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November 06 2013

China: Smog gefährdet die nationale Sicherheit

CC BY 2.0 via Flickr/NASA Goddard Photo and Video

Luftaufnahme von Harbin am 1. November   (CC BY 2.0 via Flickr/NASA Goddard Photo and Video)

Letzte Woche gingen Bilder aus der chinesischen Stadt Harbin durch die Nachrichten. Dort war die Smogbelastung so hoch, dass Schulen geschlossen, Autobahnen gesperrt und Flüge abgesagt wurden. Der Luftqualitätsindex lag bei 500, dem schlechtesten Wert, den die Skala bietet.

Klingt erst mal eher nach einem Gesundheitsproblem. Die South China Morning Post erläutert aber nun den Aspekt, dass im dichten Großstadtnebel nicht nur die Sichtweite der Bewohner auf teilweise unter drei Meter gesunken ist, sondern auch die der Überwachungskameras. Das macht die Bemühungen der chinesischen Polizei und Regierung, immer mehr Überwachungskameras zu installieren, wirkungslos.

Herkömmliche Systeme für den Einsatz im Nebel seien für den Gebrauch im Smog chinesischer Großstädte nicht geeignet, sagte Kong Zilong, ein Ingenieur in der Überwachungskamera-Industrie, der SCMP. Die Smogteilchen seien so zahlreich und schwerer zu durchdringen als die Wasserdampfpartikel eines normalen Nebels, sodass die Reichweite der Kameras stark eingeschränkt würde. Es gibt Vorschläge aus der Wissenschaft, Radartechnik einzusetzen. Die gefährdet zwar die Gesundheit der Menschen, sorgt aber für ihre Sicherheit vor Verbrechen, da die elektromagnetischen Wellen nicht von den Smogteilchen abgehalten werden.

Die chinesische National Natural Science Foundation, die von der Regierung ins Leben gerufen wurde, finanziert nun zwei Projekte – eines zivil und eines militärisch geleitet – , die innerhalb der nächsten vier Jahren Lösungen für das Kameraproblem finden sollen. Vielleicht sollte man die Gelder lieber in den Umweltschutz stecken, sonst dürfte es schwer werden, die angestrebten Umweltziele zu erreichen.

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September 09 2013

China: Harte Strafen für das Verbreiten von “unverantwortlichen Gerüchten” angekündigt

In China wurden heute harte Maßnahmen enthüllt, mit denen die Regierung die Verbreitung sogenannter “unverantwortlicher Gerüchte” im Internet unterbinden möchte. Der Vorschlag zielt in erster Linie auf die Nutzer sozialer Medien ab. Nach einer Entscheidung von Chinas oberstem Gericht, die heute veröffentlicht wurde, kann die Verbreitung von Gerüchten demnach mit bis zu drei Jahren Freiheitsentzug bestraft werden. Ausschlaggebend dabei ist, von wie vielen Nutzern die Gerüchte gelesen beziehungsweise weiterverbreitet werden.

Wie Reuters berichtet, versucht die chinesische Regierung die chinesischen Internetnutzer weiter einzuschüchtern. Insbesondere Nutzer sozialer Netzwerke sollen mit harten Maßnahmen davon abgehalten werden “Gerüchte” im Internet zu verbreiten. Neu ist dabei der Ansatz das Strafmaß durch die Häufigkeit der Aufrufe und der Weiterverbreitung der “Gerüchte” festzulegen.

According to a judicial interpretation issued by China’s top court and prosecutor, people will be charged with defamation if online rumors they create are visited by 5,000 internet users or reposted more than 500 times.


Sun Jungong, ein Sprecher des Gerichts versuchte die Entscheidung zu rechtfertigen:

“People have been hurt and reaction in society has been strong, demanding with one voice serious punishment by the law for criminal activities like using the internet to spread rumors and defame people. No country would consider the slander of other people as ‘freedom of speech’.”

Auch wenn der Sprecher die Gerüchte zum Schutz von Privatpersonen und der Gesellschaft ankündigt, gibt es nur wenige Zweifel, dass China in erster Linie versucht Kritik an der politischen Führung zu unterbinden, welche sich in China häufig in sozialen Netzwerken und Blogs entlädt. Als „unverantwortlichen Gerücht“ kann somit alles bezeichnet werden, was nicht in das politische Bild der KP passt.

Wie The Verge schreibt sind von dem neuen Gesetz Aussagen betroffen, welche Proteste und soziale Unruhen hervorrufen sowie “psychische Qualen” bei ihren Adressaten auslösen. AFP ergänzt, dass auch Erpressung und “provozierende Aussagen” von dem Gesetz betroffen sind.

Auf Sina Weibo, Chinas Twitter-Klon, machen die Nutzer ihrem Ärger bereits Luft:

“It’s far too easy for something to be reposted 500 times or get 5,000 views. Who is going to dare say anything now?”

