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February 26 2014

October 30 2013

NSA hat die heiße Kartoffel an Frankreich und Spanien zurückgegeben

Kennt ihr das Spiel mit der heißen Kartoffel? Kinder laufen in einem Raum umher und haben einen Löffel mit einer heißen Kartoffel in der Hand. Nun gilt es, die Kartoffel so schnell wie möglich loszuwerden.

Das Spiel passt gut, um die NSA-Verwicklungen zu verbildlichen, nur dass hier mittlerweile mehrere Kartoffeln im Umlauf sind. Der eine versucht dem anderen das Thema zu übergeben und sich selbst aus der Rolle desjenigen zu stehlen, der aktiv in den Skandal involviert ist. Die Übergabe findet dann mit Statements wie “Davon haben wir nichts gewusst” statt oder schlicht dadurch, auf das baldige Herannahen der nächsten Enthüllung zu warten, die eine andere Regierung, Person, Organisation oder ein anderes Unternehmen in den Fokus rückt.

Überproportional häufig landet die Kartoffel bei der NSA. Zuletzt u.a. durch die Berichte von überwachten Telefonen in Frankreich und Spanien. Das hat die NSA laut NY Times und Wall Street Journal nun wieder zurückgegeben. Denn nicht sie hätten die Bürger überwacht, sondern die europäischen Staaten selbst, und dann ihre Informationen in die USA weitergeleitet – so General Keith Alexander. Und die Dokumente, die von El Mundo und Le Monde veröffentlicht wurden und die die Zahlen enthalten, was ist mit denen?

Alles Fehlinterpretation, sagen US-Vertreter. Denn eigentlich zeigen die Zahlen nur die Datensätze, die Frankreich und Spanien selbst gesammelt haben. Und außerdem seinen die nicht im Inland gesammelt worden, sondern von primär außereuropäischen Zielpersonen, man bespitzelt ja keine eigenen Bürger…

Die große Frage beim Kartoffel-Spiel ist, wer die Kartoffel in der Hand hat, wenn die Musik ausgeht, denn derjenige hat sich verbrannt. Auch wenn sich hier der Verdacht einschleicht, dass am Ende jeder seine Brandblasen davontragen wird.

Von  General Alexander und Geheimdienstdirektor James Clapper offiziell verteidigt wurde jedoch die Abhörung europäischer Regierungsvertreter. Die politischen Ansichten und Pläne der Staatsleute seien schließlich wichtige Informationen. Clapper sagte vor dem House Intelligence Committee aus:

Das ist eines der ersten Dinge, die ich in 1963 der Geheimdienstausbildung gelernt habe. Das ist eine Grundvoraussetzung.

 

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August 06 2013

Verbindungsdaten verraten geheime CIA-Operation aus dem Jahr 2003 in Italien

CIAViel wird in letzter Zeit über Verbindungsdaten berichtet. Jene Daten die unweigerlich bei jeder Art der Kommunikation im Internet anfallen und im großen Stil von Geheimdiensten auf der ganzen Welt abgegriffen werden. In den zahlreichen Erklärungen und Stellungnahmen der Geheimdienste und auch der Regierungen ist oft davon die Rede, dass eben “nur” jene Verbindungsdaten abgegriffen werden, die Inhalte der Kommunikation aber unangetastet blieben. Die Internetnutzer hätten also nichts zu fürchten. Der NBC-Reporter Matthew Cole hat nun auf der Black Hat Konferenz in Las Vegas die Geschichte einer im Nachhinein aufgeklärten CIA-Operation präsentiert, die die enorme Aussagekraft von Verbindungsdaten demonstriert, wie der Spiegel ausführlich berichtet.

Cole schilderte auf der Black Hat die Geschichte einer CIA-Operation aus dem Jahr 2003, bei der der mutmaßliche Islamist Abu Omar in Italien verhaftet und nach Ägypten entführt wurde. Dort wird er 14 Monate gefangen gehalten und verhört. Die italienischen Behörden wurden von der CIA-Operation nicht in Kenntnis gesetzt, sodass sie von einer Entführung ausgehen und Ermittlungen aufnehmen. Durch eine Zeugin ist den italienischen Polizisten der letzte Aufenthaltsort von Abu Omar bekannt. Sie fordern nun von den Mobilfunkbetreibern die Funkzellendaten um zu überprüfen, welche Handys zu dieser Zeit in der besagten Gegend aktiv waren. Wie Cole schilderte gab es allerdings “ein paar Probleme”, weshalb sich die Auswertung der Daten verzögerte.

