Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

January 15 2014

Kim Dotcom gründet Internet Party und veranstaltet Megaparty

internet_partyVerwirrung: Kim Dotcom gründet eine Partei. Der Guardian titelt “Kim Dotcom to launch ‘Megaparty’ for New Zealand elections“. Dabei heißt die Partei eigentlich “Internet Party”:

Aber eine “Megaparty” gibt es auch, die heißt aber “PartyParty” und findet am 20. Januar, dem Vorabend von Kims Geburtstag und dem zweiten Jahrestag der Schließung von Megaupload, statt. Mittlerweile sind die Karten dafür ausverkauft, obwohl der Veranstaltungsort, die Vector Arena in Auckland, 20.000 Menschen fasst. Für den Launch der “Internet Party” wird es eine noch Extra-Party geben. Ganz schön viel Party auf einmal, deshalb der Reihe nach:

Kim Dotcom, alias Kimble, bürgerlich Kim Schmitz, war Betreiber von Megaupload und wurde am 19.01.2012 wegen Copyrightverstößen festgenommen. Der gebürtige Deutsche lebt zurzeit in Neuseeland. Dort will er nun eine Partei gründen, das hatte er via Twitter mehrmals angedeutet, wie im September 2013:

Die Partei, die “Internet Party” heißen wird, soll einem Interview mit The Guardian zu Folge für mehr Jobs in der Technikbranche sorgen, Safe-Harbour-Gesetze einführen und damit Technologieunternehmen nach Neuseeland locken. Auch die Überwachungskrise gibt ihm Anlass für politische Mission: “Wir sind alle Kinder Assanges, das Internet ist von den Menschen für die Menschen”.

Funfact hierbei ist, dass Kim gar kein neuseeländischer Staatsbürger ist und deshalb nicht selbst gewählt werden kann. Der Vorstand einer Partei zu sein wird dadurch jedoch nicht verhindert, erklärte er torrentfreak.com.

Wie erfolgsversprechend Kims Unterfangen sein wird, werden die Wahlen im November zeigen (vorausgesetzt, er erfüllt die Auflagen zur Parteigründung wie 500 wählbare Mitglieder). In Neuseeland gibt es, wie in Deutschland, eine Fünfprozenthürde zum Einzug ins Parlament. Doch auch wenn er diese Hürde nicht überwindet könnte er einen Einfluss auf die Wahl nehmen, indem er Wähler von anderen Parteien abzieht, denn seine Beliebtheit in Neuseeland ist groß. Außerdem sind zur bevorstehenden Wahl viele neue “Mikroparteien” entstanden, die die insgesamten Mehrheitsverhältnisse ins Wanken bringen könnten.

Die große Frage wird sein, ob die Partei ernstgenommen werden kann oder ein weiteres Element in Kims Selbstinszenierung ist.

Wir wollen netzpolitik weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

flattr this!

July 24 2012

Kim Schmitz, selbsternannter Freiheitskämpfer im Internet, will Berichterstattung gerichtlich unterdrücken

Kim Schmitz, Mitbegründer von Megaupload, präsentiert sich gerade mal wieder als Freiheitskämpfer im Internet. Gleichzeitig versuchte er, unliebsame Berichterstattung zu unterdrücken. Der Journalist Torsten Kleinz erhielt drei einstweilige Verfügungen, Gerichte wiesen alle drei jedoch ab.

Torsten Kleinz, freier Journalist unter anderem für heise online und die taz (und Freund des Hauses), berichtet schon lange über den umstrittenen Internetunternehmer, unter anderem mit seinem Kimble-Report:

Diese Dokumentation über das Treiben der Medienfigur war mein erstes eigenes Internet-Projekt. Dort hatte ich vor über 10 Jahren dargelegt, wie Medien über die Person Kim Schmitz und seine öffentliche persona Kimble berichteten und ständig versagten. Die Medien behandelten Schmitz immer wieder als Super-Hacker, der — so schrieben einige ernsthaft — das Kreditlimit von Kanzler Kohl gehackt und Greenpeace Millionenspenden zukommen gelassen habe. Kurz gesagt: Es gab ein Haufen bullshit und ich nahm mein kleines Schäufelchen, um ihn wegzubringen. Ich machte es schlichtweg, weil es sonst niemand getan hatte.

