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January 03 2014

Akademiker verfassen Statement gegen Massenüberwachung

Nach Rechtsanwälten und Schriftstellern hat sich nun auch die akademische Welt gemeinsam gegen die Massenüberwachung positioniert. Mit ihrer Erklärung “Academics Against Mass Surveillance” machen die bisher über 200 unterzeichnenden Akademiker ihren Standpunkt klar: Die Ausspähung muss aufhören und das Grundrecht Privatsphäre muss wieder erkämpft werden. Es wird an die Länder appelliert, aktiv zu werden und sich dafür einzusetzen, die Menschenrechte, die Freiheiten und die Privatsphäre ihrer Bürger effektiv zu schützen.

Die Erklärung ist nicht auf die 207 Erstunterzeichner beschränkt, wer Akademiker ist und sich beteiligen will kann eine Mail an info(at)academicsagainstsurveillance.net senden.

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December 10 2013

Schriftsteller gegen Massenüberwachung

562 Schriftsteller und andere schöpferisch tätige Menschen, darunter einige Literaturnobelpreisträger wie Elfriede Jelinek, Orhan Pamuk und J.M. Coetzee sowie Björk, Nick Cave und Cory Doctorow, haben in verschiedenen Zeitungen einen Aufruf gegen Massenüberwachung veröffentlicht. Initiiert wurde die Aktion von Ilja Trojanow, Julie Zeh, Eva Menasse und Josef Haslinger. Laut Menasse begann die Aktion in privatem Rahmen, als nach den ersten Snowden-Veröffentlichungen ein Brief an Angela Merkel verfasst wurde und die Suche nach Unterstützern immer größere Kreise zog. Jetzt sind auf der Liste Menschen aus 82 Ländern. Das Ganze wurde unter anderem von der FAZ dokumentiert und liest sich so:

[...] Eine der tragenden Säulen der Demokratie ist die Unverletzlichkeit des Individuums. Doch die Würde des Menschen geht über seine Körpergrenze hinaus. Alle Menschen haben das Recht, in ihren Gedanken und Privaträumen, in ihren Briefen und Gesprächen frei und unbeobachtet zu bleiben.

Dieses existentielle Menschenrecht ist inzwischen null und nichtig, weil Staaten und Konzerne die technologischen Entwicklungen zum Zwecke der Überwachung massiv missbrauchen.

Ein Mensch unter Beobachtung ist niemals frei; und eine Gesellschaft unter ständiger Beobachtung ist keine Demokratie mehr. Deshalb müssen unsere demokratischen Grundrechte in der virtuellen Welt ebenso durchgesetzt werden wie in der realen.

Überwachung verletzt die Privatsphäre sowie die Gedanken- und Meinungsfreiheit.
Massenhafte Überwachung behandelt jeden einzelnen Bürger als Verdächtigen. Sie zerstört eine unserer historischen Errungenschaften, die Unschuldsvermutung.
Überwachung durchleuchtet den Einzelnen, während die Staaten und Konzerne im Geheimen operieren. Wie wir gesehen haben, wird diese Macht systematisch missbraucht.
Überwachung ist Diebstahl. Denn diese Daten sind kein öffentliches Eigentum: Sie gehören uns. Wenn sie benutzt werden, um unser Verhalten vorherzusagen, wird uns noch etwas anderes gestohlen: Der freie Wille, der unabdingbar ist für die Freiheit in der Demokratie.

Wir fordern daher, dass jeder Bürger das Recht haben muss mitzuentscheiden, in welchem Ausmaß seine persönlichen Daten gesammelt, gespeichert und verarbeitet werden und von wem; dass er das Recht hat, zu erfahren, wo und zu welchem Zweck seine Daten gesammelt werden; und dass er sie löschen lassen kann, falls sie illegal gesammelt und gespeichert wurden.

Wir rufen alle Staaten und Konzerne auf, diese Rechte zu respektieren.

Wir rufen alle Bürger auf, diese Rechte zu verteidigen.

Wir rufen die Vereinten Nationen auf, die zentrale Bedeutung der Bürgerechte im digitalen Zeitalter anzuerkennen und eine verbindliche Internationale Konvention der digitalen Rechte zu verabschieden.

Wir rufen alle Regierungen auf, diese Konvention anzuerkennen und einzuhalten.

Die Beweggründe erläutern Zeh und Trojanov, der bekanntlich selbst recht konkrete Erfahrungen mit den ersten Auswirkungen der Überwachung gemacht hat, in einem Interiew.

