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August 08 2012

Daniel Suarez: Kill Decision

Daniel Suarez, der Autor von Daemon und FreedomTM, hat ein neues Buch veröffentlicht: Kill Decision. Bei mir steht das Buch auf dem Wunschzettel, Leser berichteten bereits, dass es sehr zu empfehlen sei. Suarez war bei “Authors at Google” eingeladen und diskutierte dort das Buch und mögliche Zukunftsszenarien. Davon gibt es ein Video:

Unmanned weaponized drones already exist—they’re widely used by America in our war efforts in the Middle East. In Kill Decision, bestselling author Daniel Suarez takes that fact and the real science behind it one step further, with frightening results.

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February 15 2012

Verlag verschenkt eBook – und wird abgemahnt

Wieviel ist ein eBook eigentlich wert? Schließlich erwirbt man mit der digitalen Literatur ja keinen materiellen Gegenstand, und auch der Weiterverkauf des Buches ist meist nicht möglich. Durch ein Experiment wollte der Berliner Verlag “Berlin Story” darauf eine Antwort finden.

Als der Verlag sich deshalb entschied, sein eBook “Der Letzte macht das Licht aus…” kostenlos im Internet anzubieten und die Leser lediglich zu Spenden nach eigenem Ermessen aufforderte, hatte man eigentlich nichts Böses im Sinn. 200 Downloads in einer Woche waren ein klarer Erfolg für den kleinen Verlag, es gab keine Beschwerden. Bis ein Abmahnschreiben eines Rechtsanwaltes eintraf.

In diesem wurde der Inhaber des Verlages aufgefordert, den kostenlosen Vertrieb des Buches einzustellen, da eBooks als Buchsubstitute nicht von der Buchpreisbindung ausgenommen seien. Außerdem seien Buchhändler generell verpflichtet, den Preis eines Buches anzugeben.

Auch wenn er der Abmahnung Folge geleistet und das Buch offline genommen hat, nimmt Verlagschef Enno Lenze in seinem Blog Stellung: Er werde nie verstehen, warum ein Erstkontakt mit Interessenvertretern über einen Anwalt laufen müsse. Außerdem würden sich langfristig Flatrate-Modelle durchsetzen, auch wenn Verleger auf veralteten Geschäftsmodellen verharrten.

In Deutschland gibt es keine Revolution, weil das Betreten des Rasens verboten ist!

Angeblich liegt dem Verlagsinhaber schon ein Angebot vor, das eBook in Uruguay (ohne Buchpreisbindung) gegen Spenden zum Download anzubieten.

February 09 2012

Buch: Soziale Netzwerke für Nachrichtenjournalisten

In den vergangenen Wochen gab es einen kleinen Shitstorm um die Neuauflage von “Das Handbuch des Journalismus”. Grund: Wolf Schneider und Paul-Josef Raue haben ihr Standardwerk überarbeitet und nennen es jetzt “Handbuch des Journalismus und des Onlinejournalismus“; der Teil zu Onlinejournalismus scheint ein bißchen mißraten zu sein. Wobei sich Stefan Niggemeier mit der Kritik an dem Buch ausführlich auseinander gesetzt hat.

Ein guter Grund, an dieser Stelle mal auf das Buch “Soziale Netzwerke für Nachrichtenjournalisten” (Partnerlink) einzugehen. Daniel Bouhs, der ein paar Jahre jünger als die beiden Grandseigneurs ist und hauptberuflich für die Nachrichtenagentur dapd die Netzwelt erklärt, hat auf rund 100 Seiten zusammengefasst, wie sich die Nachrichtenwelt durch die neuen Medien verändert hat. Das Ergebnis kann vor allem netzferneren Journalisten empfohlen werden, weil es in leicht verständlicher Sprache wesentliche Begriffe klärt. Zum Einstieg wirkt ein Rundgang durch die Twitter-, YouTube- und Facebook-beeinflussten Nachrichten der letzten Monate, von Utøya über das Loveparadeunglück bis zum Wechsel von Nationaltorwart Manuel Neuer, als Plädoyer für die Beachtung der sozialen Netzwerke als Nachrichtenquelle.

Anschließend stellt Bouhs den Wandel in den Redaktionen von Tagesschau, BBC News, ZDF und Rhein-Zeitung dar. An dieser Stelle wäre auch ein weniger klassisches Medium als weiteres Beispiel interessant gewesen, Twitter hat ja beispielsweise durchaus auch das Bloggen verändert. Blogs kommen auch als Informationsquelle ein bißchen kurz (aber vielleicht ist diese Einschätzung auch dem Medium geschuldet, in das ich sie gerade eintippe).

Es folgen Erklärungen zu “Social Media” im Allgemeinen sowie einigen großen Netzwerken im Speziellen und einige handwerkliche Tipps zum Zitieren, Netzwerken und Überprüfen von Informationen. Den Abschluss bilden Glossar und Tool-Empfehlungen für Anwendungen wie TweetDeck, ifttt und bit.ly.

Interessant wird sein, die erste Ausgabe des Buchs (das übrigens “on demand” verlegt wird und bei dem laut Bouhs “eine Aktualisierung eine Frage von wenigen Tagen” ist) in ein paar Jahren in die Hand zu nehmen und mit dem dann existierenden Kräfteverhältnis zwischen den Netzwerken und der Arbeit von Journalisten abzugleichen.

