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Verwaiste Werke und weise Entscheidungen

Google hat erst einmal verloren: die Vereinbarung zu Googles Buchangebot GoogleBooks (Früher: GoogleBookSearch) ist von einem New Yorker Gericht verworfen worden. Der Konzern, der viel mehr ist als seine Suchmaschine, hat eine empfindliche juristische Schlappe hinnehmen müssen: auch wer die Möglichkeit hat, die Welt aus den Angeln zu heben, kann sie nicht vor vollendete Tatsachen stellen und „Friss oder stirb“ rufen.

Dabei ist Googles Büchersuche ein gleichermaßen großartiges wie größenwahnsinniges Projekt. „Das Wissen der Welt verfügbar zu machen“, wie Googles Lautsprecher es gerne verkünden, das muss man erst einmal können. Jede Menge Scanner, ziemlich gute Software und ganz schöne Stange Geld muss man für ein Projekt dieser Größenordnung aufwenden. Das kann nicht jeder, das können schon gar nicht die Gemeinde-, Stadt- und Universitätsbibliotheken in Deutschland. Google kann das.

Aber ist das auch gut? Ja und Nein. Zum einen ist es wünschenswert, dass jemand die Werke digitalisiert, von denen ein Großteil käuflich nicht mehr zu erwerben ist, bei dem die Rechtslage unklar ist (sogenannte verwaiste Werke), noch dass sie überhaupt digital verfüg- und damit durchsuchbar wären. Zum anderen ist es nicht wünschenswert, dass es die Werke in einem digitalen Datensilo verschwinden, wie es GoogleBooks bedeutet. Es ist das Gegenteil von frei, das Gegenteil von weiterverwendbar, das Gegenteil von langfristig nutzbar. Und genau das muss eigentlich das Ziel sein: das Wissen der Welt dauerhaft zugänglich zu machen – ohne einen Schrankenwärter aus Mountain View.

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Schweinderl