“This interpretation is against the constitution and is robbing people of their freedom of speech”

Über die genauen Nutzerzahlen von Sina Weibo herrscht zur Zeit keine Klarheit. Im Februar diesen Jahres vermeldete Tech Asia zwar, dass Sina Weibo 500 Millionen aktive Nutzer habe. Bei einer stichprobenartigen Untersuchung von 30.000 Accounts entdeckten Forscher jedoch, dass über die Häfte der Accouns leer waren. Sina Weibo selbst gab Ende 2012 an rund 50 Millionen aktive Nutzer zu haben. Selbst wenn man hiervon noch einmal die Hälfte abzieht, wirken die von der chinesichen Regierung gesetzten Grenzen von 5.000 Aufrufen und nur 500 Weiterverbreitung pro “Gerücht” sehr gering.

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August 06 2013

Arbeitsbedingungen in China? Good! Very good! Very, very good!

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Quelle: AP Photo/Kin Cheung

Über die miserablen Arbeitsbedingungen in chinesischen ‘Sweat Shops’, wie Foxconn oder Pegatron, wurde schon viel berichtet – spätestens seitdem 2010 insgesamt 18 junge Menschen Suizid als einzigen Ausweg aus dem Arbeitsalltag bei Foxconn gesehen haben. Ein neuer wissenschaftlicher Artikel beleuchtet nun die grundlegenden Probleme und Wechselwirkungen, basierend auf 42 Interviews mit Arbeitern bei Foxconn und der drei-jährigen Begleitung der Suizid-Überlebenden Tian Yu.

Mit 1.4 Millionen Mitarbeitern ist Foxconn, als Teil der taiwanischen Hon Hai Precision Industry Company, Chinas größter privater Arbeitgeber und weltweit eines der größten Unternehmen. Seit 1988 hat Foxconn aggressiv vor allem im Süden Chinas expandiert, dank niedriger Gewerbesteuern und günstigem Bauland. Dabei ist das Unternehmen auf den konstanten Strom von jungen Arbeitsuchenden zwischen 16 und 25 angewiesen, die aus überwiegend ländlichen Gebieten Erfolg und Freiheit in Städten wie Shenzhen suchen. So verspricht Foxconns Handbuch, das jeder neue Mitarbeiter erhält, dass man durch die Arbeit bei Foxconn seine Träume verfolgen kann, Wissen und Erfahrung gewinnt und sich neue Möglichkeiten eröffnen.

Hurry toward your finest dreams, pursue a magnificent life. At Foxconn, you can expand your knowledge and accumulate experience. Your dreams extend from here until tomorrow.

In Foxconns Fabrik in Longhua, in der allein 400.000 Arbeiter beschäftigt sind, um rund um die Uhr zu produzieren, findet man allerdings andere Grundsätze und Ideale an den Wänden. So beschreibt Tian Yu im Artikel, dass überall Poster an den Wänden hängen, die die Arbeiter dazu antreiben sollen, noch schneller, effizienter und fehlerfrei zu arbeiten. Terry Gou, CEO von Foxconn, besteht auf bedingungslosen Gehorsam innerhalb der Foxconn Hierarchie und so lauten seine Grundsätze, die an den Wänden der Produktionshallen zu finden sind:

Growth, thy name is suffering.
A harsh environment is a good thing.
Execution is the integration of speed, accuracy and precision.
Outside the lab, there is no high-tech, only execution of discipline.

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Quelle: n/a

Was Jenny Chans Arbeit, im Gegensatz zu den meisten bisherigen Artikeln, sehr gut aufdeckt, ist das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren, die letztlich dazu führen, dass immer wieder junge Menschen Suizid begehen, nachdem sie bei Foxconn angefangen haben zu arbeiten. So geht es nicht nur um schlechte Löhne und lange Arbeitszeiten. Junge Menschen kommen aus den ländlichen Gebieten Chinas nach Shenzhen oder anderen ‘Hubs’, um die ‘große weite Welt’ zu erleben und Geld zu verdienen. Oft landen sie dann bei Foxconn oder einer der zahllosen anderen Fabriken. Diese Unternehmen setzen vollständig auf Taylorismus – jeder Arbeitsschritt ist bis ins Detail koordiniert und systematisiert, sodass kein Vorwissen nötig ist. Dies wird in 12-Stunden Schichten ausgeführt. In Tian Yus Fall hieß das, iPhone Displays auf Kratzer untersuchen. 12 Stunden am Tag. 6 Tage die Woche. Immer dieselbe Beschäftigung.

Yu confirmed that while preparing to start work on the production line, frontline managers demand workers respond to the question, ‘How are you?’, by shouting in unison, ‘Good! Very good! Very, very good!