January 25 2012

Neue digiges-Broschüre: Wie das Internet funktioniert

Es ist ein altbekanntes Klischee: Die Netz- und Technikkompetenz unter PolitikerInnen und EntscheidungsträgerInnen gilt in der Regel als nicht besonders hoch. Anstatt weiter darüber Witze zu machen oder zu meckern, wollen wir das ändern. In Zusammenarbeit mit European Digital Rights haben wir die 24 Seiten lange Broschüre “Wie das Internet funktioniert – Eine Anleitung für EntscheidungsträgerInnen und Interessierte” (PDF) geschrieben.

Die englischsprachige Version gibt es bei EDRi. Unsere Broschüre soll EntscheidungsträgerInnen und Interessierten einen Überblick über das Internet und Internettechnologien geben. Sie erklärt einige Schlüsseltechnologien des Internets in verständlicher Sprache. Wir hoffen, dass sie im Dschungel des Computerjargons eine wertvolle Hilfe sein wird.

Unser Plan: Eine Broschüre für jede/n Angeordnete/n!

Unser Plan ist: Wir wollen die Broschüre drucken und an PolitikerInnen und EntscheidungsträgerInnen verteilen. Damit das klappt, freuen wir uns über finanzielle Unterstützung in Form einer Spende. Auf jeden Fall wollen wir jedem der 620 Bundestags- und 99 deutschen Europaabgeordneten eine Broschüre zukommen lassen. Der Druck und die Verteilung an diese ist nicht so aufwändig, da wir hierfür eine Startauflage von 1000 Stück nehmen und sie direkt in Berlin und Brüssel in ihre Briefkästen stecken können.

Aber wir würden gerne auch noch die 1852 Abgeordneten in den Länderparlamenten erreichen und warum nicht auch weitere EntscheidungsträgerInnen in Länder- und Bundesministerien sowie Medien?! Das würde jedoch den finanziellen Aufwand für Druck und Verteilung erheblich erhöhen und das können wir nur mit Eurer Unterstützung bewältigen. Spendet daher hier, wenn ihr das Projekt unterstützen möchtet.

Und wenn ihr in einer Landeshauptstadt wohnt, und uns beim Verteilen der fertigen Broschüren an die Landtagsabgeordneten helfen möchtet, schreibt bitte einen Kommentar unter diesen Artikel. Nach dem Druck melden wir uns bei Euch.

Die Broschüre kann man hier als 2,6 MB großes PDF herunterladen und gerne weiterverteilen.

Digiges Wie Das Internet Funktioniert

January 11 2012

Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat das Buch “Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus” lizenziert und als Nummer 1198 in ihre Schriftenreihe aufgenommen. Für 4,50 Euro erhält man dort das 462 Seiten dicke Buch von Wolf Schneider und Paul-Josef Raue, im Buchhandel ist es teurer.

Journalist – für viele ein Traumberuf. Texten, interviewen, recherchieren, immer am Puls der Zeit und nah dran am Geschehen. Aber was müssen Journalisten eigentlich können? Wie sieht ihr Arbeitsalltag aus? Und wie gelingt der Einstieg in den Job? Die erfahrenen Journalisten Wolf Schneider und Paul-Josef Raue stellen Arbeitstechniken, Formate und Redaktionsalltag vor. Anhand anschaulicher Beispiele zeigen sie, wie es richtig geht – und wie auf gar keinen Fall. Sogar auf die für Journalisten zentrale Frage “Wie gewinne ich den Leser?” haben sie die Antwort parat. Dieses Standardwerk dient Berufseinsteigenden, Volontären und Jungredakteuren seit Langem als ideale Orientierung. Die überarbeitete und erweiterte Neuausgabe ergänzt das Handbuch um alles Wissenswerte zum Online-Journalismus sowie zur Arbeit in und mit PR und Pressestellen.

January 03 2012

Buch: Hackerbrause – kurz & geek

Im O’Reilly-Verlag ist das Buch “Hackerbrause – kurz & geek” (Partnerlink) von Kathrin Ganz, Jens Ohlig und Sebastian Vollnhals erschienen. Auf 143 Seiten beschreiben sie die Geschichte der Hackerbrausekultur und führen in diverse Sorten wie Mate, Cola und Energiedrinks ein. Ergänzt wird das Buch um biologische Erklärungen für die Wirkung von Koffein und Zucker, sowie diversen Rezepten für Longdrinks oder Eigenproduktionen. Macht Spaß zu lesen und ist auch kurzweilig geschrieben.

Das Kapitel 4 (“About Cola”) gibt es als Probekapitel im PDF-Format zum Vorlesen, das Buch selbst kostet 9,90 Euro und ist im Buchhandel erhältlich. Mehr Informationen bietet das Blog hacker.brau.se.