Nach der Freilassung von Abu Omar, 14 Monate nach seiner Entführung, meldet er sich telefonisch bei seiner Frau in Italien. Da die italienische Polizei das Telefongespräch mithört, erfährt sie von der Entführung und der Folter in Ägypten, die Abu Omar seiner Frau schildert. Der Verdacht einer Entführung scheint sich also zu erhärten. Zeitgleich machen die Ermittler erste Fortschritte bei der Analyse der Verbindungsdaten. “Sie fanden 18 Personen und 35 Telefone”, wie Cole schilderte, die nur untereinander kommunizierten. Anhand der Funkzellendaten konnten anschließend Bewegungsprofile der Verdächtigen erstellt werden. Es zeigt sich, dass die Handys erst zwei Monate vor der Entführung eingeschaltet wurden und bereits zwei Tage nach der Entführung wieder ausgeschaltet wurden. In dieser Zeitspanne waren die Handys jedoch permanent eingeschaltet. Cole sagt:

“Sie konnten sehen, wie die CIA-Agenten Abu Omar observierten. Nach einem Acht-Stunden-Tag nahmen die Agenten nicht etwa den Akku aus den Telefonen, sondern sie gingen schlafen.”

Durch weitere Unachtsamkeiten der CIA-Agenten – ein Agent nutzte beim Einchecken ins Hotel seinen richtigen Namen; die Agenten hatten Kreditkarten mit ähnlichen Nummern; ein Handy wurde später mit einer anderen SIM-Karte zur Kommunikation mit der CIA genutzt – kamen die italienischen Ermittler den Agenten auf die Spur. 2009 wurden tatsächlich 22 US-Bürger zu 5 Jahren Haft verurteilt, drei weitere werden mit dem Verweis auf diplomatische Immunität freigesprochen. Da die Agenten mittlerweile aber wieder in den USA sind und Italien bisher keinen Auslieferungsantrag gestellt hat, sind alle auf freiem Fuß.

Diese Geschichte führt einmal mehr vor Augen, wie wertvoll Verbindungsdaten seien können und welche Informationen sich in Kombination mit anderen Daten gewinnen lassen können. Es muss sogar davon ausgegangen werden, dass Agenten der CIA darauf trainiert sind, möglichst wenige Daten zu hinterlassen um unerkannt zu bleiben. Wenn also erzählt wird, dass “nur” Verbindungsdaten gesammelt und ausgewertet werden, ist das keineswegs beruhigend.

Spätestens seit 2011, als Malte Spitz die über einen Zeitraum von sechs Monaten entstandenen Verbindungsdaten seines Handys bei T-Mobile einklagte und die ZEIT aus den Daten eine interaktive Grafik entwickelte, wissen wir, wie falsch die Aussage ist, dass Verbindungsdaten keine personenbezogenen Daten seien.

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October 05 2011

Was noch übrig blieb

Bildblog berichtet über eine Spiegel-TV-Sendung, in der diese das Internet für Suizidforen kritisierte, aber selbst fleißig Werbung für diese machte: Kochrezepte für den Suizid.

Sascha Lobo kritisiert bei SpOn die fachliche Unfähigkeit von Siegfried Kauder, sich mit Netzpolitik zu beschäftigen: Die Rechts-Links-Störung der deutschen Netzpolitik.

Erich Moechl beschäftigt sich bei FM4 damit, wie die EU gerade mit den Telekommunikationsunternehmen die Netzneutralität verwässert: “Neusprech statt Netzneutralität”.

Bei der Berliner Gazette geht Krystian Woznicki der Frage nach “Die digitale Revolution ist in der Mitte Deutschlands angekommen – was unternehmen Zeitungen?” Die machen jetzt ePapers.

Mathias Richel ist etwas verwundert, dass “die Piraten schneller im politischen Medienzirkus angekommen sind, als ich es für möglich hielt”: Keine Zeit für Fehler.

Die Grünen im Europaparlament haben eine Studie in Auftrag gegeben, ob das ACTA-Abkommen kompatibel zu europäischen Rechtsstandards ist. Hier ist die Presseerklärung, hier die Studie als PDF und Heise fasst die Inhalte zusammen: Gutachter rät zu komplettem Neustart beim Anti-Piraterie-Abkommen ACTA.

Und in Italien streikt die Wikipedia wegen eines drohenden Internetzensur-Gesetzes.

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