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Wir diskutieren ein potentielles Werbeformat und freuen uns auf Feedback (Update)

Seit einiger Zeit machen wir uns vermehrt Gedanken um die Refinanzierung unserer Redaktion. Das eigentliche Ziel dabei ist, dass wir die Redaktion mehr ausbauen wollen. Und dafür können wir nicht mehr weiter Minus machen. Wir haben den gesamten Prozess bisher öffentlich gemacht und haben das weiter vor.

Wir haben ein Angebot erhalten, als Medienpartner eines Online-/TV-Wahlformates täglich ein Video hier zu bringen. Das ist etwas vergleichbar mit dem “Jung und Naiv” – Format von Tilo Jung, was wir interessant fanden und wovon die meisten Folgen auch hier kommen. Der Unterschied zu dem Format: Wir finden das neue auch spannend, aber wir würden dafür auch Geld bekommen. Es geht zwar nicht um einen hohen Betrag, aber es ist schon vergleichbar mit 1,5 Monaten bei uns ein Banner schalten.

Wir haben das innerhalb der Redaktion diskutiert und sind noch zu keiner Entscheidung gekommen. Zu unserer unserer eigenen Einstellung gehört auch, solche Diskussionen transparent zu machen. Also machen wir das einfach.

Was spricht dafür, was spricht dagegen?

Dafür spricht, dass wir das Format interessant finden und es uns selbst anschauen. Ich werde in einer Folge der Protagonist sein und kenne die Kameras und die Personen dahinter deshalb schon. Die Inhalte werden unter eine Creative Commons Lizenz gestellt und wir würden wahrscheinlich einen Großteil der Folgen eh bloggen, weil es passt und Wahlkampf ist. Und wir keine Ressourcen haben, im Wahlkampf ein eigenes Videoformat zu machen, was wir aber gerne gemacht hätten. Es handelt sich auch nicht um PR-Texte von Krankenversicherungen oder Telekommunikationsunternehmen. Es wird über die Haushaltsabgabe von uns mitfinanziert.

Dagegen spricht, dass es irgendwie Paid-Content ist, wenn auch nicht aus der PR-Abteilung. Wir würden dafür bezahlt, dass wir jeden Tag die neueste Folge hier einstellen, Ihr müsste die neueste Folge irgendwie sehen (nicht ansehen, aber sie kommt im Nachrichten-Stream) und Euch schützt kein Adblocker davor. Natürlich würden wir dazu schreiben, dass wir Geld dafür erhalten. Aber deshalb haben wir Bauchschmerzen. Weil damit die klare klassische Trennung von Inhalt und Werbung verletzt würde.

Der aktuelle Fall ist eine grundsätzliche Fragestellung.

Das Angebot bringt jetzt keine Geldmassen, die wir unbedingt brauchen um zu überleben. Dank Eurer finanziellen Unterstützung durch Spenden und freiwillige Abos sind wir unabhängiger geworden. Das reicht zwar immer noch nicht ganz, um in eine größere Redaktion investieren zu können. Wenn alles so weiter läuft, kommt aber bald der Zeitpunkt, wo wir uns das leisten können. Wir wissen beispielsweise noch nicht, wie regelmäßig Spenden und freiwilligte Abos kommen oder ob jetzt alle mal was gezahlt haben, die uns immer schon einmal Geld geben wollten und das für einige Zeit nicht mehr machen wollen.

Wir haben bisher vieles offengelegt und dachten daher: Warum nicht auch mal eine Diskussion über dieses konkrete Angebot führen und dann erst entscheiden? Wir stellen uns die Frage: Spricht mehr dafür oder mehr dagegen, das Geld zu nehmen? Falls ja, bräuchten wir eine Art Kodex, um genau zu definieren, wann wir was wie annehmen? Wenn nein, bekommen wir heute ausreichend Spenden, um morgen das Angebot einfach ausschlagen zu können? :-)

Update:

Danke für das viele Feedback in den Kommentaren. Obwohl der überwältigende Teil damit keine Probleme hätte, sofern alles transparent abläuft, haben wir uns dazu entschlossen, das so nicht zu machen. Die Gründe sind etwas Kommunikationschaos mit dem potentiellen Partner auf der einen Seite (was sich erst offenbarte, als wir diesen Text veröffentlichten) und weiterhin Bauchschmerzen, dass wir selber solche Werbeformate woanders nicht mögen.

Wie läuft das derzeit mit Werbung bei uns?

Die letzten zwei Jahre kam ein Großteil der Einnahmen über die Vermarktung durch Zeit-Online. Die verkaufen war leider so gut wie keine Werbeflächen, dafür bekommen wir einen festen monatlichen Betrag. Das bezahlt zwar nicht einmal eine ganze Stelle, ist aber trotzdem mehr als wir immer wieder von Vermarktungs-Konkurrenten angeboten bekommen. Wir haben echt keine Lust auf Konsumgüter-Banner-Werbung im kleinen einstelligen Euro-Bereich für 1000er Einblendungen. Dann lieber arm sterben als sich weit unter Preis verkaufen und das Blog für diejenigen hässlich machen, die auf einen Adblocker (bei uns) verzichten, auch um uns mit zu finanzieren.

Dazu haben wir auch angefangen, einzelne Bannerplätze unabhängig an Sponsoren zu vermarkten. Im Moment findet sich rechts Bannerwerbung von Viprinet und unter den Artikeln eine Bannerwerbung vom Linuxhotel. Wer Interesse daran hat, hier Werbung zu schalten, kann uns gerne eine Mail an werbung@netzpolitik.org schicken.

Wir freuen uns über die Diskussion mit Euch.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

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Schweinderl