December 23 2011

Die besten Bücher aus 2011

In diesem Jahr sind eine Menge interessante Bücher erschienen und noch mehr Schrott. Erfreulich ist, dass die Anzahl lesenswerter deutschsprachiger Bücher im Vergleich zu den Vorjahren erheblich gestiegen ist, auch wenn die Anzahl kulturpessimistische Untergangsszenarien in Buch-Form noch immer deutlich höher liegt. Der Grund soll wohl u.a. daran liegen, dass deutsche Verlage der Meinung sind, dass sich Internetfreundliche Bücher nicht so gut verkaufen wie alles, was eher die Gefahren in den Vordergrund stellt. Möglich, dass sich diese Einsicht in diesem Jahr geändert hat.

Die Liste ist rein subjektiv und sicher hab ich eine Menge Bücher vergessen, die ich wahlweise noch nicht gelesen oder schlichtweg nichts von ihrer Existenz erfahren habe. Auch habe ich mich auf thematisch passende Bücher konzentriert, sonst wäre die Liste deutlich länger geworden. Ich nehme aber gerne Hinweise in den Kommentaren an.

Apropos: Wer mich in meinen Bücher-Rezensionen unterstützen will oder mir einfach nur eine Freude machen will, findet hier eine Wunschliste voller Bücher.

Und hier ist nun die Liste der lesenswerten Bücher aus 2011:

“Mashup: Lob der Kopie” (Partnerlink) ist ein Buch von Dirk von Gehlen, das im Suhrkamp-Verlag erschienen ist. Dirk von Gehlen ist Redaktionsleiter von Jetzt.de und schreibt seit einigen Jahren über Urheberrecht und digitale Kultur, oftmals auch direkt für die Süddeutsche Zeitung. Das Buch Mashup ist ein lesenswertes Plädoyer für den Erhalt und Ausbau einer Remix-Kultur in Zeiten einer zunehmenden Urheberrechtsverschärfung, in der diese kulturelle Praxis kriminalisiert und technologisch erschwert wird. In zahlreichen Beispielen wird Kopieren in einen kulturellen Hintergrund eingeordnet und die gesellschaftlichen Vorteile hervorgehoben. Lesenswert ist vor allem die riesige Sammlung an Zitaten und Fundstücken rund um Mashups, Kopieren und die kulturelle Praxis dahinter. Mashup kostet immer noch 15,00 Euro. Kein Scherz, dafür ein schlechter Witz ist der Preis für die Kindle-Variante: 14,99 Euro.

“Nerd Attack!: Eine Geschichte der digitalen Welt vom C64 bis zu Twitter und Facebook”
(Partnerlink) von Christian Stöcker beschreibt die Entstehung der digitalen Welt anhand zahlreicher Protagonisten und den nicht ungewöhnlichen Werdegang von Stöcker selbst im Deutschland der 80er, 90er und 00er Jahre vom C64 bis zur eMail an der Uni. Das Buch ist gut zu lesen und interessant dazu. Nerd Attack! ist noch für 14,99 Euro im Buchhandel zu erhalten, soll aber demnächst auch von der Bundeszentrale für politische Bildung für 4,50 Euro verkauft werden.

“Die Datenfresser: Wie Internetfirmen und Staat sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen” (Partnerlink) von Constanze Kurz und Frank Rieger handelt vom Datenschutz, wie die Privatsphäre durch die zunehmende Digitalisierung in Gefahr gerät und was man dagegen machen könnte. Das Buch kostet immer noch 16,95 Euro im Buchhandel, aber für 4,50 Euro ist die Bundeszentrale für politische Bildung billiger dabei. Der Netzpolitik-Podcast Folge 109 ist ein längeres Interview mit Constanze Kurz und Frank Rieger zu den Inhalten des Buches.

“The Net Delusion: How Not to Liberate The World” (Partnerlink) von Evgeny Morozov beschreibt die dunklen Seiten des Netzes, wenn z.B. repressive Regime anfangen, Überwachungs- und KOntrolltechnologien einzusetzen, um Meinungs- und Informationsfreiheit ihrer Bürger zu behindern. Der Netzpolitik-Podcast Folge 083 mit Evgeny Morozov ist jetzt schon über 1,5 Jahre alt, behandelt aber die Inhalte des Buches, was Evgeny damals am schreiben war. Er tritt kommende Woche als Keynote-Speaker auf der 28. Chaos Communication Congress auf und redet über Überwachung und Kontrolle im Netz. (Ausnahmsweise war die re:publica mal schneller wo er 2010 eine Keynote gehalten hat.) “The Net Delusion” kostet 13,95 Euro im Handel.

Tim Wu ist einer der Vordenker der Netzneutralitätsdebatte und hat dieses Jahr mit “The Master Switch: The Rise and Fall of Information Empires” endlich ein ausführliches Hintergrundbuch vorgelegt. Wu behandelt in dem Buch u.a. den Aufstieg von Medienimperien bei Zeitungen, Radio und Fernsehen und vergleicht das mit den Marktbedingungen im Netz, wo es auch immer mehr Konzentration gibt. The Master Switch ist zwar sehr US-zentriert, aber trotzdem spannend zu lesen, nicht nur wegen dem großen historischen Überblick über die neuere Mediengeschichte. Das Buch ist mittlerweile auch als Taschenbuch erschienen und kostet 11,95 Euro. Und hier redet Wu über den Inhalt des Buches.

