Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.

Polizeiliche Kriminalstatistik: Kriminalität wird online besser aufgeklärt als offline – auch ohne Vorratsdatenspeicherung

Auch im letzten Jahr wurden Straftaten mit dem “Tatmittel Internet” häufiger aufgeklärt als im Gesamtdurchschnitt. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervor, die gestern veröffentlicht wurde. Nur jede 26. Straftat wird demnach überhaupt im Internet begangen – und kann meist auch ohne Vorratsdatenspeicherung aufgeklärt werden.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich präsentierte gestern die neue Polizeiliche Kriminalstatistik 2012 (PDF). Die Pressemitteilung beginnt so:

Abermals unter sechs Millionen Straftaten und weniger Tatverdächtige

Das verleitet den Minister zu folgender Aussage:

Deutschland zählt international zu den sichersten Ländern.

Trotz dieser erfreulichen Nachrichten lässt er es sich nicht nehmen, die “Cyberkriminalität” zu beklagen. Ein genauerer Blick in die Statistik zeigt jedoch, dass es “im Internet” sicherer ist als “offline”:

pks-2012-tatmittel-internet

Schon letztes Jahr schlussfolgerte der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung:

Die überdurchschnittliche Aufklärungsquote im Internet widerlegt die Behauptung vieler Innenpolitiker, das Internet sei nach dem Ende der Vorratsdatenspeicherung ein ‘rechtsfreier Raum’, oder Ermittlungen seien kaum noch möglich.

Was den Minister nicht davon abhält, die anlasslose Massenüberwachung immer wieder zu fordern.

(Ja, Die Aussagekraft der Polizeilichen Kriminalstatistik ist sehr begrenzt.)

Wir wollen netzpolitik.org weiter ausbauen. Dafür brauchen wir finanzielle Unterstützung, auch um weiterhin einen Full-RSS-Feed anbieten zu können. Investiere in digitale Bürgerrechte.

flattr this!

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl