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Deutsche Telekom verspricht uns Spotify-Deal, kann das aber nicht halten.

Anfang Juni fand im Bundeswirtschaftsministerium der vierte Fachdialog Netzneutralität statt. Ich sass seinerzeit auf einem Podium über “Die Sicht der Politik”, wo es zu einem kleinen Rededialog zwischen mir und Jan Franke, dem Leiter Regulierungsstrategie und Ökonomie der Deutschen Telekom AG, kam. Auf mein Argument, dass der Spotify-Exklusivdeal im T-Mobile-Netz meine Audio-Podcasts (und alle anderen Inhalteanbieter) diskriminieren würde, antwortete mir Franke, dass ich doch auch einen Deal mit der Deutschen Telekom abschließen könne.

Gesagt getan, das haben wir zumindest mal versucht. Wir haben die Deutsche Telekom angeschrieben, das Angebot erwähnt und darum gebeten, uns die versprochenen Preis- und Vertragsinformationen zuzuschicken, wie das genau gehen soll. Einen Monat später haben wir eine Antwort erhalten. Das geht natürlich nicht wie versprochen. Eine Überraschung, mit der niemand bei uns gerechnet hat. Schuld ist laut Deutsche Telekom die Politik und die öffentliche Debatte:

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“Die öffentliche Diskussion und die politischen Reaktionen haben jedoch deutlich gemacht, dass viele Unsicherheiten bestehen, ob und wie Managed Services zukünftig möglich sein werden. Derzeit gibt es bekanntlich sowohl auf europäischer als auch deutscher Ebene Bestrebungen, die Netzneutraliät gesetzlich oder per Verordnung festzuschreiben. Folglich befinden wir uns aktuell in einer Situation rechtlicher Unsicherheit, die es schwierig macht, konkrete Produktvorstellungen weiterzuentwickeln und umzusetzen. Haben Sie deshalb bitte Verständnis dafür, dass wir Ihnen derzeit noch keine konkreten Angebote präsentieren können.”

Die Rechtsunsicherheit hindert die Deutsche Telekom natürlich nicht daran, weiterhin den eigenen Partner Spotify bevorzugt und ausgenommen von der Volumenbegrenzung zu den eigenen Kunden auszuliefern. Das nennt man wohl diskriminierungsfrei.

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung. Investiere in digitale Bürgerrechte.

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Schweinderl