“DARKNET” (Englische Version “Freedom”) von Daniel Suarez ist der Nachfolge-Roman zu ““DAEMON: Die Welt ist nur ein Spiel” und baut auf diesem auf. Im Vergleich zu Daemon ist Darknet noch etwas politischer und zusammen ergeben die beiden Bücher eine der spannendsten und kreativsten Digital-Geschichten der letzten Jahre.

Barefoot Into Cyberspace: Adventures in Search of Techno-Utopia” (Partnerlink) von der Britin Becky Hogge beschreibt im Reportagestil ihre Begegnungen mit Netzaktiviten wie Rop Gonggrijp, Cory Doctorow und Julian Assange auf CCC-KOngressen oder woanders und erzählt darüber noch etwas die Computer- und Internet-Geschichte mit einem Schwerpunkt auf digitaler Kultur und Parrallelen zu anderen Gegenkulturen. Vom Stil her etwas vergleichbar mit Nerd Attack, nur internationaler ausgerichtet und auch politischer. Das Buch kostet 9,80 Euro, ist aber auch in verschiedenen Formaten unter einer CC-Lizenz im Netz zu finden.

Heile Welten: Rechter Alltag in Deutschland (Partnerlink) ist ein immer noch aktuelles Buch von Astrid Geisler und Christoph Schultheis (Bildblog-Mitgründer) über den rechten Rand in unserer Gesellschaft. Dabei beschreiben sie nicht nur das Auftreten und in die Gesellschaft integriert sein von NPD-Funktionären, sondern berichten auch ausführlich über das national-rechte-islamkritische Milieu mit Hassseiten wie Politically Incorrect. Das Buch kostet 15,90 Euro. Ich fand es sehr interessant und auch etwas erschreckend. Nicht nur in diesem Jahr nach Oslo und Nazi-Terroristen ein wichtiges Thema und die Rolle des Netzes kommt in dem Buch nicht zu kurz.

Vor vier Jahren erschien das Buch “Freie Netze. Freies Wissen” als Diskussionsvorschlag einer Gruppe von jungen Menschen, wie man in Linz (Österreich) Netzpolitik auf kommunaler Ebene machen könnte. Aus dem Buch und der Diskussion drum herum ist dann tatsächlich das Ziel der Kommune Linz geworden, eine Open-Commons-Region zu werden. Dieses Jahr ist mit “Freiheit vor Ort. Handbuch kommunale Netzpolitik” der Nachfolger bei Open-Source-Press erschienen, Herausgeber sind Leonhard Dobusch, Christian Forsterleitner und Manuela Hiesmair. Wer Kommunalpolitik macht und sich für Netzpolitik interessiert, sollte dieses Buch lesen. Das gibts für 24,90 Euro zu kaufen und auch als eBook (PDF) unter der CC-BY-SA-Lizenz erschienen. Die einzelnen thematischen Kapitel mit Überschriften wie “Öffentlicher Raum im Netz: Blogs, Wikis & Co” oder “Lasst die Daten frei! Open Government als kommunale Herausforderung und Chance” finden sich ebenfalls als PDF auf der Webseite. Das Buch kann man auch mal kaufen und den lokalen Kommunalpolitikern zum Geburtstag schenken.

Rund um “Wikileaks” gab es eine Vielzahl an Erscheinungen in diesem Jahr. Ich hab einige davon gelesen und mit am Besten hat mir “Staatsfeind WikiLeaks: Wie eine Gruppe von Netzaktivisten die mächtigsten Nationen der Welt herausfordert” (Partnerlink) von den beiden Spiegel-Redakteure Marcel Rosenbach und Holger Stark gefallen. Auf 320 Seiten beschreiben sie die Geschichte der Plattform, portraitieren Julian Assange ausführlich und ordnen die Ereignisse und Konsequenzen auch ein bißchen ein. Das ist weitgehend spannend geschrieben und gibt einen guten Überblick mit Stand von vor einem Jahr. Seitdem ist ja auch kaum was Neues passiert. Kostet immer noch 14,90 Euro.

Ausblick:

Ende Januar erscheint endlich “Consent of the Networked: The Worldwide Struggle for Internet Freedom” von Rebecca MacKinnon, auf das ich sehr gespannt bin. Ein Podcast mit ihr liegt noch auf meiner Festplatte, den veröffentliche ich demnächst mal.

Und im Juni erscheint dann “Die digitale Gesellschaft: Netzpolitik, Bürgerrechte und die Machtfrage”. Das Buch liegt hier fertig auf der Festplatte, aber bei analogen Medien dauert das Erscheinen immer etwas länger.

December 15 2011

Die Datenfresser bei der BpB

Das Buch “Die Datenfresser” von Constanze Kurz und Frank Rieger wurde jetzt von der Budneszentrale für politische Bildung neu aufgelegt und ist dort für 4,50 Euro erhältlich.

Es ist einfach, einladend und praktisch: Die meisten von uns tauchen täglich tief in die virtuellen Welten der sozialen Netzwerke, der Communities und Foren ein. Wir bestellen und buchen online, laden hoch und runter. Ohne Zweifel hat die digitale Revolution uns eine Menge Vorteile und Möglichkeiten beschert. Doch diese Entwicklung hat Schattenseiten. Jedes digitale Agieren hinterlässt Daten. Sie lassen sich, je mehr, desto besser, zu individuellen Profilen zusammenführen und gewähren so tiefe Einblicke in die Interessen, Gewohnheiten und Wünsche eines Menschen – ideal für die globale Werbewirtschaft, die Milliarden mit solchen freiwillig oder unfreiwillig überlassenen Datenspuren verdient. Doch auch staatliche Stellen bedienen sich zunehmend und mit unterschiedlichsten Motiven persönlichskeitsbezogener Informationen. Wo, warum und für wen sind wir transparent? Und was soll, was kann und was muss man dagegen tun?

