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October 01 2013

Nachschau: Panel zu C3S, GEMA und ‘Recht auf Remix’

Avatar_en_03 Beim diesjährigen Reeperbahn Festival Campus, dem Konferenzteil des Hamburger Musikfestivals, gab es unter anderem ein Panel mit dem Titel “Alles ist ein Remix? – Wird GEMA-freie Musik mit der C3S freier?“, bei dem neben Wolfgang Senges für die am Vortag gegründete C3S und GEMA-Justiziar Tobias Holzmüller auch ich für die Initiative “Recht auf Remix” eingeladen waren. Dass die Themen Remix und Verwertungsgesellschaften eher quer zueinander liegen, hat sich zwar gezeigt, gleichzeitig hat die Diskussion dennoch auch neues zu Tage gefördert.

Mittlerweile gibt es zwei Berichte, die die durchaus konstruktive und lösungsorientierte Stimmung der Veranstaltung ganz gut eingefangen haben. So schreibt das NDR-Online-Magazin N-Joy:

Ein Problem kann aber auch die C3S kaum aus der Welt schaffen: Den meisten Privatleuten, die einfach aus Spaß ein Video mit Musik bei Facebook oder einer Videoplattform hochladen, werden sich kaum mit den dafür notwendigen Rechten auseinanderzusetzen. “Das ist völlig lebensfremd”, sagt Leonard Dobusch vom Verein Digitale Gesellschaft. Die Nutzer können deshalb leicht urheberrechtliche Schwierigkeiten bekommen. Dobusch fordert, dass hier die Politik das Urheberrecht lockert, um Privatleuten ein “Recht auf Remix” zu geben.

Das Branchenportal Musikmarkt.de wiederum hat sich bemüht, auch widerstreitende Standpunkte möglichst akkurat wiederzugeben:

Sobald etwas im Netz auf YouTube auftauche, habe man es mit kommerzieller Nutzung zu tun – Internetkultur hin oder her. Dr. Holzmüller habe nicht den Eindruck, dass das Verständnis für eine solche Verwendung, auch wenn es sich um einen Remix handle, unter den GEMA-Künstlern sonderlich hoch sei.

Wolfgang Senges wies darauf hin, dass es unterschiedliche Urheber gebe und andere eben doch ein Verständnis dafür hegten. “Es gibt genauso gut die Urheber, die möchten, dass sie geremixt werden.” Doch warum brauche diese Kategorie von Urhebern – die, die ihre Werke möglichst weit verbreitet sehen will – überhaupt eine Verwertungsgesellschaft?”, wollte Dr. Holzmüller wissen. Für Dobusch war das offensichtlich: “Nur weil ich nichts dagegen habe, dass andere Leute meine Werke remixen, heißt das doch nicht, dass ich selbst kein Geld damit verdienen möchte.”

Für mich neu und sehr erfreulich war die Ansage von Tobias Holzmüller, dass es in der GEMA ernsthafte Überlegungen dahingehend gebe, zumindest die Nutzung einer Creative-Commons-Lizenz mit NonCommercial-Modul zu erlauben. Diese vorsichtige Ankündigung hat es aber leider in keinen der beiden Medienberichte geschafft.

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September 26 2013

GEMA-Alternative: Die C3S ist gegründet

Gestern hat sich in Hamburg die cultural commons collecting society (c3s) als Genossenschaft mit 50 ersten Mitgliedern offiziell gegründet. Wir gratulieren herzlich und wünschen der Initiative und allen Beteiligten einen langen Atem und vor allem viel Erfolg!

Noch vier Tage läuft die Crowdfinanzierungskampagne. Bisher sind über 96.000 Euro zusammen gekommen, es wäre doch schön, wenn die 100.000er Grenze überschritten werden könnte.

Bereits zum Start der Crowdfinanzierungskampagne hatten wir ein Interview mit m.eik Michalke, einem der Initiatoren der c3s: “Über GEMA meckern reicht nicht, wir wollen, dass sich tatsächlich etwas verändert”.

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August 17 2013

Breitband zum Thema “Wieviel Macht der GEMA?”

Heute um 14 Uhr widmet sich die Sendung Breitband auf Deutschlandradio Kultur dem Thema “Wieviel Macht der GEMA?“. Gründe diese Frage gerade jetzt zu stellen gibt es genug und sie reichen von Protesten gegen neue GEMA-Tarife über die fragwürdigen Äußerungen der GEMA zum Thema Creative Commons bis hin zur laufenden Crowdfunding-Kampagne für die GEMA-Alternative C3S.

