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October 28 2011

Taz dokumentiert “Die Geheimpapiere der Atomlobby”

Die Taz hat diverse interne Unterlagen der Atomindustrie zugespielt bekommen, diese analysiert und jetzt nach längerer Recherche online gestellt. Damit zeigt sich anschaulich, wie die Kampagne zur Verlängerung der Atomlaufzeiten geplant und umgesetzt wurde. Sehr interessante Lektüre, um zu verstehen, wie Lobbying funktioniert:

Die internen Unterlagen zeigen auch, wie im Rahmen der Kampagne ein Verein von Frauen gegründet wurde, die sich für die Atomkraft einsetzten. Sie zeigen, wie die Agentur über Pressereisen und Hintergrundgespräche mit Journalisten ihre Botschaften in den Medien platzierte. Und sie zeigen, wie die Agentur Kontakte in die Politik kauft, indem sie ehemalige Abgeordnete und Staatssekretäre beschäftigt. Nichts davon ist verboten. Einiges davon ist anrüchig. Das Meiste ist profane, handwerklich gut umgesetzte Öffentlichkeitsarbeit. Aber zusammengenommen zeigen die Dokumente, wie Konzerne in Deutschland vorgehen, wenn sie Einfluss auf Medien, Politik und Öffentlichkeit nehmen.

Die Dokumente gibts m Rechercheblog: “Die Geheimpapiere der Atomlobby”. Ich musste beim Lesen gerade über die Info lachen, dass die Agentur dem Atomforum einen sechsstelligen Betrag für die Webseite auf kernenergie.de abgenommen hat und freudig verkündete, dass da ja 141.000 Seitenzugriffe stattgefunden hätten.

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March 21 2011

Atomkraftwerke wg. regenerativer Ernergien im Dauerstress?

Ich weiß, ich sollte nicht so viel über Atomkraftwerke schreiben. Einmal, weil die hier gar nicht unser Thema sind (die c’t kann sich immerhin mit “Computer & Technik” rausreden” …). Zum anderen, weil ich von Kerntechnik kaum mehr Ahnung habe, als die meisten anderen Menschen auch.

Trotzdem, das Thema bewegt mich. Eben, wie die meisten anderen Menschen derzeit auch. Und daher sei mir ein kurzer Hinweis auf das TV-Magazin “Report Mainz” gestattet, wo es – gerade eben im Ersten (Videolcip) – u.a. um den so genannten “Lastfolgebetrieb” von Atomkraftwerken ging.

Genauer gesagt ging es um die Frage, ob man Atomkraftwerke einfach so rauf- und runterfahren kann. Was man muss, wenn durch regnerative Energien genügend Strom zu Verfügungen steht (Laut EEG müssen regnerative Energien bei der Einspeisung in das Stromnetz bevorzugt werden, was aber wohl auch nicht so gut funktioniert …):

Wind- und Solarenergie haben schon jetzt bei der Einspeisung ins Netz gesetzlichen Vorrang vor der Atomenergie. Bei besonders sonnigem und windigem Wetter müssen die Kernkraftwerke gedrosselt werden. Wenn Wind und Sonne nachlassen werden sie wieder hochgefahren. Doch die Reaktoren sind auf Volllast ausgelegt, nicht auf den flexiblen Betrieb.

Ja, da musste ich auch stutzen. Atomkraftwerke lassen sich offenbar nicht so einfach drosseln bzw. rauf- und runterfahren. Das behauptet jedenfalls Wolfgang Renneberg (Bis Ende 2009 Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium), der für Greenpeace eine Studie (PDF) zum Thema verfasst hat. Aber lest selber:

Der Studie zufolge führen die Lastwechsel dazu, dass „das Risiko des Betriebs weiter erhöht wird, weil es häufiger zu sicherheitsrelevanten Ausfällen und Schäden kommen wird, die sich auch zu gravierenden Störfällen entwickeln können.“
Der Lastfolgebetrieb bedeute einen „Dauerstress“ für die Kernkraftwerke, der schneller zu Materialermüdung, Korrosion und Rissen führe.

Gegenüber REPORT MAINZ erklärte Wolfgang Renneberg: „Dadurch besteht die Gefahr, dass es häufiger zu Störfällen kommt, dass Ereignisse, die sonst möglicherweise harmlos sind, gefährlicher werden können und insgesamt das Risiko beim Betrieb der alten Anlagen nochmals steigt.“

Eine etwas längere Schnittfassung des Interview gibt es als Videoclip beim SWR. Unser Bundesumweltminister Norbert Röttgen wollte die Fragen von Report Mainz leider nicht beantworten.