November 17 2011

Creative Commons: “The Power of Open” in deutsch

Von Creative Commons gab es vor Monaten die Publikation “The Power of Open“. In der 47 Seiten langen Broschüre, die man wahlweise kostenfrei downloaden oder bei Lula on-demand drucken lassen kann, werden die offenen Lizenzen beschrieben und zahlreiche Projekte und Personen vorgestellt. Das beschriebene Spektrum reicht von Flickr über Arduino bis Global Voices. Mittlerweile gibt es auch eine deutschsprachige Ausgabe als PDF zum Download, dank der Übersetzungshilfe von Oliver Huf. Die CC-BY-Lizenz machts möglich.

Freut mich doppelt, ich hatte mir die Übersetzung schon auf die To-Do Liste gesetzt, kam bisher aber nie dazu.

November 03 2011

Cory Doctorow: For the Win

For the Win (Partnerlink) ist der neue Roman von Cory Doctorow, der vor kurzem als Nachfolger von “Litte Brother” auf deutsch im Heyne Verlag erschienen ist.

Ich hab den 634 Seiten dicken Wälzer bei mir schon auf dem Tisch und werde ihn mit in den Urlaub nehmen. Kommende Woche ist Cory Doctorow auf einer kleinen Lesereise und kommt dazu nach Hamburg (7.11. um 10 Uhr im Kinderbuchhaus im Altonaer Museum), Berlin (8.11. um 20 Uhr im Sankt Oberholz) und nach München (9.11., 19 Uhr bei lovelybooks).

Aktuell ist auch die Kolumne von Cory Doctorow im Locusmag: It’s Time to Stop Talking About Copyright.

There just isn’t such a thing as ‘‘copyright policy’’ anymore. Every modern copyright policy becomes Internet policy – policy that touches on every aspect of how we use the net. And as we make the transition from a world where everything we do includes an online component to a world where everything we do requires an online component, it’s becoming the case that there’s no such thing as ‘‘Internet policy’’ – there’s just policy. I’m all for sorting out the rules that govern the entertainment’s supply chain, but let’s keep some perspective here: when we ‘‘solve’’ copyright problems at the expense of the Internet, we solve them at the expense of 21st-century society as a whole.

Und darum gehts bei “For the Win”:

Spiel um dein Leben – sonst tun es andere…

Ob in L. A., in den chinesischen Millionenstädten oder den Slums von Indien – überall werden Online-Games gespielt. Doch für manche bedeuten die Rollenspiele mehr als ein Zeitvertreib: Drei Teenager müssen erkennen, dass sie von skrupellosen Goldfarmern ausgebeutet werden. Sie haben nur eine Chance: Sie müssen sich zusammenschließen, um der Online-Mafia die Stirn zu bieten, und dafür tun sie das, was sie am besten können – spielen.

Überall auf der Welt boomen die Online-Rollenspiele. Für den sechzehnjährigen Wei-Dong in L. A. sind sie die einzige Ablenkung vom nervigen Schulalltag und den Ansprüchen seiner Eltern. Als er wieder einmal beim heimlichen Zocken erwischt wird, gerät die Situation außer Kontrolle. Seine Eltern wollen ihn in ein Internat stecken, und Wei-Dong flieht Hals über Kopf. Ganz auf sich gestellt, muss er plötzlich sein Hobby zum Beruf machen. Dabei geraten er und seine Online-Freunde ins Blickfeld von verbrecherischen Goldfarmern – einer Mafia von dubiosen Geschäftemachern, die junge Computerspieler unter sklavenähnlichen Umständen ausnutzen, um deren virtuelle Beute für viel Geld weiterzuverkaufen. Für Wei-Dong und seine Freunde in der weltweiten Gamer Community beginnt ein abenteuerlicher Kampf um ihre Zukunft und ihr Recht auf Fairness und Menschenwürde …

November 02 2011

Die Piratenpartei Deutschland – Entwicklung und Selbstverständnis

Die Piratenpartei Deutschland – Entwicklung und Selbstverständnis” ist eine Magisterarbeit von Tobias Neumann, die jetzt auch als Buch und als PDF unter der CC-BY-SA – Lizenz erschienen ist

Im Frühjahr 2011 habe ich eine umfangreiche Untersuchung innerhalb der Piratenpartei durchgeführt. Dabei wurden alle (damals rund 12.000) Mitglieder eingeladen an einer Befragung mittels eines elektronischen Fragebogens teilzunehmen. Dabei hat rund ein Viertel der Mitglieder an der Befragung teilgenommen. [...] Mein Ziel war es eine umfassende wissenschaftliche Arbeit über die Piratenpartei in Deutschland anzufertigen, deren Blick sich vor allem nach innen richten sollte. Im Ergebnis sind dabei 270 Seiten inklusive der Anhänge Feldbericht und Fragebogen herausgekommen. Eingegangen bin ich dabei zunächst auf die Entwicklung der schwedischen (ersten) Piratenpartei, vor deren Hintergrund ich die Entwicklung der Piratenpartei in Deutschland in vielerlei Hinsicht untersucht habe. Auch der internationale Dachverband der Piratenpartei, die PPI (Pirate Parties International), kam dabei nicht zu kurz. Nach dieser Einleitung folgt die Konstruktion des Fragebogens, der Feldbericht und dann auf knapp 130 Seiten die Auswertung und Analyse der Ergebnisse, der ein Schlusswort hinten angestellt ist.