Nach diesem morgendlichen Ritual darf nicht gesprochen werden bis zum Ende der Arbeitsschicht. Einige der Arbeiter leben direkt auf dem Foxconn Campus in Unterkünften – zu 8 je Zimmer. Intuitiv würde man denken, dass sich hier Freundschaften bilden, allerdings wechseln Schichten ständig. Nach wenigen Wochen Frühschicht, wird man der Spätschicht zugeteilt. Außerdem wird die Zusammensetzung der Zimmer immer wieder willkürlich geändert und nach einem Arbeitstag sind die meisten so müde, dass man direkt schlafen geht. Zusätzlich ist die offizielle Sprache in China zwar Mandarin, regionale Dialekte sind aber so unterschiedlich, dass man sich oft nicht versteht, wenn man nicht aus derselben Provinz kommt. All diese Faktoren führen dazu, dass sich bei vielen der Angestellten ein Gefühl der Isolation einstellt.

Yu’s experience illustrates the difficulty of forming meaningful social relationships in a mega-factory where workers are individualised and pitted against each other to achieve incessant and excessive production demands… Yu’s desperation is emblematic of myriad labour problems at ‘the electronics workshop of the world’.

Unter diesen Bedingungen ist es wenig verwunderlich, dass jeden Monat rund 24.000 Mitarbeiter Foxconn kündigen – etwa 5% der Beschäftigten. Das ist allerdings noch nicht das gesamte Bild. Ein Aufbegehren der Arbeiter gegen die schlechten Arbeitsbedingungen wird zusätzlich dadurch erschwert, dass es zwar eine Gewerkschaft gibt, diese aber praktisch keine Macht hat - u.a. da sie nicht unabhängig ist. Erst seit kurzem kommt es hin und wieder zu Aufständen, die dann auch oft in Gewalt eskalieren.

In spite of impressive Chinese union membership, operational and financial dependence on management severely undermines the capacity of enterprise unions to represent the workers.

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Quelle: File Photo/CNS

Auf die Suizid-Fälle reagierte Foxconn mit verschiedenen “Maßnahmen”: Die Schuld wurde den Opfern zugeschoben, die “psychisch-labil” waren. Es wurde eine Telefonseelsorge eingerichtet, die allerdings direkt mit dem Management zusammengearbeitet hat: Wenn sich jemand über zu harte Arbeitsbedingungen beschwert hat, wurde ihm gekündigt. Gegen weitere Suizid-Fälle wurden die Fenster der Unterkünfte vergittert, es wurden Sicherheitsnetze an allen Gebäuden angebracht und jeder neue Mitarbeiter musste unterschreiben, dass er – im Falle eines Suizid – Foxconn von jeglicher Verantwortung freispricht.

Letztlich zieht Jenny Chan die Schlüsse, dass die Suizid-Fälle und die Aufstände als Aufschrei und Symptom eines grundsätzlicheren Problems gesehen werden sollten. Diese Vorfälle sollte man nicht als “notwendiges Übel” des wirtschaftlichen Wachstums Chinas sehen. Sie sind nicht reduzierbar auf Apple, Dell oder Foxconn sondern müssen in einem globalen Kontext betrachtet werden.

Chinese sociologists have warned that the Foxconn tragedies should be seen as ‘loud cries for help from the new generation of migrant workers’… To achieve lasting changes, it can never be sufficient to limit the discourse to corporate employers and the Chinese state. Ultimately, it is essential that workers find their voices and participate directly in monitoring and negotiating their working and living conditions.

Daher ist es nicht nur falsch und arrogant, sondern auch kurzsichtig, wenn einige die Suizid-Fälle einfach damit abtun, dass 18 von 1.4 Millionen deutlich weniger sind, als die durchschnittliche Suizid-Rate in China von 23 je 100.000. Genauso, wie wir es geschafft haben global gegen ACTA vorzugehen und sich jetzt auch wieder globale Initiativen gegen staatliche Überwachungsprogramme bilden, müssen wir auch hier anfangen zu begreifen, dass dies nicht isolierte Probleme eines Landes sind. Zur Zeit beschränkt sich die Diskussion darauf, Verantwortung immer weiterzureichen: Apple ist nicht Schuld, da sie Foxconn strikte Auflagen gegeben haben – so deren Begründung. Wir kämpfen dafür, dass wir mit dem iPhone in unserer Hand machen dürfen, was wir wollen – Pornos anschauen, Dateien tauschen, skypen, usw. Warum also nicht auch dafür kämpfen, dass an dem iPhone, das wir in der Hand halten, kein Blut klebt? Es ist dasselbe iPhone. Von alleine werden das Apple, Dell & Co. nicht machen.

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July 19 2013

Jung & Naiv – Folge 73: Eure Fragen an Jacob Appelbaum

Nachdem mich Jacob Appelbaum in Folge 71 und 72 mit erschreckenden Neuigkeiten über unsere Regierungen und ihre geheimen Machenschaften konfrontierte, hatte ich gehofft, im dritten und letzten Teil der jungundnaiven Big-Brother-Trilogie über angenehmere Dinge reden zu können. Schließlich standen Eure Fragen an Appelbaum auf dem Programm. Doch irgendwie sollte sich auch in Folge 73 so ziemlich alles um Überwachung, Big Brother und Big Daddy Data drehen. Komisch.

