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October 22 2013

Google veröffentlicht Live-DDoS-Landkarte – nicht ganz uneigennützig

Google hat eine Digital Attack Map veröffentlicht, die live weltweit stattfindende DDoS-Attacken darstellt. Dabei werden unter anderem Typ, Dauer und Bandbreite der Attacken visualisiert, sowie Start- und Zielland, soweit die Informationen verfügbar sind. Die Daten stammen aus einer Kollaboration mit Arbor Networks. Das aus deren Hause stammende ATLAS-Monitoring-System nutzt anonyme Daten von ISPs, großen Unternehmen und einem eigenen Honeypot-Netzwerk, um einen Überblick über globale Angriffe zu erhalten.

Doch die Karte, die das Ausmaß von DDoS-Attacken und deren Bedrohlichkeit illustrieren soll, kommt nicht ohne Grund. Zur gleichen Zeit kündigte Google auch einen neuen Service an: Project Shield. ProjectShield soll Google zufolge dazu dienen, freie Rede im Netz zu unterstützen und deshalb Seiten vor DDoS-Attacken zu schützen, die sich nicht selbst schützen können. Daher werden in die aktuelle Testphase auch nur Webseiten aufgenommen, die Nachrichten, Menschenrechts- oder Wahl-relevante Themen beinhalten. Eine Einführung in die Funktionsweise wird hier in einem kurzen Video erklärt:

 

ProjectShield stellt eine Kombination aus einem Google-eigenen System zur Abmilderung von DDoS-Angriffen und PageSpeed dar. PageSpeed war ursprünglich ein Tool, um die Ladezeiten von Webseiten zu analysieren und darauf aufbauend zu verbessern. Mit dem später eingeführten PageSpeed-Service kann man nun seine Seiten direkt von Google-Servern bedienen lassen, nachdem der Code der Seiten von Google angepasst worden ist.

Als der PageSpeed-Service 2011 veröffentlicht wurde, gab es Kritik, man gebe damit noch mehr Kontrolle in die Hände von Google und liefere dabei automatisch Daten über die Besucher der Webseite an das Unternehmen aus, ohne dass diese sich darüber bewusst sind, sich gerade über eine Google-Infrastruktur im Netz zu bewegen. Das trübt ein wenig das Vertrauen in einen Service, der gerade kritische Inhalte schützen soll. Vor allem wenn man bedenkt, dass Google auch hin und wieder Löschungsanfragen von Regierungen nachkommt, wie auf Youtube mehrmals gezeigt.

Und noch ein Projekt aus dem Umfeld von Google Ideas, einer Plattform zur Entwicklung von Technologien, die Menschen in Repression und Konfliktregionen helfen soll, wurde gestern angekündigt: uProxy

uProxy befindet sich in der Beta-Phase und soll ermöglichen, Internetzensur zu umgehen oder unsichere Netzwerke durch einen sicheren Proxy zu leiten, dem man vertraut. Das heißt, beispielsweise über die Internetverbindung eines Freundes in einem anderen Land oder Netzwerk. Das soll direkt und ohne Umwege zwischen je zwei Nutzern geschehen. Es ist geplant, dass der Quellcode für das Projekt nach der “Restricted Beta”-Phase, für die nur ausgewählte Tester zugelassen werden, unter Apache 2-Lizenz veröffentlicht wird.

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July 04 2013

Visualisierung von Datenverkehr im Internet

Das Internet kann als Inbegriff der Globalisierung gesehen werden. Wer heutzutage etwas bei Google sucht, ein Video bei Youtube guckt oder mit Freunden bei Facebook oder Twitter in Kontakt bleibt, überwindet mit seinen gesendeten Daten unweigerlich Landesgrenzen – zumindest so lange man nicht in den USA wohnt. Denn dort steht ein Großteil der Server, welche unsere Anfragen bearbeiten und unsere Daten speichern. Da man sich das ganze aber immer nur recht schwer vorstellen kann, haben die Experten von OpenDataCity eine kleine Anwendung erstellt, die visualisiert, auf welchem Wege unsere Datenpakete ihren Weg zu einigen populären Diensten finden – und auf dem Weg von Geheimdiensten abgegriffen werden können.



Aus aktuellem Anlass zeigt die Anwendung neben der reinen Visualisierung der Daten auch auf, welche Geheimdienste möglichweise Zugriff auf die Daten haben. Der BND und die NSA haben dabei in der Regel fast immer die Finger im Spiel, wie das Beispiel Bild.de zeigt. Selbst bei einem Aufruf der Internetpräsenz der Bild wird der Datenverkehr über amerikanische Server geleitet. Zur technischen Umsetzung schreiben die Macher auf ihrer Webseite:

Die Routen der Kabel auf der Karte stammen vom Angebot cablemap.info. Wie die Pakete durch das Netz reisen, haben wir mit dem Programm „Traceroute“ ermittelt. Es nutzt eines der grundlegenden Internet Protokolle (IP). So fragt es ab, welche IP-Router (Schaltstellen) die Anfrage, die in einem oder mehreren „Paketen“ erfolgt, weitergeleitet wird. Nicht jeder Router antwortet auf „Traceroute“ und welchen Unterseekabel genutzt wird, ist uns nicht bekannt. Je nach Tageszeit oder Wochentag können sich die Routen der Pakte drastisch ändern. So sind die in der Anwendung gezeigten Verbindungen die eingängigsten Exemplare, die wir aus vielen verschiedenen tatsächlichen Anfragen an die jeweiligen Dienste ausgewählt haben.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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May 17 2013

Datenvisualisierung zum internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie

Zum heutigen internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie hat die europäische Agentur für Grundrechte (FRA) die Ergebnisse der bisher größten Online-Umfrage in der EU veröffentlicht. Seit 2007 trägt die FRA “dazu bei, dass der Schutz der Grundrechte von in der EU lebenden Menschen gewährleistet wird”.

Zur Online-Umfrage hat die FRA nun eine beeindruckende Datenvisualisierung bereitgestellt und die Ergebnisse interaktiv aufbereitet. Anstatt also eine seitenlange Studie durchzublättern, kann man sich einfach durch die Zahlen in den EU-Mitgliedstaaten klicken:




Eine kurze Übersicht über die Umfrageergebnisse gibt es hier.

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