Neben diesen Themen soll es bei Breitband aber auch um grundsätzlichere Fragen gehen:

Dahinter steht die größere Frage, wie sich die Verwertungsgesellschaften in der neuen digitalen Welt verändern müssen. Für wen sind sie da? Wessen Interessen vertreten sie? Und zuallererst: Warum gibt es überhaupt solche Verwertungsgesellschaften?

Zu Gast bei Philipp Banse sind zu diesen Fragen “Komponist, Sounddesigner, Technologieliebhaber und GEMA-Mitglied” Hans Hafner und der Journalist und Urheberrechtsexperte Ilja Braun

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July 16 2013

C3S: “Über GEMA meckern reicht nicht, wir wollen, dass sich tatsächlich etwas verändert”

c3s_logo_iconÜber die Idee, mit der “cultural commons collecting society” (C3S) eine faire Alternative zur GEMA per Crowdsourcing zu finanzieren, haben wir heute bereits berichtet. Wir haben ein Interview mit M.eik Michalke gemacht, einem der treibenden Köpfe hinter der Initiative. In dem Interview erklärt er die Motivation und Notwendigkeit, eine freie Alternative zum Monopolisten GEMA zu schaffen.

netzpolitik.org: Wie ist die Idee zur C3S entstanden und wer steckt dahinter?

M.eik Michalke: 2005 startete der erste OpenMusicContest, um Creative-Commons-Lizenzen unter Musikern bekannter zu machen. Wir hatten sofort mit der GEMA zu tun, weil wir auch einen CD-Sampler gepresst und verteilt haben, wofür wir erst eine Prüfung durch die GEMA abwarten mußten. Sie darf davon ausgehen, dass sämtliche veröffentlichte Musik aus ihrem Katalog stammt. Wir erfuhren auch, wie schwer es GEMA-Mitglieder hatten, ihre eigene Musik im Internet zu verwenden, und welche Probleme die noch recht junge Podcaster-Szene hatte, Lizenzen zu erwerben. Kurz: Seitdem war uns klar, dass das alte GEMA-Modell so nicht mehr in die Zeit passt. Einige Jahre lang hofften wir, mit Gesprächen und Argumenten eine Veränderung in der GEMA erreichen zu können. 2010 schließlich erklärten wir dieses Vorgehen für gescheitert und widmeten uns Plan B: Wir gründen eine eigene Verwertungsgesellschaft, die nach unseren Vorstellungen arbeitet. Inzwischen hat ein Team aus Musikern, Musik-Consultants, Anwälten, Programmierern, Musikwisschaftlern ein konkretes Konzept ausgearbeitet, das wir nun umsetzen wollen.

netzpolitik.org: Es gibt bereits die GEMA, warum wollt Ihr noch eine Verwertungsgesellschaft gründen?

M.eik Michalke: An der GEMA wird seit Jahren herumgemeckert. Uns genügt das nicht, wir wollen, dass sich tatsächlich etwas verändert. Denn die eben genannten Probleme sind nicht einfach nur lästig, sie schließen faktisch eine ganze Reihe von Musikern aus dem Musikmarkt aus. Als Musiker bekommst du z.B. Geld, wenn deine Musik im Radio läuft. Das Geld bekommst du aber nicht vom Sender direkt, das wäre viel zu kompliziert, sondern der gibt es der GEMA. Wenn du keinen Vertrag mit der GEMA hast, ist das Geld weg. Das gleiche gilt für Clubs, Diskotheken, Volksfeste und Gaststätten. Wer nicht in die GEMA will, in der nur Musiker mit höheren Jahreseinkommen Stimmrecht besitzen, hat keine Chance, hier Fuß zu fassen. Dieses Problem möchten wir mit einer neuen Verwertungsgesellschaft lösen. Dafür sind hohe Auflagen zu erfüllen, aber das erscheint uns immer noch realistischer, als auf sinnvolle Gesetzesänderungen zu warten oder auf eine grundlegende GEMA-Reform zu hoffen.

netzpolitik.org: Wen sprecht Ihr als potentielle Mitglieder an?