Ihr wolltet von Jacob Appelbaum wissen (eingesammelt via FB und Twitter):

“Wie erkläre ich meinen Eltern, dass Internetüberwachung doof ist?”

“Does the NSA try to hack into Tor servers? Is it true that NSA holds
on to encrypted info for longer than regular communications?”

“Is China better at surveillance or is the US? i.e, are Americans
better off using Chinese social media, than say Facebook?”

“In the future, what will state surveillance mean for the ‘internet of
things’ – ie., will doors literally be closed to people?”

“A judge just granted Chevron access to the identities and IPs of
activists that protest them. Will we see more of this?”

“How do you see the future of “big data”? Is it an opportunity, or
simply a risk for all of us?”

“do you think that it’s principally compatible with constitutionality
when a state has a secret service?”

“what do you think of the term ‘digital self defense’ and its
implications?”

“Is he scared to return to the US, after his stay in Germany with all
his revelations and the media coverage of his activities? What will
happen when he returns to the US? What does he expect? What’s going to
happen at the border? How long does he plan to stay in Germany?”

“Wieso trifft sich Snowden mit Human Rights Watch?”

“considering the cases of snowden, manning but also michael hastings
and barrett brown – is obama at war with journalism? how can
investigative journalism be secured in the US?”

“Why is the Patriot Act not patriotic? What’s a patriot?”

“ask @ioerror what he thinks about a world with no secrets and a
complete transparent society?”

“Everyone is talking about the U.S. and UK surveillance programs which
they use against their European partners. Is he aware of any activities
from European countries against the U.S. or between European “partners”?
Does he or Snowden have any information about that?”

“Is there any bigger response aboout PRISM & Co. in the USA? Why not?”

“Given that the majority of people worldwide is against the methods of
NSA – is it possible to form a worldwide alliance against surveillance?”

Wer die ganz normalen “Jung & Naiv”-Folgen mit Jacob verpasst hat:

http://www.youtube.com/watch?v=ox_SUlzcJMs

http://www.youtube.com/watch?v=GbGwBuFjo9k

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June 26 2013

Sammlung Wissenschaftlicher Paper zu Zensur und Kontrolle im Internet (2/5): Zensur und Klarnamenpflicht bei chinesischen Microblogs

Teil 2/5 einer kleinen Sammlung wissenschaftlicher Paper zu “Internet Censorship and Control”, zusammengestellt von Steven Murdoch und Hal Roberts.

Quelle: Tech In Asia

Quelle: Tech In Asia

King-wa Fu, Michael Chau (University of Hong Kong) und Philip C.H. Chan (Hong Kong Polytechnic University) thematisieren in ihrem Paper “Assessing Censorship on Microblogs in China: Discriminatory Keyword Analysis and Impact. Evaluation of the ‘Real Name Registration’ Policy” die Nutzung von Mikroblogs in China sowie den Einfluss verschiedener Zensurmethoden und der Klarnamenpflicht auf chinesische Mikrobloggerinen und -blogger.

Bei anderen Studien bezüglich der Zensurmaßnahmen in China, zum Beispiel der von Gary King, Jennifer Pan, und Margaret Roberts, sehen Fu, Chan und Chau gleich drei Schwierigkeiten, die die Aussagekraft der Studie gefährden. Zum einen das hohe Spamaufkommen, vor allem beim größten chinesischen Mikroblogging-Dienst Sina Weibo, das einerseits den Traffic künstlich erhöht und andererseits häufig zensiert wird. Weiterhin ist es zu kurz gegriffen, nur die zensierten Begriffe zu betrachten – in China werden häufig Inhalte von bestimmten Personen zensiert, von Dissidenten, Journalisten, Akademikern oder Aktivisten. Die drei Wissenschaftler schlagen daher vor zu fragen, wieso einige Aussagen gewisser Personen zensiert werden und andere nicht, und wie diese Zensur beschaffen ist. Der dritte Punkt, den Fu, Chan und Chau anmahnen, ist die Definition chinesischer Begriffe. Anstatt sich nur an festgelegten Begriffslisten zu orientieren, sollten Forscherinnen und Forscher auch Wortspiele, Homophone und umgangssprachliche Schreibweisen berücksichtigen. Sie könnten sonst den Umfang ihrer Ergebnisse limitieren.

Die drei Wissenschaftler entwickelten für ihre Forschung ein System namens Weiboscope. Durch die offene Sina Weibo API konnten sie eine Liste aller ‘populären’ Mikrobloggerinnen und -blogger (solche mit mehr als 1000 Followern) seit Ende 2012 erstellen, insgesamt etwa 350.000. Deren Timelines (Posts) speicherten sie in einer Datenbank, so kamen zwischem dem 1. Januar 2012 und dem 30. Juni 2012 insgesamt 111 Millionen Posts zusammen. Durch die Beschränkung auf ‘populäre’ Nutzerinnen und Nutzer soll die Anzahl an Spam Accounts minimiert werden.