September 13 2011

Zeitbombe Internet: Geht’s auch eine Nummer kleiner?

Es gibt Bücher, die will man nicht lesen. Das liegt dann entweder am Autoren, viel häufiger aber am Titel und/oder dem Klappentext. “Zeitbombe Internet: Warum unsere vernetzte Welt immer störanfälliger und gefährlicher wird” (Partnerlink) ist so einer. Die beiden Zeit-Redakteure Thomas Fischermann und Götz Hamann haben sich darin das Internet vorgenommen. Oder vielmehr: es versucht. Es ist überaus interessant, zu sehen, wie sich durch die Brille mittelalter Printredakteure dieses Internet so verhält.

Zeit-Redakteure schreiben nicht so oft Bücher. Susanne Gaschke macht das gern. Sie hat immer Angst vor der Beschleunigung und diesem ganzen Digitalen. Fischermann und Hamann schreiben seit Jahren auch immer wieder über das Internet. Und genau so schreiben sie auch ihr Buch: Es liest sich wie ein überlang geratenes Zeit-Dossier. Viel Reportage. Wir wissen nach dem Lesen nicht nur, dass Adam Selipsky bei Amazon für AWS zuständig ist. Wir erfahren auch, dass er „dunkle schwarze Locken“ hat. Dass er gern „beim Sprechen mit beiden Armen weit ausholt“. Und sein Hemd irritierend gestreift sei. Wir erfahren zudem etwas über die Beschaffenheit des Linoleumsboden beim Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar. Wer so einen durchgelaufenen Linoleumboden hat, der kann doch niemals Facebook oder Google regulieren?

Was in einem Zeitungsartikel nett ist, wird in diesem Buch zum anstregenden Klamauk. Die beiden Autoren werden nie müde zu betonen: eigentlich sind sie ja gar keine Fachleute. Sie sind Textmenschen, die sich aus Versehen oder auch mit Absicht auf das Internet gestürzt haben. Ein paar kluge Fragen (Wer hat eigentlich wirklich Macht im Internet? Wohin geht die Reise?), reihenweise Gesprächspartner, die sicher auch Interessantes hätten erzählen können. Und dann wieder dieser Hang zur Dramatik. Botnetze. Spam. Netzneutralität. Hacking. US Cyberkommando. Marcus Beckedahl. Ich schreibe mich eigentlich mit k, aber das passiert häufiger. Und immer wieder: Warnungen. Warnungen vor den Internetfirmen. Warnungen vor den Regierungen. Warnungen vor den technisch-designerischen Schwächen des Internets.

Einige davon sind begründet. Und viele Probleme sind zu Recht angesprochen. Nur mit den Schlussfolgerungen, da tut man sich schwer. Sätze wie „Das Internet ist global.“ Die trüben das Vergnügen. Internetschurkenstaaten, die guten Westdemokratien, Apple. Wenn die Autoren ganz am Ende feststellen, dass OP-Krankenhausrechner nicht ans Internet gehören, so wie Flughafentower und Kernkraftwerke, dann kann man nur sagen: ja. Dafür ist das Internet einfach nicht gemacht.

Es ist ein seltsames Potpourri, das Fischermann und Hamann da angerührt haben. Vieles ist nicht falsch. Aber die Zusammenstellung ist abenteuerlich. Und sie wirkt überaus hilflos. Das Buch liest sich so, wie weite Teile der deutschen Medienlandschaft jahrelang auf das Internet reagiert haben: steile Thesen, krampfhafte Beschreibungen und etwas freudlos. Stattdessen alarmistisch und beschwörend. Eindeutig kein Kauftipp.

Update:

Wer wissen will, was die Autoren eigentlich gemeint aber nicht immer nachvollziehbar in ihrem Buch geschrieben haben, bekommt ihre Thesen hier.

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September 01 2011

(Buch:) Mashup: Lob der Kopie

Mashup: Lob der Kopie (Partnerlink) ist ein neues Buch von Dirk von Gehlen, das im Suhrkamp-Verlag erschienen ist.

Dirk von Gehlen ist Redaktionsleiter von Jetzt.de und schreibt seit einigen Jahren über Urheberrecht und digitale Kultur, oftmals auch direkt für die Süddeutsche Zeitung. Seit längerem wusste ich von dem geplanten Buch, aber so ein analoges Print-Projekt dauert ja ganz schön lange. Irgendwann, vor gefühlt einigen Jahren, hatte mich Dirk von Gehlen auch zum Thema Creative Commons für das Buch interviewt.