Begrüßt wurde die Aktion umgehend von SPD-Chef und Vorratsdaten-Freund Sigmar Gabriel, der auf Facebook schrieb (schreiben ließ):

Das ist eine wunderbare und beeindruckende Aktion. Ich kann mich nicht erinnern, dass sich Intellektuelle jemals global in dieser Form zusammengeschlossen haben. Der Kampf um bürgerliche Freiheiten hat einst national begonnen, jetzt findet er erstmals international gemeinsam statt. Ein tolles Zeichen! Ich werde die deutschen Unterzeichnerinnen und Unterzeichner Anfang des Jahres zu einem Gespräch einladen.

Ein solcher Aufruf darf in der Politik nicht ungehört bleiben!

Die meisten “Likes” haben bisher diese Kommentare zum Post:

Es wird peinlich, Sigmar.

Vor dem Hintergrund der Vorratsdatenspeicherung ist dieser Beitrag ja wohl blanker Hohn.

ich war zuerst sprachlos als ich gesehen habe, dass du das hier postest und musste dann sehr lachen. Wer hat denn die VDS in den Koalitionsvertrag geschrieben. Merkst du eigentlich deine eigene Widersprüchlichkeit noch, oder willlst du uns alle für dumm verkaufen?

Wir lassen das mal so stehen.

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March 05 2011

Sascha Lobos Guttenfake-Crowdsourcing (Update)

Update: Sascha Lobo hat eine Auswertung der eingegangenen Daten & Hinweise gepostet. Kurzfazit, wie bereits von Marcus Schwarz und mir “befürchtet”: Die Guttenberg-Fans sind wohl “weitgehend echt”. /Update

Wow, Sascha* hat mit seinem Aufruf “Betrügt die Guttenberg-Seite auf Facebook mit den Fan-Zahlen?” seit gestern bereits über 700 Kommentare eingesammelt. Klar, das Thema bewegt und lesenswert sind seine Gedanken auch:

Schummelt irgendjemand (muss ja nicht der Seiten-Admin sein) mit der Facebook-Page “Wir wollen Guttenberg zurück”? Lasst uns versuchen, es gemeinsam herauszufinden – wie, das steht in diesem Artikel.

Nachtrag, Freitag, 20:15 – ich habe ein Google Doc publiziert namens “Facebook Fake Finding Force”, kurz: #4F, in dem die bisherigen Erkenntnisse gesammelt werden, die in den Kommentaren und auch per Mail an mich eingetroffen sind. Kurzlink ist http://1.ly/FakeFindingForce

Falls jemand sein Wochenende am Taschenrechner verbringen will: Viel Spaß.

Marcus Schwarz hat sich in seinem Blog für die Rhein-Zeitung ebenfalls mit dem Thema beschäftigt:

Ich konnte einen Teil der Guttenberg-bei-Facebook-Mechanik überprüfen, einen Blick in den Maschinenraum der Seite werfen. Der Betreiber hat mir vertrauensvoll einen Adminzugang zu der Seite und damit zur Facebook-Statistik eingeräumt. [...]

Wie groß der Anteil dieser manipulierenden Nutzer und Fake-Accounts ist, lässt sich aus dieser Statistik nicht herauslesen. Ich halte ihren Anteil aber für geringer als befürchtet: Keine Partei scheint mir in der Lage, das Fachwissen zum Ankaufen oder Selbst-Erstellen von Facebook-Fake-Accounts gezielt für eine Ad-Hoc-Nummer wie nach Guttenbergs Rücktritt in diesem Ausmaß zusammenzustellen und so gezielt und heimlich zu nutzen.

Auch wenn ich Marcus Schwarz Befürchtung teile, bzgl. des Fachwissens bin ich deutlich anderer Meinung. Das dürfte in Unterstützerkreisen entspannt vorhanden sein. Die Frage ist eher, ob jemand bereit ist, eine solche Kampagne zu finanzieren. Bevor ich mich da nun ins juristische Abseits spekuliere, verweise ich aber lieber auf  tatsächlich unterstützenswerte “Pro Gutenberg”-Aktionen bei Facebook.

Schönes Wochenende!

*Da kommt zusammen, was zusammen gehört … Sorry, nein, ich werde keinen doofen Witz auf Saschas Kosten machen, nur um einen fluffigen Einstieg zu haben. Auch wenn das an dieser Stelle evtl. erwartet wird. Tatsächlich schätze ich Sascha sogar für seine klugen Gedanken jenseits der Eigen-PR, die für manche wie Trommeln zum Handwerk gehört.

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