Da zensierte Inhalte sehr schnell verschwinden, erstellten die Forscher drei priorisierte Gruppen: Gruppe 1 besteht aus weniger als zehn Akademikern der Universität Hong Kong, die sich regelmäßig zu Chinas Medienindustrie äußern. Die Timelines dieser Gruppe werden alle drei Minuten aktualisiert und kontrolliert. Gruppe 2 besteht aus Freunden (Followern?) der ersten Gruppe, überwiegend Dissidenten, Journalisten und Wissenschaftler. Dieser Gruppe werden ebenfalls Nutzerinnen und Nutzer hinzugefügt, bei denen festgestellt wird dass Posts gelöscht werden. Sie besteht aus circa 5000 Personen und wird alle sechs Stunden aktualisiert. In Gruppe 3 befinden sich 38.000 Personen mit mehr als 10.000 Followern, sie wird ein Mal täglich aktualisiert.

Die Forscher verglichen also die aktualiesierte Timeline mit der Version zuvor. Fehlt ein Post, gibt es zwei mögliche Fehlermeldungen: “weibo (Post) does not exist” oder “permission denied”. Tests ergaben, dass “permission denied” dann angezeigt wird, wenn der Post von einem Zensor gesperrt wird – bei Sina Weibo gibt es für Nutzerinnen und Nutzer selbst keinerlei Möglichkeit, Posts zu verbergen oder nur bestimmten Menschen zugänglich zu machen. Wird hingegen “weibo does not exist” angezeigt, kann entweder derjenige Nutzer seinen Post selbst gelöscht haben, oder er wurde von einem Zensor komplett gelöscht. Da die Forscher keine Möglichkeit sehen, bei der zweiten Fehlermeldung zwischen Zensur und selber löschen zu unterscheiden, werden diese Fälle nicht aufgenommen. So wurden insgesamt 17.594 zensierte Posts von 4667 Personen erfasst.

Die am häufigsten zensierten Begriffe thematisierten den Skandal um Bo Xilai, die Ereignisse rund um Chen Guangcheng, die Ein-Kind-Politik, die Wohnungspolitik und das Rentensystem.

Other major keywords included political terms “two meetings” (the two annual meetings that make national-level political decisions), National People’s Congress (leaders in the Communist Party, officials, refuting rumors, content deletion and profanity. Furthermore, we discovered a number of terms that were created by Chinese microbloggers to circumvent the censors. For example Pingxi Wang (literally “King who pacifies the west,” referring to Bo Xilai), CGC (initials of Chen Guangcheng), “crown prince” (referring to Xi Jinping, China’s new leader) and “grass” (an obscure alternative writing of a homophone of a vulgar word).

Die genaue Analyse der Schlüsselwörter findet im Paper auf den Seiten 10-12 statt.

Evaluation des Einflusses der Klarnamenpflicht

Fu, Chan und Chau legten zwei Zeitperioden fest: Die erste, T1, vom 8.12.2011 bis 15.03.2012, die zweite, T2, vom 16.03.2012 bis 22.06.2012. T1 beschreibt die 99 Tage vor Durchsetzung der Klarnamenspflicht, T2 die 99 Tage danach. Insgeamt 166.725 Mikrobloggerinen und -blogger, die während T1 mindestens einen Post abgesetzt hatten, wurden berücksichtigt. Die untenstehende Grafik zeigt die tägliche Post-Frequenz, die an drei Stellen einbricht. Einmal vor dem chinesischen Neujahrsfest, einmal direkt nach dem 16. März und einmal am 20. April (wegen eines “Internet Crackdown”).

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Da die Wissenschaftler jedoch keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der Durchsetzung der Klarnamenspflicht und dem Einbruch in den Posts der beobachteten Nutzerinnen und Nutzern feststellen konnten, konzentrierten sie sich auf die “potentially affected microbloggers” (PAM) – also diejenigen Nutzerinnen und Nutzer, die sich von der Klarnamenspflicht womöglich haben beeinflussen lassen. 34.3 Prozent der knapp 167.000 Testpersonen wurden als PAM identifiziert, da sie alle während T2 nichts gepostet haben.

In summary, despite an absence of evidence of significant changes in overall activity after the RnR (Real-Name Registration, Anm. d. Red.), when comparing those microbloggers who did not post after the RnR to those who posted as usual by scrutinizing their contents published before the RnR, we discovered that the best discriminatory terms between two groups were mostly related to political and social issues. We therefore suspected if the RnR were not enforced, some PAM microbloggers could have posted weibos related to politics as usual after the RnR.

Fu, Chan und Chau sehen ihre Forschung nur als vorläufig, weitere Studien mit längeren Zeitperioden seien notwendig, um Schlussfolgerungen ziehen zu können.