In einem Beitrag bei ZDF Hyperland resümiert Kleinz Schmitz’ aktuelle Kampagne als Heiße Luft 2.0:

Zwischen Witzen und ernst gemeinten Plänen war bei Kim Schmitz noch nie einfach zu unterscheiden: So bot er einst auf seiner Webseite sein Sperma zum Kauf an und kündigte an, dass er auf den Mond fliegen werde – witzig gemeinter Größenwahn. Auf der anderen Seite suchte er ernsthafte Anleger für seine Firma “Trendax”, die versprach mit Hilfe von künstlicher Intelligenz an der Börse Millionengewinne zu erzielen. Dieser und viele andere Pläne lösten sich freilich in Luft auf, wie zum Beispiel eine Luxus-Rallye, die über mehrere Kontinente führen sollte.

Megalomanie und Schamlosigkeit gehört zur Medien-Figur Schmitz, Dotcom, oder wie er sich auch nannte: “Kimble”. So setzte er im Jahr 2001 eine Belohnung von 10 Millionen US-Dollar auf Osama Bin Laden aus – Geld, dass er aller Wahrscheinlichkeit gar nicht hatte. Auch die von ihm angeführte Hacker-Truppe YIHAT, mit der er großspurig die Finanzquellen des Terrorismus lahmlegen wollte, erwies sich eher als Witz: Die Webseite der Möchtegern-Kämpfer wurde von einem Hacker lahmgelegt. Als Schmitz behauptete, der Hack sei eine Art Bewerbungsschreiben gewesen, überschrieb der unbekannte Angreifer die Webseite des angeblichen Super-Hackers erneut.

Kim Schmitz ist gerichtlich gegen Kleinz vorgegangen:

Ende letzten Jahres habe ich nochmal für heise und die taz Berichte über Kim Schmitz und Megaupload verfasst. Wenig später bekam ich ein Schreiben von einer Anwaltskanzlei, in dem mir so ziemlich alles verboten werden sollte. Selbst dass die Pleite von Dataprotect für den Gründer und Anteilseigner Kim Schmitz vorläufiges Ende einer geschäftlichen Glückssträhne war, wurde mir als unzulässige Äußerung angerechnet. Gar von Vorstrafen zu schreiben sollte absolut verboten sein.

In der Folge erhielt ich persönlich und die beteiligten Verlage drei einstweilige Verfügungen von drei verschiedenen Landgerichten, die mir auf Verlangen von Kim Schmitz (nicht:Dotcom) und Megaupload jeweils eine einzelne Äußerung verboten. Warum dafür drei verschiedene Gerichte bemüht wurden? Die einzige Erklärung, die mir plausibel erscheint: Ich sollte mit möglichst vielen Kosten und Prozessrisiken konfrontiert werden. Solche Rechtstreitigkeiten können schnell fünfstellige Beträge verschlingen. Selbst im Siegesfall waren die Aussichten, meine Anwaltskosten erstattet zu bekommen, gering.

Dankenswerterweise hielten die Verlage von heise online und taz zu mir und hielten mich von dem finanziellen Risiko der Streitigkeiten frei. Dank der hervorragenden und engagierten Arbeit meiner Anwälte wurden die einstweiligen Verfügungen eine nach dem anderen erst außer Kraft gesetzt und schließlich gerichtlich abgewiesen. Das dauerte mehrere Monate und kostete einige Nerven.

Dass Schmitz in der Hacker-Szene nicht gerade beliebt ist, kann man auch im Handelsblatt nachlesen:

Der Chaos Computer Club verhängt in den 90er Jahren ein Hausverbot für Schmitz, zu den Kongressen darf der selbsternannte Hacker nicht mehr erscheinen. „Der CCC hatte als Ideal schon immer die Verbreitung von Wissen gehabt“, so CCC-Sprecher Andreas Bogk. „Kim Schmitz hat sich dadurch hervorgetan, dass er als einer der ersten, aus dem Tausch von Dateien ein Geschäft machen wollte. Er hat gegen alles, was es damals an Werten gab in der Szene, verstoßen.“

flattr this!

Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl