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Copyright Removal Requests: Google soll über 21 Millionen URLs je Monat aus den Suchergebnissen verschwinden lassen

CapCop

Captain Copyright (Quelle: Wikipedia)

Copyright Removal Requests werden anscheinend immer beliebter bei der Medienindustrie. So erhielt Google laut seines aktuellen Transparenz-Berichts allein letzten Monat über 21.5 Millionen URLs, die angeblich widerrechtlich urheberrechtlich geschütztes Material verlinken – das sind rund 8 URLs je Sekunde. Google erhält diese Listen mit URLs weil die Urheber oder deren Vertreter davon ausgehen, dass die URL von ihnen geschütztes Material enthält und dass dieses illegale Verteilen zu Umsatzverlusten führt – aufgrund dieser Annahmen sendet die British Recorded Music Industry z.B. jede Woche rund 150.000 URLs an Google. Beide Annahmen sind falsch. 

Annahme 1: Die URLs enthalten urheberrechtlich geschütztes Material

Bei über 21 Millionen URLs je Monat sollte es offensichtlich sein, dass die Listen mit URLs vollständig automatisiert erstellt werden – basierend auf Wortfiltern. Zum einen werden die URLs nicht überprüft, oder dort wirklich besagtes Material liegt. Zum anderen werden auch skrupellos völlig legale Inhalte blockiert. Microsoft hatte hier in der Vergangenheit für Schlagzeilen gesorgt, da URLs zu Open Office, Wikipedia und sogar den eigenen Seiten an Google zur Löschung geschickt wurden. In Microsofts URL Listen waren so viele Fehler, dass Microsoft dem verantwortlichen französischen Unternehmen LeakID kündigte. Und dies sind lediglich die Fälle, die es in die Schlagzeilen schaffen. Löschanträge von Rechteinhabern an Suchmaschinen unterliegen keinerlei Aufsicht und können daher auf simpelste Weise missbraucht werden.

Annahme 2: Illegales Verbreiten schadet dem Umsatz

Erst letzte Woche veröffentlichte die London School of Economics einen Report, der – wie einige andere zuvor – zum einen belegt, dass der Mythos des schwindenden Umsatzes der Unterhaltungsindustrie schlichtweg falsch ist. Zum anderen aber auch darlegt, dass Filesharing gerade nicht zu Umsatzeinbußen führen muss.

In fact, file sharers in the UK were found to spend more on content than those who only consumed legal content, demonstrating the potential boost to legal digital content sales as a result of content sampling.

Einen anderen Grund legt Game of Thrones Director David Petrarca dar. Kulturgüter – wie Musik, Filme und Serien – leben zu einem großen Teil vom “cultural buzz”. Viele Downloads und eifriges Teilen kann dazu führen, dass über eine Serie oder einen Film länger geredet wird und er somit langfristig im Bewusstsein bleibt.

Letztlich zeigen Googles Transparency Report und die Studie der London School of Economics, zusammen mit den konstanten Nachrichten über Missbrauch von Copyright Remvoal Requests, dass unser Urheberrecht dringendst überarbeitet werden muss.

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