 

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March 18 2011

TV-Tipps: “Risiko Atomkraft” (NDR) & “Das verdrängte Risiko” (ZDF)

Markus hatte ja bereits darauf hingewiesen: Derzeit laufen vor allem auf den öffentlich-rechtlichen Spartenkanälen (arte, Phoenix, ZDF Infokanal, EinsExtra) zahlreiche hochinteressante Dokumentationen zum Thema Kernkraft. Bei Phoenix kann zur Zeit fast schon von einer MTV typischen “heavy rotation” sprechen. Man möchte fast meinen, ein “Autonomes Kommando Nikolaus Brender” habe insgeheim die Programmgestaltung übernommen. Gut so.

Besonders sehenswert finde die Dokumentationen “Das verdrängte Risiko” (ZDF, hier in der Mediathek) über die internationalen Verpflechtungen der deutschen Atomindustrie ….

Selbst nach dem Unglück in Japan bekennen sich Regierungschefs in aller Welt zu ihren Atomkraftwerken und – teils heftig umstrittenen – Neubauprojekten. Ein großes Geschäft, von dem auch die deutsche Nuklearbranche stark profitiert. [...] “Wir sehen die Vorteile der Kernenergie, die CO2-freien Strom erzeugen, und dass wir auf einem wettbewerbsfähigen Kostenniveau sind und einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten können”, erklärt Ralf Güldner auch nach dem Unglück im Interview und warnt vor einem deutschen Alleingang in der Atompolitik.

…. und “Risiko Atomkraft” von Gesine Enwaldt (NDR), die sich mit den Gefahren und der Realität in deutschen Kraftwerken auseinandersetzen.

NDR.de: Waren Sie von manchen Recherche-Ergebnissen überrascht?

Gesine Enwaldt: Ja. Das Terrorrisiko war mir beispielsweise vorher nicht so bewusst. Das gleiche gilt für die vielen Fragen, die den laufenden Betrieb von Reaktoren betreffen und das Leukämierisiko für Kleinkinder. Die bleiben auch leider offen. [...] Nicht nur ich, sondern auch mein Team war immer wieder entsetzt über diese Erkenntnisse.  [...]

Von “Risiko Atomkraft” gibt es zwei Schnittfassungen. Eine, die Anfang letzten Jahres unter dem Titel die “Die Atomlüge” gelaufen ist. Noch etwas interessanter ist freilich die aktualisierte Fassung unter dem Titel “Risiko Atomkraft”, die erstmalig am Dienstag gesendet wurde. Ich habe beim NDR nachgefragt, wann und wo die aktualisierte Fassung wiederholt wird, gerade eben kam die Antwort:

Wiederholungstermine für 45 Min “Risiko Atomkraft” sind:

22.03.2011 um 00:30 Uhr (NDR)
19.03.2011 um 18.00 Uhr (Eins Extra)
27.03.2011 um 02:05 Uhr (Eins Extra)

Eine weitere 45 Min Folge “Die Atomlüge” vom 32.02.2010 ist unter folgendem Link online ansehbar:
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/videos/minuten171.html

Bei “Risiko Atomkraft” werden derzeit noch rechtliche Belange geprüft. Dann ist es auch hier möglich, dass die Sendung in der NDR Mediathek verfügbar ist.

Inzwischen ist auch “Risiko Atomkraft” online verfügbar, aus juristischen Gründen allerdings nur für 7 Tage. Wer EinsExtra nicht empfangen kann, kann sein Glück evtl. morgen um 18:15 Uhr bei Phoenix im Fernsehen versuchen. Sicher ist der Sendetermin leider nicht, da Phoenix sein Programm dem aktuellen Tagesgeschehen anpasst. Neben guten Nerven empfehle beim Anschauen eine solide Sitzmöglichkeit mit Armlehnen.

Auch die ZDF-Doku “Das verdrängte Risiko” ist heute und morgen noch einmal im TV zu sehen. Und zwar ebenfalls auf Phoenix:

Fr, 18.03.11, 18.30 Uhr
Fr, 18.03.11, 22.30 Uhr
So, 20.03.11, 08.30 Uhr

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