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Snowden-Leaks: Britischer Geheimdienst zerstörte Festplatten des Guardian

Am Sonntag berichtete der Guardian, dass der Ehemanne von Glenn Greenwald auf dem Londoner Flughafen Heathrow festgehalten und durchsucht wurde. Nun erzählt der Chefredakteur des britischen Guardians , Alan Russbridger einige Hintergrunddetails, wie die britische Regierung auf die Enthüllungen reagierte: David Miranda, schedule 7 and the danger that all reporters now face. Demnach war das nicht der erste Versuch der britischen regierung, die Pressefreiheit in diesem Fall einzuschränken, sondern lediglich ein weiterer trauriger Höhepunkt. Vor rund zwei Monaten wurde Russbridger von einem hochrangigen Regierungsvertreter kontaktiert, der angab, den Premmierminister zu vertreten. Er verlangte die Rückgabe oder Vernichtung allen Materials, woran sie gerade arbeiten würden (In diesem Fall wohl nur die Snowden-Leaks).

Einen Monat lang wurde die Forderung wiederholt bis ein Anruf aus der Mitte der Regierung (“call from the centre of government”) Russbridger erklärte: “Ihr hattet Euren Spaß. Jetzt wollen wir die Sachen zurück”. Ihm wurde in einem weiteren Treffen erklärt “Ihr hattet Eure Debatte. Es gibt keine Notwendigkeit, mehr darüber zu schreiben.” Russbringer erklärte den Beamten, dass sie eine international operierende Medienorganisation sein und Greenwald gar nicht in London sitze. Der Druck durch die Regierung steigerte sich noch dadurch, dass zwei Agenten des GCHQ-Geheimdienstes im Keller des Guardian die Zerstörung von Festplatten und einem Notebook beaufsichtigten. Russbringer bezeichnet das als einen der bizarrsten Momente in der langen Geschichte des Guardian. Zumal das auch nur symbolische Wirkung hatte, denn die Daten liegen im digitalen Zeitalter oft nicht am selben Ort, sondern gut verteilt und damit abgesichert.

Russbridger endet mit einem Plädoyer an andere Journalisten, dass diese Geschichte sie genauso betrifft, auch wenn sie das gerade nicht verstehen:

The state that is building such a formidable apparatus of surveillance will do its best to prevent journalists from reporting on it. Most journalists can see that. But I wonder how many have truly understood the absolute threat to journalism implicit in the idea of total surveillance, when or if it comes – and, increasingly, it looks like “when”. We are not there yet, but it may not be long before it will be impossible for journalists to have confidential sources. Most reporting – indeed, most human life in 2013 – leaves too much of a digital fingerprint. Those colleagues who denigrate Snowden or say reporters should trust the state to know best (many of them in the UK, oddly, on the right) may one day have a cruel awakening. One day it will be their reporting, their cause, under attack.

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Schweinderl