M.eik Michalke: In erster Linie brauchen wir natürlich Urheberinnen und Urheber von Musikstücken. Und zwar auch möglichst viele, die wirtschaftliche Relevanz besitzen. Das ganze muss sich am Ende ja rechnen, wobei eine Verwertungsgesellschaft als reine Treuhand selbst nicht gewinnorientiert arbeitet, aber logischerweise Verwaltungskosten entstehen. Daneben können jedoch auch Organisationen, Firmen oder Nicht-Musiker Fördermitglied der Genossenschaft werden, wenn sie das Projekt unterstützen wollen, z.B. weil sie sich selbst so eine Alternative wünschen. Sie haben dann kein Stimmrecht, aber können in Beratungsgremien gewählt werden.

netzpolitik.org: Geht es bei der C3S nur um Musik oder kann ich auch als kreativer Nicht-Musiker bei Euch Mitglied werden und meine Interessen vertreten lassen (z.B. als Schreiberling)?

M.eik Michalke: Die Fördermitgliedschaft steht allen offen. Da wir als Alternative zur GEMA antreten, konzentriert sich die Arbeit aber natürlich auf Musik. Wahrnehmungsverträge wird es also erst einmal nur dafür geben. Inwieweit eine Ausweitung auf weitere Werkgattungen möglich ist, können wir diskustieren, nachdem wir erst einmal einen sicheren Betrieb hinbekommen haben.

netzpolitik.org: Ihr wollt mindestens 50.000 Euro einwerben, um die Arbeit fortsetzen zu können, braucht aber eigentlich 200.000 Euro. Wofür soll das Geld verwendet werden? Und was macht Ihr, wenn die 50.000 Euro nicht reinkommen?

M.eik Michalke: Zur Zulassung durch die Staatsaufsicht, dem Deutschen Patent- und Markenamt in München, müssen wir auch vorweisen können, dass unsere Verwaltung und unser Abrechnungssystem funktionieren. Die Verwertungsgesellschaft muss also eigentlich schon fertig sein, bevor sie die Zulassung beantragen kann. Der Aufbau kostet Geld, daher das Crowdfunding. Ob es klappt oder nicht ist unserer Ansicht nach ein Indikator dafür, wie groß der Bedarf an einer Veränderung tatsächlich ist. Wer will, dass sich etwas tut, kann jetzt dazu beitragen.

netzpolitik.org: Wenn ich jetzt GEMA-Mitglied bin und auch Tantiemen bekomme, warum soll ich zu Euch wechseln?

M.eik Michalke: Im Augenblick dürfen wir ja noch gar keine Rechte wahrnehmen, daher raten wir niemandem, voreilig aus bestehenden Verträgen auszusteigen. Wer in der GEMA zufrieden ist, soll sich auch weiterhin von ihr vertreten lassen. Wer unzufrieden ist, kann erst einmal C3S-Fördermitglied werden und sehen, ob wir am Ende vielleicht besser zueinander passen. Wir haben uns etwa vorgenommen, die Abrechnungen genauer und transparenter zu halten. Das müssen wir jetzt aber erst einmal in die Tat umsetzen, und dann kann man beide Angebote vergleichen.

netzpolitik.org: Verliere ich bei einem solchen Wechsel meine Tantiemen und gehen die dann zu Britney Spears rüber?

M.eik Michalke: Wenn wir eine Zulassung und genug Repertoire haben, wird sich die Vermutung der Zuständigkeit ebenfalls ändern. Die GEMA kann dann nicht mehr alleine davon ausgehen, dass es Musik aus ihrem Bereich ist. Ein weiteres unserer Ziele ist es, mit zeitgemäßer Technik die Erfassungsgenauigkeit der lizenzierten Titel zu verbessern, so dass eingenommene Gelder auch den Urhebern zugeordnet werden können, für deren Musik bezahlt wurde.

netzpolitik.org: Werde ich zukünftig auch Tantiemen bekommen, wenn ich bei Euch Mitglied bin und meine Musik im Radio gespielt wird?

M.eik Michalke: Ja, das ist langfristig natürlich unser Ziel. Wir werden uns anfangs auf den Online- und Clubbereich konzentrieren, später kommen dann Liveaufführungen und Radio dazu. Wir müssen die Dienste schrittweise ausbauen.

netzpolitik.org: Es gibt auch europäischer Ebene eine Debatte über Wettbewerb der Verwertungsgesellschaften. Wie europäisch soll die C3S werden?