Das Buch kam dann letzte Woche endlich an. Ich hab es weitgehend durchgelesen und bin begeistert. Weitgehend vor allem deswegen, weil Unmengen Fussnoten dabei sind und man das Buch eigentlich nochmal über durchlesen könnte, indem man nur die Fussnoten beachtet. Begeistert davon, noch viel (vor allem Theorie) beim Lesen gelernt zu haben, obwohl ich schon recht tief mit der Materie vertraut bin. Und vor allem: Das Buch ist ein lesenswertes Plädoyer für den Erhalt und Ausbau einer Remix-Kultur in Zeiten einer zunehmenden Urheberrechtsverschärfung, in der diese kulturelle Praxis kriminalisiert und technologisch erschwert wird.

Lesenswert ist vor allem die riesige Sammlung an Zitaten und Fundstücken rund um Mashups, Kopieren und die kulturelle Praxis dahinter. Eigentlich müsste man daraus eine Zitat-Datenbank machen, um in der politischen Debatte immer wieder darauf zurückgreifen zu können.

Schade ist, dass das Format der Suhrkamp-Taschenbücher so klein ist, dass man den Inhalt nicht schneller lesen kann, weil ständig ein Zeilenwechsel ansteht. Dafür passt so ein Buch in die Hosentasche.

Aus der Verlagsbeschreibung:

Weil sie Passagen aus Blogs in ihr Buch einbaute, löste Helene Hegemann eine Kontroverse aus. Als Danger Mouse ein Album veröffentlichte, auf dem er Songs der Beatles mit denen Jay Z’s vermischte (engl. to mash), wurde er als Kämpfer gegen die Kreativindustrie gefeiert. Die Debatten um das Urheberrecht und neue Formen wie Mashups sind äußerst unübersichtlich. Fest steht: Das Kopieren hat im Online-Zeitalter seine Unschuld verloren. In dieser Kulturgeschichte der Kopie bringt Dirk von Gehlen Ordnung in die Diskussion und Varianten zur sich verflüssigenden Unterscheidung von Original und Kopie ins Spiel.

“Mashup: Lob der Kopie” ist als Taschenbuch in der “edition suhrkamp” erschienen, kostet 15 Euro und sollte in jedem Buchladen erhältlich sein. Die ersten 20 Seiten gibt es hier als Leseprobe (PDF).

Transparenz: Im Jahre 2006 hab ich mal von Jetzt.de über mehrere Monate Geld im Rahmen eines Blogstipendiums erhalten.

August 10 2011

Buch: Creative Commons – a user guide

Creative Commons – a user guide” ist ein 116-Seiten lanes englischsprachiges Handbuch von Simone Aliprandi (Copyleft-Italia.it). Er beschreibt ausführlich die Anwedung und Theorie hinter den offenen Lizenzen. Das Buch steht unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 – Lizenz und es gibt es in einer HTML- oder PDF-Version, sowie für 13 Euro beim Print-on-Demand-Service Lulu.

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July 26 2011

Heile Welten: Rechter Alltag in Deutschland

Heile Welten: Rechter Alltag in Deutschland (Partnerlink) ist ein immer noch aktuelles Buch von Astrid Geisler und Christoph Schultheis (Bildblog-Mitgründer) über den rechten Rand in unserer Gesellschaft.

Dabei beschreiben sie nicht nur das Auftreten und in die Gesellschaft integriert sein von NPD-Funktionären, sondern berichten auch ausführlich über das national-rechte-islamkritische Milieu mit Hassseiten wie Politically Incorrect, das aktuell aufgrund ideologischen Nähe zu den Anschlägen in Norwegen zu Recht in die Öffentlichkeit gerückt wird. Das Buch kostet 15,90 Euro und wird in jeder Buchhandlung erhältlich sein. Ich fand es sehr interessant und auch etwas erschreckend.

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July 19 2011

OpenSource-Bücher und kollaboratives Verlegen

Das Blog “Für eine bessere Welt” hat ein Interview mit Adam Hyde, dem Gründer von Flossmanualsüber OpenSource-Bücher und kollaboratives Verlegen

Vor über zehn Jah­ren wan­delte Adam Hyde vom Medi­en­künst­ler zum Ver­fech­ter freien Con­t­ents und Co-Autor zahl­rei­cher Hand­bü­cher über freier Open­Source-Soft­ware. »Ich hatte damals viel mit freien Radio-Sendern zu tun und expe­ri­men­tierte ent­spre­chend mit freier Soft­ware für Streaming-Codecs und -Ser­vern«, erklärt er. Nicht lange und er gab Work­shops über die Nut­zung freier Soft­ware. So sam­melte er Jah­re­lang immer mehr Wis­sen an, das er eines Tages im Inter­net ver­öf­fent­lichte – und zwar so, dass jeder User getreu dem Gedan­ken des Open­Source, die Bücher wei­ter ent­wi­ckeln kann. Mitt­ler­weile hat sich darum eine rich­tige Com­mu­nity ent­wi­ckelt. Wir spra­chen mit Adam über die Rolle der Schwar­min­tel­li­genz beim Bücher­schrei­ben und die Zukunft des freien Verlegens.

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July 13 2011

Gibt es eine Filter-Blase?

