil: Es gibt sogar einen leichten positiven Zusammenhang. Je mehr Menschen “unerlaubt” downloaden, desto mehr kaufen sie auch. Oder andersrum: Gäbe es kein Filesharing und Streaming, würden die Verkaufszahlen sinken. Das Fazit der Forscher:

All diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass unsere Probanden die überwiegende Mehrheit der Musik nicht legal gekauft hätten, wenn sie diese vorher nicht “illegal” herunterladen könnten.


Damit kommt die EU-Kommission zu ähnlichen Ergebnisse wie weitere Forscher-Teams an den Unis Telecom ParisTech in Frankreich und North Carolina State University, USA. Auch diese Papers zeigen, dass unerlaubte Downloads nur geringe oder gar keine Auswirkungen auf legale Musikverkäufe im Internet haben.

Aus ihren Ergebnissen schlussfolgern die Forscher, dass unerlaubte Downloads dem legalen Musikmarkt nicht schaden:

Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Rechteinhaber digitale Musik-Piraterie nicht als wachsendes Problem ansehen sollten. Darüber hinaus zeigen unsere Ergebnisse, dass neue Musik-Hör-Dienste wie Online-Streaming die Urheberrechte der Eigentümer positiv beeinflussen.

Kein Wunder, dass der Weltverband der Phonoindustrie das anders sieht. In einer Mitteilung kritisiert IFPI die EU-Studie als “fehlerhaft, irreführend und realitätsfremd”. Lustigerweise hat der Industrieverband den Streaming-Dienst Spotify im Boot, der besonders “die Nicht-Beobachtung von Streaming-Diensten in der Studie” bemängelt, die unfaire Konkurrenz von kostenlosen Downloads bekämen.

Komisch, bei mir tauchen in der Studie “Streaming” 109 mal und “legales Streaming” 40 mal auf. Vielleicht sollte auch Spotify die Studie mal lesen?

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