M.eik Michalke: Im Internetzeitalter machen Ländergrenzen für die Vermarktung nicht mehr so viel Sinn. Wir gründen eine Europäische Genossenschaft (SCE) und wollen nach erfolgreichem Start in Deutschland nach und nach auch in den anderen europäischen Ländern tätig werden. Auch das muss schrittweise geschehen, weil die Zulassungsverfahren überall etwas anders sind. Wir haben aber u.a. schon gute Kontakte nach Österreich und prüfen, was für eine Zulassung nötig wäre. Es gibt eine Reihe weiterer Partnerschaften, z.B. zu Younison. Einen Großteil der derzeit auf EU-Ebene diskutierten Vorschläge für eine Neuordnung von Verwertungsgesellschaften in Europa haben wir auch schon länger im Konzept, als diese Diskussion andauert.

netzpolitik.org: Wie kann ich mich einbringen und Euch unterstützen?

M.eik Michalke: Die beste Möglichkeit ist eine Beteiligung am laufenden Crowdfunding. Wer sich aktiv an der Arbeit beteiligen möchte, kann uns auch gerne kontaktieren.

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C3S: faire Alternative zur GEMA per Crowdsourcing finanzieren

c3s_logo_iconDie “cultural commons collecting society” (C3S) ist eine 2010 gestartete Initiative, zur Gründung einer modernen Verwertungsgesellschaft für Musik. Dieser Schritt wurde als notwendig angesehen, da eine Vielzahl von Urhebern und Urheberinnen nicht oder nicht mehr von der GEMA vertreten werden wollen. Wer mit seinen Werken allerdings auch in der Öffentlichkeit stattfinden möchte, hat zur Zeit quasi keine Alternative zur GEMA. Aus diesem Grund wurde am vergangenen Sonntag eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, mit dem Ziel die C3S als feste Alternative zur GEMA etablieren zu können.

Die C3S unterscheidet sich in einigen Punkten wesentlich von der GEMA. So ist sie als Europäische Genossenschaft konzipiert und nicht als wirtschaftlicher Verein wie die GEMA. Darüber hinaus soll jedes Mitglied über gleiches Stimmrecht verfügen, unabhängig von finanziellen Umsätzen oder anderer Faktoren. Ein entscheidender Unterschied zur GEMA ist die Möglichkeit der Urheber und Urheberrinnen, der C3S nur die Vertretung einzelner Werke anzuvertrauen und nicht direkt den gesamten Werkkatalog. Und auch die Unterstützung alternativer Lizenzen als gleichberechtigtes Gegenstück zum klassischen Urheberrecht wird angestrebt. m.eik michalke, kulturpolitischer Sprecher der C3S dazu:

Unser Ziel ist eine Verwertungsgesellschaft, die sowohl für die herkömmlichen Lizenzierungsmodelle als auch für die Förderung neuer, verbraucherfreundlicher Modelle wie Creative Commons eintritt.


Mit der Crowdsourcing-Kampagne möchte die C3S mindestens 50.000 Euro einnehmen um die bisherige Arbeit fortsetzen zu können. Ziel der Kampagne ist es aber 200.000 Euro einzunehmen, die “eine gemeinschaftliche Investition in die Zukunft der Musik” erlauben. Die Kampagne auf startnext läuft noch bis zum 30. September. Dennoch steht der Gründungstermin für C3S schon fest: der Startschuss soll am 25. September während des Reeperbahn Festivals in Hamburg erfolgen.

Hier noch ein Video der Initiative, welches auch auf der Webseite des C3S und auf der Kampagnenenseite samt weiterer Informationen zu finden ist:

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August 24 2012

GEMA-Alternative: Cultural Commons Collecting Society C3S veranstaltet Barcamp in Berlin

Die Initiative zur Gründung der Cultural Commons Collecting Society veranstaltet am 2. September ein Barcamp im Berliner Supermarkt. Die C3S will eine Alternative zur GEMA ins Leben rufen und eine Verwertungsgesellschaft zum Anfassen sein. Kurz vor der Berlin Music Week will sich das Team vorstellen und mit allen Interessierten diskutieren.

Dazu gibt es eine Seite auf startnext:

Ihr sollt wissen, mit wem Ihr es zu tun habt. Wir möchten Euch kennenlernen. Die C3S braucht Euren Support – indem Ihr anderen davon erzählt, uns aktiv im Team oder finanziell unterstützt. Jede(r) Supporter(in) wird benötigt.

Dieses Barcamp ist der Anfang. Wir kommen zu Euch, auch in andere Städte – nur, es will finanziert sein. Derzeit hat die C3S keinen Sponsor und erhält keine finanzielle Unterstützung. Umso mehr freuen wir uns über Eure Unterstützung, denn Ihr macht das Projekt möglich.

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