Despite the fact that China is an authoritarian state and the contexts are totally different, this result should have global implications as recently more international social media companies, including Youtube and Google, have expressed interest in forcing their users to disclose real names to minimize trolling.

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June 22 2013

Edward Snowden belegt: Die NSA hackt chinesische Mobilfunkanbieter, Backbone-Netze und Glasfaser-Betreiber

Der amerikanische Geheimdienst NSA hackt chinesische Mobilfunkanbieter und Betreiber von Backbone- und Glasfaser-Netzen. Das berichtet die South China Morning Post unter Berufung auf den Whistleblower Edward Snowden. Der Dienst verschafft sich so Zugang zu SMS-Nachrichten und Internet-Datenströmen.

Die South China Morning Post berichtet, dass Edward Snowden an einem “sicheren Ort” in Hong Kong ist. Er hat der Zeitung drei neue Dokumente gegeben, über die sie berichtet:

US spies on Chinese mobile phone companies, steals SMS data

The US government is hacking Chinese mobile phone companies to steal millions of text messages, Edward Snowden has told the South China Morning Post. And the former National Security Agency contractor claims he has the evidence to prove it.

NSA targeted China’s Tsinghua University in extensive hacking attacks

Tsinghua University in Beijing, widely regarded as the mainland’s top education and research institute, was the target of extensive hacking by US spies this year, according to information leaked by Edward Snowden.

It is not known how many times the prestigious university has been attacked by the NSA but details shown to the Post by Snowden reveal that one of the most recent breaches was this January.

The information also showed that the attacks on Tsinghua University were intensive and concerted efforts. In one single day of January, at least 63 computers and servers in Tsinghua University have been hacked by the NSA.

Snowden said the information he shared on the Tsinghua University attacks provided evidence of NSA hacking because the specific details of external and internal internet protocol addresses could only have been obtained by hacking or with physical access to the computers.

The university is home to one of the mainland’s six major backbone networks, the China Education and Research Network (CERNET) from where internet data from millions of Chinese citizens could be mined.

The network was the country’s first internet backbone network and has evolved into the world’s largest national research hub.

US hacked Pacnet, Asia Pacific fibre-optic network operator, in 2009

Computers at the Hong Kong headquarters of Pacnet – owner of one of the biggest fibre-optic networks in the region – were hacked by US spies in 2009, adding fuel to the diplomatic fire that has engulfed the Obama administration this month over its cyber-snooping activities worldwide.

According to information provided by Edward Snowden to the Post, computers owned by Pacnet in Hong Kong were attacked by the US National Security Agency but the operation has since been shut down.

The information on the attacks on Pacnet are based on a range of details including dates, domain names, internet protocol numbers and other operational details provided by Snowden.

Pacnet, which has global headquarters in Hong Kong and Singapore, owns more than 46,000 kilometres of fibre-optic submarine cables and provides connections to 16 data centres for telecom companies, multinationals and governments across Asia Pacific.

Leider sind wieder keine Original-Dokumente dabei, dieses mal noch nichtmal Auszüge.

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May 21 2013

Operation Aurora: Chinesische Hack-Angriffe auf Google galten nicht nur Aktivisten, sondern der Unterstützung von Spionen

Google China Beijing. Autor: Fan Yang. Creative Commons: BY-SA 3.0.

Google China Beijing. Autor: Fan Yang. Creative Commons: BY-SA 3.0.

Die Hack-Angriffe auf Google und andere Firmen im Jahr 2009 sollten wohl herausfinden, welche chinesischen Spione von den USA beobachtet werden. Das berichten ein Mitarbeiter von Microsoft sowie aktuelle und ehemalige Regierungsbeamte. Google hatte nach der “Operation Aurora” den chinesischen Markt verlassen – angeblich weil Menschenrechtsaktivisten ausgespäht wurden.

Im Januar 2010 kündigte Google einen “neuen Ansatz für China” an, das zunächst als Rückzug aus dem Reich der Mitte gewertet wurde. Vorausgegangen waren intensive digitale Spionage-Angriffe aus China, die den Namen Operation Aurora erhielten. Im Firmen-Bog erklärte Google damals, dass “ein primäres Ziel der Angreifer der Zugriff auf die Gmail-Konten von chinesischen Menschenrechtsaktivisten” war.

Das war wohl nicht die ganze Wahrheit. Letzten Monat sagte Dave Aucsmith vom Microsoft Institute for Advanced Technology in Governments, dass auch Microsoft von den Angriffen betroffen war. Statt “normalen” Aktivisten waren die Angreifer “auf der Suche nach den Konten, für die wir rechtliche Anordnungen zum Abhören hatten”.

Das bestätigten jetzt “aktuelle und ehemalige Regierungsbeamte” der Washington Post:

Als Google den Angriff untersuchte, machten die Techniker eine überraschende Entdeckung: die Datenbank mit jahrelangen Informationen über staatliche Überwachungsbeschlüsse wurde gehackt.
Die Datenbank enthielt Informationen über Tausende von Überwachnungs-Beschlüssen durch Gerichte im ganzen Land, die Strafverfolgungsbehörden erlauben, die E-Mails von Verdächtige zu überwachen.

