Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

November 15 2013

AGB-Änderung bei mitfahrgelegenheit.de

Mitfahrgelegenheit.de, die bisher größte Plattform für die Suche nach Fahrern und Mitfahrern, hatte im April dieses Jahres viele seiner Nutzer verprellt, da plötzlich Fahrten über 100km 11% Provision pro vermitteltem Mitfahrer kosteten. Zum 20. November werden sich die AGB wieder ändern. Neben dem Wegfall der 100km-Grenze für provisionspflichtige Fahrten hat sich aber auch für die persönlichen Daten der Nutzer eine interessante Änderung ergeben:

Mit dem Einstellen von Informationen im Rahmen von Mitfahrgelegenheiten räumt der Nutzer carpooling [der Betreiberfirma] ein auf die Verwendung im Zusammenhang mit der Mitfahrplattform und den Vertragszweck beschränktes, widerrufliches und übertragbares Nutzungsrecht an den jeweiligen Informationen [in der kommentierten Fassung: Daten, die er beim Suchen und Anbieten von Mitfahrgelegenheiten auf der Mitfahrplattform hinterlässt] ein.

Das heißt also, man gibt seine Fahrtdaten in die Gewalt von carpooling. Wobei unklar bleibt, was die Informationen tatsächlich umfasst. Sind es “nur” die Fahrtdaten, ergo, dass zu einem bestimmten Datum eine Fahrt von A nach B stattfinden wird? Oder gehören diverse Profilinformationen gleich mit dazu? Neben dem Namen und einem Foto kann das beispielsweise auch eine ADAC-Mitgliedschaft oder komplette Fahrzeuginformationen umfassen. Außerdem beobachtet man häufiger, dass Personen in der Detailbeschreibung der Fahrt recht offen mit ihren Informationen, wie Nummernschildern, umgehen.

Aber was hat carpooling mit diesen Angaben vor?

Klarstellend wird darauf hingewiesen, dass entsprechend des Vertragszwecks von der Rechteeinräumung die Darstellung der Informationen im Rahmen von Partnerprogrammen und damit auf Angeboten Dritter umfasst ist. carpooling verpflichtet alle Betreiber solcher Partnerprogramme, die Informationen ausschließlich temporär zur Anzeige im Angebot zu nutzen und nicht dauerhaft zu speichern

Aha, also sollen die Daten von anderen angezeigt werden können. Wer sind diese anderen? Dazu gibt uns carpooling auch Auskunft und verweist auf eine Seite mit der Aufzählung seiner Partner. Hier wird es richtig interessant. Zu den Partnerprogrammen von carpooling gehören nämlich, neben einigermaßen plausiblen Auto- und Tourismusangeboten, Dinge wie: http://www.berlinkriminell.de, das Elitewohnheim Jena und – favoritenverdächtig – die Jerxer Meerschweinbande (deren Homepage leider nicht existiert). Wie das Geschäftsmodell mit diesen Partnern funktioniert, bräuchte sicher eine gesonderten Erklärung. Und wer informiert eigentlich über neue Partner?

Später findet sich in der Datenschutzrechtlichen Einwilligung (die jedoch nicht aktuell geändert wurde) noch der Hinweis, dass man auch bisher nicht registrierten und dementsprechend nicht eingeloggten Nutzern aktuelle Angebote schicken würde, die “Name, Foto und Bewertung des Nutzers” anzeigen. Heißt im Klartext, mit ein klein wenig Google und Facebook-Gesichtserkennung dürfte es niemandem mehr schwerfallen, zu ermitteln, wer wann wohin fährt.

Es wäre ein Experiment wert, anhand von Fotos und dem Abgleich mit Bildern auf Facebookprofilen, Fahrtprofile zu erstellen und den jeweiligen Personen ihre Bewegung der letzten Wochen zu präsentieren.

Und ansonsten: Einfach abmelden und datenschutzfreundlichere Alternativen wählen. Zum Beispiel www.bessermitfahren.de, da klappt das alles ganz ohne Registrierung und mit eigener Verantwortlichkeit, wie viele und welche Daten man preisgibt – nur eine Verifizierungsmail ist nötig. Leider gibt es (noch) keine https-Verbindungsmöglichkeit.

Weitere Alternativen, die nicht auf Werbung und Datenverkauf aufgebaut sind, dürft ihr gerne in den Kommentaren erwähnen.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

flattr this!

August 10 2012

Netzpolitik.TV 078: Hugo Roy about the ToS;dr project

In den letzten Tagen wurde schon einiges über das ToS;dr-Projekt geschrieben. Unter dem Titel “Terms of Service; didn’t read” (zu Deutsch etwa “AGBs – les’ ich nicht”) arbeiten Hugo Roy (@hugoroyd), Michiel de Jong (@michielbdejong) und Jan-Christoph Borchardt (@jancborchardt) an einer Datenbank für Stolperfallen in den AGBs von Unternehmen. Die einzelnen Angebote werden mit Noten von A bis E bewertet, geplant sind auch Browser-Extensions, die in der Adresszeile auf die Einstufung eines Angebotes hinweisen.

flattr this!

January 25 2012

Google will User komplett überwachen

Google hat angekündigt, ab dem 1. März 2012 eine geänderte Datenschutzrichtlinie und AGB zu verwenden. Diese sollen laut einem Blog-Post der Google-Datenschutzchefin Alma Whitten die über 70 verschiedenen Dokumente ersetzen, die Privatsphäre und Datenschutz in den einzelnen Google-Diensten regeln. Im Kern besagen die neuen Richtlinien, dass Nutzerdaten der verschiedenen Google-Dienste wie der Google Plus, Maps, News, Youtube oder Picasa, aber auch Geodaten von verbundenen Android-Smartphones verknüpft und aufgezeichnet werden. Dies führt angeblich zu einer besseren Internet-Erfahrung, da diverse persönliche Informationen in die Suchkriterien einbezogen werden können. So könne man zum Beispiel einfacher bestimmen, ob ein User mit dem Stichwort “Apple” die Firma oder das Obst meine und entsprechende Suchergebnisse vorziehen. Auch für ein gezielteres Einblenden von Werbung sollen die Daten genutzt werden.

Our new Privacy Policy makes clear that, if you’re signed in, we may combine information you’ve provided from one service with information from other services. In short, we’ll treat you as a single user across all our products, which will mean a simpler, more intuitive Google experience.

Die Nutzer bekommen allerdings keine Gelegenheit, den neuen Regeln zu widersprechen. Das einzige, was gegen die Datensammlung hilft, ist das konsequente ausloggen aus allen Google-Diensten sowie das Löschen aller Cookies.

Google will so offenbar zu sozialen Netzwerken wie Facebook aufschließen, die bereits seit längerem Profile ihrer Nutzer anlegen. Ob die neuen Richtlinien mit den geplanten Änderungen der EU-Datenschutzverordnung übereinstimmen, wird zu klären sein. Dass die Vorteile einer besser personalisierten Werbung angesichts ständig steigender Nutzerzahlen von Werbefiltern wie AdBlock Plus (150 Mio. Downloads) zum Tragen kommen, darf allerdings bezweifelt werden.

Older posts are this way If this message doesn't go away, click anywhere on the page to continue loading posts.
Could not load more posts
Maybe Soup is currently being updated? I'll try again automatically in a few seconds...
Just a second, loading more posts...
You've reached the end.

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl