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July 15 2013

AT&T ließ sich tiefgreifendes Anti-Piraterie-System patentieren

Ende Juni berichtete Torrentfreak, dass sich AT&T ein System hat patentieren lassen, mit dem das Unternehmen den gesamten p2p-Verkehr in den eigenen Leitungen überwachen und verfolgen kann. Ziel ist es dabei die Verbreitung von urheberrechtlich geschützten Inhalten zu erkennen und einzudämmen, insbesondere über Bittorrent. Wie Torrentfreak nun am Wochenende berichtete, hat AT&T dieses System noch weiter ausgebaut und hat sich ein neues System patentieren lassen, mit dem der gesamte Datenverkehr in ihren Leitungen in Echtzeit auf Urheberrechtsverstöße hin geprüft werden kann.

Das von AT&T entwickelte System hört auf den Namen “Real-time content detection in ISP transmissions” und wurde bereits am 29. Mai 2012 als Patent angemeldet. Es soll vorrangig dazu dienen, Urheberrechtsverstöße im Internet zu erkennen und zu bekämpfen. Zu diesem Zweck wird jeglicher Datenverkehr in Echtzeit überwacht und mit einer Datenbank verglichen. In dieser Datenbank liegen Dateien, welche als “illegal” markiert worden sind. Sollten die versendeten Dateien mit den Dateien in der Datenbank übereinstimmen, werden daraus entsprechende Aktionen von Seiten AT&Ts eingeleitet. In einer dem Patentantrag beigefügten Grafik sieht das System wie folgt aus:

att-piratebuster

Im Patentantrag wird darüber hinaus auch aufgeführt, wie die Reaktionen von AT&T auf das Erkennen von Urheberrechtsverletzungen aussehen können:

The responsive action, for example, might be to terminate the data transmission, to suspend the customer’s account, or to report the existence of the match to an interested party, such as a copyright owner or a law enforcement or security official, or to store the positive match to compare to later matches that are detected in subsequent transmissions to the same user or from the same sender.

Wie Torrentfreak berichtet, ist das System nach Angabe von AT&T nicht an einen Anbieter gebunden, sondern kann in einem Zusammenschluss mehrerer Internetanbieter betrieben werden. In diesem Fall würden einfach gemeinsame Datenbanken zum Abgleich des jeweiligen Datenverkehrs genutzt werden.

Auch wenn bisher keine Pläne von Seiten AT&Ts bekannt sind, das System in naher Zukunft einsetzen zu wollen, wirft es doch kein gutes Licht auf die Zukunft des Internets. Nachdem die NSA, aber auch andere Geheimdienste, das Internet nahezu lückenlos überwachen, scheinen nun also auch Privatunternehmen auf diesen Zug auf zu springen . Das Nachsehen dabei haben immer die Internetnutzer, welche unter einen Generalverdacht gestellt werden und große Teile ihrer Privatsphäre im Internet einbüßen – sei als vermeintliche Terroristen oder aber als Urheberrechtsverletzer.

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Schweinderl