Die sensibelsten Anordnungen kamen jedoch von einem Bundesgericht, das die Überwachung von ausländischen Zielen wie Spionen, Diplomaten, mutmaßlichen Terroristen und Agenten anderer Regierungen genehmigt. Diese Aufträge, unter dem Gesetz zum Abhören in der Auslandsaufklärung (FISA) ausgestellt werden, sind geheim.

Mit diesen Informationen kann ein Staat seine Agenten warnen, Informationen löschen und Menschen außerhalb des Landes bringen, so ein Beamter gegenüber der Washington Post. Auch Aucsmith analysiert:

Das ist brilliante Spionageabwehr. Wenn man herausfinden will, ob ihre Spione entdeckt wurden sind, haben sie zwei Möglichkeiten: Sie können versuchen, beim FBI einzubrechen und die Informationen da zu finden. Vermutlich das ist schwierig. Oder sie infiltieren die Personen, für die Gerichte Überwachungsanordnungen beschlossen haben und versuchen, die Informationen auf diese Weise finden. Wir denken, sie haben letzteres getan, zumindest in [Microsofts] Fall.

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April 02 2013

Citizen Lab Bericht: Tibetische Aktivisten erneut mit gezielten Android-Trojanern ausspioniert

Android Berechtigungen der richtigen und der infizierten App.

Android Berechtigungen der richtigen und der infizierten App.

Tibetische Aktivisten wurden bereits mit mehreren Android-Trojanern gezielt angegriffen und ausspioniert. In einem neuen Bericht analysiert das Citizen Lab einen Trojaner, der Kontakte, Anruflisten und SMS-Nachrichten abhört. Staatliche Trojaner existieren für alle verbreiteten Betriebssysteme, der Infektionsweg ist dabei häufig per E-Mail.

Letzte Woche berichtete Kaspersky Lab, dass tibetische Aktivist/innen gezielt mit Trojanern für das mobile Betriebssystem Android ausspioniert wurden. Jetzt veröffentlichte das kanadische Citizen Lab einen weiteren detaillierten Bericht über gezielte Android-Trojaner gegen Tibeter.

Im zentralasiatischen Tibet gibt es oft nur einen eingeschränkten oder gar keinen Zugang zu Googles App-Store “Google Play”. Viele Tibeter installieren sich daher Android-Apps aus anderen Quellen, so werden diese z.B. gerne als APK-Dateien (Android Package) per E-Mail verschickt. Eine der gerne genutzten und versendeten Apps ist KakaoTalk, ein kostenloser Messaging-Dienst und eine Alternative zu WeChat, das mit der chinesischen Regierung kooperiert.

Im Dezember schickte ein befreundeter “IT-Security Experte” einem Abgeordneten des tibetischen Exilparlaments die richtige App und Installations-Hinweise per E-Mail. Im Januar erhielt eine “hochrangige politische Figur in der tibetischen Gemeinschaft” eine fast identische E-Mail. Diese hatte dem Anschein nach den selben Absender, kam aber in Wahrheit von einem GMX-Account. Der Text in der Mail war der selbe, aber die angehängte App war mit einem Trojaner infiziert.

Einmal installiert, sammelte die App in regelmäßigen Abständen die Kontakte des Benutzers, Anruflisten, SMS-Nachrichten und Informationen über die Konfiguration des Mobilfunk-Netzwerks. Darüber hinaus kommunizierte die App regelmäßig mit dem Command-and-Control-Server “android.uyghur.dnsd.me”, wobei versucht wurde, den Datenverkehr aussehen zu lassen wie den der chinesischen Suchmaschine Baidu. Der C&C-Server teilte dem Trojaner dann mit, wo er die abgeschnorchelten Daten hochladen soll.

Schließlich fing die Trojaner-App auch spezielle SMS-Nachrichten mit bestimmten Codes ab, woraufhin Informationen über die Funkzelle und das Mobilfunk-Netzwerk zurückgeschickt wurden, ohne dass die Anwenderin von diesen SMS etwas mitbekommt. Diese Informationen sind für einfache Online-Kriminelle wenig hilfreich, daher ist es vorstellbar, dass die Angreifer mit einem Mobilfunk-Anbieter zusammen arbeiten können. Der Citizen Lab hält sich vornehm zurück, China als staatlichen Akteur hinter den Angriffen namentlich zu benennen, angesichts der Auseinandersetzungen um die tibetische Unabhängigkeit liegt die Vermutung jedoch nahe.