Das Buch „The Filter Bubble: What the Internet is Hiding from You“ (Amazon-Link) liegt seit einigen Wochen auf meinem Schreibtisch und ich komme leider immer nur sporadisch zum überfliegen. Eli Pariser beschreibt darin die mögliche Gefahr einer “Filter-Blase”.

Im Hyperland-Blog kommentiert Peter Glaser das Buch und zweifelt, ob die Kernthese neu ist und die Gefahr überhaupt besteht: Von wegen Filterblase.

Aber ist es nicht seit jeher so, dass Menschen in einer Sphäre aus Sichtweisen befangen sind, die von den eigenen Interessen und von Vorurteilen bestimmt ist? – wobei „Vorurteil“ auch erst einmal einfach nur bedeuten kann, dass man zu einer Sache zu wenig Informationen hat und es, statt mit gar keiner, mit einer provisorischen Meinungs- oder Gesprächsgrundlage versucht.[....] Aber dass wir nun alle durch das Internet in den Echokammern unserer eigenen, beschränkten Ansichten und Neigungen isoliert würden, ist eine geradezu klassisch kulturpessimistische Sicht. Wobei mich an dem Konzept der Filterblase am meisten stört, dass es ein längst abgelegtes Menschenbild, nämlich das des wehrlosen, manipulierbaren Medienopfers, aus der Mottenkiste holt.

Dirk von Gehlen antwortet auf Peter Glaser in seinem Blog und kommt zu einer ganz anderen Meinung: Filterblase – die hinteren Kapitel.

Ich habe das Buch eher als Hinweis auf die Frage verstanden: Taugen unsere überkommenen Vorstellungen von Relevanz eigentlich noch, wenn im Netz sich neue Interpretationen dessen entwickeln? Denn wenn sich die Zuckerbergsche Variante durchsetzt, heißt das, dass relevant nur noch das ist, worauf ich reagiere. Das bedeutet aber eben, dass womöglich gerade keine unterschiedlichen Zugänge und Auffassungen angezeigt werden. Und das verändert die Wahrnehmung. Selbst wenn man die anderen Zugänge und Auffassungen finden könnte, sie sind nicht mehr präsent. Die Frage nach den Folgen einer solchen Entwicklung zu stellen, halte ich für sehr wegweisend. Denn sie ist nicht von Kulturpessimismus getrieben, sondern von der Sorge, die Gestaltung von gesellschaftlicher Relevanz und Öffentlichkeit nicht allein den Geschäftsinteressen von Google und Facebook zu überlassen.

Nach dem, was ich bisher gelesen habe, tendiere ich eher zu Dirk von Gehlen, muss mir aber für eine abschließende Meinung nochmal Zeit nehmen und den Rest durchlesen.

Hier beschreibt Eli Pariser in einem Ted-Talk seine Grundthese:

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May 18 2011

Art & Agenda – Political Art and Activism

“Art & Agenda – Political Art and activism” (Partnerlink) ist ein 288 Seiten dicker und großformatiger Fotoband über politische Kunst. Das Buch ist im vergangenen Monat im Berliner Gestalten-Verlag erschienen und beschreibt mit vielen Bildern und dazugehörigen englischsprachigen Hintergrundtexten die Arbeit einer Vielzahl an unbekannten und bekannten Künstlern wie Ai Weiwei, Aram Barthol oder den Yes Men.

Mit 44 Euro ist es nicht gerade günstig, aber trotzdem sehr interessant, wenn man sich für das Wechselspiel zwischen Kunst und Aktivismus interessiert. Gibts in der nächsten Buchhandlung oder im Onlinehandel (ISBN: 978-3-89955-342-0) .

Bei Rebelart.net kann man sich auch etwas mehr anschauen.

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May 01 2011

Daemon: Frank Rieger interviewt Daniel Suarez

“Daemon” von Daniel Suarez ist eines der besten und faszinierendsten Bücher, die ich im vergangenen Jahr gelesen habe. Der Nachfolger FreedomTM war bisher nur in englisch erhältlich, erscheint jetzt aber unter dem Titel “Darknet” auch auf deutsch. Frank Rieger hat mit Daniel Suarez für die FAZ ein ausführliches und sehr lesenswertes Interview über den Einfluß von vernetzten Computern und die Hintergründe von Daemon gemacht: Wir werden mit System erobert.

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April 11 2011

NPP109: Die Datenfresser

Morgen erscheint das Buch “Die Datenfresser- Wie Internetfirmen und Staat sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen” von Constanze Kurz und Frank Rieger im Buchhandel. Auf 260 Seiten beschreiben die Beiden, warum man sich heute noch um Datenschutz und den Schutz der eigenen Privatsphäre kümmern muss und was die technologischen, wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen dabei sind. Eine absolute Leseempfehlung!

Ich habe mich vorab mit den beiden für den Netzpolitik-Podcast über das Buch und die Themen unterhalten. Das rund 80 Minuten lange Gespräch findet Ihr als MP3 (80MB) und OGG (95 MB) auf dem Server.

“Die Datenfresser” kostet 16,95 Euro und wird in der Buchhandlung um die Ecke, in Bahnhöfen oder bei Online-Versendern wie Amazon (Partner-Link) erhältlich sein. Ein Kapitel gibt es als Leseprobe (PDF) im Netz.

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Schweinderl