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February 20 2014

Aachener Abhördienstleister Utimaco als “Gold”-Sponsor einer afrikanischen Überwachungsmesse

Banner des

Banner des “Africa Security and Counter-Terrorism Summit”

Der Aachener Überwachungsdienstleister Utimaco gehört zu den “Gold”-Sponsoren einer Konferenz für neue Technologien, die sich an Polizeien und Geheimdienste des Kontinents richtet. Dieser “Africa Security and Counter-Terrorism Summit” ist ähnlich angelegt wie der gestern zuende gegangene “Europäische Polizeikongress”: Zahlreiche Firmen treten als Sponsoren auf und erhalten die Möglichkeit zum Ausstellen. Damit erkaufen sie sich das Recht, auf der Veranstaltung zu reden. So wird aus einer Verkaufsmesse ein vermeintlicher “Kongress”.

Afrika wird beworben als eine der “sich am schnellsten entwickelnden Regionen”. Das gilt wohl nicht für alle Teile der Bevölkerung, denn anscheinend wird mit Unzufriedenheit gerechnet. Auf dem “Kongress” werden daher Techniken zur “Crowd and Riot Control”, dem Schutz von Pipelines oder Anlagen des Transportwesens sowie von “kommerzieller Infrastruktur” gezeigt. Auch “Cyber Security” steht auf dem Programm. Die Deep Packet Inspection-Anwendungen (DPI) von Utimaco firmieren wohl unter dem Programmpunkt “Neue Technologien”.

Utimaco ist auf Abhörschnittstellen (“Lawful Interception Management Systeme”) spezialisiert. Weitere bekannte Hersteller ähnlicher Technik sind die deutschen Firmen Atis Uher sowie Rohde & Schwarz, die französische Firma Amesys, das italienische Hacking Team oder die israelisch-amerikanische Verint. Bürgerrechtsgruppen setzen sich dafür ein, die Spähtechnik als zivil und militärisch nutzbare Dual-Use-Güter unter Exportkontrolle zu stellen.

Hierzu gehört die mittlerweile erfolgte Aufnahme in das “Wassenaar-Abkommen”. Dort ist nun die Rede von “Intrusion software” und “IP network surveillance systems”. Das Wassenaar-Abkommen unterrichtet die teilnehmenden Länder, wenn eine andere Regierung den Export bestimmter Produkte untersagt. Damit wollen die Partner die Umgehung von Ausfuhrbestimmungen verhindern und verbotenen Exporten auf die Spur kommen. Bindend ist die Regelung aber nicht.

Fraglich ist aber, wer über die Länder mit Exportbeschränkungen entscheiden soll. Die afrikanischen Regimes von Gaddhafi, Mubarak und Ben Ali wurden beispielsweise jahrelang bedenkenlos aufgerüstet. Gewöhnlich ist über die Firmen nicht herauszubekommen, wohin exportiert wird.

Es bleibt also wieder Bürgerrechtsgruppen überlassen, Konzernen wie Utimaco in Afrika auf die Finger zu schauen. Utimaco ist auch in internationalen Gremien aktiv, um die Überwachungsschnittstellen zu standardisieren. Eines davon ist das “European Telecommunications Standards Institute” (ETSI), das eine spezielle Abhör-Arbeitsgruppe eingerichtet hat. Dort nehmen regelmässig auch der deutsche Verfassungsschutz und das Zollkriminalamt teil, Utimaco richtet immer wieder Treffen in Aachen aus. Auch in den Verbänden und Zusammenschlüssen 3GPP, ANSI/ATIS, eco, VATM, und Bitkom verfolgt Utimaco laut eigenen Angaben die Vereinheitlichung von Überwachungstechnologie.

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November 02 2011

NPP113: Blogging is a risky business – die äthiopische Blogosphäre

Äthiopien hat vermutlich die kleinste Blogosphäre auf dem afrikanischen Kontinent: Etwa 20 Blogs buhlen um die Gunst der Leserinnen und Leser. Sie bieten eine alternative Informationsquelle zu den vom Staat an der kurzen Leine gehaltenen Print- und Rundfunkmedien. Nicht nur politisch ist bloggen in Äthiopien alles andere als ungefährlich, auch technisch stellt das langsame Netz und die niedrige Internetdurchdringung von 0,5 Prozent die Bloggerinnen und Blogger vor Herausforderungen.

Wir haben Anfang September 2011 drei der wichtigsten Blogger des Landes getroffen:

  • Abel Asrat (Freedombloggers), der vor allem auch auf Facebook aktiv ist
  • Markos Lemma, der das tech-orientierte Blog Eweket betreibt
  • Arefaynie, der das Kultur- und Kunstblog „Addis Journal“ macht und der bekannteste Blogger aus Äthiopien ist.

Das Gespräch, das – wie man deutlich hören kann – in einem Serverraum stattfand, beleuchtet Besonderheiten des Bloggens in Äthiopien, die Vernetzung untereinander, das Verhältnis von klassischen Medien zu den Blogs und die Beziehungen zwischen inneräthiopischer Blogosphäre und der Diaspora. Dabei beschreiben die Blogger vorsichtig die Gefahren, die mit den Veröffentlichungen verbunden sind und zeigen sich zuversichtlich, dass die äthiopische Blogosphäre demnächst wachsen wird. Betont wurde im Gespräch auch die Wichtigkeit einer Vernetzung mit Bloggerinnen und Bloggern in Europa. Scheut Euch also nicht, Kontakt aufzunehmen.

Das Gespräch wurde auf Englisch geführt. Hier ist die MP3.

May 02 2011

Immer mehr Netzzensur in Subsahara-Afrika

Die Unruhen in Uganda sind vond er Weltöffentlichkeit weitgehend ignoriert worden, weil die Revolutionen in Nordafrika wohl etwas cooler waren. Computerworld berichtet über Entwicklungen in Subsahara-Afrika, wo immer mehr Regierungen mit Netzzensur gegen Möglichkeiten zur Vernetzung und Mobilisierung vorgehen. In Kamerun und Swasiland sollen Social-Media-Plattformen schon gesperrt sein und die Regierung von Uganda hat das jetzt auch angekündigt: Uganda moves to block social networks.

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