Dieser Bericht zeigt erneut, dass staatliche Trojaner zur Überwachung politischer Gegner keineswegs nur ein paar unsichere Windows-Computer betreffen. Auch sie Staatstrojaner-Suite “made in Germany” FinFisher/FinSpy existiert für alle möglichen Zielsysteme: darunter Windows, Mac OS X, Linux, iOS, Android, BlackBerry, Windows Mobile und Symbian. Die aktuelle Schadsoftware wurde übrigens bis zur Veröffentlichung von keiner der drei großen Android-Antivirenprogramme erkannt.

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January 26 2012

“Dieser Tweet ist in deinem Land nicht verfügbar” – Twitter führt offenbar länderspezifische Zensur ein

Wie Jannis Kucharz von netzfeuilleton.de berichtet, führt Twitter offenbar gerade eine länderspezifische Zensur-Infrastruktur ein. Twitter hat am Donnerstag Abend in einem Blogbeitrag mit dem euphemistischen Titel “Tweets still must flow” angekündigt, zukünftig bestimmte Tweets für User in bestimmten Ländern zu sperren.

As we continue to grow internationally, we will enter countries that have different ideas about the contours of freedom of expression. Some differ so much from our ideas that we will not be able to exist there. Others are similar but, for historical or cultural reasons, restrict certain types of content, such as France or Germany, which ban pro-Nazi content.

Until now, the only way we could take account of those countries’ limits was to remove content globally. Starting today, we give ourselves the ability to reactively withhold content from users in a specific country — while keeping it available in the rest of the world.

Begründet wird die Filterung u.a. mit Regelungen in Deutschland und Frankreich, die “pro Nazi”-Inhalte verbieten würden, was so natürlich schon mal überhaupt nicht stimmt. Es trifft stattdessen vermutlich leider eher Jannis’ Einschätzung zu, dass es bei der Maßnahme eigentlich um Länder wie China geht, zu dessen Markt sich Twitter mit dieser Selbstunterwerfung der Zensur Zugang verschaffen könnte.

-> Zum Artikel auf netzfeuilleton.de

Tweet: "Dieser Tweet ist in Ihrem Land nicht verfügbar"

October 04 2011

Frontal21: Ausgebeutet für das iPhone

Frontal21 hat heute über “Ausgebeutet für das iPhone – Wie Apple in China produzieren lässt” berichtet:

Frontal21 blickt auf die Werkbank der Welt und fragt nach dem Preis, den Chinas Arbeiter für Rekordgewinne zahlen.

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September 22 2011

Al Jazeera – Activate

Al Jazeera möchte mit der Sendung “Activate” Aktivisten aus aller Welt portraitieren. In der ersten Episode mit dem Titel “iProtest” dreht es sich um die chinesische Aktivistin Debby Chan, die sich für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Arbeitnehmerrechte von Angestellten einsetzt, die für Unternehmen wie Foxconn / Apple & Co. Hardware produzieren. Das Video gibts auch bei Youtube:

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September 05 2011

Mittwoch: Michael Anti in Berlin

Der bekannte Blogger und Pressefreiheitsaktivist Michael Anti spricht am Mittwoch im Haus der Demokratie und der Menschenrechte Berlin über Netzaktivismus in China, wo einer der größten Überwachungs- und Zensurapparate die Bürgerfreiheiten im Netz einschränkt.

Der Name Michael Anti ist, wie leicht zu erraten, ein Pseudonym. Im März wurde ihm deshalb sein Facebook-Account wegen Verstoßes gegen die Klarnamenpflicht gelöscht.

Los geht es um 19:00h in der Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin.

Wer es nicht schafft, kann sich Michael Anti zum Beispiel in diesem Podcast oder seinen Auftritt bei der Re:publica 2010 anhören.

August 05 2011

EFF-Petition gegen CISCO-Zensur-Engagement in China

Eine Petition der Electronic Frontier Foundation fordert das US-Unternehmen CISCO auf, China nicht bei Menschenrechtsverletzungen zu unterstützen: Tell Cisco: Stop helping China abuse human rights!

Reports indicate that networking giant Cisco Systems, Inc., an American company based in Silicon Valley, has been knowingly selling Internet surveillance and censorship tools to the Chinese government for years. The Chinese government’s “Great Firewall” prevents Internet users in China from accessing much of the Internet, including online references to Tiananmen Square and the Jasmine Revolution, as well as social media sites like Facebook. In addition to blocking access to information, these tools have enabled the Chinese government to spy on its citizens and may include special customization to target individuals working to protect human rights and build democracy in China.

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March 23 2011

China: Bei Anruf Protest

In China hat man die Zensurinfrastruktur ausgebaut und ein neues Feature als Service eingeführt: Wenn dort z.B. das Wort Protest in einem Telefonat fällt, wird das Gespräch automatisch abgebrochen. Das soll sowohl in englisch als auch in chinesisch funktionieren, wie die New York Times berichtet: China Tightens Censorship of Electronic Communications. Gleichzeitig ist die gesamte Zensur ausgedehnt worden, mehr Seiten werden geblockt und auch einige VoIP-Services sind nicht mehr erreichbar.

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Schweinderl